Ich glaube hier gibt es ein Missverständnis.
Eure Diskussionen entstehen, weil man versucht: ein dynamisches System mit linearen Prognosen und fixen Zielwerten zu bewerten.
Bitcoin kennt aber keine Ziel-Hashrate, keine Ziel-Fee-Quote oder Ziel-Preisverdopplung.
Bitcoin kennt nur Anreize, Kosten und Anpassung.
Oder anders gesagt: Bitcoin stirbt nicht, weil Erwartungen nicht erfüllt werden. Bitcoin ignoriert Erwartungen.
Ja, es gibt keinen Beweis, dass Fees zwangsläufig dominant werden. Und genau deshalb ist Bitcoin stärker, als viele denken (zumindest lese ich das aus einigen Diskussionen raus).
Was passiert also wirklich, wenn Einnahmen sinken, sei es durch Halving, niedrige Fees oder stagnierenden Preis?
Nicht die Miner sterben, sondern die ineffizientesten Miner hören auf. Das ist kein Ausnahmezustand, sondern der Normalzustand von Bitcoin seit 2009. Bitcoin ist so gebaut, dass es nicht davon abhängt, ob Fees heute 1 % oder 20 % der Block Rewards ausmachen. Miner entscheiden nicht ideologisch, sondern rein ökonomisch. Solange irgendein ökonomischer Anreiz existiert, existiert auch Mining.
Es gibt keinen Beweis, dass Fees dominant werden, das ist korrekt. Aber es gibt auch keinen Beweis, dass Bitcoin sie braucht, um zu funktionieren. Bitcoin garantiert keine Einnahmen, sondern nur Regeln. Sicherheit ist kein Zielwert, sondern ein Gleichgewicht. Fees müssen nicht steigen. Sie steigen nur dann, wenn jemand Finalität braucht. Und wenn niemand sie braucht, ist das kein Fehler, sondern ein Zeichen dafür, dass auch niemand dafür zahlen will. Sicherheit entsteht relativ zum Wert, der abgesichert wird, nicht absolut. Die andere Richtung ist Fiat-Denken.