Nachrichten in der BTC-Blockchain - Sinnvoll oder gefährlich?

Hallo zusammen,

@Blocktrainer spricht in einem seiner letzten Videos unter anderem darüber, dass im Bitcoin-Block 666.666 einige Transaktionen verschiedene Nachrichten enthalten (ca. ab Minute 12:30): https://www.youtube.com/watch?v=MJDl0HDDpCA&t=1923s

Ich habe mir mal ein paar Gedanken darüber gemacht, Transaktionen in der Bitcoin-Blockchain mit Nachrichten zu versehen, und würde diese gerne an dieser Stelle mit euch teilen: Mit Sicherheit ist das auf den ersten Blick eine nette Spielerei; auch die Möglichkeit, diese Nachrichten als Platz für Werbung zu nutzen, ist mit Sicherheit keine schlechte Idee (s. oben verlinktes Video).

Ohne jetzt irgendwas heraufbeschwören zu wollen, sehe ich aber auch einige Gefahren durch diese Thematik: Da die Nachrichten letztendlich unwiderruflich und für immer in der Blockchain gespeichert werden, könnten sich dort auch für immer und ewig Hassbotschaften, radikale politische Ansichten, Hetze gegen Minderheiten, Mobbing gegen konkrete Personen usw. verewigen (evtl. ist das ja sogar schon geschehen?). Ich persönlich fände es ehrlich gesagt gar nicht gut, wenn in der Zukunft meine „normale“ Bitcoin-Transaktion plötzlich zwischen Anfeindungen, Hassbotschaften usw. Platz nimmt. Und da es ja auch keine zentrale Instanz gibt, die gegen solche derartige Inhalte vorgehen könnte, ist diese Möglichkeit ja zumindest theoretisch nicht auszuschließen.

Ein weiterer Punkt, den ich zumindest als kritisch erachte: Normalerweise wählen die Miner die Transaktionen für ihren nächsten Block ja hauptsächlich nach der Höhe der jeweiligen Transaktionsgebühr aus - unabhängig davon, woher, von wem, und in welcher Höhe diese Transaktion kommt. Was wäre, wenn sich auf einmal ein Großteil der Miner / Miningpools auf eine Blacklist an Worten oder Nachrichten einigen würde, die die Miner nicht in die Blockchain schreiben wollen - sei es aus persönlicher, politischer oder anderer Natur. Wir hätten auf einmal einen Punkt in der Bitcoin-Blockchain, an dem eine Zensur einsetzen könnte. Natürlich ist das von mir beschriebene Szenario mit Sicherheit nicht so wahrscheinlich, aber gänzlich auszuschließen ist ja auch das nicht.

Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass die Nachrichten in den Transaktionen durchaus dafür sorgen, dass sich Bitcoin ein bisschen von dem entfernen könnte, was es eigentlich sein will: ein digitales Zahlungsmittel, frei für jeden nutzbar, ohne jegliche Zensur oder Ähnliches.

Wie seht ihr das? Übersehe ich bei meinen Überlegungen etwas Entscheidendes oder teilt ihr meine Bedenken? Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, falls ich mit meinen Gedanken komplett falsch liege… :slight_smile:

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Bitcoin hat das Mindestmaß der Meinungsfreiheit auf 80(40?) bytes gesetzt. Das ist unumkehrbar. Die Leute die denken, man könne in 80(40?) Zeichen etwas verbotenes ausdrücken, haben jetzt ein Problem.

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Wohl kaum. Werbung muss zum Kunden gebracht werden (optisch und/oder akustisch). Wer liest sich morgens statt der Zeitung die Blockchain durch?

  1. Wird nicht passieren; Geld schlägt Moral, und wie du schon richtig geschrieben hast, jeder Miner entscheidet selber.
  2. Dann wäre die BTC Blockchain nicht besser als FaZehBuck, JuTube & Co (Zensur). Wer entscheidet was moralisch verwerflich ist? Bei diesen zentralistischen Institutionen leider die mit Geld (um uns ihre Vorstellung von Moral aufs Brot zu schmieren). Bei BTC Gott sei Dank keiner.

Wieso? Ist sie deshalb weniger Wert?

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Du hast natürlich recht, ein geeigneter Kommunikationskanal ist die Blockchain für Werbung mit Sicherheit nicht. Im oben verlinkten Video (und auch hier im zugehörigen Blogeintrag) wird allerdings eine Nachricht in der BTC-Blockchain gezeigt, die durchaus Werbecharakter hat. Ohne diesen Eintrag in der Blockchain (und natürlich die Erwähnung im Video) hätte ich vermutlich persönlich noch immer nichts von dem entsprechenden Unternehmen / der Website gehört, so jetzt aber schon - Werbeziel erreicht :wink:

Nachvollziehbar. Aber rein theoretisch besteht die Möglichkeit ja trotzdem, dass es (aus welchen unwahrscheinlichen Gründen auch immer) dazu kommen könnte.

Definiere „Wert“… :smiley: Klar, der zahlenmäßige Wert meiner Transaktion bleibt unverändert. Aber angenommen es wäre so, dass sich die Blockchain mit Hassnachrichten und Ähnlichem füllt - will ich dann überhaupt ein Teil von so einem Netzwerk sein oder ist mir das egal? Ignoriere ich diese Nachrichten einfach, weil es im Großen und Ganzen bei Bitcoin um etwas ganz anderes geht? Ist denke ich etwas, bei dem die Antworten ganz individuell ausfallen könnten. Ganz abgesehen davon, dass sich der BTC-Wert in EURO oder USD zumindest kurzfristig tatsächlich verändern könnte, wenn auf einmal in den Medien groß angelegt über das Hassmedium Bitcoin-Blockchain berichtet werden würde (was sich natürlich niemand wünscht, dass es irgendwie zu sowas kommen sollte und auch nur sehr sehr unwahrscheinlich ist - mir geht’s lediglich darum, mal ein bisschen mit den Gedanken zu spielen, was theoretisch passieren könnte).

Eine kritik an der Blockchain ist ja das man zumindest theoretisch darin Dinge abspeichern könnte die in jeder Hinsicht ethisch nicht ok sind, Snuffvideos, Kinderpronographie, etc. Diese wären dort für immer und ewig gespeichert und für jeden abrufbar. Das wäre insbesondere für die Opfer in solchen Videos/Bildern etwas das eine Katastrophe wäre.
Hier stellt sich dann die Frage wie man soetwas unterbindet.

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Meinst du die Daten on-chain abspeichern, oder einen Link auf illegale Daten?

Interessantes Thema
Bitcoin ist wahrscheinlich von allen Dingen im Internet das zensurresistenteste und das ist auch gut so. Von Facebooks, Twitters, Youtubes und Googels die den Diskurs vorgeben und willkürlich nach eigenen oder politischen ermessen zensieren, shadowbannen, oder deplatformen gibt es mittlerweile genügend. Tatsächlich zensurfreie offene Plattformen gibt es allerdings nur wenige bis keine. Sogenannte Hassrede ist meiner Meinung nach zwar nicht schön, allerdings verstößt es jedoch gegen kein Gesetz und ist somit auch kein Verbrechen. Hass ist eine menschliche Emotion, ähnlich wie Freude Trauer oder Angst. Wer also Hass verbietet, verbietet auch ein Stück weit Mensch zu sein. Zudem ist die Gesetzgebung von Land zu Land unterschiedlich. Was bei uns justiziable Äußerungen sind z.B. Volksverhetzung ist in anderen freieren Ländern noch im Rahmen legitimer Meinungsäußerung die durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist. Bitcoin ist kein nationales sondern ein länderübergreifendes Projekt, an welche Gesetzgebung sollte sich BTC dann hier orientieren?

Bilder und Videos werden wohl trotzdem nicht auf der Blockchain landen. Blockgröße ist meines Wissens ca. 1 MB. Wenn man also ein kleines schlecht auflösendes Bild mit max. 1MB speichern möchte, müsste man den kompletten Platz in einem Block kaufen. Dies geht, wenn überhaupt nur dann, indem man unrealistisch hohe Minerfees bezahlt damit diese den Speicher nur an eine höchstbietende Person vergeben. Miner agieren meines Wissens nicht nach Moralischen Aspekten, sie picken die Transaktionen aus dem Mempool die ihnen die meisten Fees einbringen. Da sitzt niemand der das per Hand aussucht, sondern passiert Skriptgesteuert.

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Mein Post zu dem Thema ist erst vier Tage her und die Realität zeigt seitdem deutlich wie enorm wichtig Zensurresistenz ist und wie wichtig Bitcoin in Zukunft für uns alle sein wird.
Wer die aktuellen Geschehnisse rund um das Thema Wallstreetbets und Gamestop ein wenig mitverfolgt hat, der weiß wovon die Rede ist. Der Wallstreetbets Dicord-Server wurde zum Bespiel mit der vorgeschobenen Begründung „Hassrede, Gewaltverherrlichung und Fehlinformationen“ gesperrt. Was als Begründung lächerlich, fadenscheinig und zudem absolute Themaverfehlung ist. Ebenso wie die Tradingapps Trade Republic, Robin Hood und einige Weitere einfach auf Anweisung von oben den Handel mit dieser Aktie ausgesetzt haben.
Man sieht anhand dieses Beispiels deutlich wie man uns Meinungsfreiheit, Demokratie, freie Märkte usw. eigentlich nur wie in einer Art von Trumanshow vorgaukelt. Tatsächlich leben wir wie man in diesem Beispiel jetzt gerade gut sehen kann in einer Art Freiheitssimulation. Sollte der kleine Mann das Spiel doch irgendwie zu seinen Gunsten drehen können, werden kurzerhand die Regeln des Spiels geändert. Das gute an der Sache ist, das die somit erzwungenen Reaktionen immer dreister und offensichtlicher werden und die Leute anfangen zu begreifen was vor sich geht.
Dazu fällt mir folgendes Zitat ein:
„Wir können sie nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen.“

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Ich bin hier voll deiner Meinung - es ist kein Problem Nachrichten, Dokumente und Bilder auf mehrere Transaktionen aufzuteilen - wenn überhaupt eine Geldfrage. Das können diskreditierende Daten und Bilder sein, das kann Revenge Porn oder Kinderpornographie sein - das können Freaks sein, die das nutzen, oder Organisationen bis hin zu Regierungen. Ich halte das für ein ungelöstes Problem und auch wahrscheinlich - zumindest hier in Europa - rechtlich nicht mit Gesetzen, wie z.B. dem „Recht auf Vergessenwerden“ vereinbar.

Und wir sehen hier sogar Millionenklagen auf Firmen, wie Google und Facebook. Da ist die Europäische Union ziemlich hinterher und scheut sich auch nicht davor Firmen, die momentan denke ich noch größer in der Marktkapitalisierung sind als Bitcoin, rechtlich zu verpflichten.