Erkenntnisse und Vorhersagen aus dem Bitcoin Power Law

Danke für Deine Gedanken und die Möglichkeit, mich mit Dir darüber auszutauschen.

Was wäre Dir lieber gewesen?

Ich kenne zwei Ansätze aus den Naturwissenschaften:

  1. das Schrotschussprinzip: zu deutsch, ich probiere etwas aus und schaue, was passiert
  2. ich entwickle ein Modell bzw. eine Theorie (auch aufbauend auf 1) und unterziehe sie Experimenten, um die Verlässlichkeit und Gültigkeit des Modells zu erkunden.

Nach meinem Verständnis entspringt das Bitcoin Power Law (BPL) dem 1. Prinzip und muss sich gerade entsprechend des 2. Prinzips bewähren. Was ist daran falsch? Bzw. was brauchst Du?

„Kann man frei wählen.“ So ich die statistischen Verfahren richtig in Erinnerung habe, geht es doch er um ein Optimierungsproblem, das gelöst wird. Natürlich mit dem Ergebnis, die Funktion zu finden, die den Verlauf des Bitcoin Kurses am besten beschreibt.

Was mich nicht euphorisch, aber doch aufmerksam werden lässt, ist die Tatsache, dass die Parameter des BPL sich seit einigen Jahren nicht mehr verändern. (Natürlich darf man bei der Anwendung des BPL nicht seine Grenzen außer acht lassen.)

Natürlich nicht. Wir haben nicht alle das Glück auf eine Jahrhunderte alte Wissenschaft wie die Physik zurückgreifen zu können. Doch auch die Physik hat einmal klein angefangen und lange gebraucht, bis sie Modelle hervorbrachte, die kaum noch in Frage gestellt werden. Die Erforschung der Bitcoin-Wirtschaft ist eben erst am Anfang. Ob das BPL von Dauer trägt, keine Ahnung. Doch solange es nicht bricht, was ist dagegen einzuwenden?

Das gilt für viele Modelle, trotzdem finden sie Anwendung.

Ich habe es so verstanden, dass das BPL zwar einen Erwartungswert ausgibt, es aber im wesentlichen darum ginge,

  • nie tiefer als der Worst Case zu fallen und
  • die Kurse in etwa 50% der Zeit oberhalb der Linie liegen und die restliche Zeit darunter.

Damit kann ich arbeiten.

Fair enough. M.E. ist das BPL dafür aber auch gar nicht gedacht. Dafür gibt es doch die Varianztrends von Bitcoin. Vielleicht schafft es mal ein schlauer Mathematiker, beides zu verbinden :stuck_out_tongue_winking_eye:

Genau. Auch hier würde ich wieder sagen: das gilt für jedes Modell. Ihr Physiker seid nur verwöhnt, dass Eure Basics Naturkonstanten sind. Dieses Glück können die meisten anderen wissenschaftlichen Disziplinen noch nicht genießen. Das heißt doch aber nicht, die Augen zu verschließen und es nicht wenigstens zu versuchen. Oder?

Alles nicht, aber VIELLEICHT den Worst Case für den Bitcoin Preis. Das würde mir schon ausreichen. Solltest Du hierzu begründbare Bedenken haben, wäre ich sehr daran interessiert.

An welche Aussagen denkst Du? Mir leistet das Modell bisher gute Dienste (ohne Haus und Hof darauf setzen zu wollen.)

Du kennst doch das Spiel. Ich erstelle mit der einen Hälfte der Daten ein Modell und evaluiere anhand der zweiten Hälfte seine Gültigkeit und Verlässlichkeit. Dasselbe gilt für das BPL. Natürlich gibt das noch keine Garantie, dass das Modell auch in alle Ewigkeit trägt. Aber bis dahin gilt:

Wo ist mein Denkfehler?

Und damit es nicht untergeht, wiederhole ich noch einmal meine brennendste Bitte hinsichtlich der Worst Case Betrachtung:

Solltest Du hierzu begründbare Bedenken haben, wäre ich sehr daran interessiert.