Ist Regenwetter denn jetzt objektiv gut oder schlecht?
Das ist selbstverständlich nicht objektiv.
Aber die Tatsache, dass da etwas ist, was man Regen nennt, selbst das wird ja mittlerweile von vielen bezweifelt.
(Wobei Regen jetzt nur ein Platzhalter für andere Dinge ist. ;))
Also ich verstehe jetzt deine Frage nicht, war die ernst gemein?
Wenn es beispielsweise regnet, dann kann ich sagen “Tolles Wetter, was für ein Glück für mich, dass es heute regnet.” Es ist mir egal, ob 90% der Menschen bei Regen schlechter gelaunt sind. Meine Realität ist gutes Wetter.
Ich war mal mit einem Freund im Harz wandern, nachdem der Borkenkäfer dort den ganzen Wald zerstört hat. Ich fands richtig cool und habe den Ausflug geliebt. Mein Freund fand es total kacke und hatte viel weniger Spaß in der “trostlosen Gegend” zu sein.
Wenn man sich zu stark von außen beeinflussen lässt, dann kommt man glaube ich schnell in die Opfermentalität. Dann denkt man “..weil XYZ “objektiv” schlecht zu mir war (das würden 9 von 10 so bestätigen), geht es mir jetzt so schlecht.”
Jemand, der sich nicht als Opfer sieht, ist kein Opfer. (vielleicht ein Hot Take)
Ja, du kannst das sicher so sehen. Aber nur weil sich die Realität für dich so und so anfühlt, ändert das ja nicht die Realität. ;)
Würde ich dir jetzt so entgegenhalten. Also du wirst trotzdem nass wenn im Regen rumläufst, auch wenn du das als nicht negativ empfindest. ;)
Und um den Bogen zu Matrix wieder zu spannen, du kannst da natürlich alles mögliche reininterpretieren, aber “Realität” wird ja trotzdem sein, dass es da eben nur eine bestimmte Deutung für gibt.
Nass ist halt nass. Und wenn jemand nun ankommt und meint, nein, nass ist trocken oder nass ist salzig oder nass ist grün…dann wird er entsprechend von anderen Menschen wahrgenommen.;)
Wer ist denn in der Realität reicher? Jemand der glücklich ist und weniger Geld und dafür viele Freunde hat oder jemand der viel Geld hat, aber nicht glücklich und einsam ist.
Ich würde nicht sagen, dass es für Reichtum nur eine objektive Deutung gibt. Man kann sagen Person A hat mehr Geld als Person B, aber Zeit, Familie, Gesundheit, Erfüllung, spielt ja alles mit hinein.
Oder wer ist freier? Ein Mann im Gefängnis, der nichts zu verlieren hat oder der 0815 deutsche Bürger, der sich von einem Brief vom einer Behörde bis ins kleinste Detail kontrollieren lässt, aber dafür nicht im Gefängnis lebt?
Es gibt eine physische Realität. Das meinst du glaube ich. Das würde ich auch sagen.
Charles Manson meinte auch, er sei frei, als man in einsperrte:
Das ist auch bis zu einem bestimmten Grad durchaus nachvollziehbar, aber das ist ja nicht das, worum es geht.
Hier geht es ja “nur” darum, dass man sicherlich Matrix deuten kann wie man will, aber Deutungen sind eben zu belegen. Andernfalls können sie eben auch “falsch” sein. Also man kann nicht einfach alles hineininterpretieren, also kann man schon, aber dann wird eben die Konsequenz sein, dass andere sagen werden, dass das falsch sei.
Also keine Ahnung, ich verstehe nicht, wie man das so aufladen kann.
Alle deine Punkte sind mir natürlich bekannt.
Allerdings hast du die meisten nicht zuende analysiert.
Ich habe gerade intern bei uns meine Antworten dazu mitgeteilt, werde es aber öffentlich erst nach dem Matrix Event machen.
All die genannten Punkte (und noch mehr) sind Teil von den Dingen, auf die ich eingehen werde beim Event.
Und was ist, wenn beides richtig ist?
Es gibt eine Reale objektive Welt, die wir aber nur über unsere Sinnesorgane subjektiv wahrnehmen können.
Da gab es doch mal einen Philosophen, der gesagt hat, dass wir nur die Schatten sehen, die Projektion von irgendwelchen Objekten aus der realen Welt.
Wir können durch unsere Sinnesorgane eben nur diese „unscharfen“ Projektionen erkennen und müssen aus diesen subjektiven Informationen auf die „richtige“ realen Welt schließen.
Der Film ist also das eigentlich „Reale“. Wir können nicht einfach leugnen dass es diesen Film gibt und dass die Szenen farbige Pillen zeigt.
Aber was wir da hineininterpretieren, was wir also mit diesen Informationen machen, das der Film zeigt, das ist völlig subjektiv allen Zusehen selber überlassen.
Ja, das sage ich doch die ganze Zeit.
Das stimmt halt aber auch nicht. Also man muss das schon am Film selbst zeigen können, was man da hineindeutet. Wenn du z.B. sagst in Matrix geht es, um was weiß ich, außerirdische Pinguinmenschen, dann kannst du das sagen, aber solltest auch in der Lage sein, das aufzuzeigen. Und das kann man nicht plausibel aufzeigen, weil es darin nicht darum geht.
Also dann stimmt offenbar mit der Wahrnehmung desjenigen der das sagt ganz objektiv etwas nicht.
Lustige Erkenntnis. Hast recht, das ist tatsächlich so in den Filmen. Das werd ich jetzt sicher auch nicht mehr aus dem Kopf bringen. ![]()
Genau da kommt der „Common Sense“ ins Spiel: Wenn alle Anderen was Anderes wahrnehmen, dann wird diese andere Wahrnehmung zum „Common Sense“.
Was meinst du: Ist das, was jemand mit Wahnvorstellung wahrnimmt real oder nicht? Und vorallem ist es für diesen Wahnsinnigen Real oder nicht?
Ob es Real ist oder nicht kann man eben nur mit Sicherheit sagen können, wenn man diese Informationen mit anderen Sensoren (Menschen) abgleichen kann. Und auf diesem Meinungsmarkt bildet sich dann der „Common Sense“ aus.
Zu Ende gedacht gibt es dann gar keine Realität. Ab wieviel “Common Sense” wird denn etwas real?
Hast du mir gerade real geantwortet, bilde ich mir das nur ein oder braucht es dafür noch die Zustimmung der ganzen Forenteilnehmer und darüber hinaus bevor deine Antwort an mich dann real wird?
Also….man kann es auch übertreiben. ;)
Wenn es gar keine Realität geben würde, dann würde es auch kein Wissen oder Informationen geben, du hast komplett recht. Und daraus kann man schließen (mit der Hoffnung dass wir wirkliche Informationen haben), dass es eine Realität geben muss.
Was besseres als diesen Glauben kann es aber nicht geben, wir müssen nunmal unseren Sinnesorganen vertrauen können.
Am Ende ist die wichtigere Frage meiner Ansicht nach eben inwiefern die persönliche Wahrnehmung von der Realität mit der Realität übereinstimmt.
Je höher die Übereinstimmung desto funktionabler ist man, desto angepasster, desto weniger Probleme hat man usw.
Und das ist dann auch der Unterschied zwischen Wahrnehmungsgestörten (meine ich nicht despektierlich) und “normalen” Menschen. Letztere kommen halt besser klar, erstere nicht.
Ja, dem kann ich nur zustimmen:
Jeder Mensch bildet sich (über den Input seiner Sinnesorgane/Sensoren) ein Weltbild. Und genau hier kommt die Evolutionstheorie ins Spiel: Je besser das „innere Weltmodell“ mit der Realität übereinstimmt, desto bessere Entscheidungen kann dieses Individuum treffen. Und bessere Entscheidungen führen eben zu einer besseren Überlebenschance, zu mehr Wohlstand, zu einem einfacherem Leben…
Beispiel: Das Aufstehen aus dem Bett. Wenn man sich dabei einen Fuß stößt, dann hat die Realität nicht mit dem Weltbild übereingestimmt: Die Bettkante war an einer anderen Position als man „gedacht hat“ und als Folge hat man hat seine Muskeln nicht korrekt positioniert. Im Normalfall sind solche kleinen Abweichungen nicht so problematisch, aber Fehler können eben sehr schmerzhaft und damit lehrsam sein (Sein inneres Weltbild zu verbessern). Aber das ist eben ein Abgleich mit der Realität.
Dazu passt auch das Wort Enttäuschung. Man kann nur enttäuscht werden, wenn man zuvor getäuscht war, bzw ein falsches Bild von der Welt hatte.
Dazu muss ich mal ein bisschen weiter ausholen, aber habe gerade gar nicht viel Zeit.
Du könntest dich mal damit beschäftigen, dass der Verstand der Teil ist, der die Welt unterteilt in Worte und in Dualität. Deiner Meinung nach gibt es auch ohne den Verstand eine Welt in dem getrennte Dinge existieren. Da muss man ein bisschen drüber nach denken, aber da komme ich ganz klar zu dem Schluss, dass die Wirklichkeit an sich Non-Dual ist und erst der Verstand erschafft die Trennung und Dualität. Der Verstand ist wie ein Skalpell, welches alles in immer kleinere Teile unterteilt und dabei nicht merkt, dass es diese getrennten Einzelteile nur durch den Verstand gibt.
Ja, da muss ich auch erst drüber nachdenken. ;)
Interessanter Einwand. Aber ich glaube, diese Analogie darf man nicht zu ernst nehmen. Man extrahiert aus dem Film eine gewisse Grundidee und nutzt das dann wie so eine Art Meme. Die Analogie bedeutet nicht, dass man komplett an der ganzen Filmreihe/Erzählung andockt.
Der Film Matrix selbst ist ja auch nur eine Interpretation der Simulationshypothese, die weiter zurückgeht.
Kennt das eigentlich jemand?
Ist mir gestern noch eingefallen, dass es den Knechtel ja auch noch gibt. ;)