Was willst du mir hier sagen? A kleiner gleich A?
Nun, das ist eine Frage der Bewertung. Nur weil du den Sinn dahinter nicht verstehst bedeutet es nicht, dass es keine sinnvolle Tätigkeit sein kann ![]()
Sagen wir mal so: Es ist doch unstrittig, dass das Konzept Geld für die Menschen einen enormen Vorteil hat gegenüber einfachen Tauschhandel. Warum ist es also nicht sinnvoll, dass sich einige Menschen darauf spezialisieren und in der Finanzbranche arbeiten (hier die Herstellung von Geld)? Vorallem wenn die Herstellung durch die enorme Arbeitsleistung dafür hochgradig selbst limitierend ist?
Denn wie immer gilt: Wenn viel zu viel Wirtschaftskraft in das Geldsystem fließt, dann wiegen die Vorteile des Geldes nicht mehr die wirtschaftlichen Nachteile aus. Die Finanzbranche sollte also nicht übermäßig viel Wirtschaftsleistung beanspruchen, denn dann fehlt diese Wirtschaftskraft für andere wichtige Dinge. Aber die Finanzbranche darf eben auch nicht zu wenig vorhanden sein und das Geldsystem damit gefährden…
Wenn du jetzt also wie im Fiatsystem die Arbeitskraft aus der Gelderstellung heraus nimmst, dann kann theoretisch ersteinmal jeder dieses Geld problemlos selber erstellen und es damit Wertlos machen (Hyperinflation). Klar, dass es eine zentral gesteuerte Überwachung geben muss, damit das eben nicht jeder so einfach machen kann.
Du siehst also den fundamentalen Unterschied in der jeweiligen Geldkonstruktion?
Bei Gold kann theoretisch jeder das Geld beliebig herstellen, aber es ist so anstrengend, dass das von sich aus nicht jeder macht. Das funktioniert also 100% komplett dezentral.
Bei Fiat ist die Geldherstellung nicht so anstrengend, es kann also theoretisch jeder von sich aus machen. Also muss es mit anderen Mitteln verhindert werden wie z.B. Verbote/Strafen, die aber überwacht und durchgesetzt werden müssen → es benötigt eine extrem starke zentrale Macht.
Nein, komplett dezentrale Systeme sind genauso ineffizient wie komplett zentrale Systeme. Ein System kann nur dann sein maximales Potential auch voll ausschöpfen, wenn es beide Konzepte miteinander vereint: An den Stellen, wo zentrale Systeme mehr Vorteil bringen muss es auch tendenziell zentraler sein und an den Stellen, wo dezentrale Methoden besser sind muss es mehr dezentral sein.
Die richtige Mischung aus Zentral und Dezentral ist wichtig für jedes optimierte System, gerade und explizit für Gesellschaften wie Firmen, Vereine, Staaten,…
Übrigens: Die Goldherstellung (bzw. genereller PoW) macht das von sich aus intrinsisch. Es bilden sich kleine auf lokale Sicht zentrale Strukturen, die das Gold effizient verarbeiten. Aber weil jeder mitmachen darf kann jeder, der eine kluge Idee hat auch mitmachen und das System damit verbessern. Vorallem wird diese Zentrale mit der Größe auch wieder ineffizient, sodass sich diese zentralen Strukturen dezentral verteilen müssen. → Eine Mischung aus beiden Konzepten ohne dass irgend ein Staat darüber schauen und in das System eingreifen muss.
Zumindest ich komme absolut nicht zu dem Punkt. Ehr das Gegenteil: Wenn du auch den Staat nicht als Unternehmen und Wertegemeinschaft ansiehst, dann wirst du diesen Staat auch nicht zum Vorteil für die Menschen in diesem Land führen können! So wie alle Sozialisten vor dir wirst du andere ideologische Ziele verfolgen und den Staat damit wirtschaftlich aushungern.
Denn das ideologische Ziel (z.B. Glück für alle, Klimawandel,… ) wird dein Land so viel ökonomische Kraft kosten, die du aus der Wirtschaft abziehen musst, dass die Wirtschaft keine Kraft mehr hat von sich aus zu arbeiten.
Nur wenn du auch den Blick und die Verträglichkeit mit der Wirtschaft nicht außer acht lässt kannst du einen Staat erhalten und damit überhaupt erst die Grundlage für irgendwelche Ziele (z.B. Wohlstand, Glück, Umweltschutz usw. ) setzen.
Nicht jedes Problem ist mit den Bullschitbingowörtern wie Blockchain, Cloud oder KI gelöst. Man muss auch verstehen, was diese Bereiche wirklich können und was nicht.
Und da du mir auf meine komplexen Erklärungen immer nur mit ein/zwei flachen Sätzen erwiderst und z.B. nicht schreibst, warum du das sagst und welche Hintergedanken dich dazu bewegen, mir zu widersprechen oder welche Punkte du anders bewerten würdest gehe ich entweder davon aus, dass du die Komplexität hinter dem funktionieren eines Staates leider nicht verstanden hast oder nicht wirklich diskutieren willst.
Bilanzierbar ja, definitiv. Vorallem weil man einfach das Geld an jeden Ausschüttet ist es sogar rein theoretisch relativ einfach zu durchschauen:
Jeder gibt einen variablen Geldbetrag in einen großen Topf/Urne (z.B. abhängig vom jeweils eigenem Konsum, Abhängig von der eigenen Arbeit,…), dann wird geschüttelt und vom Gesamtbetrag bekommt jeder dann genau den gleichen Betrag zurück.
Es ist jetzt nicht schwer zu folgern, dass wenn es Menschen gibt, die mehr Geld bekommen als sie abgeben, dann muss es auch Menschen geben, die mehr abgeben als sie bekommen. Denn dieses Spiel ist ein absolutes Nullsummenspiel. Jegliches eventuelles Wirtschaftswachstum bzw. Schrumpfen wird einfach nur den Gesamtbetrag verändern, der umverteilt wird.
Wichtig für das System ist also die Frage: Nach welchen Regeln wird umverteilt. Wenn das, wie heute üblich, die Arbeit ist, die besteuert wird ist es vom Anreiz relativ logisch, dass sich weniger Arbeiten und trotzdem Geld bekommen individuell mehr lohnt als mehr arbeiten und trotzdem nur das Durchschnittseinkommen zu bekommen. Aber auch das kann man graduell abstufen. Ein 100% Kollektivieren aller Arbeiten wird diesen Effekt sehr sehr schnell zum Tragen bringen, wenn aber z.B. nur 20% der Arbeit so umverteilt wird gibt es ja immernoch 80% individuelle Vorteile der Arbeit.
Vergleicht man das mal mit unserem aktuellem Steuersystem, wo erstmal ca. 70% der Arbeit Flatrate weggenommen wird (Lohnsteuer, Arbeitgeberanteil, verpflichtende Sozialversicherungsbeiträge, Mehrwertsteuer,…), alles in ein paar große Töpfe gesteckt wird, wo sich dann viele andere ihren Anteil mit nehmen können, dann sind wir mit Bürgergeld usw. nicht sehr weit von einem BGE entfernt.
Für den Fall, dass Konsum besteuert wird, ist die Sachlage aber nicht ganz so eindeutig.
Ich habe dazu auch mal eine Simulation geschrieben:
Das Modell könnte man bestimmt noch mit weiteren Feinheiten erweitern, aber im Endeffekt gibt es in einem BGE die 3 Phasen:
- Startphase: Die Menschen mit geringem Einkommen bekommen durch das BGE mehr Einkommen während die Menschen mit mittlerem Einkommen oder hohen Einkommen sich das noch leisten können. Die Glücksrate geht hoch und damit auch die Geburtenrate.
- Die Menschen gewöhnen sich an das Einkommen, aber die Anzahl der zu versorgenden Menschen steigt immer weiter an. Die Reichen müssen also mit der Anzahl der Menschen immer mehr abgeben.
- Das Vermögen der Reichen reicht nicht mehr aus um die benötigte Umverteilung zu finanzieren.
Und bei der Simulation ist es völlig egal, welche Anreize die Menschen gehabt haben. Die Anreizstruktur, zu Arbeiten oder vom BGE zu leben kommt dann ja als Effekt noch oben drauf.
Guter Punkt, man könnte die Inflatinosabgaben an die USA auch als Schutzgeld bezeichnen.
Aktuell sehe ich aber auch, dass unsere Regierung und die EU im Krieg mit Russland immer weiter eskalierend auftreten und keinerlei Interesse an diplomatischer Lösung zeigen. So richtig kann ich aber hier die Position der Stärke bei uns nicht erkennen, vorallem wenn die USA sich da immer weiter raushalten.
(Ich denke da nur an die Drohnenangriffe letztes Jahr, die von einem Monat auf dem nächsten angefangen haben und dann genauso schnell wieder aufgehört haben. Eine von vielen False-Flag-Aktionen, die doch nur als die Hoffnung auf den Ausbruch eines offenen Krieges gedeutet werden können.)
Guter Punkt ![]()
Aber ich finde die Regressionsgeraden sowiso in einer derartig verteilten Punktwolke nicht so sehr Aussagekräftig.
Interessant finde ich ehr die Positionen der Punkte (OECD-Länder). Klar gibt es besagte Ausnahmen, dass ein Land auch mal mit hoher Neuverschuldung auch ein gutes Wachstum bringen kann (dann hat es eben gut investiert oder einfach mal Glück gehabt), auf der anderen Seite gibt es auch Länder, die sich „kaputt-gespart“ haben, also zwar ihre Schulden zurück gezahlt haben, aber dafür auch einen Wirtschaftseinbruch erlitten haben.
Der Großteil der Messpunkte (OECD-Länder über die Zeit (farben)) befindet sich aber auf einem breiten Band in der Mitte. Und dieses Band ist offensichtlich nicht waagerecht sondern fällt ab (mehr muss eine irgendwie berechnete Korrelation ja auch erstmal nicht aussagen).
Die Verteilung zeigt also, dass es tendentiell mehr Wirtschaftswachstum gibt, wenn der Staat weniger Schulden aufnimmt und dass ein Staat, der mehr schulden aufnimmt auch weniger wächst.
Was hier damit erstmal offen bleibt ist, dass in einer Wirtschaftskrise natürlich schulden aufgenommen werden und die Wirtschaft nicht wächst und dass in einem Boom die Wirtschaft wächst und damit natürlich schulden zurück gezahlt werden können.
Allerdings sind die Messzeiträume über 5 Jahre hinweg gemacht worden. Das ist länger als eine normale Rezession oder ein Boom im Keynesianischem Wirtschaftszyklus laufen. Die Punkte sollten also normalerweise wenigstens eine Rezession und einen Boom gleichzeitig enthalten. Inwieweit das aber die Wirtschaftszyklen rausmittelt kann ich natürlich nicht sagen.
Es gibt also einen eindeutig statistischen Zusammenhang zwischen Schulden machen und Wirtschaftsabschwung. Wenn man sich aber die Farbskalen bzw. den Zeitverlauf anschaut, dann stellt man fest, dass die frühen Rot/Gelb/orangen Punkte ehr im Quadranten des Wirtschaftswachstums und Schuldenabbau sind während die aktuelleren Werte Grün/Blau ehr im Quadranten Schuldenaufbau und Wirtschaftsstagnation sind.
Die Verschiebung findet also tendenziell auch auf größeren Skalen als die gemittelten 5 Jahre statt. Tendenziell werden also mehr Schulden gemacht ohne dass es der Wirtschaft einen entsprechenden Aufschwung bringt.
Aber ich gebe dir recht, ein Blick in die Originalstudie ohne den Artikel wäre gut, um eine Erklärung für die Lila-Regression zu bekommen. Die Daten sollen aus einer breit angelegte Studie der Quants von Research Affiliates kommen, wurden aber scheinbar noch mit anderen Mitteln aufbereitet.
Interessant ist da auch diese Grafik hier:
umso höher die Staatsquote ist, also umso mehr der Staat sich in die Wirtschaft und das Leben der Menschen einmischt, desto geringer ist das Wirtschaftswachstum. Nicht generell, denn es gibt ausnahmen davon, aber tendenziell.
Und auch hier ist interessant, dass die Staaten mit der Zeit von sich aus ineffizient werden. Während die Staaten also in der Vergangenheit mit einer hohen Staatsquote noch ehr ein gutes Wirtschaftswachstum bringen konnten, so sind die Staaten heutzutage drastisch ineffizienter geworden.