Verkauf von BTC aus Coinjoin Transaktion

Man braucht sich ja nur mal die öffentliche Diskussion um BTC & Co ansehen. Da wird immer noch darauf verwiesen, dass BTC nur von Kriminellen verwendet und mit Statistiken um sich geworfen, die in ihre Argumentation passen. Das Fiatgeld in einem viel größeren Umfang für kriminelle Machenschaften genutzt wird, wird natürlich verschwiegen.

Dexit wird dir da nichts bringen. Wir in Deutschland sind da noch am rückständigsten. Da könnte man fast auf die Idee kommen, dass die EU innovativ ist im Vergleich zu uns ;)

Aber es nutzt nichts, sich darüber aufzuregen. Man kann nur sein Vorgehen anpassen…

Du kannst davon ausgehen, dass solche Debatten böswillig gezielt lanciert werden, von ein paar dummen Nachplapperern abgesehen.
Dies wird gezielt aufgemacht, um uns zu gängeln.

Doch Dexit würde etwas bringen. Sogar die Androhung davon schon.
Es geht nicht um Rückständigkeit, sondern um überbordende Bürokratie. Und die ist massiv aus Brüssel.

Genau. Deswegen verlasse ich das Land.

na klar, BTC zieht Geld aus dem etablierten System ab. Anstatt jetzt 0,5% Zinsen zu bekommen, haben die Menschen plötzlich die Möglichkeit 10% Zinsen zu erhalten mit geringem Risiko. Die Banken haben natürlich ein Problem damit und schicken ihre Soldaten vor.

Die Regulierung in der EU wäre ohne Deutschlands Zustimmung nicht möglich. Ganz im Gegenteil in vielen Dingen ist Deutschland der Treiber bzw. Vorreiter für die Regulierung. Manche der Dinge können wir als Anleger sogar begrüßen, z. B. dass Kundenvermögen separat von Vermögen der Börsen und Banken bewahrt werden muss.

Aber das Meiste ist großer Mist und da hat Deutschland die Vorreiterrolle. Vieles was Deutschland macht wird dann als Blaupause in Brüssel verwendet und umgesetzt.

Beispiele von Gemini:

  1. Geldwäschebekämpfung, Travel Rule & Unhosted Wallets

Deutschland hat internationale Geldwäsche-Vorgaben der FATF über die nationale Krypto-Kontotransfer-Verordnung (KryptoTbV) besonders früh und lückenlos umgesetzt:

  • Travel Rule: Krypto-Börsen und Dienstleister müssen bei Transaktionen die Identitätsdaten von Absender und Empfänger (Name, Adresse, Kontonummer/Wallet-Adresse) erheben und sicher an den empfangenden Dienstleister übermitteln – analog zum klassischen SWIFT-Bankzahlungsverkehr.

  • Unhosted / Self-Hosted Wallets: Überweist ein Nutzer Krypto von einer Börse auf eine private Wallet (z. B. Hardware-Wallet), verlangen die deutschen Regeln einen Inhaberschaftsnachweis (Proof of Ownership). Der Kunde muss nachweisen, dass ihm die Ziel-Adresse gehört (z. B. durch eine kryptografische Signatur), um anonyme Finanzflüsse zu unterbinden.

  • EU-Blaupause: Dieses Prinzip wurde nahezu eins zu eins in die europäische TFR (Transfer of Funds Regulation) übernommen, die parallel zu MiCA gilt.

  1. Institutionalisierung & Markteintritt traditioneller Banken

Deutschland wählte den Weg über das Kreditwesengesetz (KWG):

  • BaFin-Lizenzpflicht: Seit 2020 gilt das Kryptoverwahrgeschäft als eigenständige Finanzdienstleistung. Wer Krypto-Schlüssel für Dritte verwahrt oder den Handel anbietet, braucht eine explizite Genehmigung der BaFin mit strengen Eigenkapital- und Risikoauflagen.

  • Vorteil für etablierte Institute: Hohe regulatorische Hürden schreckten unseriöse Akteure ab, gaben aber traditionellen Banken (z. B. Commerzbank, DZ Bank, LBBW) die nötige Rechtssicherheit. Banken integrieren Krypto-Services nun direkt in ihr bestehendes Kernbankensystem für Firmen- und Institutionelle Kunden.

  • Fokus auf den B2B-Kapitalmarkt: Der deutsche Regulierungsansatz zielt primär darauf ab, den professionellen Kapitalmarkt zu digitalisieren – etwa für die Verwahrung von Spezialfonds, die Emission digitaler Unternehmensanleihen und die Abwicklung von Token-basierten Finanzinstrumenten.

Hier das Gegenbeispiel:

Mehrere deutsche Regulierungsvorstöße und nationale Sonderregeln wurden auf EU-Ebene von anderen Mitgliedstaaten (wie Tschechien, Portugal, Malta oder Luxemburg) blockiert, abgemildert oder zeitlich verschoben:

  • Das faktische Proof-of-Work-Verbot (Bitcoin-Verbot)

    • Deutsche Initiative: Vor allem deutsche Politiker im EU-Parlament drängten im Rahmen der MiCA-Verhandlungen darauf, Konsensmechanismen mit hohem Energieverbrauch (Proof-of-Work) stark einzuschränken oder zu verbieten.

    • EU-Ergebnis: Krypto-freundlichere Staaten und der EU-Rat verhinderten das Verbot. Stattdessen verlangt die EU von Krypto-Dienstleistern lediglich Offenlegungspflichten zur Umweltbilanz der gehandelten Coins.

  • Schwellenwerte für Unhosted / Self-Hosted Wallets

    • Deutschland (KryptoTbV): Deutschland verpflichtete Börsen über die Krypto-Kontotransfer-Verordnung früh dazu, Daten und Inhabernachweise (Proof-of-Ownership) für Transaktionen auf eigene Wallets praktisch ab dem ersten Cent einzuholen.

    • EU-Ergebnis (TFR): Im EU-Trilog setzten andere Staaten durch, dass der strikte Eigentumsnachweis (Proof-of-Ownership) für Transfers zwischen einer Börse und einer Self-Hosted Wallet erst ab einem Wert von 1.000 Euro verpflichtend greift.

  • Sofortige Regulierung von DeFi und NFTs

    • Deutschland: Die BaFin vertrat früh die Linie, auch dezentrale Finanzanwendungen (DeFi), Staking-Pools und Teile des NFT-Marktes unter bestehende deutsche Finanzlizenzpflichten zu fassen.

    • EU-Ergebnis: Auf EU-Ebene setzten sich Staaten durch, die Innovationen nicht ausbremsen wollten. Echte dezentrale Protokolle (ohne zentralen Intermediär) sowie einzigartige NFTs wurden vorerst vollständig aus dem Geltungsbereich der MiCA ausgeklammert und auf spätere Berichte verschoben.

  • Verkürzte Übergangsfristen („Grandfathering“)

    • Deutschland: Der deutsche Gesetzgeber nutzte den EU-Spielraum nicht aus und beendete die Übergangsfrist für Alt-Anbieter bereits zum 31. Dezember 2025.

    • EU-Ergebnis: Andere Länder (z. B. Frankreich, Luxemburg, Malta) setzten im EU-Rat durch, dass Mitgliedstaaten ihren Unternehmen die volle Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2026 gewähren dürfen, um Betriebsschließungen oder Lizenzstaus zu vermeiden.

  • Einschränkung des EU-„Passporting“

    • Deutschland: Deutschland forderte strengere Vorbehalte, um ausländischen Krypto-Anbietern den Zugang zum deutschen Markt zu erschweren, wenn deren Heimat-Aufsichtsbehörde (z. B. in Litauen oder Malta) als weniger streng gilt.

    • EU-Ergebnis: Das Prinzip des europäischen Passports blieb unangetastet. Eine MiCA-Lizenz aus einem beliebigen EU-Staat berechtigt Krypto-Firmen uneingeschränkt zur Dienstleistung in allen 27 Mitgliedstaaten.

Insofern sollten wir die Arbeit der EU nicht Schwarz/Weiß beurteilen. Ein Dexit hätte jedenfalls fatale Auswirkungen für uns, wenn wir bedenken dass wir über 50% unserer Waren in die EU verkaufen.

…oder nicht mehr verkaufen, weil sich nur noch große Konzerne an die Regularien halten können.

Nein, es würde ein prosperierendes Land, wenn all die Bürokratie abfiele. Und in andere Länder verkauft haben wir auch vor der EU. Davon abgesehen habe ich auch nichts gegen ein reines Wirtschaftsbündnis… sofern es bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit bliebe. Ansonsten ist Dezentralität/Subsidarität Trumpf.

Bürokratie hat auch gute Seiten. Das Problem an Deutschland ist, dass es keinen Unterschied macht ob man manche Dinge einfach hinnehmen muss (Shit happens), und der Bürokratie bei der wirklich Schutz notwendig ist. Und wenn Deutschland nun nicht der Vorreiter der Regulierung wäre, dann würde ich dir Recht geben. Dann wäre ein Dexit teilweise sinnvoll. Aber wir sind ja diejenigen die als erstes regulieren und dann auch noch am strengsten. Was würde ein Dexit in diesem Fall bringen, wenn dann auch noch die anderen Ländern nicht dagegen stimmen können?

Das reine Wirtschaftsbündnis musst du mit der EU verhandeln und nicht mit einzelnen Ländern. Und wie lange das dauern kann sieht man an vielen Beispielen. Und so verhasst wie Deutschland in der EU ist, gibt es nicht wenige die das in die Länge ziehen würden… Bei UK hats 45 Monate gedauert.

Dazu würde die Bürokratie höher werden, weil alles was aktuell durch die EU geklärt ist, dann durch Grenzbürokratie ersetzt werden würde (Zollanmeldungen, Gesundheits- & Sicherheitskontrollen)

Aber gut das Thema Dexit hat nichts mit der eigentlichen Diskussion zu tun ;)

wie bereits gesagt, geht das am Thema vorbei. daher back to topic ;)

Zu Punkt 1. Cash ist fungibel, solange es keine markierten Scheine sind. Bitcoin nicht

Zu Punkt 2. Wenn du die Coins wieder von der Börse weg transferierst hast du neue UTXOs mit einem Herkunftsnachweis von einer regulierten Börse und bist auf der sicheren Seite.

Du kannst doch deine Coins einfach per Lightning an Kraken überweisen, dann sehen die ja auch nicht mehr, dass diese in einem CoinJoin gemixt wurden.

:laughing:
Versuch das mal mit 10 BTC.

Legal ist der Verkauf gegen Bargeld erst mal, versteuert werden muss er trotzdem. Ich glaube nur, das Risiko wird an der falschen Stelle gesucht. Das Problem ist nicht die Übergabe. Das Problem ist der Tag danach. Bargeld muss irgendwann wieder nutzbar werden: Konto, Wohnung, Auto, Handwerker. Spätestens bei der Einzahlung fragt die Bank ab 10.000 Euro nach der Herkunft, und dann stehst du mit einem Umschlag da statt mit einer Historie. Vorher hattest du eine unangenehme Frage mit einer belegbaren Antwort. Danach hast du dieselbe Frage ohne jede Antwort. Deshalb funktioniert P2P gegen Bargeld bei kleinen Beträgen gut und hat das immer getan. Es skaliert nur nicht, und zwar genau da nicht, wo die Summen liegen, für die man den Nachweis überhaupt braucht. Und bei sechsstelligen Beträgen kommt die andere Frage dazu: wer kauft dir das in bar ab, und woher kommt dessen Geld. Das Risiko wandert dann einfach zu dir.

Garantiert gibt es nicht, aber dein Fall ist ungefähr der beste, den es gibt. Gefragt wird nicht immer, meistens nur bei größeren Summen oder einem Treffer im Screening. Der Haken: die Chain kennt kein „ist ja meine eigene Wallet“. Von außen sind das Abgänge an Unbekannt und Eingänge von Unbekannt. Nicht verdächtig, aber ungeklärt. Billigster Fix: eigene Adressen labeln und die Labels exportieren. Aus zwanzig unerklärten Transaktionen werden ein Satz und eine Liste.

Und wenn möglich dort verkaufen, wo du gekauft hast. Der Kaufbeleg liegt da schon.

Hey @Pavlina_CashoutReady, solltest Du tatsächlich hinter ChainComply stecken, scheint Ihr Euch an die Finanzindustrie zu wenden:

Bietet Ihr auch Produkte an, die Pro-Verbraucher sind? Also den Nachweiszwang nicht weiter fördern, sondern den Menschen die Freiheit ermöglichen, für die Bitcoin steht?

Das hänge ich mir übers Bett!

@Pavlina_CashoutReady vielen Dank für deine Beiträge!

Ja, das bin ich. Und ja, wir verkaufen an Banken und VASPs, das ist der größere Teil des Geschäfts. CashoutReady ist die Consumer-Seite davon. Um ehrlich zu bleiben: wir sind in der Nachweisbranche :) Ich werde hier nicht behaupten, dass wir den Nachweiszwang abschaffen. Den gibt es mit uns und ohne uns.

Was man beeinflussen kann, ist, ob man vorbereitet dasteht oder nicht. Und dafür braucht es nicht zwingend ein Produkt. Das meiste kann man selbst machen, deshalb steht es hier im Thread.

Was bedeutet „größere Summe“?

Ab 10.000€, ab einem ganzen Bitcoin… ?

Dann braucht man keine Nachweise und es kommen keine Fragen?

Habe ich das in den vorherigen Antworten hier richtig verstanden, dass wenn ich Coins an den Broker sende, der Broker nicht sofort prüft ob alles gut ist sondern erst wenn ich auf den Verkauf-Button drücke? Angenommen wir sind an einem ATH oder ich möchte schnell Geld haben, und erst beim Verkauf wird gesperrt und nach Nachweisen gefragt? Diese Situation lässt sich nicht vorweg klären und vermeiden?

Du musst die Mittelherkunft beim Einzahlen erklären, nicht erst beim Verkauf. Daher frühzeitig erledigen, damit der Check abgeschlossen ist, bevor ein ATH absehbar ist.

Hier ging es darum, dass die meisten Börsen einen Vorabcheck - vor dem Einzahlen - durchführen, sondern erst, wenn du die Mittel transferierst hast. Das ist aber mit dem Risiko des Totalverlusts verbunden, wie oben beschrieben.

Macht man das proaktiv von sich aus oder wird man dazu aufgefordert? Danke

Standard ohne Coinjoin: Am besten ist es

  1. Einzahlung ankündigen,
  2. fragen welche Unterlagen benötigt werden,
  3. Einzahlung vornehmen,
  4. Unterlagen hochladen

Schritt 3 und 4 können auch umkehrt sein

@Pavlina_CashoutReady führen Kryptobörsen einen neuen POF durch, wenn ich von Börse A zu Börse B BTC transferiere? Beide sind in der EU und haben eine MICAR Lizenz. Börse A hat POF geprüft. - Es würden höchstwahrscheinlich nicht die selben coins transferiert werden sondern welche aus einem Sammelkonto.