Privatsphäre und Skalierung für Bitcoin: Was sind Federated (Chaumian) Mints?

Fedimint ist ein Protokoll, das die Verwahrung von BTC dezentralisiert und Bitcoin um Privatsphäre eigenschaften erweitert.

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Vertrauen reduziert Komplexität

Vielen Dank für diesen tollen Artikel, das war’s, was mir gefehlt hat.

Ich arbeite 24/7, wie auch viele Selbstständige und Unternehmer und bin darauf angewiesen Menschen und Strukturen, die von diesen geschaffen und unterstützt werden, zu vertrauen. In der Zusammenarbeit muss ich vertrauen, einfach weil ich endlich bin und mich leider nicht um alles kümmern kann.

Deshalb bin ich nahezu euphorisch begeistert, dass das Aufbewahrungsproblem mit diesen dezentralen online „Quasibanken“ eventuell gelöst werden kann. Hab ich doch richtig verstanden, dass auch hier Vertrauen nötig ist, dies aber auf ein erträgliches Minimum reduziert werde könnte?

Ein Gamechanger für die Dezentralität.

Fragen über Fragen…

  1. Zur Föderation
  • Was passiert, wenn die Föderation wegen Schlüsselverlust das Quorum nicht mehr erreichen kann?
  • Um das zu vermeiden: Wodurch wird sichergestellt, dass die Signatare noch im Besitz der Schlüssel sind? Wird der Schlüsselverlust sanktioniert? Gibt es eine Art keep-alive Signal, bei dem jeder Signatar kontinuierlich eine Nachricht signieren muss?
  • Falls ein Signatar einen Schlüssel verliert, müssen alle verwalteten Coins verschoben werden, um das intendierte Quorum wieder zu erreichen. Wer zahlt dafür?
  • Müssen die Schlüssel aller Signatare auf Hot Wallets liegen, oder ist da auch eine Cold-Wallet Lösung denkbar?
  1. Zu Kunden
  • Wie authentifiziert sich der Kunde bei der Föderation?
    a) Name/Passwort → Keine Sicherheit gewonnen
    b) Google, Facebook, Microsoft → lol
    c) lnurlauth → Dann kann der Kunde auch gleich selbst verwahren
    d) ??
  • Durch welchen Mechanismus gewinnt der Kunde an Sicherheit vor Verlust!?
  • Warum würde ich als Kunde lieber Token halten, als BTC, und was ist daran sicherer? Dann habe ich doch genau das gleiche Problem mit der Verwahrungssicherheit.

Bin noch nicht überzeugt, und würde das Konzept gerne besser verstehen.

P.S.: Die Bedingungen an die Signatare können natürlich nicht erzwungen werden, deshalb würde es wohl viele unterschiedliche Setups geben, sollte sich die Idee durchsetzen. Genau darin sehe ich aber eine große Gefahr. Anstatt dass die Kunden sich mit der Funktionsweise und der Sicherheit von self-custody beschäftigen müssen, müssen sie nun die Sicherheit möglicherweise konkurrierender Föderationen beurteilen. Das ist weitaus schwieriger, zumal sie sich wohl zusätzlich mit der self-custody der ausgehändigten Token befassen müssten. Ich raff’s nicht.

P.P.S.:
Zum Beispiel müsste ich als Kunde wissen, was der Unterschied zwischen Taproot Multisig und native Multisig ist, und warum ich nicht an eine Taproot Adresse senden sollte. Das wird doch nichts…

P.P.P.S.:
Im Gegensatz zu Bitcoin gibt es bei Fedimint keinen Konsensus über die Regeln. D.h. jeder der eine Föderation gründen möchte, könnte sich so nennen und seine eigenen Regeln definieren, ohne dass der Kunde den Regelsatz beurteilen kann. Wie wird dem vorgebeugt?

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Ja, hast du :slight_smile:

Hey da sind ein paar gute Fragen dabei, bei denen ich ebenfalls gerade nicht eine schnelle, gute Antwort bereit habe. Aber ich werde in den nächsten Tagen irgendwann sowieso noch mit Eric sprechen und versuchen mir deine Fragen beantworten zu lassen :slight_smile:

Kleiner Nachtrag: Kann aber evtl. auch noch bis nach dem Blocktrainer Event dauern, da einerseits ich, aber besonders er, recht beschäftigt ist.

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Interessanter Artikel, Danke. Ich musste allerdings eine Weile lesen, bis mir klar wurde, worum es letzten Endes geht und worin der Erkenntnisgewinn für mich liegen könnte. Im Grunde scheint es ein Modell zu sein, um Bitcoin via Derivat abzubilden.

Was mich begeistert:
Wenn ich einzigartiges Gold kaufe - und so betrachte ich BTC - kann ich große Probleme kriegen, wenn jemand das von mir weiß, der mir nicht wohlgesonnen ist. Wenn ich es eintausche, weil ich von irgendwas leben muss, ist die Sache nicht weniger gefährlich. Selbstverwaltung ist top, so lange ich das noch kann,… Nicht umsonst werden große BTC-Bestände von Vermögensverwaltungsgesellschaften gemanaged - was nichts für den alltäglichen Umgang ist.
Das Handling mit BTC muss einfacher UND sicherer werden. Einfacher bedeutet für mich, dass bestimmte Gefährdungspotentiale zu nehmen… Wenn der Umweg hierzu über eine Art Token geht, bin ich dabei. Bin gespannt auf die News zu den weiteren Entwicklungen - natürlich auch auf die Antworten zu den kritischen kyc-Fragen.

Bei der Föderation ist nicht von Kauf die Rede, sondern nur von Verwahrung. D.h. du müsstest immer noch deine Coins von dort, wo du sie gekauft hast in die Föderation geben. Es sei denn die Föderation ist ein Exchange, aber dann hast du wiederum keine Kontrolle über die Eingangstransaktion.

Das Argument der Komplexitätsreduktion kaufe ich nicht ab.

Hatte ich auch so verstanden, deshalb bin ich ja so gespannt, wie’s weitergeht.

Bitte bleib kritisch :+1:, denn ich kann nicht so tief in den Kaninchenbau, wie ich gerne würde :frowning:

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Da Eric leider krank ist, fiel das Interview kürzer als gedacht aus. Er hat mir aber gesagt, dass er sobald er wieder fit ist und Zeit findet, hier auf deine Fragen antworten wird @Makowski :slight_smile:

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