Hohe Volatilität zerstört den Mythos des BTC als brauchbarer Wertspeicher/Inflationsschutz

Bitcoin soll genau das Gegenteil von dem machen, was alle glauben?

Wer sagt so was? Du? Oder zitierst Du jemanden, den keiner kennt?

Wenn man sich lange genug mit Bitcoin beschäftigt, macht man sich nicht in die Hose? Häh?

Wer gibt denn bei Bitcoin eine Meinung vor, die man dann einfach schluckt?

Sorry, aber ich hab keinen Plan was Du mir sagen willst.

Nicht böse gemeint, aber du scheinst auf jeden Panikzug mit aufzuspringen…

Also ja, wie ich in dem anderen Thread schon gesagt habe, die Volatilität führt zu folgendem Risiko:

  • Kurzfristig ist Bitcoin hoch Risikobehaftet
    • Wenn der Preis extrem schwankt und du deine Werte kurzfristig benötigst, dann kann der Marktwert zu genau diesem Zeitpunkt extrem ungünstig für dich stehen. Du musst deine Bitcoins aber verkaufen, egal wie schlecht der Preis ist.
  • Mittelfristig ist Bitcoin extrem sicher
    • Da der Preis extrem Schwankt und du dir den Verkaufszeitpunkt aussuchen kannst, bist du in der komfortablen Lage bei einem Tief einfach zu sagen: Ich warte auf das nächste Hoch
  • Langfristig ist Bitcoin wieder etwas Riskikobehafteter
    • die Zukunft in mehr als 10 Jahren ist eben extrem ungewiss und kann in jeder Hinsicht Überraschungen bieten

Wenn du also das Geld für dein Sohn in der nächsten Zeit benötigst, und der Zeitpunkt immer näher rückt, zu dem du die Bitcoins für ihn verkaufen musst, dann ist die Volatilität natürlich schlecht für dich weil du damit immer weiter in den kurzfristigen Bereich kommst. Solange du aber im mittelfristigen Bereich bist, z.B. weil du auch andere Reserven hast (Diversifikation), solange bist du auch nicht in der Zwangslage, bei einem Tief verkaufen zu müssen.

Ansonsten reden wir hier ja über die Vergangenheit mit der Annahme, dass du kein großer Marktteilnehmer bist (also deine Einkäufe den Marktpreis nicht beeinflussen). Bedeutet du kannst die Aussage deines Sohnes einfach nachprüfen indem du verschiedene Szenarien durchrechnest und schaust, wie sich verschiedene Allokationen auf die Assets ausgewirkt hätten. (Vorsicht, sowas kann sehr schnell zu Frust ausarten wenn man nachrechnet, wie viel reicher man hätte sein können, wenn man z.B. rechtzeitig Google oder Amazon billig gekauft hätte, aber zu diesem Zeitpunkt hatte man eben nicht die Info, dass diese Firmen groß durchstarten werden und damit ein extremes Risiko, das nur mit heutigem Wissen kein Risiko mehr ist.)

Aber du könntest deinem Sohn vorrechnen, wie groß sein Vermögen wäre, wenn du in Bitcoin, in Gold, in eine bestimmte Aktie oder sonstwas investiert hättest. Je nach Sparzeitbeginn sind das alles ziemlich verschiedene Werte, gerade weil nicht nur Bitcoin volatil ist, die Aktienmärkte sind es auch.

Ist das nicht völlig egal? Wozu brauchst du Helden die irgendwas sagen und warum erkennst du die Antwort nicht einfach als eine Antwort an?

Richtig oder Falsch kann die Aussage in jedem Fall sein, egal ob es von einer Autorität kommt oder nicht. Es ist und bleibt ersteinmal eine Einzelmeinung, die im Raum steht. Und diese Einzelmeinung wird nicht richtiger oder falscher, nur weil es eine Authorität gesagt hat.

Die Aussage von btcisme hat zwei Ebenen:

Einerseits kann man natürlich analysieren, wie sich der Markt verhält und damit versuchen Rückschlüsse zu ziehen, wie er sich in Zukunft verhalten wird, natürlich muss man dabei wie immer die entsprechenden Unsicherheiten (Fehlerbalken) beachten, was auch viele „Experten“ in diesem Analysebereich nicht tun (oder zumindest nicht zeigen und damit eine Exaktheit vortäuschen, die nicht vorhanden ist).

Andererseits hat der Bitcoinmarkt genau viele dieser Experten in der Vergangenheit Alt aussehen lassen. Viele sogenannten Ökonomen, Wirtschaftswissenschaftler oder Marktanalysten haben in der Vergangenheit mit ihrem Fiat-Mindset über Bitcoin gesprochen und dabei fundamentale falschaussagen getroffen und entsprechende fehlerhafte Preisvorhersagen getroffen. Alle Aussagen über Schneeballsystem oder „Bitcoin stirbt“ haben sich eben nicht bewahrheitet auch wenn man die Crashes als Blasenbildung ansehen kann, die bei jedem Zusammenbruch eines Schneeballsystems auftreten,.. aber eben auch bei Blasenbildung und damit sind Crashes eben ein notwendiges Kriterium aber kein hinreichendes Kriterium für ein Schneeballsystem. Und andere Aussagen wie „innerer Wert“ oder Bitcoin hat keine Rendite zeigen, dass das vielleicht gute Metriken in der Fiat-Welt sind, nicht aber für Bitcoin.

Und Blasen hat die Fiatwelt genauso: Dot-Com, Finanzkrise, KI-Blase,… alles Bereiche, die die Menschen zwar grundlegend brauchen und benutzen (Internet, Geld, KI usw) aber die vom Finanzwesen und Analysten (generell vom Markt) so hoch gejubelt werden, das diese Dinge kurzfristig absolut überbewertet sind. Das ist eben eine Folge davon, dass das normale Geld keine Wertspeicherfunktion mehr hat und die Menschen händeringend nach alternativen suchen. Je nach Versuch (Lego, Sammelkarten, Aktien, Immobilien, Gold,…) ist das mal mehr oder weniger erfolgreich.

Wenn du dich lange genug mit Bitcoin beschäftigt hättest, dann würdest du auf all diese Fragen selber eine Antwort liefern können und eben nicht auf irgendwelche Experten oder Laien angewiesen sein, die dir diese Fragen beantworten, aber denen du wieder vertrauen musst, dass sie dich auch richtig informieren und dir kein Scheiß verkaufen.

Die einfachste Philosophie, die Bitcoin lehrt ist: Mach dein Gehirn an und denk selber anstatt dich von Anderen beraten zu lassen.
Denn du alleine weißt am besten, was für dich wirklich gut ist und was für dich ehr schlecht ist. Alle anderen (selbst ich) müssten das für dich abschätzen und dabei eigene Erfahrungen auf dich projizieren. Das kann gut gehen, muss aber nicht. Und vorallem bleibt das Risiko, dass du dabei von den Anderen ausgenutzt wirst.

Wer Bitcoin verstanden hat, der kennt die Vorteile von Bitcoin, aber auch die Nachteile. Wer Bitcoin verstanden hat, der weiß, wie man es einsetzen muss und wie nicht. Wer Bitcoin verstanden hat, der weiß, wie Bitcoin für das eigene Leben hilft und an welchen Stellen es eben nicht hilft. Und vorallem: Wer Bitcoin verstanden hat der weiß, was er selber tun kann, welchen Einfluss er selber auf die Welt hat und wo er keinen Einfluss hat.
Und mit all diesem Wissen kann man eben besser durch die Welt gehen als wenn man dieses Wissen nicht hat und von sogenannten Experten abhängt, die einem damit vorschreiben können, wie man zu leben hat. Das ist die Freiheit, die einem Bitcoin bringt: Eigenverantwortung.

Und wer verantwortungsvoll gegenüber das eigene Ich ist, der ist auch gegenüber der Welt deutlich entspannter. Einfach weil für viele der auftretenden Probleme in der Welt ein Plan B bereit steht, der sich im Vorfeld schon überlegt wurde oder einfach nur deswegen besteht, weil man Reserven angelegt hat (Sicherheit bzw. Wohlstand), auf die man notfalls zurückgreifen kann.

Gerade weil Bitcoin als Wertspeicher dazu da ist, solche Reserven aufzubauen, gerade deswegen zieht es auch sehr viele Menschen an, die dieser Sicherheit haben wollen. Aber klar hat diese Sicherheit Grenzen, die man kennen muss, z.B. einen Preis, den man bezahlen muss oder die Volatilität, die man einplanen muss.

Es gibt da draußen sehr viele sogenannte NPCs, die ihre Meinung einfach unhinterfragt z.B. aus den Mainstreammedien bekommen und diese Medien haben in der Vergangenheit eindeutig gesagt: Bitcoin ist ein Energieverschwender, Bitcoin ist ein Schneeballsystem, Bitcoin ist Rechtsextrem…

Wer also keine Ahnung von Bitcoin hat, aber laufend diese Attribute über Bitocin hört, … Was meinst du wird er über Bitcoin denken?

Dazu kommen all die Finanzleute, die den Menschen ihre teuren Sparpläne verkaufen wollen weil sie durch einfache Bitcoinverkäufe keine langfristigen Gewinne mehr haben. Sie können den Menschen also nicht mehr so einfach ihre gesparten Werte abnehmen.

Bitcoin geht also vielen Menschen gegen den Strich. Der Staat wehrt sich, weil Bitcoin die Steuereinnahmen senkt (wer nicht über ein Finanzplan spart, der zahlt auch weniger steuern als wenn er das Geld ausgeben (zirkulieren lassen) würde). Gerade Linke zeigen, dass sie einen großen mächtigen Staat wollen. Aussagen wie: „Das Geld der Reichen steht uns zu“ oder „durch Schwarzarbeit entgehen dem Staat Millionen einnahmen“ stehen ja nicht ohne Grund dieser Aussage gegenüber: „Steuern sind Raub“. Bitcoin widerspricht schon als Grundeinstellung den Allmachtsfantasien von Links und Rechts.

Aber auch ohne angenommene Staatspropaganda gilt im Kleinen: Bitcoin kann verifiziert und überprüft werden, man muss also keinen Experten glauben, wenn man das nicht will sondern man kann seine eigenen Schlüsse ziehen weil es in jeder Hinsicht nachvollziehbar ist. Es gibt keinen Punkt bei Bitcoin, an dem (über die normale Realität hinaus (z.B. ungewisse Zukunft)) irgendwelche annahmen getroffen werden, die man nicht selber überprüfen. Und genau das unterscheidet Bitcoin von Religionen, wo man solche Punkte immer findet und mit Gott oder Glauben verdeckt.
Trotzdem gibt es eben auch immer wieder Falschaussagen und aus dem Lärm von Aussagen muss man sich eben diejenigen aussuchen, die einem selber am besten vorran bringen.

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Genau das gleiche passiert auch permanent mit den “klassischen Wertespeichern”. Ich wüsste nicht, warum Bitcoin hier anders ist. Aktien, Gold, Rohstoffe etc. haben auch immer mal wieder ordentlich Dips. Manchmal mehr manchmal weniger.

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