Und wo ist der Widerspruch in meiner Aussage?
Bedenke: Verwechsle nicht die Ebenen von Staat als Gruppe u.a. aus Menschen und die Ebene der Menschen.
Ich habe oben Nicht geschrieben: Der Staat darf keinem einzelnem individuellen Menschen helfen.
Ich habe oben geschrieben: Der Staat darf keine Regeln festlegen, wie die Menschen sich individuell Helfen müssen. Der Staat kann nur generelle Regeln festlegen und diese dürfen die Belastbarkeit der individuellen Helfer nicht übersteigen.
Bedeutet: Wenn du den schwachen Gruppen helfen willst: Los, nur zu, gib so viel Zeit und Kraft, wie du dir zutraust. Wenn du dich damit aber übernimmst, dann schadest du deinem eigenem Körper und somit deinem Zellstaat.
Wenn der Staat also nach dem gleichen Prinzip vorgeht, dann gibt es also immer die Möglichkeit, dass er mehr leistet, als ihm seine Einwohner an „Kraft“ abgeben können. Und genau diese Hilfen sind damit Assozial gegenüber den Einwohnern.
Wenn du jetzt also eine generelle Regel erlässt, wie du zur Hilfe verpflichtet bist, dann kommst du schnell in den Bereich, wo diese Hilfe deine Leistbarkeit übersteigt.
Auf der anderen Seite werden viele Menschen auch helfen, wenn es ihre Belastbarkeit eben nicht übersteigt.
Die Abwägung, ob so eine Hilfe also gerechtfertigt ist, also wie viel ein Helfer leisten kann und wie viel Hilfe ein Bedürftiger wirklich braucht, dass muss individuell sein weil man sonst die schwächsten Helfer ruiniert und das ist nunmal genauso Assozial wie garnicht helfen.
Nochmal: Ich sage damit nicht, dass der Staat nicht helfen darf, solange er es sich leisten kann. Ich sage auch nicht, dass der Staat keine Vorschriften wie Ersthelfer oder so einführen darf.
Ich sage, dass der Staat keine individuellen (mikrodirigierende) Vorschriften machen darf, wie genau geholfen werden muss (Denn das übersteigt die Leistbarkeit von einigen Menschen, die sich dann zwangsweise strafbar machen). Und ich sage, dass der Staat selbst bei generellen Regeln auf die Leistbarkeit und Durchführung für individuelle Menschen schauen muss.
Es gibt eben eine Grenze der Machbarkeit für Hilfe und die darf nicht staatlich erzwungen überschritten werden. Sowohl auf individueller Ebene (weil der Helfer dann verarmt und im schlimmsten Fall zum Opfer wird) als auch auf staatlicher Ebene, weil die Kosten der übertriebenen Hilfe nicht mehr von der Bevölkerung gestemmt werden können.
Genau das ist meine Aussage, die ganze Zeit schon, nicht mehr und auch nicht weniger.
Jegliches Moralgeplänkel von dir ist eigentlich eine nachgelagerte Diskussion über die genaue Höhe der Grenze der Leistbarkeit: Wie viel Macht ist eine Gesellschaft bereit, für solche Probleme auszugeben. (Bedenke, dass diese übertriebenen Sozialausgaben immer Opportunitätskosten haben wird, dass andere Projekte damit eben zwangsweise weniger Mittel bekommen, die aber genauso wichtig sind wie z.B. Bildung, Nahrungsversorgung, Energieversorgung usw.)