Die betrifft es doch auch. Haben wir doch eben festgestellt, dass es auch den kleinen Bäcker betrifft. Der steht in der Nahrungskette eben nur unter dem Konzern, aber eben noch über dem Arbeiter.
Moment! Du hattest erklärt, dass es bei Deiner Kapitalismuskritik um riesige Konzerne ginge… und „Kleingewerbe“ nicht gemeint wären.
Wenn Du nun „Kleingewerbe“ doch anfassen willst, mache ich komplett dicht. Sofort!
Ich will die nicht anfassen, ich sage nur, die sind vom Kapitalismus und seinen Auswirkungen selbstverständlich auch betroffen.
Wir sind alle betroffen, denn wir alle leben in diesem System. Aber die wenigsten von uns machen die Spielregeln. Das sind nur die paar Prozent ganz oben.
Sofern die dann einen freien Markt haben wäre das „davon betroffen“ nicht was ich meinte. Ein freier Markt würde Konzerne ohnehin automatisch abwickeln.
Nein, würde er nicht. Du kannst sogar argumentieren, das zu einem freien Markt Lobbyismus dazu gehört. Auch Staaten können zum freien Markt gehören. Wenn Konzern x Staat y gekapert hat, dann läuft das doch nach den Regeln eines freien Marktes, denn auch Konzern z hätte ja genau so gut, so viel usw. Lobbyismus betreiben können.
Denn Wettbewerb hat Konzern z dann eben verloren.
Und ob du jetzt Staaten zwischengeschaltet hast oder nur die nackten Konzerne die herrschen, spielt am Ende keine Rolle.
Das British Empire war im Prinzip Adel plus Handelsunternehmen.
Staaten sind Konzerne über der Dunbarzahl, und können ohne Marktmanipulation nicht bestehen.
Vielleicht sollte man das also streng subsidiär aber gezielt ohne jede Markt (und Geld) Manipulation aufsetzen.
Das ist kein Gegenargument.
Es mag ja sein, dass Märkte manipuliert werden, aber am Ende fand ja vorher schon ein Wettbewerb statt, den irgendwer gewonnen hat, damit er in die Lage kommt, dann die Märkte in seinem Sinne manipulieren zu können.
Eben Lobbyismus. Das findet ja sozusagen in einem freien Wettbewerb vorher schon statt und erst dann wird der Wettbewerb zum Nachteil anderer und zum eigenen Vorteil verzerrt. Wenn man schon in der Machtposition ist.
Das würde voraussetzen, dass es eine Zeit ohne Markt und Geldmanipulation gegeben hätte. Aber dahin kommen wir erst unter einem Bitcoin Standard
Nein, Markt gibt es immer, wo gehandelt wird…
Deine Prämisse stimmt halt nicht, dass „groß“ nur der wird, der irgendwas manipuliert.
RichtigER ist, dass, um manipulieren zu können, man schon groß sein muss.
Der Lobbyismus des kleinen Bäckers ist eben viel weniger wirkmächtig als der des Konzerns.
mich würde es sehr interessieren wie die Analyse aussieht und danach deine Taten wenn du es gestalten könntest :)
Ja, mit gezielten Hüden und Manipulationen eben.
Das „Groß“ schafft sich durch Manipulation einen Vorteil den normalerweise die Effizienz der „Kleinen“ outperformt.
Ab dem Punkt, ab dem Du eine HR Abteilung mit 100 Mitarbeitern hast, bist Du so lahmgelegt, das du „Kleine“ gezielt behindern musst, um das wett zu machen und überhaupt bestehen zu können.
Nur daher kann es Konzerne geben.
Die Analyse ist, dass Kapitalismus scheiße ist. ;)
Aber bei der Tat hört es halt auf. Denn die haben uns alle an den Eiern. Das wird weder von sich aus kollabieren, dann holt man halt die Peitsche wieder offen raus, noch wird es einen gewaltvollen Umsturz geben oder sowas (was ich auch nicht befürworten würde).
Und wenn wider erwarten das eine oder andere hier doch passieren sollte, dann kannst du ziemlich sicher sein, dass irgendein kapitalistischer Staat uns völlig selbstlos befreien wird kommen. So im Namen der Demokratie, der Menschenrechte oder sowas in der Art. ;)
Nein, die bilden sich schon vorher, also die werden schon vorher groß, denn nur wenn sie groß sind, haben die die Macht, direkten EInfluß zu nehmen.
Deswegen ist das eben auch systeminherent und kein anderes Geld, keine Abschaffung von Staat usw. wird daran etwas ändern.
Funktioniert nicht über der Dunbarzahl.
Aber dazu muss man eben die Fähigkeit „Manipulation in Gesetz gießen“ verhindern.
Einfach nur sehr wenige Gesetze haben wäre eine Idee. Wir müssen keine 100 000 Einzelnormen haben.
Nochmal:
Deine Prämisse ist falsch.
Man muss erst groß sein, um wirkmächtig zu sein, um direkt eingreifen zu könnnen.
Erst die Macht, dann die Manipulation zur Festigung der Macht. Und dann ist der Staat eben Werkzeug.
Nein, das lag einfach daran, dass wir von Feudalherschern kommen. Da war die Manipulation schon vorhanden. Ein Bitcoin Standard wäre somit ein komplett neuer Weg.
Nein, erst die Macht. Erst dann ist man in der Lage eingreifen zu können.
Das ist doch auch vollkommen logisch. Ich weiß nicht, was es da schon wieder zu diskutieren gibt.
Die Feudalherrscher wurden durch Kapitalisten abgelöst. Im Kern geht es aber bei beiden um dasselbe. Also den eigenen Besitz wahren und zu vermehren. Und dafür schöpft man die Arbeitskraft anderer ab.
Und wir brauchen weder Feudalherr noch Kapitalist. Denn wir stellen die DInge mit unseren eigenen Händen selber her.
Und da sind wir uns wieder uneinig. Ohne Steuern (die ja angeblich allen zugute kommen) würde niemand meine Schaffenskraft abschöpfen.
Aber: Dass sie nicht alle zugute kommen, kommt von der Geldmengenausweitung und Staatsschulden. Müssten wir abschaffen ![]()
Überraschenderweise sind wir hier einer Meinung. Nur der Unterschied besteht darin, dass du im Kapitalismus per se das Problem siehst und ich daran, dass einige Grosskapitalisten das System der Zentralen Geldschöpfung perfekt zu spielen wissen. Das Problem ist aber nicht Kapitalismus an sich, sonder die fehlgeleitete Anreizstruktur. Hartes Geld belohnt Kooperation, und weiches Geld belohnt parasitäres exploitives Verhalten.
Das Problem ist der Privatbesitz an Land, Ressourcen, Produktionsmittel usw. Das verleiht die entsprechende Macht und dabei ist es egal mit welchem Geld man bezahlt. Ein hartes Geld würde zwar dafür sorgen, dass sich einige schwerer oben halten könnten und viele auch fallen würden, aber das würde ja nichts am System an sich ändern und auch dafür sorgen, dass die Abhängigkeit all derer, die eben keinen Besitz haben, noch größer würde als in einem Fiatsystem mit Sozialsystemen usw.
Ansonsten ja, ein weiches Geld belohnt in dem Sinne parasitäres Verhalten. Da hast du schon recht. Aber das ist eben nur die eine Seite der Medaille. Ein weiches Geld kann auch für viel Gutes eingesetzt werden, während das bei einem harten Geld vielleicht gar nicht erst zur Diskussion stünde, weil es sich nicht rechnet.
Ich bin halt unter dem Strich immer der Meinung, dass Wirtschaft und Markt dem Menschen zu dienen haben und da, wo das eben nicht funktioniert, muss der Staat regulierend eingreifen. Wer sich nur auf die kalte Logik der Zahlen usw. verlässt, der wird verlassen. Das darf nie Massstab sein.