Hauptgrund warum Gold wertvoll ist?

Hallo Leute,

Ich weiß das hier ist kein Gold Forum aber ich denke mal dass dieses Forum hier das einzige sein wird wo ich gute Antworten bekomme.
Ich hatte eine Diskussion mit einem Kollegen und habe gesagt, dass ich glaube der Wert von Gold kommt zu 75% davon, dass Gold ein guter Wertespeicher ist da es selten ist. Er kam mit dem Argument das Gold so wertvoll ist da man daraus Schmuck machen kann. Ich sagte das dies nicht mal 10% des Wertes ausmachen würde. Leider finde ich nirgendwo Studien oder Belege oder Artikel die meine Argumente bestärken könnten.
Lag ich falsch? Woher kommt der Wert von Gold wirklich? Hat hier jemand gute Argumente oder gute Quellen dich ich ihm zeigen kann?

Ich hab zwar keine direkten Quellen, aber spontan würde ich dir recht geben. Am besten du schaust dir ein Stock-to-flow Diagramm an. Also Grafen wo der gesammte Goldbestannt aufgelistet ist und angezeigt wird, wie sich dieser Bestand über die Zeit ändert.

Es kommt Gold hinzu wenn es irgendwo Minen gibt die das Gold abbauen oder verlorengegangenes Gold gefunden wird (versunkene Schiffe oä.) und es geht Gold verloren durch wirkliches verlieren oder durch Verarbeitung (Schmuck, Elektrotechnik,…)
Diese Diagramme sind meistens ein Indikator wie selten ein Gut wirklich ist.

Wenn du dich fragst, wie der Wert einer Wahre entsteht, dann würde ich sagen dass sich der Wert aus zwei Teilen zusammensetzt: Zum einen wie Anstrengend es war diese Wahre zu erschaffen (Eine Art Beweis der Energie und Zeit, die in die Produktion geflossen ist und beim Verkauf als Aufwandsentschädigung gezahlt wird) und einen ideologischen Wert.
Der Ideologische Wert kann für jeden Menschen unterschiedlich sein (ein Foto eines Freundes ist meist nur Wertvoll für die Bekannten des Freundes) und hängt davon ab, welchen Nutzen jeder diesen Gegenständen zuspricht. Für Gold ist zB. ein Nutzen dass man es fast überall in andere Gegenstände wieder umtauschen kann (die Funktionsweise von Geld) aber es ist auch ein Rohstoff zum Weiterverarbeiten.

Du fragst dich also welche weiteren ideologischen Werte es geben kann die Gold einen Wert geben und versuchst diese zu Gewichten. Äußerst schwierig zu beantworten meiner Meinung nach, da warscheinlich einen Industriellen Schmuckhersteller eine andere Antwort geben wird als ein Börsenspekulant.

Auf der Anderen Seite wird der Wert gemessen in Geld durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das bedeutet dass alle Menschen, die Gold kaufen wollen zusammenkommen und mit den Verkäufern unabhängig ihrer Gründe einen Preis ausmachen. Ich weiß nicht ob es Statistiken darüber gibt, warum jemand Gold gekauft hat, aber sollte man so eine Befragung machen, dann könnte man hinterher sagen wie der Durchschnittswert des Goldes zustande kommt, zB 50% Geldanlage, 10% Schmuck, 5% Elektro, … was es auch immer für Gründe gibt.
Diese Gewichtungen kann auch bezogen auf 1) den Wert des Goldes, 2) auf das Volumen des Goldes oder 3) auf die Anzahl der Käufer (unabhängig der Menge) variiren.

Wenn das herkömmliche Geld inflationiert wird und es immer mehr Menschen in Gold tauschen, dann steigt der Goldpreis bei gleichem Angebot und wenn man davon ausgeht dass die Goldverbraucher auch nicht auf einmal mehr Gold brauchen, dann geht der Prozentsatz vom Anlagewert hoch. Wird nicht auf Gold spekuleirt dann kann es sein dass der Schmuck-Wert des Goldes höher ist.

Wenn man aber sich mal die Zahlen anschaut an dem Gold, was nur in einem Tresor vor sich hin schimmelt, was ja wahrscheinlich nur eine Anlage ist es vielleicht irgendwann mal zu verkaufen, dann ist wahrscheinlich der Anlagewert vom Gold am höchsten.

3 „Gefällt mir“

Hallo,

Viele Bitcoiner nehmen an, dass Gold seine Bedeutung als Wertspeicher verlieren, und darin durch Bitcoin ersetzt werden wird. Ob das passiert oder nicht, das Gedankenmodell genügt, denn an den Eigenschaften von Gold hätte sich dabei ja nichts geändert. Es wäre immer noch ein seltenes Edelmetall.

Was bedeutet das für die Frage, welchen Wert Gold hat? Hat es überhaupt einen Wert?

Meiner Meinung nach wird Wert oft mit Preis verwechselt. Oft lese ich dann sowas wie: „Bitcoin ist gerade 30.000 Dollar Wert“. Das ist Unfug, denn diejenigen, die bei einem gewissen Preis kaufen wertschätzen das Gut offensichtlich stärker und diejenigen die verkaufen, wertschätzen es weniger. Die Marktteilnehmer haben also unterschiedliche Wertvorstellungen oder Bewertungen einer Sache. Der Preis ist das, was am Markt entsteht – durch die Kommunikation von Wertvorstellungen.

Daraus folgt, dass Wert immer subjektiv ist. Es gibt nicht den Wert. Es gibt Wertvorstellungen/Präferenzen, es gibt Handel und es gibt daraus resultieren Preise. Aber es gibt keinen allgemeinen oder intrinsischen Wert.

Deine Frage würde umformuliert dann so lauten: „Warum wird Gold von vielen Marktteilnehmern hoch bewertet?“

Meine kurze Antwort darauf lautet: Weil sie Bitcoin nicht verstanden haben.

6 „Gefällt mir“

:joy: ja tatsächlich glaube ich das auch ein wenig. Dennoch ist Gold etwas anderes. Warum nicht beides haben? Satoshies kann man nich anfassen…

Ich glaube dem Gold muss man eben einfach lassen, dass es so eine lange Geschichte hat und ihm fast jeder auf der Welt einen hohen Wert zuspricht. Ich glaube vor allem weil Gold im Fiatwert über Jahrzehnte immer stetig aufwärts ging, gibt den Menschen die Sicherheit, dass dieses eigtl. ziemlich sinnlose Metall einen gewissen Wert hat. Man weiß, dass duzende Staaten Goldreserven für den Fall der Fälle halten. Auch das gibt Sicherheit. In der Industrie wird es ein bisschen gebraucht und natürlich in der Kunst (Schmuck).
Auch ich verstehe den Wert von Gold, wenn ich es in den Händen halte. Es ist einfach ein magisches und besonderes Stück „Erde“. Mein Schaaaatz :sweat_smile:

Aber nehmen wir mal an Gold würde jedes Jahr um 50% inflationieren, dann glaube ich nicht das Gold noch ein Market Cap von 11T$ hätte, sondern eher 1T$ oder noch weniger? Was meint ihr dazu?

Unter dieser Annahme wäre das vielleicht möglich, aber es ist nicht abzusehen dass Gold so inflationiert. Dazu müssten schon gigantische Vorkommen entdeckt werden wo sich die frage stellt, warum diese Vorkommen nicht schon früher entdeckt wurden? Und die Chance dass ein Komet aus purem Gold hier abstürtzt ist zwar da aber halte ich doch für unwarscheinlich.

Mann könnte hier auf den Wert von Silber oder Kupfer schauen, bei so hoher Inflation sinkt natürlich der Wert.

Bei 50% pro Jahr wäre das Zeug gar nüscht wert :sunglasses:

Ansonsten besteht der Wert sicher aus einem Zusammenspiel von Eigenschaften, die sich über Jahrtausende als vorteilhaft herausgestellt haben: selten, unvergänglich, sieht gut aus und fühlt sich gut an sowie beliebig teilbar. Das bisschen Industrieanwendung spielt kaum eine Rolle und Schmuck macht man draus weil es wertvoll ist, gut aussieht und nicht rostet :innocent:

Dann ändern sich die individuellen Bewertungen der Sache. Der Rest folgt analog:

Also könnte man behaupten dass ca. 80% des Wertes von Gold daher kommt, dass es ein guter Wertespeicher ist?

Wenn es so wäre, würden sich vermutlich viel mehr Leute auf die Goldsuche machen oder in Minen investieren.
Ich denke (ohne es recherchiert zu haben), dass ein Großteil die Kosten der Goldsuche sind.
Wenn man sich anschaut, wie aufwendig die Gewinnung ist… Wie beim Bitcoin wird auch bei der Goldsuche viel Energie investiert.

Ich denke Gold hält seinen Wert weil es nicht viel davon gibt, es nur mit viel Aufwand gewonnen werden kann und weil es nicht künstlich hergestellt werden kann.
Es hieß mal, für eine Unze Gold bekommt man immer einen Top Maßanzug. Das hat sich über Jahrhunderte so fortgesetzt, unabhängig davon was wir grade für eine Währung hatten.

Um das zu sagen müsste man wissen, was die Marktteilnehmer denken – also ob ihre Motivation der Wertspeicher ist.

Etwas Seltenes ohne Nutzen hat auch keinen Wert.

Der Nutzen kann aus der simplen Tatsache entstehen, dass das nutzlose Seltene als Währung benutzt wird. Das ganze Konstrukt wäre aber durch den „künstlich“ erschaffenen Nutzen allerdings sehr fragil, daher sollte man besser einen echten Nutzen anführen können.

Der einzige echte Nutzen von Gold ist in der Industrie (Schmuck, Elektronik, etc.). Wobei der Nutzen als Schmuck eher weniger von Bestand sein könnte. Diamanten kann man z.b. ja schon künstlich herstellen, und für goldenen Schmuck braucht man nur eine Goldschicht, nicht mehr. Der restliche „Nutzen“ von Gold ist ja komplette Subjektivität der Leute, die in Gold etwas wertvolles sehen wollen.

Bitcoin hat dagegen potenziell unendlichen Nutzen, da es Software ist, daher unendlich biegbar und erweiterbar. Edit: und durch PoW und Foundermythos nicht replizierbar

1 „Gefällt mir“

Na, also wenn du behauptest, dass Gold keinen anderen Nutzen hat als es für Schmuck zu verwenden oder als Kontakte in der Industrie,…

Dann hätte Bitcoin genauso keinen Wert, denn Bitcoin kann man nichtmal dafür verwenden, trotz all seiner Software usw.

Natürlich gibt es für viele Menschen das Bedürfnis zu Sparen, also ihre Arbeitzeit in Dinge zu investieren von denen sie sich später, wenn sie mal keine Lust haben zu Arbeiten oder es nicht mehr können andere Leute bezahlen können. Und diesen Nutzen erfüllt Gold genauso wie Bitcoin. Das Verhalten/System nennt man dann Geld und erhöht intrinsisch den Wert der Gegenstände, rein ideologisch.

Der Nutzen von seltenen Gegenständen liegt darin zu wissen, dass man sie auch verkaufen kann. Ein Künstler zB. erstellt sehr viele Einzigartige Gegenstände, Bilder oä. Aber nur wenn es eine Nachfrage dafür gibt (zb. Rembrands oder Monets) dann kann man diese Bilder auch als Geld verwenden. Ansonsten stirbt der Künstler wie die Meisten halt verarmt. Was aber mit diesen Beispiel deutlich wird ist, dass der überhöhte Wert der Bilder lediglich mit dem Glauben getrieben ist diese Bilder auch wieder verkaufen zu können. Stellt sich herraus, dass eine Künstlerin nur ihr Kleinkind über die Leinwand laufen lässt, dann kann die Blase auch schnell wieder platzen… Wo wir wieder bei den Beispielen von NFTs sind.