Staatsquote

Wie ist eure Definition der Staatsquote?

Ich höre immer wieder, dass wir in Deutschland an die 50% Staatsquote gelangt sind. Generell bedeutet an einem freien Markt ja, dass wenn eine einzelne Entität 50% oder mehr Anteile hat, dann kann diese Entität bestimmen wohin der Markt sich entwickelt oder anders gesagt: Es ist dann kein freier Markt mehr sondern ein Monopol.

Unterhalb der 50% Grenze bedeutet es, dass keiner die direkte Mehrheit hat und sich deswegen mit anderen Zusammenschließen muss um etwas bewirken zu können. Das bedeutet, diese vielen Entitäten müssen miteinander kooperieren um etwas auf dem Markt erreichen zu können. Nur hier gibt es Demokratie zu finden, denn wenn der Staat mehr als 51% zu sagen hat, dann können die Menschen maximal die restlichen unwesentlichen 49% entscheiden.

Wenn Deutschland also eine Staatsquote von 50% erreicht hat, dann kommen wir in den Bereich der Planwirtschaft, also dass nicht mehr die einzelnen Marktentitäten bestimmen können sondern dass der Staat mit seinen Machtanteilen bestimmt, wo es lang geht. Das ist dann zwar keine Planwirtschaft mit eigenständigen Planungsbüros und 5 Jahresplänen im Sowjetischem Sinne, aber doch schon eine Art Planungswirtschaft innerhalb der Ministerien, die bestimmen was mit dem Geld gefördert wird und was nicht. Eine nicht subventionierte Firma kommt eben gegen eine subventionierte Firma nicht an.


Meine Frage ist nun: Wie wird diese Staatsquote wirklich ermittelt? Denn wenn ich mir mal überschlagsmäßig anschaue, was von einem Durchschnittsgehalt so abfließt, bevor es vom Arbeiter benutzt werden kann, dann ist dieser Anteil schon deutlich höher:

  • ca. 40% gehen direkt als Lohnsteuer weg
  • Weitere 20% gehen durch die Mehrwertsteuer bei jedem Kauf vom Lohn an den Staat.
  • 20% gehen als Sozialabgaben an Renten-/Pflege-/Arbeits-/KrankenVersicherung drauf

Das sind ca. 80% an Abgaben auf den Lohn, die ersteinmal ohne wenn und aber an den Staat fließen.

Klar kommt davon wieder was zurück in Form von Krankenversicherungsleistungen, Rentenleistungen usw. Auch Infrastruktur wie Strassenbau, Schulen, Polizei usw. geht ja wieder an uns zurück. Der Punkt ist aber, dass diese Leistungen eben ersteinmal an den Staat fließen und dieser dann selber bestimmen kann, ob und wie er dieses Geld wieder zurück gibt.

Und hier schließt sich der Kreis: Wenn der Staat zu 80% bestimmen kann, wie der Markt zu laufen hat und die Menschen nur über 20% ihres Einkommens „frei“ entscheiden können um ihre Grundbedürfnisse wie Wohnen, Essen usw. zu bezahlen, dann ist die Staatsquote doch sogar schon bei ca. 80% und nicht nur 50%, oder?

Was meint ihr dazu?

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Eine realistischere Überschlagsrechnung:

Nehmen wir an, jemand verdient 100 Euro brutto.

​Sozialabgaben (Arbeitnehmer): ca. 20% \ 20 Euro weg.

​Lohnsteuer: Sagen wir (hoch angesetzt) 20% Durchschnittssteuersatz \ 20 Euro weg.

​Nettoauszahlung: 60 Euro landen auf dem Konto.

​Konsum: Jetzt kauft er davon ein. Im Preis von 60 Euro sind 19% MwSt enthalten.

​Rechnung: 60 / 1,19 x 0,19 = 9,60 Euro MwSt.

​Gesamtabgabe an den Staat:

20 (Sozial) + 20 (Steuer) + 9,60 (MwSt) = 49,60 Euro

Die reale Belastung (der sogenannte „Tax Wedge“ inklusive Konsumsteuern) liegt in Deutschland für Gutverdiener tatsächlich oft nahe an 50%, aber eben nicht bei 80%. Die restlichen 50% sind echte private Kaufkraft.

Zur staatsquote:

Sie liegt in Deutschland aktuell tatsächlich bei ca. 48–49%.

​Aber: Staatsausgaben sind nicht gleich „Staat konsumiert“. Ein riesiger Teil davon sind Transfers (Rente, Kindergeld, Bürgergeld).

​Wenn der Staat Renten auszahlt, behält er das Geld nicht. Er nimmt es (über Beiträge/Steuern) und gibt es Oma Erna.

​Oma Erna geht damit zu Edeka.

​Das bedeutet: Oma Erna entscheidet, was gekauft wird, nicht der Staat (keine Planwirtschaft). Der Staat hat nur umverteilt.

​Die „echte“ Staatsquote, bei der der Staat selbst Waren und Dienstleistungen kauft (Investitionen, Konsum für Polizei, Straßenbau etc.), ist deutlich niedriger (ca. 20%).

Planwirtschaft?

Dein Argument war: „Wenn der Staat über 50% verfügt, ist es ein Monopol/Planwirtschaft.“

​Das wäre richtig, wenn der Staat diese 50% nutzen würde, um selbst Autos zu bauen oder Brot zu backen. Das tut er aber nicht.

​Marktwirtschaft: Der Staat greift zwar massiv in die Verteilung der Einkommen ein (hohe Umverteilung), aber die Produktion und Preisfindung der meisten Güter (Supermarkt, Autos, Handys, Immobilien) findet weiterhin am freien Markt statt.

​Planwirtschaft: Hier würde der Staat Mengen und Preise diktieren. Das passiert in Deutschland punktuell (z.B. Mietpreisbremse, Energiepreisdeckel – da hast du recht, das sind planwirtschaftliche Elemente), aber nicht in der Breite der 50%.

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​Auch wenn die 80% falsch gerechnet sind, ist dein Kernpunkt valide: Der Staat bestimmt über einen sehr großen Teil der Wirtschaftsleistung.

​Es gibt den sogenannten OECD-Tax-Wedge. Wenn man die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung noch dazurechnet (die du auf deinem Gehaltszettel gar nicht siehst, die dein Arbeitgeber aber für dich zahlt), dann ist Deutschland oft Weltmeister bei der Belastung von Arbeitseinkommen.

​Der Staat lenkt durch Subventionen (E-Autos, Wärmepumpen) und Steuern (CO2-Preis) massiv das Verhalten.

​Das ist zwar keine „Sowjet-Planwirtschaft“, aber man nennt es Interventionismus oder Steuerungsstaat. Die Freiheit, was man mit seinem erwirtschafteten Euro macht, ist dadurch tatsächlich stark eingeschränkt.

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Das hab ich auf basis deines Beitrags mit der ki diskutiert. Solche Fragestellungen und gedanken eignen sich hervorragend dazu, sich mit einer ki deiner Wahl auszutauschen. Das beschleunigt die eigenen gedanken enorm.

Aber ist es denn realistisch, nur 100 Euro als Lohn anzusetzen? Und umso höher der Lohn ist, desto höher ist ja auch der Besteuerungsprozentsatz.

Hier hab ich mal die Steuerkurve gefunden:

mir einem Jahresbruttogehalt von 60.000€ ist man ja schon bei ca. 40% Steuern und mit Brutto kommt man sehr schnell in diesem Bereich.

damit würde deine Rechnung doch auch schon auf ca 70€ Abgaben von 100€ Verdienst kommen, oder hab ich da was falsch gerechnet?
Aber generell wollte ich die Diskussion nicht auf die genauen Zahlen lenken (ob nun 19% oder 20% Mehrwertsteurer sind da in der Masse eigentlich relativ egal).

Und du hast recht, die Mehrwertsteuer geht ja nicht auf den Lohn sondern auf den Rest vom Lohn, sie darf also nicht einfach mit den Lohnprozenten addiert werden.

Für mich bleibt im Endeffekt die Frage: Wie viel von der eigenen Arbeit bleibt direkt bei mir und wie viel bestimmt der Staat, was wieder zu mir kommt oder anderweitig benutzt wird. Und selbst wenn es mir wieder zugute kommt (z.B. durch Rente), wie bestimmt der Staat die Verwendung, also welche Bedingungen stellt er, damit ich das „Recht“ bekomme, dieses mein eigenes Geld wieder ausgezahlt zu bekommen…

Ich bin aktuell der Meinung, dass diese Überschlagsrechnungen zeigen, dass wir schon im Sozialismus leben und nicht mehr von Marktwirtschaft sprechen sollten.

Mein Problem ist, dass alle KIs bisher einfach auf JA-Sager umgestellt haben. Wenn ich so einen Text schreibe dann kommt nur sowas wie: Das sind tiefgründige Gedanken und es ist fastzinierend in welcher Denkweise du die Zusammenhänge erklärst… Und dann formuliert die KI meine Texte nur leicht um…

Du kannst der ki sagen, wie sie sein soll. Also sei kritisch, hinterfrage die Aussagen und so weiter. Dann verschiedene Modelle testen. Ich mag claude.ai und gemini. Die Texte oben sind aus gemini

“Bei einer Staatsquote von 50% beginnt der Sozialismus.” (Helmut Kohl)

Du darfst den Grenzsteuersatz aber nicht für das gesamte Gehalt ansetzen, und daraus schließen, man zahle 40% Steuern auf das gesamte Gehalt.

Ist doch eigentlich in dem verlinkten Artikel gut beschrieben. Es gibt Gehaltsanteile, welche nicht besteuert werden, und Anteile, welche mit niedrigerem Steuersatz besteuert werden. So ergibt sich für deinen Beispielarbeitnehmer mit 60.000 brutto ein Steueranteil (Durchschnittssteuersatz), welcher deutlich unterhalb der von dir angesetzten 40% liegt.

Beispiel aus dem Artikel:

Liegt Ihr Einkommen etwa bei 72 000 Euro, beträgt Ihre durch­schnitt­liche Belastung nur knapp 27 Prozent.

Deine Überschlagsrechnung zur Staatsquote muss somit deutlich nach unten korrigiert werden. Zudem darfst du die 19 % USt nicht auf das gesamte verbleibende Netto ansetzen. Es gibt ja auch noch sowas wie eine Sparquote (ca. 10%). Ok - die wird auch irgendwann mal vererbt oder ausgegeben und besteuert…

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Da kommen dann aber nochmal 21% Sozialabgaben oben drauf, wenn es sich um einen Arbeitnehmer handelt. Noch etwas mehr, wenn man das gesamte Brutto inklusive aller Lohnnebenkosten betrachtet. Bei diesem Artikel hatte ich schon den Eindruck, daß die Belastung des Steuerzahlers nach unten “gelabert” werden soll.

Das ist doch Quatsch. Ich habe explizit von Steuern gesprochen.

Und in dem verlinkten Artikel geht es auch ausschließlich um die Steuerberechnung. Das Wort Belastung im Zitat ist daher natürlich etwas unglücklich, so ganz ohne Zusammenhang. Aber der stellt sich über den Artikel her.

Meine Intention war es, die falsche Berechnungsgrundlage der Steuern und damit die zu hohe Gesamtbelastung in genannten Regionen von 70-80% zu korrigieren.

Auch wenn wir in D eine hohe Abgabenlast haben. Die hier mehrfach genannten Werte sind so schlichtweg nicht richtig, da angenommen wurde, dass der Grenzsteuersatz für das gesamte Gehalt gilt. Da kann die Rechnung nur falsch werden. Und sie war grottenfalsch was die Lohnsteuer angeht. Erheblich mehr als 10 Prozentpunkte falsch. Das kann man so nicht stehen lassen.

Vergesst nicht die anderen Steuern, welche nicht direkt von eurem Lohn abgezogen werden.

z.B.

  • Grundsteuer
  • Hundesteuer
  • Vergnügungssteuer
  • Tabaksteuer
  • Verpackungssteuer
  • Energiesteuer
  • Luftverkehrssteuer
  • CO2 Steuer
  • Biersteuer
  • usw.

@BTCommander, du hast recht, die 40% werden nicht auf alles angewendet sondern nur auf den Teil über der Grenze, das hab ich mir vorher noch nie so genau angeschaut.

Auf die ersten 12.000€ zahlt man keine steuern, von einem Jahresgehalt von 72.000€ werden also nur 60.000€ überhaupt versteuert. Und danach gibt es weitere Grenzen, die einen geringeren Steuersatz haben und die dann vom verbleibenden Betrag wieder abgezogen werden… Solange bis der Höchststeuersatz bei verbleibenden 277.000€ erreicht ist.

Damit kommt man dann auch auf einen niedrigeren Gesammt-Lohn-Steurersatz, den man effektiv zahlt. Für ein Durchschnittsgehalt sind das dann die angegebenen ca. 27%.

Erst für Leute, die deutlich mehr verdienen, fallen dann die ersten Freibeträge nicht mehr ins Gewicht und somit steigt der effektive Steuersatz mit steigendem Lohn immer weiter an, aber mir geht es hier ehr um die Durchschnittsbürger, was der Peak der Gauskurve in der Lohnverteilung sein sollte, also die Mehrheit der Gesellschaft.

Also

  • 27% = ca. 1/4 des Jahres (oder 3 Monate) arbeitet man für direkte Staatsabgaben.
  • Weitere 20% gehen direkt an die Sozialkassen.
  • Es bleiben 100%-27%-20% = 53%, von denen bei Benutzung 19% Mehrwertsteuer abfällt: 53% * 19% = 10%
  • → 53% -10% = 43% vom Lohn bleiben in der Tasche

Selbst damit wird einem schon mehr als 50% vom Staat ersteinmal abgenommen, dazu kommen aber noch weitere Lohnunabhängige Steuern, wie @Beobachter_90 schon richtig sagt:

Die meiner Meinung nach wichtigsten sind:

  • Grundsteuer (nochmal ca. 500€ bis 1000€ pro Jahr für eigene Grundstücke, aber nur 50 bis 100€ pro Wohnung im Wohnbunker) nur dafür, dass man einen Platz zum Wohnen hat. Firmen zahlen hier mehr, was dann auch Lohn hätte sein können.
  • Grunderwerbststeuer (ca. 25.000€ alleine für den Kauf eines Grundstückes im Wert von 400.000€, aber fairer weise fallen hier keine Mehrwertsteuern an)
  • Erbschaftssteuer, sodass das Vermögen der Eltern nicht einfach auf die Kinder übergehen kann. Wenn ein Grundstück z.B. alleine durch Inflation von 100.000€ auf 600.000€ hochgegangen ist, dann kommt man schon über den Freibetrag und muss für den Besitz der verstorbenen Eltern wieder bezahlen.
  • CO2-Steuer, die wir für jeden Transport bezahlen müssen, aber im Preis der Waren, die wir kaufen versteckt ist.
  • Die Rundfunk-Gebühr mit 220€ pro Jahr, ein bedingungsloses Einkommen für Staatsmedien

Klar könnte man noch Bürokratie aufzählen, denn alleine dass Firmen verpflichtet sind gewisse Statistiken oder Finanzberichte anzufertigen bedeutet, dass man dafür Arbeitskräfte einstellen muss, die eigentlich nur einen Bullshitjob machen. Man kann fast sagen, dass für jeden Sachbearbeiter im Amt ein Sachbearbeiter in den Firmen angestellt werden muss, der die aufgetragenen Vorgaben umsetzen muss. Also jemand, der ein Loch aufmacht und andere, die das wieder zuschütten müssen. Aber auch das ist hier eigentlich nur ein Nebenschauplatz.


Das sind alles Leistungen, die direkt vom eigenem Lohn abgehen ohne dass man ersteinmal was dafür bekommt. Also wo der Staat diktiert, dass wir das abgeben und gleichzeitig diktiert, was wir dafür vielleicht wieder zurück bekommen.

Wie gesagt, klar bekommen wir was von den Abgaben zurück wie Schulen, Krankenhäuser usw. Aber das Problem ist wie gesagt, dass das Geld bedingungslos eingenommen bzw. abgenommen wird und der Staat danach selber entscheidet, was er damit machen will.

Klar, wenn der Staat das Geld zum Nutzen seine Bürger wieder ausgibt, dann kann das funktionieren (der Traum vom Sozialismus), aber das Problem ist doch, dass die Ansicht des Staates, was gut für die Bürger ist, von der Ansicht was die Bürger für sich gut finden unterscheiden kann. Alleine schon weil jeder Bürger eine andere Ansicht haben kann und der Staat nie alles unter einen Hut bekommen kann. Und umso weiter die Politiker von den Bürgern entfernt sind (also nicht Kommunen sondern Berlin oder sogar Brüssel), desto wahrscheinlicher ist es auch, dass das Geld nicht mehr für die Bedürfnisse der Bürger eingesetzt wird sondern sogar gegen sie verwendet wird.

Und das gilt natürlich auch für die Sozialabgaben. Auch wenn die uns für Rente oder im Falle einer Krankheit wieder ausgezahlt werden, der Staat bestimmt größtenteils, welche Leistungen von diesem Geld abgesichert sind und welche nicht. Damit sind auch Sozialabgaben oder der Rundfunkbeitrag eine Art Steuer.


Sicher ist, dass sich sowas wie ein Staat immer bilden wird, denn die stärkste Kraft in der Gesellschaft ist nunmal der Staat, egal ob das eine demokratisch gewählte Organisation ist, ein Monarch oder Diktator, oder ob das die Mafia ist, die die Regeln diktiert. Es wird also meiner Meinung nach nie mehr keinen Staat für eine Region mehr geben können, solange dort Menschen(ähnlich) denkende/intelligente Wesen leben (= eine Gesellschaft aufbauen/bilden).

Für eine langfristig funktionierende Gesellschaft benötigt man aber meiner Meinung nach ein Kräftegleichgewicht zwischen den verschiedenen Staatsorganen (Legislative, Judikative, Exekutive, Medien, Volk usw.), also Gewaltenteilung. Und die Gewaltenteilung ist in Demokratien am besten ausgeprägt. Diese Gewaltenteilung kann auf vielseitiger Art und Weise untergraben werden und zu einer Diktatur abgleiten, deswegen will ich den Fokus hier auf das Geld bzw. die Steuern legen. Also wenn die Demokratien „zu Fett werden“ und den Menschen zu viele Steuern abpressen, dann sinkt die Kraft des Volkes gegenüber des Staates und das destabilisiert die Gesellschaft im Sinne der Gewalltenteilung.

Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass ein Staat sich so wenig wie Möglich in die Angelegenheiten der Gesellschaft einmischen sollte und das kann man nur garantieren, wenn man die Abgaben strikt limitiert, die der Staat seinen Bürgern abnehmen darf. Diese Abgaben dürfen mit Sicherheit nicht die 50%-Grenze erreichen, denn dann kann der Staat schon fast diktatorisch vorgehen. Aber das andere Extreme ist eben genauso gefährlich. Ein Staat ohne eigene Finanzen bzw. Einkommen kann sich nicht selber verteidigen und damit die anderen gewallten schützen. Solange die Menschen sich diesen Schutz leisten können sind diese Abgaben auch meiner Meinung nach gerechtfertigt, alleine weil sie ja auch Vorteile vom Staat bekommen. wenigstens den Schutz.

Das Problem bei Deutschland ist aber, dass der Staat ja nicht direkt zeigt, wie viel er den Menschen abnimmt und man diese 50% Grenze also nicht einfach sehen kann, wo der Staat die eigenen Märkte der Gesellschaft dominiert und damit den Willen der Bevölkerung überstimmen kann.

Noch ein Gedanke dazu, für die Wissensbildung hilft die KI vielleicht, aber ich stelle die frage ja explizit in ein Forum um die Meinung von vielen anderen Menschen als Input zu bekommen um meine Gedanken zu hinterfragen und gleichzeitig andere Menschen zum Denken anzuregen, wo ich falsch liegen könnte.

Mit einer KI zu diskutieren hilft vielleicht mir, aber die KI hat von der Konversation ersteinmal nichts. Und ich erreiche keine anderen Menschen, die über diese „wirtschaftliche“ Situation von Deutschland nachdenken.

Mich persönlich macht es einfach nur traurig, wie das Land sich selber vernichtet, u.a. weil die Politiker nix von Wirtschaft verstehen.
Sätze wie: Das zahlen nicht die Rentenbeitragszahler sondern die Steuerzahler belegen das doch wunderbar. Das Problem von einem Topf in den nächsten Topf zu packen löst eben nicht das Gesamtproblem, das bei den Durchschnittsbürgern wieder zusammen kommt.
Dass Deutschland auf Talfahrt ist, das leugenen sie ja nicht mal mehr, aber solange sie die Realität der Menschen und die schon physikalisch-artigen Grundgesetze der Wirtschaft nicht begreifen, solange wird es wohl auch bergab mit unserem Wohlstand gehen, den unsere Eltern/Vorfahren so mühevoll aufgebaut haben.

Nichts was nicht von sich aus finanziert werden kann (also vom freien Markt aus ohne Subventionen auskommt) kann wirklich nachhaltig sein denn dann endet es mit den Subventionen.

Klar, das kommt alles zusätzlich zur eigentlichen Lohnsteuer auf die Belastung der Arbeitseinkommen mit Abgaben hinzu.

Es hat aber nicht direkt was mit der Staatsquote zu tun.

Auf eine Eingangsfrage wurde hier ja noch garnicht eingegangen:

Dazu folgende Definition der Berechnung:

Methodische Hinweise:
Die Staatsquote wird als Quotient aus den Ausgaben des Staates (Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung) insgesamt und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in jeweiligen Preisen berechnet und in Prozent ausgedrückt. Die Daten stammen aus den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR).

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Sofern das BIP eines Landes korrekt ermittelt wurde ist das schon eine einigermaßen sinvolle Definition.

Aber wie bei der Definition der Inflation sehe ich bei der Ansicht, was alles Staatsausgaben sind, einen sehr großen Unsicherheitsbereich.

Sind z.B. die Rundfunkgebühren da als Staatsausgabe mit bei, weil der Staat ja jeden verpflichtet diese zu zahlen? Oder sind die Sendeeinrichtungen wegen weiteren Einnahmen wie Werbung keine Staatsorgane im direktem Sinne und somit ausgeschlossen?

Sind die Ausgaben der Deutsche Bahn als 100% Staatsbesitz eingerechnet oder nicht?

Das Problem was ich sehe, dass die Staatsquote nie zu 100% stimmen kann.

Wenn ich Lehrer wäre, wäre dies einfach zu ermitteln.

Wie sieht es mit einem Sub-Unternehmer aus, der zu 100% vom Staat beschäftigt wird.
Zählt dieser mit in die Quote rein? Vermutlich nicht, da der Staat nicht wissen kann, wie viele Arbeitnehmer der Sub-Unternehmer für die Unternehmung beschäftigt.

Dazu käme die Frage, aber welcher Vertragslaufzeit dürfte man die Arbeitnehmer mit einkalkulieren?
1 Jahr? 5 Jahre?

Ich bin z.B. aktuell als angestellter Sub-Unternehmer für 10 Jahre in einem Projekt für den Staat “eingeplant“ & wette, ich stehe nicht auf der Liste.

Dein Lohn müsste in der Liste für das BIP stehen (nicht direkt, aber über den Umsatz des Unternehmens).

Die Ausgaben des Staates für das Projekt stehen in der Liste der staatlichen Ausgaben.

Somit hat man doch alles für die Berechnung der Staatsquote gemäß Definition.

Wird die Staatsquote via Umsatz oder via Personal gerechnet?

Ich habe oben geschrieben, wie sie berechnet wird.

Jetzt recherchiere, wie das BIP ermittelt wird bzw. was es ist, wenn es dir nicht klar ist.

Die Staatsquote gibt das Verhältnis der Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder.

Die Verwirrung die ich im Kopf habe ist, dass wenn ich Staatsquote höre, von Personenanzahl ausgehe. Das ist wohl so nicht der Fall.

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So ganz unrecht hast du dabei ja nicht, auch wenn es nicht 100% das selbe ist.

Die Staatsquotendefinition ist ja "Ausgaben des Staates geteilt durch Wirtschaftsleistung des Landes (gemessen mit BIP).

Wenn der Staat mehr Menschen einstellt, dann gibt er dafür ja auch mehr Geld aus. Bei gleichbleibender Wirtschaftsleistung steigt damit die Staatsquote. Wenn die Wirtschaft entsprechend mitwächst, dann muss sich die Staatsquote nicht ändern.

Beispiel:

Staatsquote = 30% = 3000€/10000€

Das Beispielland erwirtschaftet also innerhalb eines Jahres Waren und Dienstleistungen im Wert von 10000€ und der Staat gibt in dieser Zeit 3000€ aus. Jetzt lass die Staatsausgaben im nächsten Jahr mal auf 4000€ ansteigen, bezogen auf die 10000€ des letzten Jahres gäbe es eine Staatsquote von 40%, wenn das BIP aber auf 13333€ mitsteigt, dann ist die Staatsquote nicht gestiegen. Steigt das BIP sogar auf 15000€, dann sinkt die Staatsquote sogar.

Klar sind diese Wirtschaftswachstumszahlen ehr unrealistisch, aber ich denke, in Beispielen verdeutlicht diese Übertreibung den Effekt.

Also bezogen auf Deutschland, wo das BIP nur nominell steigt, aber Inflationsbereinigt fällt und damit das Bip mehr oder weniger konstant ist, stimmt es also generell, dass umso mehr Menschen für den Staat arbeiten, dass die Staatsquote damit steigt.