Was haltet ihr von dem Ansatz, bei einer solchen Online Wahl, einen kleinen Test vorzuschalten, der grundlegende motorische und kognitive Mindeststandards abprüft? Z.B. die vier Grundrechenarten und geometrische Formen. Das würde ggf. die Wählergruppe einschränken auf die Leute, die einen politischen Willen selbst kund tun können. Auch Vormundschaft beim Ausfüllen würde ggf. eingeschränkt werden. Dieser Test ließe sich beliebig verkomplizieren und weiter ausbauen, aber es sollten möglichst viele Menschen als Wähler erhalten bleiben.
krass. okay, das ist ja schlimmer als ich dachte. ich habe mich mit dem Thema Wahlen und Bitcoin auch schon einige Zeit beschäftigt und habe auch noch einige Ideen. Digitale Wahlen mit Hilfe der Kryptographie sollten schon längst Standard sein. Überall gibt es leute die dem aktuellen System nicht trauen. Nicht nur hier sondern auch in anderen Ländern. Hab heute auch nicht viel Zeit, aber ich finde man kann die Bitcoin Blockchain sicherlich miteinbeziehen und zwar folgendermaßen:
Hier haben schon einige gesagt, dass die Transaktionszahl nicht ausreicht auf der Blockchain, wenn man sagt 1 Transaktion = 1 Stimme. Ich finde aber, dass man die Stimmen sammeln kann, in einem Dokument veröffentlicht, dieses Dokument hasht und den hash auf der Blockchain veröffentlichen kann. So könnte jeder überprüfen, wo seine Stimme gelandet ist. Natürlich muss das pseodomisiert werden, damit niemand die Stimmen der anderen zuordnen kann, aber man seine eigene Stimme definitv wiederfindet.
wir haben in diesem Forum schon mal irgendwo eine Diskussion geahbt zu Wahlen auf der Blockchain und ich finde das Thema geanz besonders wichtig. Ich bin mir sicher, dass es eine Lösung gibt, die dezentral ist, die jeder versteht, die jeder überprüfen kann. Man muss sich lediglich dransetzen und brainstormen bis es fertig ist. Es gab eine zeit, da wollte ich selbst an so einem Projekt arbeiten, aber ich wollte es nicht alleine machen.
Das ist natürlich Blödsinn wenn das so gemacht wird.
Auszählergebnise aus jedem Wahllokal sollten von den Wahlhelfern dort am besten direkt Öffentlich weitergeben werden über sowas wie Nostr
Ja, danach habe ich für mich die Entscheidung getroffen, nicht mehr Wahlhelfer zu sein. Der Bürgermeister und sein Stellvertreter können in dieser Gemeinde bei der Übergabe manipulieren, anderswo wird es auch so laufen. Soweit ich mich recht entsinne werden die Ergebnisse digital von den beiden durchgegeben.
Über Hashes an den richtigen Stellen zu arbeiten erleichtert sicher auch die Pseudonymisierung. Wie gesagt, ich kann eher mit Ideen helfen als mit Code. Aber wir sind hier genügend kluge Köpfe um so ein Projekt testweise für eine Gemeinde zu realisieren. Demokratie leben, könnte man sagen ;-).
Wie kriegen wir das Wählerverzeichnis öffentlich genug, das man es pseudonomisiert abfragen kann oder das man zumindest die Gesamtzahlen bekommt?
für den Anfang braucht man das nicht. es reicht zu zeigen, dass eine ID oder eine lange Nummer, die einer ID entspricht im Wahlprogramm seine Arbeit erledigen kann. Wenn es mit einer ID geht, skaliert man es hoch auf mehrere Tausend etc. und wenn es dann immernoch funktioniert und man alle potentiellen Schwachstellen ausgemerzt hat, dann muss man die Politiker überzeugen. Irgendwie muss das Einwohnermeldeamt oder eine andere Stelle dafür verantwortlich gemacht werden, dass lediglich berechtigte Wähler so eine Nummer/ID bekommen, aber wie gesagt, das wäre eh der letzte Schritt. Erst muss man ein funktionierendes Programm erschaffen. Der Rest ist Überzeugungskraft und Politik. Wahrscheinlich muss man dann auch mit mehreren sprechen, weil die meisten Politiker nur Bahnhof verstehen werden, wenn wir denen mit Kryptographie und Mathematik kommen. Wie man sieht, sind nicht alle Politiker in unserem Land die hellsten Kerzen. Gerade in den oberen Rigen. Zur Not gründet man eine eigene Bewegung.
Ich habe mal ein bisschen mit den Ideen aus dem Thread hier und Dr. Google und Mermaid ein paar Strukturen und Übersichten gebastelt.
Über Nostr / Dezentrale Ergebnismeldung:
Über Blind Signatures / „geblendete“ Signaturen (RSA) als Beispiel, um ein pseudonomisiertes Verzeichnis zu bekommen
Zum Verständnis eine Metapher
Das analoge Prinzip
- Vorbereitung: Du schreibst deine geheime Wahl-ID auf einen Zettel.
- Das „Blenden“: Du legst diesen Zettel zusammen mit einem Stück Karbonpapier in einen Briefumschlag und klebst ihn zu.
- Die Signatur: Du gehst zum Amt. Das Amt prüft deinen Ausweis. Wenn alles passt, unterschreibt das Amt außen auf dem geschlossenen Umschlag. Durch das Karbonpapier überträgt sich die Unterschrift auf deine geheime ID im Inneren.
- Das Entblenden: Du gehst nach Hause, öffnest den Umschlag und nimmst die ID heraus. Sie hat nun die offizielle Unterschrift des Amtes, aber das Amt hat die ID selbst nie gesehen.
- Die Wahl: Bei der digitalen Wahl wirfst du nur die ID + Unterschrift in die Wahlurne. Das System prüft die Unterschrift des Amtes. Sie ist gültig, aber niemand kann die ID mit deinem echten Namen verknüpfen.
:-D :-D verflixt, was heißt „Blind Signature“ nochmal auf deutsch? Sicher nicht „geblendet“ :-D aber ihr wisst, was gemeint ist.
Also gerade wenn es dezentral und Open Source ist, was gegen sein sollte, kann es auch nur durch Überzeugung der Teilnehmer laufen.
Ob es immer weiter expandiert weil weniger der Politik vertrauen oder irrelevant wird, kann sich dann zeigen. Soweit ich es einschätze kann das Programm erstmal beweisen, dass es Wahlen auf der Blockchain ermöglich und dann verbreitet werden, damit immer mehr Teilnehmer da sind, die dem Tragfähigkeit verleihen.
Spätestens wenn dann die Wahlbeteilung bei Wahlen extrem niedrig sein sollte und beim Programm evtl. sogar höher, kann das Volk über die Implementierung des Wechsels der Letztenscheidung nachdenken.
Greift das nicht zu kurz?
Also es klingt zwar gut, dass hier der Spezialfall des Bürgermeisters der die Stimmen manipuliert abgedeckt wird.
Was ich noch interessant fände, wäre direkt den Mittelsmann des Politikers zu überbrücken.
Also das die Bürger direkt bei jeder Abstimmung des Parlaments mitmachen können und neben dem Effekt zu sehen was wirklich abgestimmt wird einen Vergleich zu bekommen was man selbst abgestimmt hätte und was der ernannte Vertreter abgestimmt hat.
Anonymisierte / Blinde Unterschrift
Ist auf jeden Fall schonmal eine gute Strategie von Ausweisen zu IDs zu kommen.
Evtl. wäre die Übergangsphase mit Hinterlegung von Pfand auf Multi Sig gut, solange der Staat die neue Demokratieform nicht akzeptiert. Sobald der Pfand durch z. B. genug Teilnehmer pro Dienstleister gering genug ist, dass fast jeder wählen kann, könnte hier der Ausweis und die Geburtsurkunde auf die neue Demokratie übertragen werden.
Dann wäre auch ein Übergang von Status Quo bis hin zu hochfrequenten kryptographischen Abstimmungen die Parlamentarier ersetzen möglich.
Also dann müsste es natürlich einen guten Anreiz geben paralell zu den „offiziellen“ Wahlen des bisherigen Systems das neue System zu nutzen.
Ei jo. Basteln wir doch mal nebenbei am Wochenende ein ganz neues demokratisches System, ich versuch mich mal an einer Darstellung.
„Kryptographischer Föderalismus“ (Liquid Democracy)
Ich habe festgestellt, das sich die Google KI schon ihre eigenen Gedanken gemacht hat und bestens über die Probleme unserer westlichen Demokratien Bescheid zu wissen scheint.
Das Ziel ist ein System, in dem jeder Bürger direkt abstimmen kann, aber nicht muss (da niemand die Zeit hat, monatlich über 50 hochkomplexe Gesetze zu entscheiden). Dafür nutzen wir ein dynamisches Delegationsprinzip.
Die 3 Säulen des neuen Systems:
Direktes Stimmrecht (Default): Jeder Bürger besitzt eine Stimme pro Vorlage. Er kann sich zu jedem Gesetz online einloggen, den Text lesen und direkt mit „Ja/Nein/Enthaltung“ stimmen.
Flüssige Delegation (Liquid Delegation): Wenn ein Bürger keine Zeit oder Expertise hat (z. B. bei der „Netzwerk-Infrastrukturverordnung“), kann er seine Stimme temporär an einen Experten seines Vertrauens delegieren.
Jederzeitiger Entzug: Diese Delegation ist nicht für 4 Jahre fest. Wenn der Experte sich korrumpieren lässt oder gegen das Bürgerinteresse stimmt, zieht der Bürger seine Stimme mit einem Klick sofort (oder sogar automatisiert per Smart Contract) wieder ab.
1. Identität & Datenschutz (Die Ausweis-Schicht)
Die Meldebehörde stellt einmalig eine anonymisierte ID via Blind Signatures aus. Der Bürger generiert daraus ein Nostr-Schlüsselpaar (npub/nsec). Dieses Schlüsselpaar ist seine permanente, pseudonyme Identität für das politische Leben.
2. Debatte & Transparenz (Die Diskussions-Schicht)
Die gesamte politische Debatte findet auf Nostr statt (einem zensurresistenten, dezentralen Protokoll). Es gibt keine zentrale Plattform, die kritische Stimmen löschen oder Algorithmen manipulieren kann.
Experten bauen sich Reputation auf Nostr durch logisch / mathematisch nachvollziehbare Argumente auf, um Delegationen von Bürgern zu erhalten.
3. Der Abstimmungs-Kern (Die Ledger-Schicht)
Statt einer Blockchain mit eigenen, inflationären Token (wie bei vielen Krypto-Projekten) nutzt man Zeitstempel-Ketten (Timelock Encryption & Merkle-Trees).
Wöchentlich oder monatlich werden alle abgegebenen Stimmen (verschlüsselt und anonymisiert) zu einem Merkle-Tree zusammengefasst und unveränderbar in die Bitcoin-Blockchain eingebrannt. Niemand kann Stimmen im Nachhinein fälschen oder verschwinden lassen.
Der „Populismus- und Sybil-Angriff“
Wenn Politiker wegfallen, wandert die Macht zu denjenigen, die am besten Reichweite generieren können (Influencer).
Das Risiko: Ein charismatischer Redner könnte Millionen Stimmen auf sich vereinen und innerhalb von Stunden radikale Gesetze durchdrücken.
Die krypto-ökonomische Lösung: Quadratic Voting (Quadratisches Wählen). Je mehr Stimmen du für ein einziges Thema aufwendest (oder je mehr Delegationen du bündelst), desto teurer wird es mathematisch. 1 Stimme = 1 Krediteffekt. 2 Stimmen = 4 Krediteffekte. 10 Stimmen = 100 Krediteffekte. Das schützt Minderheiten und verhindert, dass eine kleine Gruppe von „Stimmen-Walen“ (Influencern) das gesamte System dominiert.
Dieses Konzept würde Politiker überflüssig machen und durch reine Sacharbeit ersetzen. Die drei Kernprobleme jeder direkten Demokratie sind jedoch: Machtkonzentration (Delegations-Risiko), Tyrannei der Mehrheit (Schutz der Grundrechte) und Wähler-Beeinflussung (Populismus).
Dazu folgende Ideen:
Dynamische Delegation & Sofortiger Entzug (Nostr-Ebene)
Das größte Problem klassischer Wahlen ist der „Blankoscheck“ für 4 Jahre. In der Liquiden Demokratie delegierst du deine Stimme für ein bestimmtes Fachgebiet (z. B. Finanzen) an einen Experten. Missbraucht dieser das Vertrauen, entziehst du die Stimme in Echtzeit.
Technisch wird dies über Nostr-Events gelöst. Der Experte kann nur abstimmen, wenn er ein kryptographisch gültiges Kette von Signaturen vorweisen kann.
Quadratisches Wählen (Quadratic Voting) gegen Populismus
Wenn man Stimmen einfach so delegieren kann, würden populistische Influencer Millionen Stimmen sammeln und das System dominieren. Um das zu verhindern, nutzen wir Quadratic Voting (QV).
Das Prinzip: Jeder Bürger erhält pro Jahr ein Budget an „Stimm-Credits“ (z. B. 100 Credits).
Die Mathematik: Die Kosten für die Stimmgewalt bei einer Abstimmung steigen quadratisch (Credits = Stimmen²).
Gewünschte Stimmgewalt Kosten in Credits Logik
1 Stimme 1 Credit Sehr günstig, ideal für Alltagsthemen
2 Stimmen 4 Credits Man muss Prioritäten setzen
3 Stimmen 9 Credits Thema ist einem persönlich wichtig
5 Stimmen 25 Credits Starker Fokus auf ein Kerninteresse
10 Stimmen 100 Credits Gesamtes Jahresbudget für ein einziges Gesetz
Der Schutz-Effekt: Ein Experte, der 10.000 Einzelstimmen von Bürgern sammelt, kann diese nicht als „10.000 harte Stimmen“ auf ein einziges Gesetz werfen, um Minderheiten zu überstimmen. Die mathematische Dämpfung zwingt zur Mäßigung und sorgt dafür, dass leidenschaftliche Minderheiten (denen ein Thema extrem wichtig ist) gegen eine indifferente Mehrheit (die nur 1 Basis-Stimme abgibt) gewinnen können.
Der Verfassungsschutz (Kryptographische Grundrechte)
Das größte Risiko der reinen Demagogie ist, dass 51 % der Bevölkerung beschließen, den restlichen 49 % ihr Eigentum oder ihre Grundrechte wegzunehmen. In unserem System ist die Verfassung kein bedrucktes Papier, sondern ein kryptographisches Regelwerk.
Um das Fundament der Gesellschaft zu schützen, implementieren wir ein zweistufiges System aus Mehrheits-Schwellen und Zeitsperren (Timelocks), verankert auf der Bitcoin-Blockchain.
Die Kaskaden-Sicherung für Gesetze
Bitcoin CLTV (CheckLockTimeVerify): Wenn eine fundamentale Änderung vorgeschlagen wird, kann der Wahlserver diese technisch nicht sofort aktivieren. Der Code, der das Gesetz gültig macht, ist mit einem Bitcoin-basierten Timelock (z. B. 26.000 Blöcke ≈ 6 Monate) versehen.
Die Notbremse: Während dieser 6 Monate hat die Bevölkerung Zeit, den Betrug zu erkennen, die Delegationen massenhaft abzuziehen und ein automatisiertes Gegen-Veto einzuleiten, das den Vorschlag vor Ablauf der Frist mathematisch vernichtet.
Dieses System benötigt keine Berufspolitiker mehr, die in Talkshows sitzen. Es benötigt stattdessen Sachexperten, die präzise Gesetzesentwürfe schreiben, und Bürger, die über Nostr die Qualität dieser Entwürfe debattieren. Die Bitcoin-Blockchain dient als unbestechlicher Schiedsrichter, der dafür sorgt, dass keine Stimme nachträglich verändert, gelöscht oder gefälscht werden kann.
Cooool, oder? ![]()
Ein konkretes Beispiel mit dieser Architektur
Die Einführung einer neuen lokalen Umwelt- und Infrastrukturabgabe für Fahrzeuge in der Beispiel-Gemeinde „Bitdorf“
In unserem System gibt es keinen Stadtrat und keinen Bürgermeister, die das einfach hinter verschlossenen Türen beschließen. Der gesamte Prozess läuft dezentral und kryptographisch abgesichert über das Volk ab.
Phase 1: Die Initiative (Woche 1)
Ein Bürger-Bündnis aus Bitdorf möchte, dass schwere SUVs eine höhere Parkgebühr zahlen, um damit den Ausbau von Fahrradwegen zu finanzieren.
- Erstellung des Entwurfs: Das Bündnis schreibt den Gesetzes- bzw. Satzungstext als Markdown-Dokument.
- Publikation auf Nostr: Sie veröffentlichen den Entwurf über ein spezielles Nostr-Wahl-Event (Typ 1984). Das Dokument enthält einen eindeutigen Hash.
- Die Unterschriften-Sammlung (Digital): Damit es überhaupt zur Abstimmung kommt, müssen 5 % der Bürger den Entwurf digital signieren. Bürger nutzen ihre anonymen, blind-signierten Krypto-IDs, um ihre Zustimmung für das Quorum auf Nostr zu bekunden. Innerhalb von 48 Stunden ist das Quorum erreicht.
Phase 2: Die Delegations- & Debattenphase (Woche 2–3)
Das Thema ist komplex. Nicht jeder Bürger weiß, wie viel Infrastruktur ein SUV abnutzt oder wie viel ein Fahrradweg kostet. Die Diskussion brennt auf Nostr.
- Bürger Anton hat keine Zeit, sich einzulesen. Er weiß aber, dass Expertin Clara Verkehrsingenieurin ist und vertritt dieselben Werte wie er. Anton öffnet seine Wahl-App und delegiert seine Stimm-Credits für die Sparte „Infrastruktur & Umwelt“ an Claras Nostr-Public-Key.
- Bürger Bruno ist leidenschaftlicher Autofahrer. Er delegiert seine Stimmen an den Aktivisten Dieter, der gegen die Abgabe argumentiert.
- Clara und Dieter debattieren öffentlich auf Nostr. Jeder kann ihre Argumente, Daten und Berechnungen einsehen.
Phase 3: Die Abstimmung mit Quadratic Voting (Woche 4)
Die Wahlphase wird für 72 Stunden geöffnet. Die Stimmabgabe erfolgt völlig anonym über das zuvor besprochene Blind Signature-Verfahren.
- Expertin Clara stimmt mit JA. Sie hat durch Delegationen (wie die von Anton) insgesamt 100 Stimm-Credits angehäuft. Da das System Quadratic Voting nutzt, berechnet der Wahlserver ihre reale Stimmgewalt: Quadratwurzel(100 Credits)=10 harte Stimmen für JA
- Aktivist Dieter stimmt mit NEIN. Er hat 400 Credits gesammelt. Seine Stimmgewalt beträgt:Quadratwurzel(400Credits)=20harteStimmen für NEIN
- Bürgerin Elena hat ihre Stimme an niemanden delegiert. Ihr ist das Thema extrem wichtig, weil sie direkt an der Hauptstraße wohnt. Sie setzt ihr gesamtes persönliches Jahresbudget von 100 Credits ein, um direkt mit JA zu stimmen. Ihre Stimmgewalt:Quadratwurzel(100Credits)=10harteStimmen für JA
Also ein Patt. Diesel Dieter hat ein Patt erzeugt ;-).
Das Patt-Szenario: Was passiert bei einem krypto-demokratischen Gleichstand?
Wenn es keine Politiker gibt, die einen Kompromiss hinter verschlossenen Türen aushandeln, greift das kryptographische Protokoll
- Ablehnung durch Status-Quo-Prinzip: Im klassischen Verfassungsrecht gilt bei einem Patt ein Antrag als abgelehnt, da keine klare Mehrheit für eine Veränderung des bestehenden Zustands vorliegt. Die SUV-Abgabe wäre in dieser Woche also erst einmal gescheitert.
- Die automatische Nachverhandlungs-Phase: Das Protokoll triggert automatisch ein neues Nostr-Wahl-Event mit einer Veto- und Anpassungsfrist.
- Der Kompromiss auf Code-Ebene: Clara und Dieter sehen, dass die Gemeinde exakt gespalten ist. Sie setzen sich (digital auf Nostr) zusammen und passen das Markdown-Gesetz an: SUVs zahlen nicht die volle Gebühr, sondern nur die Hälfte, Fahrradwege werden nur zum Teil ausgebaut.
- Die finale Stichwahl: Der angepasste Entwurf wird mit einem neuen Hash versehen und geht eine Woche später automatisch in eine verkürzte Stichwahl.
Durch diesen Mechanismus zwingt das mathematische System die verfeindeten Lager zu echten, inhaltlichen Kompromissen, statt dass eine knappe 51%-Mehrheit die anderen 49% einfach rücksichtslos überrollt.
Phase 4: Die Verankerung auf der Bitcoin-Blockchain (Wahlende)
Die 72 Stunden sind vorbei. Der Wahlserver schließt die digitale Wahlurne.
Phase 5: Unabhängige Verifikation durch die Bürger
Sobald das Ergebnis auf Nostr publiziert ist, öffnen die Bürger Anton, Bruno und Elena ihre Apps zur Überprüfung:
- Antons App prüft automatisch: Hat Expertin Clara wirklich mit JA gestimmt, als sie Antons Kredite hatte? Ergebnis: Ja, die Signaturkette auf Nostr stimmt.
- Elenas App lädt den Merkle-Pfad für ihre anonyme ID herunter. Die App berechnet den Hash lokal und gleicht ihn mit dem unbestechlichen Block #945.122 der Bitcoin-Blockchain ab. Ergebnis: Match. Elena weiß nun mathematisch bewiesen, dass ihre 5 harten JA-Stimmen exakt so in das Gesamtergebnis eingeflossen sind.
Das Gesetz ist angenommen. Da es sich um eine lokale Abgabe (Kategorie 1) handelt, tritt sie nach einer eingebauten Software-Zeitsperre von 7 Tagen automatisch in Kraft. Kein Bürgermeister musste unterschreiben, keiner im Rathaus schummeln.
Der Kauf von Identitäten / Sybil-Angriff (Sybil Attack) wäre ein Problem für eine solche Demokratie
Ein reicher Akteur könnte versuchen, Bürgern ihre geheimen Wahl-IDs abzukaufen, um Abstimmungen zu manipulieren.
Um dieses Szenario zu verhindern, reicht es nicht, den Kauf von IDs einfach unter Strafe zu stellen. Das System muss so designt sein, dass der Kauf von Identitäten technisch unmöglich oder wirtschaftlich ruinös für den Angreifer wird.
- Identitäten werden nicht rein digital erzeugt. Wie in der ersten Phase besprochen, erfolgt die Ausgabe der IDs über die lokale Meldebehörde, gekoppelt an biometrische Merkmale oder den physischen Personalausweis.
- Man kann keine „Botnetze“ aus Fake-Identitäten erstellen. Jede ID entspricht einem echten Menschen aus Fleisch und Blut in der Gemeinde.
- wenn der Schlüssel derselbe ist, mit dem man auf Konto, Behörden, etc. zugreift gibt es einen Abschreckungseffekt
Und / Oder:
- Ein Bürger kann seine ID verkaufen. Der Angreifer stimmt mit dieser ID um 12:00 Uhr mit NEIN.
- Der Bürger kann sich jedoch um 15:00 Uhr mit einem neuen, frisch generierten (aber mathematisch verknüpften) Schlüssel einloggen und seine Stimme auf JA ändern. Das System zählt nur die letzte abgegebene Stimme vor Wahlschluss.
- Das Ergebnis: Der Angreifer kann sich niemals sicher sein, ob die gekauften Stimmen am Ende wirklich für ihn zählen. Der Kauf von Identitäten wird zu einer massiven Geldverbrennung ohne Erfolgsgarantie.
Ja und den Wahlserver können wir dezentral aufbauen. Ein zentraler Wahlserver könnte von Regierungen abgeschaltet, von ausländischen Geheimdiensten gehackt oder von böswilligen Administratoren manipuliert werden.
Um das zu verhindern, darf der Wahlserver keine klassische, zentrale Cloud-Instanz sein. Wir konzipieren ihn stattdessen mit Nostr.
- Der Wahlserver speichert keine Zuordnung von Wähler zu Stimme. Er ist rein funktional (zustandslos). Wenn eine anonyme ID
(m, s)über das dezentrale Nostr-Protokoll eingeht, validiert der Knoten lediglich die mathematische Signaturs. Ist sie gültig, wirft er den Hash sofort in den aktuellen lokalen Merkle-Tree und vergisst die Herkunft. Ein gehackter Server liefert dem Angreifer keinerlei sensible Daten. - Die Wähler senden ihre Stimmen nicht direkt an eine Server-IP, sondern publizieren sie als verschlüsselte, standardisierte Nostr-Events in ein weltweites, dezentrales Relay-Netzwerk.
Dadurch können zentralen Angriffen und DDOS-Attacken zu Wahlschluss vorgebeugt werden.
Selbst wenn die Wahlknoten der Gemeinde für ein paar Stunden offline gehen, sind die Stimmen sicher im Nostr-Netzwerk zwischengespeichert. Sobald ein Knoten wieder hochfährt, synchronisiert er sich mit den Relays und arbeitet die Warteschlange ab. Die Wahl kann nicht „abgeschaltet“ werden.
Da mehrere unabhängige Instanzen (Gemeinde, CCC, Bürger) denselben Datenstrom aus dem Nostr-Netzwerk einlesen, baut jeder Knoten unabhängig seinen eigenen Merkle-Tree.
Am Ende der Wahl müssen alle Knoten exakt denselben Root-Hash errechnen. Weicht der Root-Hash des Gemeindeknotens von den Hashes der unabhängigen Beobachter ab, fliegt der Betrug eines Admins sofort auf, noch bevor der Hash in die Bitcoin-Blockchain geschrieben wird.
Durch diese Architektur wird der Wahlserver von einer mächtigen Kontrollinstanz zu einem reinen, austauschbaren Rechenknecht. Er führt nur noch mathematische Regeln aus, die jeder Bürger zu Hause auf seinem eigenen PC überprüfen und validieren kann.
Um die demokratische Teilhabe auch bei steigenden Bitcoingebühren möglich zu machen bietet sich vielleicht ein drei Säulen Modell an.
Säule 1: Layer-2 Aggregation & Merkle-Trees
- Der Wahlserver sammelt z. B. 10.000 anonyme Stimmen. Er baut daraus einen Merkle-Tree und generiert einen einzigen Root-Hash (32 Bytes).
- Die On-Chain-Kosten: Es wird nur eine einzige Bitcoin-Transaktion mit diesem Root-Hash via
OP_RETURNgesendet. - Das Rechenbeispiel: Ob in der Gemeinde 500 Menschen oder 50.000 Menschen abstimmen – die Kosten auf der Bitcoin-Blockchain sind exakt gleich groß, da immer nur eine einzige Transaktion für den gesamten Wahlblock anfällt. Bei einer durchschnittlichen Gebühr von 5,00 € pro On-Chain-Transaktion kostet die Absicherung der gesamten Wahl für die Gemeinde also lediglich 5,00 €.
Säule 2: Der staatliche „Sinking Fund“ (Gemeindefinanzierung)
Da die Kosten durch die Merkle-Aggregation extrem gering sind, übernimmt die Gemeinde Bitdorf diese Gebühren als Teil der digitalen Infrastruktur (vergleichbar mit den heutigen Kosten für das Drucken und Versenden von Wahlbenachrichtigungen aus Papier).
- Die Gemeinde unterhält eine eigene offizielle Bitcoin-Wallet, den sogenannten Wahl-Sinking-Fund. Dieser wird einmal im Jahr über den regulären Haushalt mit einem minimalen Budget (z. B. 500 € in Bitcoin für das ganze Jahr) aufgeladen.
- Da eine Wahl meistens nicht auf die Sekunde genau in die Blockchain eingebrannt werden muss (sondern ein Zeitfenster von ein paar Stunden hat), sendet der Server die Transaktion mit einer niedrigen Priorität (Low-Fee), wenn das Bitcoin-Netzwerk gerade wenig ausgelastet ist (z. B. nachts).
Säule 3: Der krypto-ökonomische Spam-Schutz (Wer zahlt für Initiativen?)
Was passiert, wenn ein Bürger jeden Tag 50 unsinnige Gesetzesentwürfe einreicht? Wenn die Gemeinde jede Transaktion bedingungslos bezahlt, könnte das System durch „Antrags-Spam“ sabotiert werden.
- Wenn ein Bürger eine neue Initiative startet, muss er eine winzige Gebühr (z. B. 1.000 Satoshis ≈ 0,50 €) über das Lightning-Netzwerk (Layer 2 von Bitcoin, praktisch kostenlos) hinterlegen. Dies ist ein rein mathematischer Spam-Schutz (Proof-of-Stake-Filter).
- Erreicht die Initiative das Quorum von 5 % und ist somit ein ernsthaftes Anliegen der Bevölkerung, erhält der Bürger seine Satoshis automatisch vom System zurückerstattet.
- Ist der Antrag reiner Spam und niemand unterschreibt, verfällt die Gebühr und fließt direkt zurück in den staatlichen Sinking Fund, um die echten Wahlen zu subventionieren.
Ich glaube jetzt habe ich das Konzept ausreichend dargestellt. ![]()
Eine Blockchain löst absolut nichts was irgendwie von Vorteil ist in einer Abstimmung ausser eventuell einen physikalischen Timestamp als Siegel auf das Resultat.
Das ganze e-voting Problem ist ein eigener Forschungszweig und eigenes Rabithole. Wenn du dir mal open source Projekte dazu ansehen willst kann ich dir folgende empfehlen:
Ich bin trotzdem der Meinung das physikalisches Abstimmen/Wählen das Nachvollziehbarste ist.








