Ross Ulbricht 240 Jahre Gefängnis, Sam Bankman-Fried 25 Jahre Gefängnis. Was ist Gerecht?

Wenn ich bedenke das Ross Ulbricht für tausende Drogenabhängige und Drogentote mitverantwortlich ist, da über seine Plattform Silk Road Tonnenweise harte Drogen wie Heroin, Kristall-MDMA, Fentanyl und ähnliches für über 1,5 Milliarde US-Dollar verkauft worden ist. Ist dann lebenslänglich Gefängnis angemessen?
Oder sind die 25 Jahre für Sam Bankman-Fried der auch tausende von Menschen finanziell zerstört hat zu wenig?
Was ist eurer Meinung nach gerecht 240 Jahre für tausende Drogentote oder 25 Jahre für tausende finanziell zerstörte Leben.

Gruß, Gerhard

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Dieser Kausalzusammenhang, den du hier versuchst als gegeben hinzustellen, würde ich als erstes mit dir mal diskutieren…

Schau dir hierzu doch zum Beispiel einmal Studien an, die zeigen, dass die Substanzen auf solchen Plattformen viel reiner sind und viel weniger gefährliche Beimischungen (Gruß geht raus an Lauterbach) haben.

Leute die Drogen nehmen wollen, nehmen Drogen. Hier kann man man natürlich auch nochmal diskutieren, ob allg. mehr Drogen gekauft werden, wenn sie leicht und anonym kaufbar sind, und man zusätzlich noch weiß, dass sie reiner sind (durch Bewertungssystem a la amazon)

Außerdem hat Ross sicherlich nicht selbst mit Drogen gehandelt, sondern es geschafft, sich mit Hilfe einer Plattform Provisionen am Handel zu verdienen…

edit: Blocktrainer Artikel: 8 Jahre Haft: Die Geschichte des Bitcoin Pioniers Ulbricht - Blocktrainer

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Wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder die Schuld weitergeben will. Wäre ein Autohersteller für jeden Verkehrstoten verantwortlich?

Jede Person, ist für ihr eigenes Handeln verantwortlich.

Meinetwegen kann man über Moral und Ethik sprechen, eine solche Plattform zu betreiben. Aber das ist eine andere Diskussion.

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Für wie viel kranke und tote Menschen sind Tabakhersteller mitverantwortlich? Für wie viel spielsüchtige mit zerstörten Existenzen sind Glücksspielbetreiber und sogar Spielentwickler verantwortlich?

Ich denke aber die Wahrscheinlichkeiten ob eine Substanz jemanden zerstören kann sind sehr unterschiedlich. Deswegen finde ich strenge Strafen gegen systematischen Drogenhandel mit gefährlichen Substanzen ehtisch legitim. Die Wahrscheinlichkeit dass solche Substanzen die Gesellschaft bei einer kompletten Legalisierung ruinieren ist viel größer als bei Tabak oder Alkohol.

Es gab eine Zeit wo Opium in China legal war. Historisch gesehen hatte das wohl katastrophale Folgen für das Land. In der Theorie kann man sich einen vernünftigen Umgang mit Drogen vorstellen. In der Realität ist die Anzahl derer die schwach sind und die Kontrolle verlieren sehr groß.

Bei Ross Ulbricht stellt sich aber die Frage wie groß sein Schuldanteil ist. Er hat ja die Plattform betrieben und nicht die Drogen angeboten und verkauft. Übrigens man sollte vielleicht auch mal überlegen welchen Effekt der Drogenhandel im Internet auf den klassischen Drogenhandel hat. Ist das nicht eine massive Bedrohung für den internationalen Drogenhandel? Da fallen doch sicher viele Zwischenhändler weg. Wieso sollte dann ein US Gericht dafür Vergeltung üben? Naja, es ist bekannt das die CIA im Drogenhandel involviert war (ist?). Viele Geheimdienste haben ihre schmutzigen Operationen über Drogengeld finanziert. Ob das aber wirklich so ist und die CIA (oder andere Akteure des Drogenhandels) da Einfluss auf das Strafmaß ausüben kann, keine Ahnung, klingt natürlich crazy.

Finde beide bestrafungen viel zu übertrieben.

Würde mich auch interessieren wie das Strafmaß für beide in Deutschland gewesen wäre.

Definitiv geringer, weil in Deutschland nur die Strafe für das schwerste Delikt berücksichtigt wird. Dahingegen wird das Strafmaß aller Einzeltaten in den USA zusammengerechnet - so entstehen die teils utopischen Knastjahre…

Hat der Ulrich nicht auch versucht Leute verschwinden zu lassen die ihm zu unangenehm wurden?

Und wegen SBF haben einige ihr komplettes Vermögen verloren und sich das Leben genommen.

Die können meinetwegen beide für immer im Knast bleiben

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Puh, das finde ich aber auch schwierig. Leute die an Drogen kommen wollen, die kommen dran… ja, vermutlich in den meisten Fällen. Aber sicherlich sind auch viele Abhängig geworden, weil sie gerade über diese Plattform darauf aufmerksam geworden sind. Besser macht es die Umstände also auch nicht.

Letztlich bin ich auch absolut bei der Aussage von Mapleloopsong. Eigentlich trägt jeder Verantwortung für sein eigenes Handeln. Das würde dann aber auch für einen SBF gelten.

In unserer heutigen Welt, in der die Menschen einfach größtenteils verlernt haben Eigenverantwortung zu übernehmen, finde ich persönlich solche höheren langjährigen Strafen schon vernünftig, „wenn“ psychologisch nicht sauber nachgewiesen werden könnte, dass zB eine Resozialisierung gegeben ist. SBFs Strafmass allerdings ist viel zu gering im Vergleich. Aber gut, dass ich kein Richter bin.

In jedem Fall wäre ich aber für #freeAssange

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Diese Leute waren aber nicht echt, meines wissens war einer ein Betrüger und der andere von der DEA.
Der versuch eine fiktive Person verschwinden zu lassen ist nicht strafbar.

Social unbearable hat eine gute Doku über Ulbricht bei Youtube wo er auch auf seine bitcointalk.org Posts eingeht.

Habe mal ohne Gewähr google gemini dazu befragt:

Vorschläge anzeigen

Mögliche Strafen:

  • Freiheitsstrafe: In Deutschland ist die Höchststrafe für illegalen Handel mit Betäubungsmitteln 15 Jahre Freiheitsstrafe. In Ulbrichts Fall könnte die Strafe jedoch deutlich höher ausfallen, da er auch wegen Geldwäsche und Computerkriminalität angeklagt werden würde.

Schätzung:

Angesichts der Schwere der Taten von Ulbricht ist es wahrscheinlich, dass er in Deutschland zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 10 Jahren, wenn nicht sogar zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt werden würde. Eine Geldstrafe in Millionenhöhe ist ebenfalls wahrscheinlich.

Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur eine Schätzung ist und die tatsächliche Strafe von den oben genannten Faktoren abhängt.

Zusätzliche Hinweise:

  • In Deutschland gibt es kein System der „Plea Bargains“ wie in den USA. Das bedeutet, dass Ulbricht wahrscheinlich nicht mit einer geringeren Strafe rechnen kann, wenn er sich schuldig bekennt.
  • In Deutschland ist es üblich, dass Strafgefangene nach zwei Dritteln der Strafzeit auf Bewährung entlassen werden. Dies bedeutet, dass Ulbricht, selbst wenn er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt würde, nach etwa 20 Jahren Haft entlassen werden könnte.

Ich halte diese Einschätzung aber für übertrieben.
Die Darknet Händler und sogar Marktbetreiber wurden in Deutschland oft zu Strafen im Bereich 5 bis 7 Jahre verurteilt.

Knapp sechs Jahre Haft für Betreiber von Cyberbunker

Acht Angeklagte haben ein Rechenzentrum für Drogendealer und Betrüger unterhalten, nun sollen sie für Jahre in Haft: Der Prozess um den Cyberbunker ist mit ungewöhnlich hohen Strafen zu Ende gegangen.

An Ulbricht wurde/sollte ein Exempel veranstaltet werden um andere abzuschrecken, viele „westliche Demokratien“ sind nun mal nicht die tadellosen Rechtsstaaten wie sie es gerne behaupten.