Bitcoin Argumentationshilfe

Nocoiner von Bitcoin zu überzeugen ist nicht einfach. Erschwert wird unser Wunsch, andere davon zu überzeugen, zusätzlich durch FUD. Daher winken Nocoiner auch gern beim Thema Bitcoin ab oder sagen FUD einfach unreflektiert auf. Das führt mich zu der Frage, wie konntet Ihr in der Vergangenheit Nocoiner für Bitcoin gewinnen? Oder etwas einfacher: Wie gewinnt Ihr die Aufmerksamkeit anderer für die Themen rund um Bitcoin?

Ich starte mal mit einem eigenen Erlebnis aus jüngster Zeit. Wir saßen zusammen bei Kaffee und Kuchen und jeder steuerte Themen bei. Irgendwann kam es zum Thema Innovation und wie diese in Deutschland zusehends auf der Strecke blieb.

Ich nutzte diese Gelegenheit und sagte, „das Internet wird in Deutschland nach wie vor als Neuland gehandelt. Daher befürchte ich, dass wir das Open Source Zahlungsnetzwerk, welches sich derzeit in den USA gründet, auch verschlafen werden.“

Plötzlich hatte ich 100% der Aufmerksamkeit aller Anwesenden. Auf die Frage, was das sei, nahm ich leider Bitcoin in den Mund. Die Aufmerksamkeit war so schnell weg, wie ich sie gewann. Daraus habe ich gelernt, beim nächsten Mal Bitcoin zu meiden und lieber vom Lightning Netzwerk und Strike zu berichten.

Wie bringt Ihr Nocoinern Bitcoin oder die damit verbundenen Themen näher?

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Ich denke, dass es primär um Interessensförderung gehen sollte. Ziel sollte wenn überhaupt sein, dass der:die Gesprächspartner:in eine intrinsische Motivation gewinnt sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Wie in der Bildung im Allgemeinen, lohnt es sich nicht mit dem Nürnberger Trichter anzukommen. Es muss ein Interesse ausgelöst werden; das Thema muss motiviert werden. Dies kann gelingen in dem ein Problem aufgeworfen wird, mit dem sich der:die Zuhörende identifizieren kann. Dafür können natürlich Fragen aufgeworfen werden. Es sollte eben nur eine Art authentischen Kontext geben, eine Relevanz geschaffen werden.

Dafür braucht es das Wort „Bitcoin“ überhaupt nicht. Mit Deiner Erfahrung deckend, denke ich, dass es viel mehr um die „Big Ideas“ gehen sollte, die übergeordneten Themen, die Teil dieses großen, komplexen Themenberges sind.

Das hat den Vorteil, dass sich Menschen nicht aufgrund irgendwelcher Vorurteile verschließen, sondern Du mit ihnen in einen echten Dialog treten kannst. :slight_smile:

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Ich hatte bis jetzt leider nur bei zwei Personen Erfolg. Diese haben von sich aus das Thema Investition angesprochen. Da habe ich natürlich die Gelegenheit genutzt und Bitcoin erwähnt.

Bei Personen, die sich für das Thema Investition nicht interessieren, hatte ich bis jetzt leider keinen Erfolg. Gefühlt Rollen sie immer mit den Augen, wenn ich Bitcoin als Problemlösung nenne.

Ich denke auch, dass dies die vielversprechendste Herangehensweise ist. Als zum Beispiel der Wunsch, in 10 Jahren in Frührente zu gehen, erwähnt wurde, habe ich provokanter Weise gefragt: „Warum nicht schon in 4 Jahren?“ da hatte ich dann die volle Aufmerksamkeit :smiley:

Versprochen oder empfohlen habe ich natürlich nichts. Eine gewisse Relativierung sollte schon vorhanden sein. Zum Eigenschutz aber auch der Glaubwürdigkeit wegen.

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Hier ein dazu passender Beitrag:

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Ich erkläre ersteinmal was in unserem Fiatsystem schief läuft und warum es Inflation gibt. Über Zentralität, schleichende Enteignung auch wenn es „nur“ 2% sind hat man schon gute Aufmerksamkeit. Danach muss man nur erwähnen, dass all die Grundprobleme mit einem anderem Geldsystem gelöst wurden.

(Klingt schon wirklich wie eine Bekehrungsrede :thinking: )

Schlechte Erfahrungen hab ich gemacht gleich mit der Tür ins Haus fallen: Es als die Lösung für alle Probleme anzupreisen: Klimawandel, steigende Unzufriedenheit, Resourcenprobleme usw. Das ist dann doch zu Visionär…

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Ich denke, jemanden aus dem Stegreif zu überzeugen, dürfte schwierig sein. Mein Bruder hat mir im Frühling letzten Jahres seine Bitpanda-App gezeigt und mir vorgeschlagen, mir zum Geburtstag etwas Geld zum Investieren zu überweisen, wenn ich mich auch anmelde, und ansonsten würde er schon etwas anderes finden. Er erklärte mir auch ein paar grundlegende Dinge über Bitcoin, z.B. über die Knappheit und Proof of Work, und obwohl das in meinen Ohren gut klang, war ich davon überrumpelt und konnte mir irgendwie nicht vorstellen, einen komplizierten Anmeldeprozess zu durchlaufen, nur um ein bisschen zocken zu können. Letzten Februar oder so meinte er dann jetzt wäre eine wirklich gute Gelegenheit, Bitcoin sei total billig zu haben, für 40’000. Im März hat dann ein Kollege auch noch damit angefangen, die Inflationssorgen halfen sicher auch noch mit, und als dann der Bitcoin unter 30’000 fiel, habe ich mich hingesetzt, mich in Ruhe über verschiedene Broker informiert, einige Blocktrainer-Videos angeschaut und dann irgendwann Mitte Mai angefangen.
Kürzlich konnte ich dann meinem junggebliebenen 70jährigen Onkel - Blocktrainer sei Dank - genügend über Bitcoin erzählen, um sein Interesse zu wecken. Dabei war natürlich der Gesprächsverlauf hilfreich, denn als er sagte, dass er den Banken nicht mehr traut, konnte ich einhaken, ohne dass es gleich missionarisch wirkte. Ich sagte dann, dass ich gerade den Bitcoin-Standard lese, und er fragte mich „Wem gibst Du das Buch zuerst, wenn Du’s durch hast? Gibst Du’s mir?“ Strike! Er hat dann später noch schriftlich ein paar Bedenken bezüglich Umwelt geäussert und auch erwähnt, dass die Marktkapitalisierung aber ein bisschen arg klein sein für eine Weltwährung. Das war natürlich eine Steilvorlage, um ihm recht zu geben und zu sagen, dass an den 21 Millionen nicht gerüttelt werden kann, also zwangsläufig der Preis noch stark würde steigen müssen. Mit Argumenten von Roman bewaffnet konnte ich auch die Bedenken bezüglich Umwelt zumindest insoweit eindämmen, dass er weiter recherchierte, was er begeistert tut, wenn ihn etwas interessiert, und von Computern und Technik versteht er sowieso viel mehr als ich. Ich hoffe, der Bitcoin-Standard wird ihn endgültig überzeugen, denn er ist nicht der Typ Mensch, der Dinge, die ihn begeistern, für sich behält. Der langen Rede kurzer Sinn, man kann sich wohl schwer zum Ziel setzen „heute überzeuge ich diese Person von Bitcoin“, aber wenn sich die Gelegenheit ergibt und zumindest ein klein wenig Interesse vorhanden ist, kann etwas draus werden. Es kann auch sein, dass Du erst mal nur den Acker pflügst und es jemand anderem ermöglichst, zu säen, und eine dritte Person kommt dann noch mit der Giesskanne daher. Assoziationen mit meinem Usernamen waren nicht beabsichtigt und sind mir erst aufgefallen, nachdem ich’s geschrieben habe. :grinning:

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Ich freue mich immer wieder Beiträge zu lesen, wo es Bitcoinern gelungen ist, orangene Pillen zu verteilen.

Leider musste ich in den vergangenen Jahren festellen, dass ich mich dazu überhaupt nicht eigne :sweat_smile: Auch diese Bitcoiner gibt es und wenn man das für sich erkannt hat, ist die orangene Pille sich zurückzuhalten und die Aufklärung denen zu überlassen die es viel besser können. Meine Aufgabe sehe ich darin, die Jungs von Bitcoin verstehen und unseren Blocktrainer zu empfehlen.

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Tatsächlich gab es schon verschiedenste Situationen, in denen ich Bitcoin näher an meine Mitmenschen bringen konnte und um ehrlich zu sein, habe ich es mir dabei nie vorher ausdrücklich vorgenommen. Ich bin auch kein großer Redner, aber ich kann Leuten sehr gut zuhören und verstehe schnell, wenn in irgendeiner ihrer Lagen der Schuh drückt. Sei es die Schwägerin, die in den USA in ihren ersten Wochen kein Konto eröffnen konnte, als sie ein Praktikum dort machen wollte, und somit keinen Zugang zu Geld durch Banken hatte (und sie aber durch die Installationen einer Lightning Wallet und mithilfe der BTC ATMs dann doch an Bargeld kam). Oder Bekannte aus Georgien und Polen, die aktuell keinen Sinn mehr im allgemeinen Investieren sehen, weil sie Angst haben, dass Putin evtl doch auch noch zu ihnen kommt und die Wertpapiere und Immobilien dann immobil wären. Oder der Onkel, der auf das Dach seines Unternehmens so viele Solarpanels gebaut hat, dass er teilweise Energie überproduziert und nach einer Lösung gesucht hat mehr Effizienz in sein Energie-Management zu bekommen.

Das sind nur einige Beispiele von vielen und natürlich überzeugt man die Leute dann auch nicht mit Bitcoin als den heiligen Grahl, aber bei jedem dieser Bekannten ist Bitcoin zumindest mal in den Fokus gerückt worden, unzwar mit einem extrem positiven bzw interessanten Usecase für die jeweilige Person. Und genau das sehe ich auch als meinen Beitrag zur Adaption von Bitcoin. Ich als Pleb versuche jederzeit auf dem neusten Stand bzgl Bitcoin zu sein, möglichst so, dass ich die Anwendungen, die ich anspreche auch selbst schon mal getestet habe und in meinem Wissen so fit bin, dass ich dann den Leuten, für die es aus meiner Sicht infrage kommt, beratend zur Seite stehen kann. Dabei muss einem immer bewusst sein, dass aktuell eben auch nicht jeder unbedingt Bitcoin braucht. Das wird sich mit der Zeit wahrscheinlich ändern, aber wichtiger als diejenigen zu überreden, die die Usecases aktuell eben nicht sehen und brauchen, ist es mir eher auf diejenigen zuzugehen, bei denen es eben doch der Fall ist.

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Meine Erfahrung ist dass man Freunde viel besser von Bitcoin überzeugen kann als Fremde. Liegt vielleicht daran das Freunde dann nicht reflexartig anfangen ein zu beleidigen oder hämisch zu werden. Durch die fehlende Feindseligkeit sind die Leute mehr oder weniger gezwungen sich mehr auf die sachlichen Punkte einzulassen. Und selbst wenn sie das nicht endgültig von Bitcoin überzeugt, rückt es sie ein deutliches Stück näher und macht sie offener.
Bei Diskussionen mit Fremden im Internet hatte ich eigentlich durchgehend nur schlechte Erfahrungen.

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Du musst herausfinden, was andere Leute umtreibt, und dann logisch schlüssig den Zusammenhang mit Bitcoin erklären, und zwar mehrmals.

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