Welche Kritik noch mal? Dass Bitcoin nicht so performt, wie du es gerne hättest? Dass Bitcoin volatil ist? Dass Bitcoin 40 % unterm ATH steht? Dass Bitcoin nicht mit den Aktienmärkten korreliert?
Für die ETF-Halter trifft dies zwar zu, für die Emittenten, die dann ja „im Auftrag der Kunden“ BTC kaufen, nicht. Diese gehen dann in Selbstverwahrung und werden zu großen Teilen nicht auf den Börsen gelagert.
Nein, die BTC der ETFs werden zu einem großen Teil bei Coinbase verwahrt. Also kann von Selbstverwahrung keine Rede sein, bzw. spielt nicht so die große Rolle.
Aber sie dürften eben in den veröffentlichten Börsenbeständen nicht dabei sein.
Google KI schreibt was von 80% bei Coinbase.
Hier gibts eine Übersicht wer wie verwahrt:
Ja, ich hatte tatsächlich kurz überlegt meinen Beitrag direkt zu editieren und einfach von Cold Storage zu sprechen, aber war dann letztlich doch zu faul.
Selbstverwahrung ist zu unpräzise.
Letztlich ist der Bestand auf Börsen jedenfalls kein Indikator.
so nicht ganz sauber, auch wenn der User wahrscheinlich meinte, dass weniger Leute ihre BTC auf der eigenen Wallet halten – Sie liegen gerade wegen der ETFs nicht mehr auf den Börsen.
In der Wüste ist Wasser extrem knapp und dadurch unglaublich wertvoll. Die Nachfrage ist hoch, der Preis kann theoretisch immer weiter steigen. Aber das liegt nicht daran, dass Wasser „absolut wertvoll“ ist, sondern daran, dass der Mensch sich in einer bestimmten Umgebung befindet.
Jetzt kommt der entscheidende Punkt: Der Mensch bleibt nicht ewig in der Wüste.
Sobald er sich anders positioniert, näher an einer Quelle, in einer Region mit mehr Ressourcen kommt… verliert diese extreme Knappheit an Bedeutung. Der Wert relativiert sich.
Da unterscheidet sich Bitcoin deutlich! Bitcoin ist nicht nur lokal knapp wie Wasser in der Wüste, sondern global begrenzt. Diese Knappheit ist nicht ortsabhängig, sondern systemisch. Egal wo du bist, die Regeln bleiben gleich.
Ja, die Nachfrage entsteht aus Vertrauen, Wahrnehmung und Verhalten von Menschen. Aber diese Faktoren entwickeln sich nicht im luftleeren Raum, sondern im Kontext dessen, wie sich die Welt verändert. Wenn man sich anschaut, wohin sich viele Systeme bewegen, stellt sich zwangsläufig die Frage worauf basiert Vertrauen eigentlich noch? Vertrauen funktioniert sehr gut im direkten, freiwilligen Kontext. Beziehungen oder Freundschaften vertraut man gerne und freiwillig. Dort kennt man sich, dort ist Vertrauen greifbar. Aber in größeren, abstrakten Systemen… gerade wenn es um Energie, Zeit und Geld geht wird Vertrauen schnell zu etwas, das man einfach voraussetzt, ohne es wirklich überprüfen zu können. Gleichzeitig leben wir in einer Umgebung, die lange durch billiges Geld und extrem günstige Informationen geprägt war. Das hat unsere Wahrnehmung verzerrt. Viele Dinge wirken stabil oder „normal“, weil sie über Jahre hinweg so erschienen sind. !Wenn! sich diese Rahmenbedingungen verändern, verändert sich auch das Verhalten der Menschen. In unsicheren Phasen tendieren Menschen dazu, sich stärker an Dingen zu orientieren, die als klar, begrenzt und überprüfbar wahrgenommen werden. Da kommt Bitcoin ins Spiel!
Nicht als perfekte Lösung für alles, sondern als Maßstab. Ein System, das unabhängig von Vertrauen in einzelne Akteure zu funktionieren und stattdessen auf nachvollziehbaren Regeln basiert.
Deshalb geht es für mich weniger darum zu sagen „Bitcoin wird auf jeden Fall steigen“, sondern eher darum wie möchte ich mich in einem Umfeld positionieren, in dem Vertrauen, Wahrnehmung und Informationen selbst unsicherer werden?
In diesem Kontext halte ich es für ein größeres Risiko, Bitcoin komplett zu ignorieren, als ihn zumindest als Referenz oder Maßstab in Betracht zu ziehen.
Doch, das liegt daran, dass Wasser wertvoll ist. Denn Wasser ist existenziell, Bitcoin aber nicht. Also die Analogie ist nicht stimmig. Wasser hat einen inneren Wert. Die Höhe kann zwar dann gemessen im Tauschmittel je nach subjektiver Einschätzung und Situation variieren, aber es gibt grundsätzlich Dinge die sowas wie einen inneren Wert besitzen, weil sie existenziell für den Menschen sind, und andere Dinge eben nicht.
Deswegen wird es Nachfrage nach Wasser immer geben so lange es Menschen gibt. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bei Bitcoin ist das aber nicht sicher.
Selbst bei etwas so Existenziellem wie Wasser schwankt der Wert je nach Umgebung extrem. In Mitteleuropa ist Wasser nahezu kostenlos verfügbar. In der Wüste kann es unbezahlbar sein. Selbst existenzielle Güter haben keinen festen Wert, sondern einen kontextabhängigen. Der „innere Wert“ ist also nicht das Entscheidende, sondern die Kombination aus Knappheit, Verfügbarkeit und Nachfrage. Da setzt doch die Analogie an. Oder?
Bitcoin hat keinen physischen Nutzen wie Wasser, aber er erfüllt eine andere Funktion: Er ist ein System zur Speicherung und Übertragung von Wert unter festen, überprüfbaren Regeln. Sein „Nutzen“ ist also nicht biologisch, sondern systemisch.
Die Frage ist deshalb nicht „Ist Bitcoin existenziell wie Wasser?“, sondern eher: „Wird ein System gebraucht, das unabhängig von Vertrauen in Dritte funktioniert?“
Wenn die Antwort darauf für genügend Menschen „ja“ ist, entsteht daraus Nachfrage und damit Wert.
Wasser ist für das Überleben des Körpers notwendig. Bitcoin ist ein Werkzeug für das Überleben von Wert. Beides sind unterschiedliche Ebenen von „Nutzen“.
Am Ende entscheidet nicht eine abstrakte Kategorie wie „innerer Wert“, sondern ob Menschen es in ihrer jeweiligen Situation brauchen und nutzen.
Es geht nicht darum ob der Wert schwankt, sondern dass du einerseits etwas wie Wasser hast, was der Mensch existenziell zum Leben braucht, und damit die Nachfrage gesichert ist, oder eben etwas hast, was der Mensch nicht zum Leben braucht.
Und deswegen ist die Analogie unstimmig. Das ist ein Äpfel und Birnen Vergleich.