Das habe ich schon öfters geschrieben, beginnend mit den Axiomen, was ein Modell ist:
- Objekte können Macht haben bzw speichern
- Objekte interagieren durch Fähigkeiten mit anderen Objekten und tauschen dabei ihre Macht aus. Jede Anwendung einer Fähigkeit kostet immer wenigstens etwas der Macht des anwendenden Objektes.
- Jedes Objekt besteht aus kleineren Objekten und ist gleichzeitig Teil eines größeren Objektes. Die mikroskopischen Objekte bilden also die Struktur des makroskopischen Objektes und bestimmen welche Fähigkeiten das makroskopische Objekt ausführen kann.
- Wenn ein Objekt alle seine Macht verliert, dann stirbt es ab und zersetzt sich in seine Einzelteile.
Damit kannst du jedes beliebige Modell betrachten, dass du dir ausdenken kannst. Wenn du physikalische Modelle betrachtest, dann kommen noch wenigstens ein paar Naturgesetze hinzu:
Wenn du nun das Model in der Zeit entwickelst kannst du feststellen, wie die Machtflüsse im Modell sich verhalten. Dabei gilt das generelle Prinzip der Positivselektion das wie in der Evolutionstheorie die mächtigsten Objekte bevorzugt und dem Gegenüber steht die Machtdissipation, also dass alle Objekte laufend an Macht verlieren, die sich in der Umgebung verteilt.
Jedes System hat mit dem Prinzip der Positivselektion (Machtmaximierung) und der Machtdissipation zwei gegenläufige Effekte. Es muss also irgendwo eine Gleichgewichtslage geben, die aus dem Potentialextrema dieser gegenläufigen Funktionen bestimmt werden kann, sofern man diese als Funktion aufschreiben kann. Aber auch ohne mathematische Formeln wissen wir, dass es wenigstens eine Gleichgewichtslage geben muss wenn es ein physikalisches System sein soll, dass keine relevanten Unendlichkeiten kennt.
Mit diesem relativ einfachen Regelwerk kannst du nun alle beliebigen Systeme anfangen zu analysieren: Was sind die betrachteten Objekte überhaupt? Wie interagieren die Objekte miteinander, also welche Fähigkeiten haben sie. Welche Amcht haben sie genau? Können wir die Machtwerte wissen oder können wir sie auch nur abschätzen? Wie kommt Macht in das System und wohin fließt sie mit der Zeit?
Das kann beliebig kompliziert werden und genau deswegen definiert man sich mit den Objekten quasi kleine Blackboxen, deren Verhalten man individuell aus seinen Bestandteilen vorhersagen kann aber im Kontext von anderen Dingen eben wieder als Blackbox ansieht und die Fähigkeiten definiert. Dabei muss man aber aufpassen, welche Fehler man damit aufsammelt (also Abweichungen durch die Vereinfachung des Modells).
Die Modelltheorie ist somit eine Art Metatheorie, die du generell überall verwenden kannst aber wenn du die Objektinteraktionen möglichst genau beschreiben willst benötigst du genaueres Wissen über diese Objekte. Du kannst also jede beliebige andere Theorie in die Modelltheorie mit einbetten um dein Modell möglichst aussagekräftig zu machen und die Objekte möglichst genua zu definieren. Wer entscheidet dann aber, was das richtige Modell war? Wieder die Evolution bzw. Selektion. Also die Modelle, die die besten Vorhersagen für die Realität machen gegenüber dem Energieverbrauch, den es kostet dieses Modell zu durchdenken bzw. durchzurechnen.
Ein Stein bildet eben ein ganz einfaches Modell seiner Wirklichkeit und „verbraucht“ somit keine Macht für dieses Modell. Ein Mensch durchdenkt sehr viel, benötigt dafür aber auch sehr viel Macht, die er einsammeln muss. Was ist jetzt besser, ein Stein als Objekt, das Millionen von Jahren nur herum liegt und auf Interaktion wartet oder ein Mensch, der sich seine Lebensgrundlage aufstellt und abarbeitet? Auch der Stein kann sich Clustern und mit genügend anderen Objekten eine Sonne oder einen Planeten bilden. Es kommt eben ganz darauf an, wie man die Objekte miteinander vergleicht und welche Zeitskalen man betrachtet.
Aber man kann auch ohne weitere spezielle Theorien zu verwenden Beobachtungen aufstellen, die für alle solche Modelle gelten müssen wo es das Selektionsprinzip und die Machtdissipation gibt, also grundlegende physikalische Modelle. Beispielsweise kann ein beliebiges Objekt nie unendlich Macht mit der Zeit in sich aufnehmen weil es dann nur umso mehr Macht wieder abstrahlt. Es gibt also immer eine maximale Machtgröße für Objekte, die nicht groß überschritten werden kann. Das Selektionsprinzip sorgt dafür, dass die Objekte tendenziell mächtiger werden, wenn sie kleiner sind und die Machtdissipation sorgt dafür, dass die Objekte tendenziell an Macht verlieren wenn sie größer sind. Es gibt also eine Gleichgewichtslage wo das Objekt tendenziell genauso viel Macht bekommt wie es abgibt.
Wie kann so ein Objekt jetzt diese Grenze überwinden und noch mächtiger werden? Indem sich mehrere dieser Objekte zusammen schließen und sich gemeinsam um ihren Machterhalt kümmern. Sie bilden mit dem Zusammenschluss also ein „Objekt höherer Ordnung“. Mehrere kleine mikroskopische Objekte bilden also das makroskopische Objekt. Und dieses Makroskopische Objekt unterliegt wieder den gleichen Prinzipien: Es hat Machteinkünfte und Machtausgaben aber es kann durch den Zusammenschluss und die notwendige (soziale) Arbeitsteilung höher skalieren. Und dieses Prinzip kannst du nun rekursiv unendlich fortführen:
Quarks → Atome → Moleküle → Zellen → Individuen → Staaten
Es gibt auch beliebige Zwischenstufen wie Körperorgane zwischen Zellen und Individuen oder Firmen zwischen Menschen und Staaten. Je nachdem, wie man sich die betrachteten Objekte eben definiert und das hängt davon ab, welche Ebenen in seinem Modell man genau betrachtet. Was kann man also als Blackbox ansehen und was muss man als unterschiedliche Objekte im Modell berücksichtigen?
Aber wie schon geschrieben gibt es dafür nicht nur diese Kette. Sonnensysteme → Galaxie ist eine weitere Kette, genauso könnte man den Prozess von
Sonnenstrahlung → Windkraft → Waserkraft ->Wärme
betrachte oder eben beliebige andere Objekte, deren Eigenschaften wir definieren können. Blätter → Baum …
Solange es einen Machtfluss gibt, von denen die Objekte „leben“ können in dem Sinne, dass sie ihre Macht aus diesem Fluss extrahieren können um sich nicht selber zersetzen zu müssen, solange gibt es dieses evolutionäre Streben nach mehr Macht: das beliebige Objekte durch das einfache Prinzip der Selektion mächtiger werden als andere Objekte und somit überlebensfähiger werden und durch Zusammenschlüsse dieser Objekte größere Maßstäbe erschaffen können als es die mikroskopische Physik zulässt.
All diese Dinge kann man jetzt auch in der Art der Thermodynamik betrachten und einen Entropiebegriff einführen. Gerade die strikte Betrachtungsweise zwischen mikroskopischen Ebenen und Makroskopischen Ebenen bietet diese Sichtweise einfach an und erklärt auch über die thermodynamische Statistik, warum die Makroskopischen Fähigkeiten so sind, wie wir sie definieren können. Soweit bin ich jedoch noch nicht mit meinen Überlegungen weil ich vorher noch die Macht/Energie Analogien sicher machen will. Für einfache physikalische Prozesse wie Atome oder Moleküle ist es offensichtlich das selbe. Aber für komplexere Strukturen möchte ich darüber erstmal noch weiter nachdenken ob es nicht doch irgendwo Widersprüche in der Modelltheorie generell gibt.