Fakten zu Besitzverhältnissen in welcher Hand Bitcoin liegt - als Diskussionsgrundlage

Die Antwort war nicht polemisch gemeint sondern stellt ernsthaft in Frage ob man Veröffentlichungen in einer Berliner Zeitung als Grundlage zur Anzweiflung des Bitcoin Protokolls heranziehen kann?

Denn Du fragst Dich doch wie man ohne Passörter BTC in Euro tauschen kann. Einfache Antwort, kann man nicht, und das obwohl das Gegenteil in einer Berliner Zeitung stand.

Ehrlich gesagt frage ich manchmal wie naiv man ist, daß in der heutigen Zeit nach all den Verlautbarungen über Bitcoin in den Medien immer noch annehmen kann.

genau an dieser Stelle versteckt sich das Detail:

Das BKA kann BTC nicht im klassischen Sinn einziehen.

Das BKA kann nur BTC verwerten auf die sie Zugriff erlangt haben, entweder durch

  1. weil die Dienstleister bei denen die BTC verwahrt werden einer Anordnung des BKA folge leisten - bei BTC kann jeder selbst verwahren und ist nicht zwingend darauf angewiesen bei Dienstleistern (Exchanges/Broker/…) seine Bestände liegen zu lassen
  2. weil sie Seeds und Passwörter haben (bei einer Hausdurchsuchung gefunden oder weil der Beschuldigte diese selbst rausgegeben hat, …) - ohne die Zugangsdaten kann aktuell keine Behörde der Welt Coins verwerten … ob das in 100 Jahren noch der Fall ist, kann ich nicht sagen, aber die nächsten 10-20 Jahre sehe ich da definitiv kein Problem. Wir werden den technischen Fortschritt an dieser Stelle im Auge behalten müssen - aber das sind Probleme die noch nicht existieren, und eventuell nie existieren werden.

Und selbst WENN eine Behörde wie das BKA den Zugriff auf Coins hat, bedeutet verwerten zur Zeit meistens, dass die Coins an einen Dienstleister gesendet werden (sofern sie eben nicht schon vorher dort waren) und dort in FIAT-Währung getauscht werden. Was bedeutet, dass die Coins von einem anderen Käufer gekauft werden, und somit im Wirtschaftskreislauf bleiben. Die verschwinden nicht. Das sind keine Gold-Münzen die eingeschmolzen werden. BTC besteht NUR aus TRANSAKTIONEN in einer langen Liste an Transaktionen, BTC können nur über den definierten Prozess als Transaktion des Miningprotokolls erstellt werden, und bleiben dann als Transaktion bestehen - können defakto nicht vernichtet werden - es können nur die Zugriffsdaten zu den Transaktionen verloren gehen.

Vermutlich wird in nicht allzu ferner Zukunft die Verwertung von BTC nicht mehr im Verkauf bestehen, sondern Staaten werden eigene Staatsreserven damit aufstocken, direkt indem die Zugriffsdaten in der Staatskasse abgelegt werden, oder in dem die Coins auf eine von der Finanzbehörde kontrollierte Staats-Wallet-Adresse transferiert werden. DAS ist jetzt aber blos eine Vermutung meinerseits.

Antwort auf petzi:
Danke für die ausführliche Antwort. So habe ich es bislang auch gesehen und mich deshalb gewundert. Es bliebe nun den „investigativen Journalisten“ überlassen, die genauen Details hinter diesem Zeitungsartikel zu recherchieren. Ob es wirklich Hinweise auf die entsprechenden Passwörter gab, oder ob es doch noch einen anderen Weg gibt, Coins umzubuchen. (Ich habe verstanden, dass Coins nicht wirklich beschlagnahmt werden können)

Verlinke den Artikel bitte mal.

Antwort auf Lasse:
„Verlinke den Artikel bitte mal.“
Tut mir leid. Ich habe in einem Café aus Langeweile eine der dort ausliegenden Zeitungen gelesen, ich glaube, es war die BZ vom 8.6.24. Bin mir aber nicht mehr sicher.

meinst du mit BZ die österreichische Bezirkszeitung? Falls ja, ist da auch der Bezirk relevant, da die unterschiedliche Ausgaben drucken … bin mir nicht mal sicher, ob alles was regional gedruckt wird überhaupt im netz abrufbar ist

Berliner Zeitung

Edit: Nicht zu verwechseln mit der Berliner Zeitung. Die Berliner Zeitung ist die Berliner Zeitung und die BZ ist die BZ und heißt aber auch Berliner Zeitung, aber das Logo ist einfach nur B. Z.

Ich hoffe, ich habe für ordentlich Verwirrung gesorgt.

Edit²: Auf deren Seite ist nichts aktuelles zu finden.

meinst du diesen Ausschnitt aus einem Artikel von Ende Mai 24 ?
image

Falls ja, das klingt für mich, als ob das BKA eine Anordnung an Dienstleister (Broker, Exchanges,…) ausgegeben hat, und daraufhin von diesen die Zugänge zu 99 unterschiedlichen Portfolios der betreffenden Personen erhalten hat.

Das mag jetzt viel klingen … Aber ich allein hab in den vergangenen Jahren unterschiedliche Dienstleister genutzt, und würde sowas gegen mich laufen, würden die nur allein wegen mir von diversen Dienstleistern knapp 15-20 Rückmeldungen kriegen. Blos ist dort nicht sonderlich viel drauf … ich verwahre fast 100% meiner Bestände selbst, obwohl ich fast alles irgendwann mal über Dienstleister erworben habe.

Wenn die also im Rahmen einer international Koordinierten Großrazia von mehreren Personen insgesamt 99 Zugänge von Dienstleistern erhalten haben, ist das für mich nicht beeindruckend.

Hier der link zu dem Artikel den ich gefunden habe - kannst ja sagen, ob ich den richtigen entdeckt hab, oder ob du was anderes gelesen hast.

Hallo Petzi, nein, das war nicht der Artikel. Ich habe nun auch meinerseits versucht, diesen Artikel aus dem Druckmedium im Netz zu finden, was mir allerdings nicht gelungen ist. (Merkwürdigerweise). Offenbar wurde diese Information in verschiedenen Variationen von anderen Medien aufgegriffen und verbreitet. Es ging explizit darum, dass die Behörden nun erstmals „sichergestelle BTC“ verwerten können, indem sie diese in Euro umgetauscht der Staatskasse zuführen. Wenn ich mich recht entsinne, war der Artikel am Samstag den 8.6.24 in der BZ Ausgabe. Ich schaue mal weiter.

Kleiner Tipp:
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Gibt immer ein erstes Mal.

Aber auch hier gilt, dass das BKA - oder wer auch immer - Zugriff zu den Schlüsseln braucht.

Bei der Doku zu Shiny Flakes gibt doch der Kommissar auf Rückfrage auch zu, dass sie die Bitcoin nur sicherstellen konnten, weil sie den Seed gefunden haben, der auf einen Papier notiert war. Obwohl nach außen hin von ‚Wallet wurde geknackt‘ gesprochen wurde.

Also nein, @Sporsena, Du brauchst keine Angst davor zu haben, dass BND, NSA oder wer auch immer sich Zugriff auf Deine Wallet verschaffen können.

Aber wenn man Dir 40 Jahre Straferlass gegen das Herausrücken Deines Seeds anbieten würde, dann würdest Du ggfs. auch darüber nachdenken.

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