Was sind die besten Crash Indikatoren?

Liebe Freunde der Glaskugel,

nach der Antwort auf meine gestrige Frage habe ich Blut geleckt:

Mir scheint, wissende Marktbeobachter nutzen mir unbekannte Kennwerte, um Marktcrashs vorherzugsagen oder besser vorauszuahnen. Dieses möchte ich gern kennenlernen und frage Euch daher:

Was sind Eurer Meinung nach die besten Indikatoren, um Marktcrash vorherzuahnen?

Harald Weygand behauptet, dass der Aktienanteil an den Ersparnissen bessere Vorhersagen erlauben würde, als das Shiller KGV.

„Kletterte der Anteil von Aktien an den Ersparnissen der US-Amerikaner auf über 50 Prozent und war der Crash fast schon vorprogrammiert.“

Viele Daten sind öffentlich, aber selbst diese sind keine zuverlässigen Indikatoren. Der Markt verhält sich häufig irrational und entkoppelt von der Realwirtschaft. Diese Phasen können unter Umständen sehr lange anhalten.

Die Idee eines Marktcrashes (also der plötzliche Abverkauf) ist ja gerade der, dass er nicht vorhersehbar ist, sondern plötzlich eintritt.

Wo soll hier Kausalität bestehen?
Bitcoin ändert ja beispielsweise den Anteil von Ersparnissen in Aktien und könnte einen Crash auch unter einer Quote von 50 Prozent auslösen.

Am besten bleibt man einfach investiert.
Denn selbst wenn man verkaufen sollte, schließt sich die Frage nach dem perfekten Einstieg an. Außerdem muss auf realisierte Gewinne Steuer gezahlt werden.

Es gilt also imho auch einfach DCA und HODL.
Und die Glaskugel Glaskugel sein lassen.

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Und auf welche sollte man da achten?

Schon klar. Trotzdem versuchen Trader diese vorherzusagen. Auf welche Modelle setzen sie dabei?

Ich gehe nicht davon aus, dass ein Modell alleine der Weisheit letzter Schluss sein wird. Ich spekuliere jedoch ein bisschen darauf, dass mehrere Modelle gemeinsam der Wahrheit näher kommen.

Im Prinzip gibt es technische, fundamentale und psychologische Faktoren. Nicht alles ist quantifizierbar. Vorallem gibt es diverse Wechselwirkungen.

Man sollte natürlich das durchschnittliche KGV betrachten, zum Beispiel auch das Shiller KGV. Natürlich spielt auch das Zinsniveau eine Rolle, die aktuellen wirtschaftlichen Wachstumsaussichten/Konjunkturerwartungen oder in Bezug zu Anleihen und dem entsprechenden Premium, das Aktien bieten.

Ein Blick auf historische KGVs ist nicht immer sinnig. Es geht natürlich auch um die Geldmenge im Umlauf und in wie fern es gelingt Inflation auf Kunden zu übertragen.

Aber besagte Punkte kann man in jedem Fall betrachten, wenn man eine mögliche Überbewertung des Gesamtmarktes ausmachen möchte.

Trader allgemein nein. Trader handeln kurzfristig, am häufigsten wahrscheinlich in Form des Daytradings.

An einem Marktcrash verdient man mit Leerverkäufen, damit geht aber ein erhebliches Risiko ein. Eine Aktie kann maximal auf Null Fallen (Totalverlust). Eine Aktie kann aber (theoretisch) unendlich steigen → unendlicher Verlust.

Aber klar, man kann seine Aktien im Idealfall rechtzeitig verkaufen. Genau das bezweifle ich allerdings. Dafür haben Insider und Erkennungssysteme, respektive Computer einfach deutlich mehr Informationen zur Verfügung. Und ganz sicher haben zum Beispiel viele, selbst wenn sie vor Corona verkauft haben, sicher nicht den richtigen Einstiegspunkt gefunden. Die schnelle Erholung des Marktes war zum einen nicht rational und wurde künstlich herbeigeführt. Das kann niemand wissen und deshalb sollte man eben gar nicht erst versuchen einen Crash zu prognostizieren.
Statistisch fährt man als Otto-Normalverbraucher einfach besser, wenn man investiert bleibt und Marktcrashes aussitzt.

Aber zur Frage: Trader setzen auf psychologische Marken und Stimmungen, technische Analysen und natürlich auch Fundamentaldaten.

Dennoch machen sich viele einfach nur zu Narren des Zufalls.

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Ich danke Euch und bleibe diversifiziert.