Steuer auf unrealisierte Gewinne | andere Betrachtung

Ich muss dazu sagen, dass unsere Familie in WK1 und WK2 schwer gebeutelt wurde. Wir haben alles Land, und allen Besitz im Osten verloren, viele Tote, viel Leid.

Meine Großväter hatten kaum eine Wahl, wegen Land und starken Wurzeln / großer Famile.

Diesmal bin ich nicht gewillt so lange zu warten.

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Zurzeit macht Gold den gesamten Bitcoin Bestand in einer Woche aus. :open_mouth:Von daher dürfen wir es langsam angehen. So schnell geht es nun doch wieder nicht.

Deckungsgleich mit meiner Familiengeschichte. Menschen mit solcher Geschichte scheinen viel staatskritischer und feinfühliger zu sein als Familien, die seit Generationen auf dem gleichen Fleck hocken.

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Im Buch Nexus erzählt Yuval Noah Harari eine Familiengeschichte, die zeigt, wie Bürokratie gezielt als Waffe gegen Minderheiten eingesetzt werden kann. Er beschreibt den Fall seiner eigenen Vorfahren aus Rumänien, die von der sogenannten „Revision der Staatsbürgerschaft“ von 1938 betroffen waren. Damals erließ die antisemitische Regierung unter Octavian Goga ein Gesetz, das vorgab, die rumänische Staatsbürgerschaft „neu zu überprüfen“. In Wahrheit diente es dazu, Juden auf scheinbar legale Weise aus der Gesellschaft auszuschließen und aus dem Land zu drängen.

Juden mussten innerhalb von nur 20 Tagen nachweisen, dass sie bereits vor 1918 – also vor der Gründung Großrumäniens – rechtmäßig im Land ansässig gewesen waren. Die Anforderungen an die Beweisführung waren jedoch absichtlich so gestaltet, dass sie kaum jemand erfüllen konnte: Es wurden offizielle Papiere verlangt, die entweder nie ausgestellt, längst zerstört oder für jüdische Familien unzugänglich waren. Wer die geforderten Dokumente nicht beibringen konnte, verlor automatisch die Staatsbürgerschaft. So wurden über 225.000 rumänischen Juden entrechtet und praktisch staatenlos gemacht. Viele wurden daraufhin ausgewiesen oder zur Emigration in unsichere Regionen gezwungen.

So erzählt es jedenfalls Harari. Seitdem ist es in seiner Familie üblich, alle Arten von offiziellen Formularen für immer aufzubewahren. Weil das irgendwann dazu dienen könnte, erneut absurde Anforderungen für Belege zu erfüllen. Diese Erfahrung hat sich also in das Gedächtnis der Familie eingebrannt und prägt seitdem ihr Verhalten.

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Das trifft tatsächlich auch heute schon zu. Ende der 90er fing der Staat an Menschen als “schein-selbständig” zu bezeichnen. Nun konnte man damals erreichen, dass man ein Dokument bekam, welches klarstellte, dass man den Kriterien der “echten” Selbständigkeit entsprach, und damit vor weiterer Verfogung geschützt.

Diese Dokumente von vor 26 Jahren HAT der Staat aber angeblich nicht mehr, und ich kenne einen Fall eines befreundeten Musiklehrers, der nun in die GRV geklagt wird, weil Unterlagen die älter als 12 Jahre waren entsorgt wurden.

Das hat noch nicht die Qualität der Entrechtung / Vertreibung / Aberkennung der Staatsbürgerschaft, aber für Betroffene ist das sehr schwer und sehr teuer.

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Als ich das im Buch gelesen habe, musste ich an uns Bitcoiner denken und bestimmte Szenarien, die man durchspielen kann. Und dass Bürokratie gezielt als Waffe genutzt werden kann und über ganze Schicksale entscheiden kann, war mir in der Form so nicht ganz bewusst. Es ist keine Revolution, keine echte Diktatur, kein Ausnahmezustand, sondern fucking Bürokratie, die plötzlich zu einer großen Gefahr mutieren kann.

Ich bin der Überzeugung, dass man im Bezug auf Bitcoin Aktivitäten möglichst alles dokumentieren und Belege aufbewahren sollte. Auch wenn es manchmal nicht wirklich notwendig erscheint. Es ist durchaus denkbar, dass es in einigen Ländern zu einer Politik kommen kann, die über absurde Anforderungen gezielt versucht, Bitcoiner zu enteignen oder sonst wie hohe Strafzahlungen abzuzweigen, wegen fehlenden Nachweisen und dem erdrückenden Vorwurf der Geldwäsche oder Steuerhinterziehung im Raum. Sollte hoffentlich nicht passieren, aber die Geschichte ist leider Zeuge so mancher Ereignisse, die man für unwahrscheinlich hielt.

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Famous last words: “Damit habe ich jetzt nicht gerechnet.”

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Das Problem an diesem Punkt ist, dass Dir auch genau das Gegenteil passieren kann. Es kann auch kommen wie mit alten beruflichen E-Mails. Sie können als belastend interpretiert werden, und Du gehst dann in den Knast, gerade WEIL Du die “Beweise” geliefert hast. Deswegen haben große Firmen heute meist eine “Aufbewahrungs-Policy” von E-Mail. Automatische Löschung inklusive.

Stell Dir ein Szenario vor, bei dem Du Bitcoin Bestände ausweist, aber der Beleg, dass Du längst verkauft hast “verschwindet”. Und dann eine Vermögenssteuer auf die Bestände…

Wir sind an der Stelle tatsächlich auf hoher See und vor Gericht “in Gottes Hand”…. ich bin allerdings Atheistin :grimacing:

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Oder Politiker.
Wie bei der Schwesig. Wenns brenzlig :laughing: wird, Unterlagen ab in den Kamin - Problem gelöst.
Oder alle SMS löschen und was es da sonst noch alles gab. Doku weg, Problem weg :call_me_hand:

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Klar, kann man natürlich auch mißbrauchen. Ich habe bisher im Berufsleben Fälle erlebt, in denen “Beweise” verdreht wurden, worauf diese Aufbewahrungs-Policies entwickelt wurden.

Aber Beweise vernichten war wohl schon eine Lehre aus den Stasi-Akten. SMS weg etc ist halt in sofern krass, weil Aufträge ja zur Buchhaltungs-Doku zählen, und unsereins verknackt wird, wenn wir uns nicht an die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung halten…

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