Forschungsbericht: Bitcoin-Mining als die Lösung für das Methanproblem?

In einem neuen Bericht erklärt der Aktivist Daniel Batten, wie das Bitcoin-Mining das Methanproblem der Umwelt lösen und zur Erreichung der Klimaziele beitragen kann.

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Pssst, bloß nicht die Medien, Politiker und Greenpeace davon wissen lassen. Sonst kriegen die Depressionen, wenn ihr Haupt-FUD-Argument nicht mehr zieht, ja Bitcoin-Mining potentiell sogar carbon-negative werden kann.

Und zum Thema „könnte man sicher anderweitig besser verwenden“: 2/3 aller Deponien in den USA haben KEINE sinnvolle Verwendung für das freigesetzte Methan. Ab sofort haben die einen finanziellen Anreiz, es zu verwenden.

Nachdem @Holger heute auf sich warten lässt, übernehme ich mal…

Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass Bitcoin genau wie andere Verbraucher einen sinnvollen Energie-Aufwand darstellt.

Wenn man aber argumentieren möchte, dass Bitcoin sogar einen „Klima-Nutzen“ leistet, sollte man vorsichtig sein. Unter diesem Aspekt stellen sich mir hier schon einige Fragen:

  • Es wird von Methangas aus Landwirtschaft, Mülldeponien und Ölfeldern gesprochen. All dieses Gas gelangt durch die Menschen überhaupt erst in die Atmosphäre.
    Eine anschließende Verbrennung führt also zu einer Abschwächung des Problems, nicht zu einer „CO₂-negativen“ Bilanz. Man sollte also m.E. das Bitcoin Mining nicht isoliert betrachten und behaupten es wäre CO₂-negativ.

  • Das simple Verbrennen all dieses Methans zu CO₂ würde die klimaschädliche Wirkung auf die Atmosphäre angeblich um den Faktor 20 verringern. Im Artikel steht:
    „Zwar versuchen die Unternehmen das Methan zu verbrennen und damit das in die Umwelt abgegebene Methan zu reduzieren, allerdings liegt die Effektivität des Verfahrens nur bei 92%. 8% des Methans werden folglich an die Umwelt abgegeben.“
    Erstens ist mir nicht klar, warum bei der Verbrennung des Methans zum Zwecke des Bitcoin Minings die Effizienz höher als 92% ist.
    Zweitens sieht es in der Tabelle im Artikel von Daniel Batten eher so aus, als wäre die Profitabilität das Problem. Ich kann mir vorstellen, dass gerade auf Deponien und in der Landwirtschaft das Auffangen und Verbrennen des Methans recht kostspielig ist.

  • Bei gestrandeter Energie leistet Bitcoin bzgl. Reduktion der klimaschädlichen Gase einen wirklichen Mehrwert. Schließlich kann man so mindestens einen Teil der Kosten für die Methan-Verbrennung kompensieren.
    Bei Deponien und Landwirtschaft ist mir allerdings unklar, warum der Strom nicht stattdessen einfach ins Netz eingespeist wird. Teilweise ist dies ja auch schon der Fall.

Vielleicht kann man diese Fragen aber auch recht einfach auflösen.

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Weil das Verbrennen in speziellen Vorrichtungen zur Stromerzeugung eben effizienter ist, als das bloße Abfackeln.

Aus: Exxon Mobil will Pilotprojekt für Mining mit überschüssigem Gas ausbauen - Blocktrainer

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Meine Kritik bezieht sich wie oben geschrieben nur darauf, dass ich Bitcoin in diesen speziellen Fällen nicht als Klima-Retter darstellen würde. Nur bei der gestrandeten Energie auf fernen Ölfeldern kann man das m.E. so sehen.

Ok, so etwas habe ich schon vermutet.

D.h. man könnte auf den Ölfeldern eine wahnsinnige Menge an Treibhausgas(-Wirkung) einsparen, wenn man das Methan nicht billig abfackelt, sondern kontrolliert und effizient. Ob ein Verbraucher dranhängt spielt dafür erst einmal keine Rolle.
Durch angeschlossene Verbraucher wird allerdings Geld verdient, so dass die Erzeuger des Methans überhaupt erst bereit dazu sind, das Methan vernünftig zu verbrennen.

Komplett unabhängig von Bitcoin (und natürlich eurem Artikel :slight_smile: ) ist das alleine eine Sauerei. Ich hätte die Öl-Konzerne schon längst dazu verdonnert, das Methan bestmöglich zu verbrennen.

Dass man die erzeugte Wärme dann für Mining einsetzen kann, ist in jedem Fall eine tolle Sache. Damit wird schließlich Energie genutzt, die sonst verpufft wäre, da man evtl. weit weg von Stromnetzen ist.
Wenn man die Konzerne also nicht sowieso in der Pflicht sieht, kann man sagen, dass Bitcoin hier die Treibhausgase reduziert. Der Einfluss von Bitcoin alleine wäre an dieser Stelle also tatsächlich CO₂- bzw. Treibhausgas-negativ.
(Kontrolliertes Verbrennen ohne Mining würde jedoch insgesamt noch weniger Treibhausgas erzeugen, außer ein Teil des aktuellen Finanzsystems fällt durch Bitcoin weg. Und überhaupt keine Ölförderung würde an der Stelle gar kein Treibhausgas freisetzen.)

Bei Deponien und in der Landwirtschaft ist mir der Bitcoin-Vorteil jedoch nicht klar. Den Strom hätte man doch auch vorher schon einspeisen können.

Kann es sein, dass eine Netz-Einspeisung nicht einmal die Kosten für das Methan Auffangen und Verbrennen kompensiert hätte? Aber dass bei den hohen Bitcoin-Kursen und knapper Mining HW vor einiger Zeit das Mining einfach viel rentabler als schlichte Einspeisung war?
Das würde aber bedeuten, dass sich bei sinkender Kurs-Volatilität und steigender Effizienz des Mining Marktes (z.B. höhere HW Verfügbarkeit) in Zukunft das Mining mit solchen Abfallgasen noch weniger lohnen wird als die Netz-Einspeisung.

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Du gibst Dir im Prinzip selbst die Antwort.

Auch auf den meisten Deponien ist es bislang schlicht nicht wirtschaftlich gewesen, das Methan für Warme- oder Stromerzeugung zu nutzen und zu verwenden. Es wurde versucht, die Deponiebetreiber über Regulation dazu zu bringen, das entweichende Methan aufzufangen und zumindest zu verbrennen (flaring). Dass dieses Regulationsbestreben nicht zum (schnellen) Erfolg geführt hat, zeigt sich daran, dass 2/3 aller US-Deponien Methan noch immer nicht nutzen.

Vespene Energy als einer der Vorreiter in den USA zahlt den Deponiebetreibern einen kWh-Preis zwischen 1 und 4 Cent, variabel je nach aktuellen Marktgegebenheiten (u.a. aktueller Bitcoin-Preis, Hashrate-Anteil etc) um somit sehr flexibel hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit zu sein. Ist der Bitcoin-Preis relativ niedrig, wie aktuell, kostet die Energie nur 1 Cent und viel unrentablere Miner müssen sich vom Markt verabschieden. Die Hashrate sinkt und damit steigt auch wieder der Anteil von Vespene.

Finanzielle Anreize wirken nunmal besser und schneller als jedwede Regulation, insbesondere wenn es sich für alle Parteien lohnt.

Sofern nun vormals in die Atmosphäre entwichenes Methan in einem effizienten Verbrennungsprozess (noch effizienter als flaring) genutzt werden kann und für das Klima weniger schlechtes CO2 übrig bleibt, kann man unterm Strich schon sagen, dass es einen positiven Impact auf die Umwelt hat.

Im Grunde ist dies ein Paradebeispiel für das Nutzen gestrandeter/ungenutzter Energie. Klar ist die Methanentstehung auf Deponien menschengemacht, aber 1. wird sich das in absehbarer Zeit nicht ändern und 2. ist diese Lösung global skalierbar. Batten spricht von dem besten Hebel den wir haben, um in den nächsten Jahren einen signifikanten positiven Impact auf das Klima zu erreichen.

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Karte von US-Deponien, die Methan bislang nicht auffangen/verbrennen.

https://twitter.com/Digital_Ore/status/1560127260996222976

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Habe heute zu diesem Themenkomplex ein ganz interessantes Video von Daniel Batten gesehen:

Bitcoin’s role in reducing Climate Change

Ich habe es bisher immer so verstanden, dass das effiziente Abfackeln von Methan nur mit einem Verbraucher wie einem Generator möglich ist. Ob der dabei anfallende Strom eingespeist oder für Mining genutzt wird, ist danach anhand von wirtschaftlichen Kriterien zu entscheiden.

Es gibt heute auch einen Artikel auf finanzen net. Diese gehören zu Axel Springer und da sollte man auch anerkennen, dass der Artikel (meiner Meinung nach) frei von FUD ist.

Hier zum Thema POS vs POW im Artikel. Finde ich gut „erklärt“

„Ein solcher Wechsel [auf POS] ist für den Bitcoin auf absehbare Zeit nicht geplant, zu groß sind die Sicherheitsbedenken. Die Mehrheit der großen Bitcoin-Akteure ist nämlich davon überzeugt, dass der PoW-Mechanismus der einzig wirklich sichere und den hohen Ansprüchen von Bitcoin gerecht werdende Mechanismus zur Konsensfindung ist.“