Da hier so gerne über Sozialismus diskutiert wird, würde ich gern die Diskussion mal in eine andere Richtung lenken.
Sozialismus ist bekanntlich eine Schnappsidee, die trotz intensiver Erprobung einfach nicht funktioniert.
Wie sieht es nun aber mit der Demokratie aus? Vor 50 Jahren gab es zwei deutsche Staaten, in deren Schulen gelehrt wurde, dass die Kinder in einer Demokratie leben. Einer der Staaten trug es sogar stolz in seiner Selbstbezeichnung vor sich her. Der andere Staat war allerdings jeweils keine Demokratie sondern entweder eine sozialistische Diktatur oder der kapitalistische Vasall einer fremden Macht jenseits des Atlantik. Oder so ähnlich.
Nach 40 Jahren kapitulierte der Staat, der sich demokratisch nannte und schloss sich dem Vasallenstaat an. Die Bürger waren zunächst zufrieden, weil sie jetzt nicht mehr für Bananen und Gurken anstehen mussten.
Der Eindruck fremdbestimmt zu werden, verstärkte sich aber über die Jahre. Es wurden zwar regelmäßig Wahlen abgehalten, aber wenn man keine der größten Parteien wählte, war die Stimme ebenso wirksam, wie nicht zur Wahl zu gehen.
War einer dieser Staaten demokratisch? Nur weil Wahlen abgehalten werden, wo man private Parteien wählt, die nach der Wahl andere Dinge tun, als sie vor der Wahl versprochen haben, ist es noch lange keine Demokratie.
Demokratie bedeutet, die Herrschaft geht vom Volke aus. Das tut sie ganz offensichtlich nicht, wenn man erst in eine Partei eintreten muss, sich dort den Mund fusselig reden muss und dann doch das tun muss, was die Partei will, falls man wirklich mal gewählt wird.
Demokratie war schon immer mehr ein Legitimationsbegriff als eine präzise Beschreibung. Schon die klassische Demokratie in Athen schloss Frauen, Sklaven und Metöken von politischer Teilhabe aus. Einige rufen jetzt, aber dann machen wir es jetzt wie die Athener damals und schließen sogar die Sklaven, Metöken und Frauen ein. Die Frage ist dann nur, wo fängt es an, wo hört es auf? Warum darf ein 99jähriger etwas entscheiden, aber eine 9jährige nicht? Und wer gewährt dem Sklaven Ausgang, um über sein Schicksal abzustimmen?
Athener haben allerdings nicht gewählt sondern gelost, weil sie schon vor 2500 Jahren erkannt haben, dass Wahlen ein System von Machtkonzentration, Korruption und eitlen Eliten hervorbringt, dass man mit Demokratie ja vermeiden möchte.
Warum hat die USA mit ihrer Verfassung also genau das wieder verfestigt? Wahlen statt Losen? Dazu noch Wahlen, an denen damals aus Tradition weder Sklaven noch Frauen teilnehmen durften.
Aus irgendwelchen irrationalen Gründen hat sich dieses Bild bis heute als „Demokratie“ verfestigt.
Krieg ist Frieden
Sklaverei ist Freiheit
Elitenherrschaft ist Demokratie
DSA ist freie Meinungsäußerung