Sammelauskunftsersuchen Bitcoin.de 2015-2022

Hallo zusammen,

ich wurde vom Finanzamt im Rahmen einer Sammelauskunft zu Krypto-Transaktionen angeschrieben. Offenbar wurden dabei Wallet-Adressen übermittelt, die laut deren Angaben mit meinem früheren Bitcoin.de-Konto in Verbindung stehen. Die Transaktionsdaten von Bitcoin.de aus den Jahren 2015–2017 habe ich noch, und einen Teil davon kann ich auch nachvollziehen.

Allerdings gibt es weitere Wallet-Adressen und Transaktionen (z. B. von anderen Börsen), die ich selbst nicht mehr zuordnen kann. Ich hatte über die Jahre viele kleine Trades und Transfers zwischen verschiedenen Plattformen und Wallets – vieles davon ist für mich heute kaum mehr nachvollziehbar. Ich bin ehrlich gesagt völlig überfordert, weil ich damals (wie viele andere auch) gar nicht an Steuern gedacht habe, und das überhaupt kein Thema war. Ich habe große Angst, dass ich mich jetzt selbst belaste, obwohl die Gewinne insgesamt sehr gering waren. Ich war meines Wissens nie über dem Grundfreibetrag und habe keinen Cent Steuern hinterzogen.

Meine Fragen:
– Reicht es, erstmal nur die Bitcoin.de-Daten zu schicken?
– Oder erwartet das Finanzamt wirklich eine vollständige Aufbereitung sämtlicher Aktivitäten auf allen Börsen, auch wenn das nahezu unmöglich ist?
– Wie geht man am besten mit so einer Situation um, wenn man nicht mehr alle Belege und Transaktionen nachvollziehen kann?

Vielen Dank für eure Erfahrungen und Tipps.

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Moin.

Zu allererst und nur zur Sicherheit: Du bist dir sicher, dass diese Nachricht vom Finanzamt stammt? Es gab erst vor kurzem eine gefakte EMail die angeblich von ELSTER kam. War es eine Mail, war es ein Brief?
Gibt es ein aktuelles Ereignis warum das FA dich anschreiben sollte?
Auch ohne Hintergedanken gefragt: Kann das Finanzamt überhaupt von deinen Beständen wissen? Wenn du nie etwas gemeldet hast, weiß das Finanzamt in der Regel auch nichts davon.

Wenn es wirklich legitim ist würde ich einen Steuerberater mit Fokus auf krypto hinzuziehen. Das ist die sicherste Variante, ich kann leider niemanden empfehlen, kenne niemanden.

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Angst kennst du nur wenn du am Abgrund stehst. Beim Finanzamt ist Angst kein Thema, Angst soll das Amt haben. :tiger_face:

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Als Grundsatz: dem Amt nie mehr zu Verfügung stellen als es anfragt.

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Es kann in Deiner Situation schon helfen, ein freundliches persönliches und erklärendes Gespräch mit dem/der Finanzbeamten:in zu führen. Ist meine Erfahrung.

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  1. Überprüfen ob das wirklich vom Finanzamt ist.
  2. Einsenden von allem was du bei bitcoin de hast. (Fidor Bank?) Normal reicht das insgesamt wenn es die gröseren Positionen abdeckt.

dann soll es zumindest plausible Erklärungen geben.

Auch „kleine“ Gewinne können sich summieren.

Eine entsprechende Sammelabfrage bei bitcoin-de gab es tatsächlich - und die bezog sich nicht auf kleine Gewinne.
Überlege ganz genau, ob du nicht einen versierten Steuerberater / -anwalt konsultieren solltest .

Kontounterlagen der Banken sind für 10 Jahre erhältlich, ggf. gegen Kostenersatz. Wallets hilft nur Nachdenken

Der größte Gewinn ist geschätzt 1500€ auf bitcoin.de. Genau kann ich es nicht mehr nachvollziehen und als Konto haben sie das Fidor-Konto angegeben, was ich damals hatte. Die Fidor Bank gibt es ja schon lange nicht mehr und ich habe keine Auszüge oder so.

Die Kosten für einen Steuerberater würden sämtliche Gewinne wohl übersteigen und ich hatte in den Jahren praktisch kein anderes Einkommen und die Gewinne waren niemals über dem Grundfreibetrag von 8400€ oder was man pro Jahr steuerfrei haben durfte zu der Zeit.

Das Schreiben ist auf jeden Fall vom Amt, es kam per Post. Danke euch trotzdem für die Antworten.

Wegen so einem lächerlich geringen Gewinn machen die dieses Affentheater??? Das ist echt unglaublich :see_no_evil:.

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Ich hab gerade mit dem zuständigen Mitarbeiter telefoniert und es haben wohl wirklich nur Leute Post bekommen mit über 50000€ Umsatz, was aber natürlich überhaupt nichts mit dem Gewinn zu tun hat.

Das Sammelauskunftsersuchen an Bitcoin.de durch die Steuerfahndung richtete sich an alle Nutzer, die im Zeitraum 2015–2017 mindestens 50.000 € Umsatz pro Jahr auf Bitcoin.de erzielt hatten. Insgesamt betraf das rund 4.000 Kontoinhaber

Hattest du soviel Umsatz?
Du kannst nur alles einreichen und hoffen es reicht ihnen.

du wurdest rechtzeitig von Fidor aufgefordert, die Unterlagen abzuziehen.
Aber auch hier gilt die Aufbewahrungspflicht durch die Bank von 10 Jahren.
Schau auf die Website - die gibt es noch - da ist ein Verweis auf einen Treuhänder, von dem du die Unterlagen bekommen kannst: fidor.de. → FG Management GmbH

offensichtlich hatte ich soviel Umsatz, wahrscheinlich in 2017 wo btc teurer wurde. Ich trau mich gar nicht nachzurechnen, bestimmt sind es 51000. Man stelle sich nur vor ich hätte einfach gehodlt :slight_smile:

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ok. angefordert wurde Umsatz >= 50.000

Denk gut nach und denke über einen Steueranwalt nach, falls du zu der Zeit die extremen Gewinne realisiert hast.

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ich hatte nie extreme Gewinne, das ist es ja. Ich hab teilweise btc für einen 10er Gewinn am selben Tag verkauft. Jeder Steuerberater würde durch die Kosten den Gewinn sofort übersteigen.

Ich hab mit dem zuständigen Sachbearbeiter geredet und der war eigentlich ganz nett, nur leider ist er erstmal zwei Wochen nicht im Dienst und meldet sich dann nochmal bei mir.

Problem ist nicht ein evtl geringer Gewinn, sondern , dass da möglicherweise ein Steuer(straf)verfahren angeleiert ist. Welche Stelle beim FA hat dich kontaktiert?

Gute Papiere hast ja, wenn deinen Fidor-Krempel zusammen bekommst und der lückenlos ist. Auf bitcoin-de gibt es auch „Kontoauszüge“, die abziehen und abgleichen kannst.

Eigentlich dachte ich, dass das Thema bis auf die anhängigen Strafverfahren langst abgehakt ist

das kam vom Finanzamt für Fahndung und Strafsachen von der Steuerfahndungsstelle und es wurde wohl automatisch jeder angeschrieben, der mehr als 50000 Umsatz auf Bitcoin.de hatte. Ich hab es geschafft bei Koinly einen Steuerreport zu erstellen und ich hatte auf Bitcoin.de insgesamt 1600€ Gewinn in drei Jahren, absolut lächerlich wenn ich dafür wirklich über 50000€ Umsatz hatte.

es mag beim Einzelnen lächerlich gewesen sein, es gab genügend, die sich da die Finger verbrannten.

Es ging dabei um jene, die ihre btc vor Nov 2017 weit unter 1000 € kauften und dann ab Nov 2017 für über 10.000€ verkauften und glaubten, beim Fiskus wären sie zu blöde …

Fiskus ist aber damals aufgewacht. Abgefragt wurde übrigens nicht nur bei bitcoin-de

Ich würde auch erst mal mit dem Finanzamt Mitarbeiter sprechen.
Ziel wäre ein Vergleich.

Möglichst viele Unterlagen zusammen suchen und beteuern das man stets unter der Steuerfreigrenze geblieben ist.
Etwas ähnliches habe ich auch schon einmal gemacht. Wenn es Schief geht kann oder muss man sich immer noch den teuren Steuerberater gönnen.

Edit: Es sei denn du hast Dreck am Stecken.
Dann brauchst du auch noch einen Anwalt.
Oder Du beichtest gleich dem Finanzamt. Dürfte die billigste Variante sein.

Dann haben die einfach alle von bitcoin.de abgegrast. Lächerlich. Vor allem bei drm Gewinn.