STRC Besteuerung für deutsche Anleger (ROC-Klassifizierung bzw. Behandlung)

Hallo zusammen,

ich bin dabei, einen größeren Teil eines Immobilien-Erlöses in die STRC-Vorzugsaktie von Strategy zu investieren. Dafür habe ich mich intensiv mit der Steuerbehandlung in Deutschland auseinandergesetzt und bin auf ein ungelöstes Problem gestoßen – vielleicht habt ihr bereits Erfahrungen damit gemacht.

Ausgangssituation:

Strategy Inc. hat am 02.02.2026 offiziell bestätigt, dass 100% der STRC-Ausschüttungen im Jahr 2025 (und voraussichtlich die nächsten 10 Jahre) als US-Tax Return of Capital (Form 8937) klassifiziert sind – nicht als Dividenden.

Das bedeutet aus US-Sicht:

  • Keine Quellensteuer auf die monatlichen Ausschüttungen
  • ROC reduziert meine Kostenbasis, nicht die Steuerquote
  • Besteuerung wird auf den Verkaufszeitpunkt verschoben

Das Problem – und meine Frage:

Während die US-Klassifizierung klar ist, bin ich unsicher, wie deutsche Finanzbehörden das behandeln. Konkret:

  1. Wird die ROC-Klassifizierung vom deutschen FA anerkannt? Oder sagt das Finanzamt: „Das ist eine Dividende, wir kümmern uns nicht um die US-Klassifizierung“?
  2. Wenn ROC anerkannt wird: Reduziert es meine Kostenbasis (= steuerfrei monatlich), bis diese aufgezehrt ist?
  3. Wenn ROC nicht anerkannt wird: Zahle ich sofort Abgeltungsteuer (26,375%) auf jede monatliche Ausschüttung?

Das Dilemma:

Es gibt dazu kaum etablierte Rechtsprechung in Deutschland. STRC ist ein sehr neues Produkt (IPO September 2025), und weder die Bundesfinanzbehörden noch einzelne Finanzämter haben dazu öffentlich Stellung genommen.

Ich habe bereits mit 3 Steuerberatungskanzleien Kontakt aufgenommen (u.a. mit Schwerpunkt internationales Steuerrecht). Ihre ersten Reaktionen waren gemischt: Einige sagen „das sollte wie US-REITs funktionieren“, andere zucken mit den Schultern und sagen „das ist ein echter Grenzbereich“.

Meine Frage an euch:

  • Hat jemand von euch bereits mit einem Steuerberater über STRC und ROC-Behandlung gesprochen?
  • Welche Erfahrungen oder Aussagen habt ihr bekommen?
  • Gibt es Präzedenzfälle mit ähnlichen US-Produkten (US-REITs, MLPs), die helfen könnten?
  • Interessiert sich jemand für eine kollektive Klärung mit einer Verbindlichen Auskunft beim Finanzamt (kostet, aber schafft Rechtssicherheit)?

Ich freue mich über jede Erfahrung – nicht ob STRC eine gute oder schlechte Anlage ist, sondern wie ihr die Steuerseite löst.

Besten Dank und schöne Grüße

Du musst auch bei Return of Capital die Kapitalertragssteuer bezahlen. Jedenfalls ist das bei mir der Fall. Und hier gibt es eine Erklärung von einer anderen Bank dazu (hoffe der Link funktioniert)

Return of Capital ist ein US-Amerikanisches Konstrukt, das der deutsche Fiskus nicht kennt, da sinds Dividenden, egal, aus welchem Topf das Geld kommt.

Kapitalrückzahlungen im dt Steuerrecht gib es, wenn du bei einer Beteiligung an einer Gesellschaft Nachschuss eingebracht hast und dieses (in ferner Zukunft) wieder zurück bezahlt wird

@beta @will0901: Danke euch für die schnellen Antworten. Damit habe ich nicht gerechnet!

@beta: Die Scalable Antwort ist super hilfreich! Aber der Link zur anderen Bank Erklärung funktioniert leider nicht (wohl interner Link). Könntest du die Antwort eventuell hier reinkopieren oder als Screenshot posten? Würde helfen zu sehen, ob andere Broker wie IBKR das anders handhaben. Scalable führt ja automatisch Steuern ab, IBKR nicht.

@will0901: Woher kommt deine Info, Steuerberater, Recherche, oder Erfahrung? Die Frage ist nur: Warum können echte Kapitalrückzahlungen (z.B. Nachschuss Rückgabe) steuerfrei sein, aber STRC ROC nicht? Macht für uns einen großen Unterschied, wenn monatlich 26,375% Steuern fällig sind (statt erst ab Jahr 10), ändert sich die ganze Rechnung.

Sorry, vielleicht ein wenig unklar ausgedrückt. Meine Bank (Consorsbank) macht das genauso. Also auf der Abrechnung steht Return of Capital aber trotzdem muss ich Kapitalertragssteuer bezahlen.

Extra nachgefragt hab ich bei meiner Bank nicht, da ich die Erklärung der Scalable hier gefunden hatte.

Sie können. Aber nur wenn es einen entsprechenden Feststellungsbescheid nach §27 Abs. 8 KStG gibt. Den müsste Strategy beim Bundeszantralamt für Steuern beantragen. Wenn sie das nicht oder nicht erfolgreich machen, dann fällt beim Anleger die Steuer an.

Hab gerade mal die KI gefragt und die sagt quasi das gleiche. Liegt wohl auch daran, dass es sich um eine US Aktie und nichts aus der EU handelt.

Das Strategy das beantragt, halte ich für sehr unwahrscheinlich…

Echte Kapitalrückzahlungen sind daher steuerfrei, weil es nur „geliehenes“ Geld ist, das in der Regel gegeben wurde, um der Gesellschaft Mittel zuzuführen und Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden oder einen aussergewöhnlichen Kalitalbedarf zu decken. Sie werden zwar bilanziert, aber nicht dem Stammkapital zugeschlagen. Dabei sind auch nicht alle Gesellschafter - auch der Höhe nach - verpflichtet. Bei Auflösung einer Gesellschaft sind die reinen Kapitalrückzahlungen auch nicht steuerpflichtig
In beiden Fällen lediglich Wertzuwächse, ggf. Zinsen etc.

Du darfst so einen Kapitalanteil + Nachschuss nur bedingt mit Aktien vergleichen, das eine sind €-Beträge, das andere relative Anteile an der Gesellschaft.
Auszahlungen von deinem Sparbuch sind auch nicht steuerpflichtig - nur die Zinsen daraus.

Bei ROC , USA, bekommst du doch keine Rückzahlung auf deinen Aktienpreis. Da werden doch neue Anteile ausgegeben oder Vermögensteile verkauft, um die Rückzahlung zu leisten.
Dividenden sind eine Verteilung vonerwirtschaften Ergebnissen. Strive und Strategy sehen da schlecht aus.

Der dt. Fiskus kennt offensichtlich diese Unterscheidung nicht, sieht das als Ausschüttung irgendendwelcher Erträge.
alOb diese Art von „ROC“ nach dt. Recht überhaupt zulässig ist???

Ergänzung:

nach dt Recht noch nicht eindeutig, hängt offensichtlich von der Einstufung der Bank, dem Finanzamt oder gar des Bearbeiters ab.

Du kannst also versuchen, das steuerfrei stellen zu lassen, im Rahmen der Steuererklarung. Bei der Bank wirst du da aber auf Granit beissen, die haben die Auslegung mit ihren Experten ausgekaspert.

Nach US-Recht handelt es sich da offensichtlich um eine Reduzierung das Einstandspreises, was dann allerdings beim Verkauf auch wieder entsprechende Konsequenz hat.

@quick_nik21
Also ich habe das was du vor hast schon umgesetzt, ohne vorher etwaige Beratungen in Anspruch zu nehmen.

Hab hier aus dem Forum erfahren, dass Trade Republik die Ausschüttung zumindest in deren Auslegung steuerfrei behandelt bzw. ausschüttet.

Und genau so ist es in der Praxis. Auf meiner jetzt halbmonatlichen Abrechnung steht „Barausschüttung“.
Wie das Finanzamt das letzendlich behandelt wäre für mich natürlich auch sehr interessant.

Da fällt mir gerade ein, dass wir hier ja einen Beamten in der Comunity haben, der sein Wissen bereitwillig teilt.
Vielleicht liest er ja mit oder ich schreib ihn die Tage mal an.

jetzt bitte, um welche konkrete Titel handelt es sich bei dir und TR?

sowohl bei A41U43 (Strive Sata) als auch A41EXE (Strategy) führt TR bei mir Steuern ab.
Deine Info hängt möglicherweise mit einem Freistellungsauftrag zusammen.

Es handelt sich um STRC

bitte vergleichen , für diese führt TR Steuern ab