Die Roadmap von Bitwala halte ich für hochproblematisch

Interessantes Interview mit der neuen CEO von Bitwala bei FinanceFWD.

Man bemerkt einen grundsätzlichen Wechsel der Unternehmensphilosophie nach dem Ein- und Aufstieg der talentierten Kristina Walcker-Mayer zur CEO von Bitwala (Von N26 kommend). Das Denken der Neo-Banken (Konto, Karte, App, und Provisionen Dritter als Erlösquelle) bringt sie offensichtlich mit. Eine Kundengruppe explizit in den Focus zu nehmen und anzuwerben, die sich NICHT mit Cryptos beschäftigen will, aber dennoch da hinein investieren soll, halte ich für, vorsichtig formuliert, hochproblematisch. Meines Erachtens sollten alle, die noch nicht mal ein Grundinteresse haben, sich mit den Hintergründen, Zusammenhängen, Gefahren und Risiken bei Crypto-Investments zu beschäftigen, generell die Finger von dieser Asset-Klasse lassen. Das gilt m.E. auch für BTC oder die modernen Crypto ETFs!! Da hilft es auch nicht, eine Vertrauensfrau bei Bitwala dazwischen zu schalten, die dann sagt „Du musst Celsius nicht verstehen. Wir sagen dir: Das sind die Guten!, Vertrau uns!“. Was ist wenn Celsius pleite geht? Die Leute, die Bitwala mit ihrem Ansatz ansprechen, gehen wahrscheinlich davon aus, dass dann irgendwie eine Art Einlagensicherung greift. Kann doch nicht sein, dass dann alles weg ist! Bitwala haben mal alles richtig gemacht. Super einfaches Kaufen von BTC (und ETH). Non-Custodial Wallet etc. Aber jetzt den Hype abzugreifen, und Hinz und Kunz in Crypto-Investments zu locken, dabei in der Headline zu suggerieren, dass das ne super Sache ist und ein lukratives Investment, um dann im Kleingedruckten auf die Risiken („Totalverlust möglich“) hinzuweisen, halte ich für fragwürdig. Da sind sie wieder, die alten Lehman-Papiere (Wie genau haben die noch mal funktioniert? Egal! Vertrau mir!), die für die Banken viel Provision und für die Kunden viel Schaden generiert haben. Ich dachte, das wollten wir hinter uns lassen. Der Grundansatz, Cryptoinvestments für Leute anzubieten, die sich nicht mit Cryptos beschäftigen wollen ist im Kern falsch und kann m.E. auch dem Blocktrainer nicht gefallen. Schade! Ich bin Kunde von Bitwala und fand die echt mal gut. Als Cryptounternehmen haben die verdammt viel richtig gemacht. Als Neo-Bank und FinTech Hype werden Sie enttäuschen. Aus meiner Sicht gilt noch immer: „Wenn du dich nicht mit Cryptos beschäftigen willst, dann lass die Finger davon!!“

Nur mal so meine Meinung. Muss ja keiner teilen!

https://financefwd.com/de/bitwala-ceo-podcast/

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Dachte ich vor einiger Zeit auch noch.

Allerdings bin ich inzwischen der Meinung, dass gute Custody Lösungen genau das sind, was man für eine vollständige Adoption braucht. Man muss für den Normaluser einen fließenden Übergang von der alten Welt in die neue Welt schaffen.

Bzgl. Hinweise auf Anlagerisiken sind solche Anbieter und Banken doch schon zu so viel verpflichtet, dass das irgendwann auch genug sein muss.

Gleichzeitig schafft eine vertrauenswürdige Custody Lösung übrigens für den Normaluser auch sehr viel Sicherheit, nämlich ggü. Totalverlust duch falsches Verhalten (IT Sicherheit, Sicherung und Verwahrung Seed Phrase etc.).

Mir geht‘s nicht so sehr um die Custody Lösung. Das ist eher ein Nebenthema. Ich selbst habe einen Teil meiner Cryptos über Bitwala bei Celsius und auch bei BlockFi und CDC. Das halte ich nicht für so problematisch. Die werden schon nicht alle gleichzeitig gehackt werden. Der Großteil liegt auf Bitbox und Ledger. Die Bitwala App suggeriert einem aber schon heute, dass meine BTC nicht bei Celsius sind, sondern sicher verwahrt bei Bitwala in Berlin. So tief/gut integriert ist das. Das ist aber nicht so! Wir beide wissen das, und kennen auch die Konsequenzen, die das haben kann. Wenn Celsius gehackt wird, dann kann Bitwala nur mit den Schultern zucken, Bedauern äußern und die Zusammenarbeit mit Celsius beenden. Solche (und mehr) Zusammenhänge müssen aber meines Erachtens tief im Verständnis der Anleger verwurzelt sein. Mir geht es um den Grundsatz: Wenn Du den Crypto Space nicht verstehst, dann lass die Finger davon! Dass Bitwala es denjenigen, die ein Grundverständnis haben, einfach machen will zB auch Lending Protokolle zu nutzen ist super und hat auch mich begeistert. Andere sollte man m. E. auf absehbare Zeit nicht ansprechen.

Na ja für Bitwala ist das doch super die verdienen anständing an den unwissenden Kunden! Ihr Ruf scheint sie ja nicht wirklich zu interessieren, sonst würden sie ihren seit MONATEN katastrophalen Kundensupport und ihre immer noch verbuggte App, in der grundsätzliche Funktionen fehlen, verbessern.

Auf seine Reaktion bin ich auch gespannt.

Da bin ich absolut bei dir, ohne Frage! Nur ist Bitwala weit von einer „guten Custody Lösungen“ entfernt. Vielleicht in ein paar Jahren wahrscheinlich aber eher nicht.

(Ich war einer der ersten User von damals Number26 nun N26, war super zufrieden alles hat bis auf Kleinigkeiten funktioniert, dann wurde es von Woche zu Woche schlimer je mehr Kunden hinzukamen. Der Tiefpunkt war als sie eine Banklizenz erhielten, dann kamen die Gebühren und Kosten an allen Ecken und Enden, der Support war nicht mehr existent und es gab nur Probleme.)

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Die Frage die man sich beantworten muss ist doch: Will man, dass Bitcoin in der Mitte der Bevölkerung ankommt oder will man edas nicht.
Wenn man diese Frage mit ja beantwortet, ist es unumgänglich, solche Schritte wie bitwala zu gehen.
Die meisten Menschen sind ja schon überfordert, wenn sie ihr eigenes Aktiendepot managen sollen.

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Genau davon rede ich an der Stelle. Und nochmal: Ich persönlich finde die Integration fantastisch! Bis dato empfehle ich auch Bitwala. Ich bin aber auch täglich auf den Kanälen vom Trainer, Andreas Antonopoulos, Finematics, Alex Bechtel, Block52, unchained, „What bitcoin did“, Konsens Nonsens und vielen mehr unterwegs. Mir ist auch ohne großflächige oder kleingedruckte Warnung klar, mit was ich es in etwa zu tun habe.

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Korrekt. Ich meine aber nicht die technischen Grundlagen wie Kryptographie und dergleichen. Wenn man die zur Grundlage machen würde, dann wäre der Krypto-Space ohnehin nur für 0,5% der Menschen geeignet. Für mich schon mal nicht! Zudem ist Physik (Aerodynamik etc) m.E. nicht mit Programmcode zu vergleichen, was uns tagtäglich vor Augen geführt wird. Wenn ein Flugzeug einmal fliegt, dann fliegt es immer. Bei einem Code kann es sein, dass er lange als sicher gilt und dann herauskommt, dass er es noch nie war! Was ich meine ist sowieso Krypto als Asset. Und da meine ich, dass Anleger sehr wohl verstehen sollten in was sie da investieren. Ob sie z.B. in Aktien investieren, die sich in einem klaren Rechtsrahmen bewegen, und deren Grundlage, nämlich Anteile an einem Unternehmen zu erwerben, relativ leicht zu verstehen ist. Trotzdem ist natürlich auch da Risiko drin. Oder ob sie stattdessen in ein unreguliertes Finanzinstrument investieren, dessen Zukunft mehr als ungewiss ist. Und das gilt für Bitcoin!! Von Altcoins und Shitcoins ist hier noch nicht mal die Rede. Nur fürs Protokoll: Ich halte seit 2016 Bitcoin und betreibe als Unterstützung für das Netzwerk einen Raspiblitz. Ich bin alles andere als ein Gegner! Es geht auch nicht um die Custody Lösungen, die ich anteilsmäßig, wie erwähnt, selbst nutze. Es geht mir ausschließlich darum, ob gezielt ein Massenpublikum in Assets zu wirbt, deren Asset Charakter, Grundlagen, Gefahren und Risiken sie nicht verstehen. Ich halte das für falsch.