Es hat sich tatsächlich noch jemand gemeldet!
Von DIE LINKE und damit insgesamt drei Antworten aus dieser Fraktion!
Aber auch hier wieder der vorgefertigte 1:1 Textbaustein, wie von den anderen beiden davor, die geantwortet hattet. (Wenigstens haben sie sich noch die Mühe gemacht mit meinem Namen anzureden!)
Besonders überragend finde ich dabei den Artikel der Financial-Times zum Thema Geldwäsche aufzuführen, der aber hinter ein PayWall steckt. Als Argumentationsgrundlage in einem politischen Anschreiben ist das wenig überzeugend.
*vielen Dank für Ihre Nachricht.
Wer Kryptowährungen länger als ein Jahr hält, zahlt auf die Gewinne keinen Cent Steuern. Das ist ungerecht. Wir begrüßen daher die Aussage von Bundesfinanzminister Klingbeil, sich für die Abschaffung der einjährigen Haltefrist von Kryptowerten einsetzen zu wollen und damit Steuergerechtigkeit herzustellen. Deutschland hat im Gegensatz zu vielen anderen EU-Ländern große Steuervorteile für Kryptoanleger:innen, da Gewinne aus Kryptowährungen nach einem Jahr steuerfrei sind. Während beispielsweise Einkommen aus regulärer Arbeit hoch besteuert wird, werden hohe Gewinne aus Kryptospekulation begünstigt. Zudem werden Erträge aus Kryptowährungen damit bessergestellt als solche aus anderen Kapitalprodukten wie Aktien. Damit bestreitet Deutschland einen Sonderweg gegenüber der Mehrheit der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die Gewinne aus Kryptoassets wie reguläre Kapitalerträge besteuern.
Hinzu kommt, dass von dieser Regelung vor allem Vermögende profitieren. Studien zeigen, dass die reichsten Teile der Bevölkerung den Großteil der Kryptowerte besitzen und damit auch den größten Anteil der steuerfreien Gewinne erzielen. Gleichzeitig verfügen Menschen mit geringem Einkommen kaum über solche Vermögenswerte. Die Haltefrist verstärkt somit bestehende Ungleichheiten, statt sie abzubauen.
Außerdem sind Kryptowerte hoch volatil, also ein sehr unsicheres Anlageprodukt. Wir können sie daher nicht zum langfristigen Sparen oder als Altersvorsorge für Menschen mit geringeren Einkommen empfehlen. In Bezug auf eine gerechte Altersvorsorge fordern wir eine armutsfeste, sichere, gesetzliche Rente, in die alle einzahlen. Geringverdienende aufzufordern, ihr weniges verfügbares Geld in unsichere Anlageobjekte zu investieren, lehnen wir ab.
Der Kryptomarkt ist allerdings nicht nur ungerecht und riskant für Anleger:innen mit geringem Einkommen, sondern auch höchst intransparent. Davon profitieren Geldwäsche-Netzwerke, die damit unter anderem auch sanktionierten russischen Oligarchen helfen die Sanktionen zu umgehen. Die Financial Times hat dazu einen spannenden Artikel veröffentlicht (https://www.ft.com/content/a61e692d-213e-4089-a36a-32fc17e148fb?syn-25a6b1a6=1).
Bereits im November 2025 hat sich meine Fraktion deshalb für die Abschaffung der Haltefrist von Kryptowerten eingesetzt (https://dserver.bundestag.de/btd/21/026/2102631.pdf). Wir sehen es daher als Erfolg unserer Arbeit, dass sich nun auch die SPD für die Abschaffung dieses ungerechten Steuervorteils ausspricht. Jetzt muss die Bundesregierung konkrete Pläne vorlegen.
Mit freundlichen Grüßen*