Um Lighning ist es ruhig geworden: Ein Blick auf die aktuelle Situation!

Ich habe Lightning lange nicht verwendet, da ich keinen Verwendungszweck hatte. Im Internet bezahle ich, wenn möglich, schon lange mit Bitcoin (VPN, E-Mail etc.). Nicht wegen der Privatsphäre o. Ä., sondern weil es möglich ist :slight_smile:

Seit SPAR jedoch die Möglichkeit eingeführt hat mit Lightning zu bezahlen, gehe ich regelmässig in diese Filialen und kaufe Lebensmittel etc. mit Lightning. Ich handhabe das so, wie @Roberto21 das beschrieben hat: Ich verwende die Lightning-Wallet wie ein Girokonto und lade sie wieder auf, sobald es nötig wird. So gebe ich keine Sats aus, die ich „sparen“ möchte, und habe auch kein schlechtes Gewissen wegen des Kurses. Es ist ähnlich wie beim DCA. Mal ist der Kurs höher als zum Zeitpunkt meines Kaufs, mal tiefer. Klar, längerfristig vermutlich höher. Interessant ist auch, dass SPAR als Bemerkung bei der Zahlung den Betrag in CHF angiebt (bspw. CHF 51.20). So sieht man dann später, wie sich der Kurs verändert hat. Da ich verschiedene Filialen besuche, erstaunt es mich, dass mir oft gesagt wird, ich sei der Erste oder Zweite, der damit bezahlen möchte.

Hier ist die Karte mit den SPAR-Filialen, die bereits Lightning akzeptieren (auf der Seite im unteren Bereich):

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Ich habe nicht verstanden, warum Du Bitcoin als teure Assetklasse ansiehst.

Ich betrachte Lightning ein bisschen als proof of concept. Damit wurde gezeigt dass es prinzipiell möglich ist die Limits von Bitcoin auszuweiten und blitzschnelle Transaktionen zu ermöglichen. Da Bitcoin sich aber erst als Wertspeicher entwickelt, ist die Nachfrage gering. Es kann bei Bedarf aber weiterentwickelt werden. Ob das dann wirklich überwiegend von Privatpersonen für alltägliche Zahlungen genutzt wird oder vielleicht doch in bestimmten Konstellationen von Banken und Institionellen wird die Zeit zeigen.

Ich weiß nicht, vielleicht wenn Bitcoin überall adoptiert wird, wollen Banken untereinander für bestimmte Anwendungsfälle sehr schnelle oder viele Bitcoin Transaktionen. Und dann können sie das mit wenigen Kanälen untereinander tun. Möglicherweise sind die Limits von Lightning selbst dann auch kein großes Problem weil die Zahlungskanäle direkt zwischen großen Geschäfts und Handelspartnern eingerichtet werden und nicht unbedingt durch das ganze Netzwerk geroutet werden müssen.

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Danke für den Link zu der Karte mit den Spar-Filialen. Dass es so viele sind, hab ich nicht gewußt. Das macht Hoffnung, dass es auf andere Länder übergreift und Bitcoin als Zahlungsmittel allmählich immer mehr angeboten wird.

Wenn du in der Schweiz wohnst, kannst dich an den Sparfilialen erfreuen. In anderen Ländern kennen die kein BTC, geschweige denn Lightning. Oder es gibt gar keine Sparfilialen mehr, wie in Deutschland. In der EU wird es eh schwierig mit anderen Währungen als Euro zu bezahlen. Da muss man mittlerweile wirklich Hardcore BTC Freak sein.

BTC ist bei 115k das ist nicht mehr billig. (Egal wie hoch es noch gehen kann) Viele werden zweimal überlegen ob sie einsteigen sollen oder es können. Alle reden von Bitcoin, nicht von möglichen 100’000 SAT. Gleichzeitig wird es für grösseren Investoren immer mehr zur Asset Zielscheibe.:bullseye:

Aber ja man kann auch sagen in 10 Jahren sind es 10 Millionen, was sind da ein Jahresgehalt.

Ich denke in der Schweiz sind auch die Rahmenbedingungen andere. Ich kann bspw. meine Lightning-Wallet auffüllen und die Sats sofort wieder ausgeben ohne einen Steuervorgang auszulösen. Ob sich das jedoch längerfristig durchsetzt, kann ich mir fast nicht vorstellen. Letztendlich macht es für mich keinen Unterschied, ob ich mit Lightning bezahle oder mit Karte. Mit Lightning habe ich am Ende sogar einen Mehraufwand (Kauf der Sats mit Überweisung vom Girokonto an Pocket) und damit zusätzliche Gebühren von 1.5 % für den Kauf der Sats.

Die Schweiz hat grad anderes zu tun. Stichwort 39% :confused:

Ich habe vor ca. 6 Monaten angefangen mich mit Lightning zu beschäftigen und betreibe (noch) eine Routing Node. Ich kaufe non-kyc BTC über Robosats, und dafür will ich unabhängig sein (keine non-custodial wallets).

Ich werde meine Node bald wieder schliessen, weil ich nun genug Erfahrung gesammelt habe. Das Problem: Du verdienst momentan einfach nicht genug Sats durch Routing, als dass es sich lohnen würde dafür eine 24/7 Node zu betreiben. Zumal - was viele nicht wissen - du beim Betreiben einer Node dein Geld verlieren kannst wenn es zum Hardwareschaden kommt (z.B. die SSD abraucht). Da steckt also auch Risiko drinnen.

Wenn das LNG Netzwerk nun schrumpft ist es denke ich genau aus diesen Umständen. Viele haben 2021 in der Pandemie aus Neugier angefangen eine Node zu betreiben, haben die Neugier befriedigt, und zurück bleibt nur die Arbeit die Node zu betreiben. Da einfach zu wenig Geld mit Routing verdient werden kann weil die Nachfrage nicht hoch genug ist, baut man die Node wieder ab. Das ist soweit auch nicht falsch, ist eine Sache von Angebot/Nachfrage. Zumal wie schon im Thread genannt wurde, der Mempool nicht übervoll ist und Onchain Transaktionen günstig sind.

Je mehr FIAT Geld Bitcoin aufgesaugt hat, desto weniger stark steigt er an, weil die Geldmenge nicht mehr so stark inflationiert werden kann. Wenn wir irgendwann nur noch Bitcoin nutzen, ist der deflationäre Effekt nur noch durch den Produktivitätszugewinn spürbar. Heisst, Preise für Güter und Dienstleistungen fallen zwar, aber nur dadurch, dass die Menschheit effizienzgewinn erlangt. Hinzu kommt, dass wir ja dann nicht mehr in FIAT Geld messen und es für uns ganz normal ist, dass Güter immer günstiger werden, also konsumiert man trotzem aber Nachhaltiger.

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Es ist Spottbillig! Aber nicht jeder kann sich einen ganzen leisten, muss ja aber zum Glück auch nicht sein :smiley:

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Bitcoin als alleiniges Zahlungsmittel wird entweder in die Tyrannei führen oder in den Kommunismus.

Wenn wir Deflation haben, werden wir bei der bestehenden kapitalistisch geprägten Geisteshaltung entweder in Masse alle verarmen und massive soziale Verwerfungen erleben (Hungersnöte, Massenarbeitslosigkeit, Revolten, Bürgerkriege usw.) oder die Geisteshaltung ändert sich und wir werden eine Art bedarfsorientierte Wirtschaft etablieren.

Die steht aber im Widerspruch zum Libertarismus und Kapitalismus, deren Kennzahl ja Profitstreben ist. Profite, also Wachstum, kann es aber mit einem deflationären Geld eben nicht geben.

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Habe ich das richtig verstanden: Du hast eine Fullnode eingerichtet und einen LN-Channel eröffnet, um ein paar Sats zu verdienen?

Du hast die Fullnode nicht eingerichtet, um das Netzwerk zu unterstützen?

Das bedeutet, dass es für jemanden wie mich, der nicht so tief in der Materie steckt, keine wirklichen Gründe gibt, einen LN-Channel zu eröffnen, es sei denn, man ist bereit, eine größere Menge an Sats zu investieren.

Hast du schon einmal erlebt, dass es zu einem Hardware-Schaden gekommen ist?

Entschuldige bitte meine Fragen, ich bin schon etwas älter. :grinning_face_with_smiling_eyes:

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Jaein, natürlich habe ich die Fullnode eingerichtet um etwas zu lernen und wie gesagt auch um non-kyc BTC zu kaufen. Das Netzwerk unterstützen ist natürlich eine gute altruistische Motivation, aber du kannst bei LNG ja an den Fees und deinen Routingevents sehen, wie sehr du „unterstützt“. Wenn kaum Transaktionen geroutet werden, bzw. du deine Fees soweit senken musst das überhaupt etwas geroutet wird, ist das ein Anzeichen von Überkapazität im Netz. Das heisst, du kannst deine Node auch dicht machen ohne dass es dem Netz groß einen Schaden zufügt.

Nein einen Hardwareschaden hatte ich bei der Node nicht, aber als erfahrener Linuxadmin hab ich schon viele Festplatten und SSDs sterben sehen - das ist etwas das früher oder später garantiert passiert. Und wenn du einen 5-stelligen Eurobetrag in deinen Channels hast, willst du nicht erst hinterher bemerken dass dein Geld weg ist. Ich meine das Risiko ist gering, ich habe einen vollen Satz an static channel backups (SCB) und neue Channels zu mir können nicht eröffnet werden. Aber jeder sollte wissen, dass mit den SCBs bei nem Hardwareschaden dein Geld nur dann gerettet werden kann, wenn dein Channelpartner kooperativ ist (cooperative close). Ist dein Channelpartner offline, kommst du nicht an dein Geld. Deswegen habe ich in der Vergangenheit channels zu unzuverlässigen Nodes geschlossen - inzwischen habe ich genug Channels sodass ich incoming Channels blocke. Was auch daran liegt, das man ja genau zu dem Zeitpunkt eines neuen Incoming Channels ein SCB machen muss - sonst kommst im Fall eines Hardwareschadens gar nicht an deine Kohle.

Zu dem Thema „Das Netzwerk unterstützen“ sei angemerkt dass LNG anders als BTC funktioniert. Wenn du eine Node betreibst, aber deine Liquidity nichtausreichend balanciert ist, behinderst du das Netz eher als zu helfen. Weil du viele Anfragen bekommst, diese dann aber letztlich nicht geroutet werden können. Zumal ich denke dass diejenigen Noderunner die die Arbeit machen und gutes Liquiditymanagement betreiben, auch an den Routinggebühren verdienen sollen.

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Mit einem LN Node Chanel verdient man nicht. Am besten verifiziert man auch seine Transaktionen darauf selber, dann erst ist die Dezentralität gelebt. Aber hier spricht ein Node Depp, der keine Lust hat seine Broken Chain wieder auf Vordermann/Frau zu bringen. Warte auf den Winter :snowflake: wenn es düster ist.

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Nun ja, es geht ja auch nicht von Heute auf Morgen sondern ist ein Prozess, der nur so schnell voranschreitet wie die Menschen es verstehen. Also wahrscheinlich Organisch genauso schnell wie es gehen muss.

Warum sollte es Profitstreben in einem Deflationären System nicht geben. Inwiefern schliesst es sich gegenseitig aus Profit zu machen und trotzdem Sozial zu sein? In solch einem System in dem meine Kaufkraft viel mehr Wert ist als heute, kann ich als Konsument viel mehr genau dadurch lenken.

Produzenten MÜSSEN vielleicht sozial sein, um mehr Profit zu machen, da die Menschen Ihnen sonst vielleicht kein Geld geben, sondern der anderen Firma, die sozialer ist. Und sie können nicht so einfach durch Kredite überleben die sie ad infinitum abschliessen können, dass das Geld indem sie die Kredite tilgen auf dauer eh entwertet.

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Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung! Der Grund, warum ich diesen Thread gestartet habe, ist genau das, was ich meine. Ich betreibe auch eine Fullnode auf einem Raspberry Pi mit Raspibold (Linux-Nutzer mit Debian seit 15 Jahren) und habe seit einigen Jahren Lightning Network (LN) am Laufen. Bis heute habe ich jedoch noch keinen Channel eröffnet, kann die auch nicht sagen warum. Die Meinungen dazu gehen stark auseinander: Der eine empfiehlt, sofort einen Channel zu öffnen, während der andere rät, den Channel zu schließen. :wink:

Wenn du eine Lightning Node betreibst die keine Channels hast, ist das sinnfrei und du unterstützt das Netzwerk überhaupt nicht, im Gegenteil. Deine Node sendet announces an das Netzwerk, und andere Nodes speichern deine Nodedaten - überprüfen dann aber von Zeit zu Zeit eine Channels und sehen dass du nutzlos bist (du kannst ja keine Zahlungen erhalten oder senden). Daraufhin schmeissen die dich wieder aus ihrer Datenbank. Nach einiger Zeit kommt wieder ein announce und das Spiel wiederholt sich. Du erzeugst damit nur unnötig Traffic ohne jeglichen Nutzen für das Netzwerk.

Lightning funktioniert anders als BTC. Eine BTC Node zu betreiben ist immer hilfreich für das Netzwerk weil du durch dein Forwarding zur Robustheit des Netzes beiträgst. Bei Lightningnodes ohne einen einzigen Channel ist das Gegenteil der Fall, du erzeugst Traffic ohne das jemals irgend eine Zahlung über dich abgewickelt wird oder du eine senden/empfangen kannst. Dein einziger Beitrag ist das Forwarding des Gossips, was nur bedingt hilfreich ist.

NACHTRAG: Gerade die KI befragt, tatsächlich ist es so dass du als Node ohne einen einzigen channel sogar vom Gossip ausgeschlossen wirst. D.h. keine andere Node nimmt gossip announces entgegen, das ist ein Spamschutz damit Nodes ohne „skin in the game“, also ohne hinterlegte BTC, nicht am Netzwerk teilnehmen. D.h. wer keine Channels an seiner Node hat, kann seine Node gleich dicht machen weil sowieso niemand deine Nachrichten entgegennimmt.

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Weil Profit Wachstum bedeutet. Profit bedeutet ja mehr rauszubekommen als man reingesteckt hat.

Um mehr rauszubekommen gibt es eben „nur“ ein paar Stellschrauben. Preise oder Löhne z.B.

Wenn du schon ein deflationäres Geld hast und eine Grundkaufzurückhaltung, wird man die Löhne senken, weil man ja Profit haben will. Sinkende Löhne führen zu noch mehr Kaufzurückhaltung…

Deflationsspirale nennt sich das.


Ich sagte ja nicht, dass es kein Profitstreben mehr gibt. Ich sagte, wenn diese Geisteshaltung beibehalten wird mit einem deflationären Geld, dann führt das zu massiven Verwerfungen und in die Tyrannei oder in eine bedarfsorientierte Wirtschaft ohne Profitstreben.

Was da wahrscheinlicher ist kannst du dir selber denken.

Ich glaube, dass Tatsächlich Löhne jährlich nach unten angepasst werden könnten. Was aber nicht schlimm ist, da die Kaufkraft ja steigt.

Damit die Leute doch noch mehr kaufen, müssen Unternehmen Innovativ sein. Heute braucht man das nicht so sehr.