Balkonkraftwerk Insellösung - Beste Lösung für Stromausfälle & Blackout?

Hey Leute,
heute Mal etwas Off-Topic von meiner Seite :slight_smile:

Ich suche eine gute Balkonkraftwerk Insellösung und denke, dass das Thema auch weitere Community-Mitglieder interessiert.

Zusammengefasst habe ich herausgefunden, dass man bis zu 600 Watt nutzen darf, ohne es anmelden zu müssen. Dabei können die Solarpanels auch weitaus höhere Werte haben, um z.B. in der Dunkelphase im Winter auch noch auf die 600 Watt zu kommen.
Wichtig ist hier nur der Wechselrichter, welcher dann dieses Limit setzt.

Der Wechselrichter ist übrigens ein wichtiges Thema, wenn es um z.B. einen Stromausfall geht, denn dann läuft auch das Balkonkraftwerk nicht.
Die Solarpanels liefern Gleichstrom, welcher für unsere Stromverbrauch nicht nutzbar ist, daher braucht man einen Wechselrichter. Dieser braucht aber bereits Wechselstrom um überhaupt zu laufen.

Genau hier, bin ich zu sehr Laie um eine gute Lösung für dieses Problem zu finden, damit das Balkonkraftwerk auch im Falle eines Stromausfalls funktioniert.

In meinem Kopf wäre ein Akku, der gleichzeitig Strom aufnehmen und abgeben kann die beste Lösung, so kann er den Wechselrichter betreiben und vom eingespeisten Strom direkt wieder geladen werden. Macht das Sinn?

Allgemein habe ich nach „nicht Insellösungen“ geschaut und da liegt man im Einsteigerbereich für 1kw Balkonkraftwerk bei ca. 1000€

Angeblich soll über das Jahr hinweg durchschnittlich 900 kWh Strom erzeugt werden, was sich also bei ca. 0.32€ Stromkosten pro kWh nach ungefähr 3 Jahren bezahlt gemacht hätte.
Sollten die Strompreise weiter steigen, rechnet sich das ganze natürlich noch schneller.

Hier wäre ich gespannt auf Erfahrungsgebrichte, falls jemand von euch sowas schon seit einigen Jahren nutzt.

Jetzt meine Frage an euch, kennt ihr gute Balkonkraftwerke und insbesondere Insellösungen und wie sind eure Erfahrungen damit?

Vielen Dank und liebe Grüße

Roman

Mein Schwiegervater hat so ein Solarpanel mit Gleichrichter direkt an die Steckdose gesteckt - ich glaube das war Anfang des Jahres. Über seine App wird ihm der derzeitige und die gesamte bisherige Stromerzeugung angezeigt. Leider steht das Solarpanel in einem zu geringen Winkel, da es auf einer Garage montiert ist. Er meinte zwar, dass das nicht so schlimm ist, ich glaube aber, dass er damit einiges an Effizienz verschenkt hat.

Ich kann ihn mal nach einer bisherigen Übersicht fragen und sie dann hier posten. Würde mich persönlich für mein Gartenhaus auch interessieren…

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Soweit ist alles korrekt was du schreibst.

Aus „Sicherheitsgründen“ ist die Anlage auf 600 Watt gedeckelt. Das macht eigentlich keinen sinn, da der Gleichrichter bei einem Stromausfall binnen Millisekunden auch abschaltet.

Das Problem bei einer Insellösung wäre, dass wenn ein Elektriker kommt und den Hauptschalter des Hauses abschaltet, dann stehen die Leitungen durch die Solarzelle immernoch unter Strom. Das ist ohne Insellösung nicht möglich da der Wechselrichter ohne den Sinus in der Leitung auch abschaltet und die Leitung damit auch wirklich tot ist.

Eine Insellösungs mit Einspeisung müsste also noch vor der Hauptsicherung passieren! Und würde daher in den Bereich des Stromanbieters fallen, mit all den steuerlichen und verkaufstechnischen Nachteilen.

Die einzige Möglichkeit, sowas mehr oder weniger Sicher als Insellösung zu betreiben ist sich einen Sinusgenerator zu kaufen und bei einem Stromausfall manuell hinzuzufügen. Dieser liefert den für den Wechselrichter benötigten Sinus und der Wechselrichter kann dann durch die Solarzelle die Energie erzeugen. Aber dann muss man während des Stromausfalles immer bedenken, dass die Hauptsicherung nutzlos ist weil die Energie von woanders ins eigene Hausstromnetz kommt. Sollte man dann vom Verteilerkasten mehrere eigenständige Stromnetze haben (Zimmer, Licht usw. sind meistens getrennt), dann kann die Einspeisung auch zu Problemen bei dem Sicherungskasten führen weil die Energie dann in die falsche Richtung fließt.
Aber da müsste ich auch erst weiter recherchieren.
Außerdem könnte es zu konflikten in der Elektronik führen wenn der Hauptstrom wieder angeschaltet wird. Dann müsstest du nämlich die eigene Sinuswelle mit der äußeren Sinuselle im Stromnetz synchronisieren. Meistens bedeuteet das, dass der Hauptstrom eine viel stabilere Sinuswelle hat und deine eigene Überschreibt. Das muss erstens der Sinuswandler abkönnen und sich im schlimmstenfalls um 180° drehen um sich zu synchronisieren und alle angeschlossenen Geräte hätten in der Syncronisierungszeit keinen schönen Sinus was sie im schlimmsten Fall beschädigen kann weil deswegen unerwartet höhere Ströme fließen könnten.

Insgesammt ist eine Insellösung, die nur durch die Steckdose geht und nicht mit der Sicherungstechnick zwischen Hausstromnetz und Anbieter interagiert sehr problematisch. Das einfachste ist in diesem Fall, wenn die Solarzelle im Falle eines Stromausfalls überhaut nicht mit dem eigentlichen Hausstromnetz zusammenkommt sondern zB. einfach nur zwei oder drei steckdosen liefert die im Falle eines Stromausfalles für Handy, Kühlschrank usw verwendet werden können.

Das heisßt, dass du das Balkonkraftwerk normal mit Solarzelle und wechselrichter aufbauen solltest und solange es externen Strom gibt lässt das Balkonkraftwerk deine Stromzähler langsamer laufen. Sollte es zu einem Stromausfall kommen, dann solltest du einen Sinusgenerator parat haben und den Wechselrichter manuell aus der toten Steckdose ziehen und damit den Sinuswandler ansteuern. Dieser liefert dir dann Notstromsteckdosen, die du mit verlängerungskabel auch durch das Haus erweitern kannst. Aber von einer Insellösung mit Einspeisung rate ich ab solange du kein Elektriker beauftragen willst, der dir den Sicherungskasten dafür umbaut.

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Ich betreibe seit ca. 2 Jahren eine Insellösung auf meinem Balkon und kann dir gleich vor weg sagen, dass eine Insellösung, die fast immer einen Akku beinhaltet deutlich teurer wird als ein normales Balkonkraftwerk.

Dir muss bewusst sein, dass ein Blackout fähige Insellösung einen deutlichen Mehrpreis ausmacht.
Ein „normales“ Balkonkraftwerk nur mit Wechselrichter wird sich immer schneller amortisieren.

Falls du dich dennoch dafür entscheidest, gibt es zwei mögliche Lösungen.

  • Zum ersten gibt es die DIY-Lösung, die sich hauptsächlich auf den Akku bezieht
  • Oder ein komplett fertigen Solargenerator, wie z.B. von EcoFlow oder Bluetti

Ich habe mich für die DIY-Lösung entschieden, da es die deutlich günstigere Lösung ist und mehr Spaß macht :wink:

Sobald du dich für eine Lösung entschieden hast, brauchst du jetzt zusätzlich noch einen Einspeisefähigen Wechselrichter, der mit der Batterie zusammen betrieben werden kann.

Dann ermittelst du deinen Grundverbrauch, der Quasi immer verbraucht wird, was z.B. Internet und Server währen, die ja meistens 24/7 laufen und diesen Verbrauch stellst du denn am Wechselrichter ein.

Durch den Akku, egal ob DIY oder fertig gekauft, ist es sogar egal wieviel Leistung deine Solaranlage hat, denn du kannst die Einspeisung selbst regeln!

Ich habe mir dazu eine Kleine Überwachung für den Victron SmartSolar MPPT, die mit einem RaspberryPI Zero funktioniert:

Um es im Detail besser zu verstehen, kann ich dir dafür zwei Youtuber empfehlen, die das sehr gut erklärt haben:

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Ich interessiere mich auch für so eine kleine 600 Watt Anlage.
Was ich mich als Laie nur frage, wie ist sichergestellt das der produzierte Strom auch tatsächlich selbst verbraucht wird?

Vg

Da stimme ich dir zu. Eine Insellösung, die über das eigne Netz im Haus laufen soll, ist technisch machbar, aber die Kosten und der Aufwand sind immens.

Das ist momentan leider noch so, dass die Kosten erst bei hohen Speicherraten im Verhältnis runter gehen. Die Regelungstechnik bei 1 kw ist vom Prinzip die gleiche wie bei 10kw.

Ich gebe auch zu bedenken, dass bei einer Insellösung mit 600W für viele Geräte der Anlaufstrom nicht ausreichen wird. Da finde ich die Lösung von @DocBrown

noch am sinnvollsten.

Das macht dein Stromzähler. Du hast drei Phasen und schließt dein BKW an z.B. Phase 1, als einiges Gerät, an. Und an Phase 2 ist dein PC und Kühlschrank und an Phase 3 der Rest. Dann würde der Zähler so rechnen:

Phase 1: -600 W
Phase 2: 400 W
Phase 3: 400 W
Verbrauch: 200 W

anderes Beispiel:

Phase 1: -600 W
Phase 2: 400 W
Phase 3: 100 W
Verbrauch: -100W
Anzeige Zähler: 0W

Hier würde ein alter Zähler rückwärts laufen. (Das ist Betrug und in Deutschland verboten) Heutige Zähler zeigen dann kein Verbrauch auf.

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Also nach der Überschrift zu urteilen suchst du die beste Lösung für Stromausfälle und Blackouts.

Hier würde ich auch eine Lösung von Jackery oder EcoFlow ins Spiel bringen. Denn was möchtest du im Fall eines Stromausfall machen?

Ich bin eher von der Fraktion Mobil und finde solche Lösungen genial für unterwegs und dann eben auch bei Stromausfall, denn dann möchte ich nur mein Handy, Laptop und Taschenlampe laden, Musik hören und für ein paar LED Lampen, die über USB laufen, ist dann auch noch locker Kapazität da… braucht ja alles auch nicht wirklich super viel Strom. Aber natürlich benutze ich dieses Equipment im Alltag nicht und es steht in der Zeit nur rum…

Beispiel:

  • 2x 200W Panels

Ich habe mir vor ein paar Monaten ähnliche Gedanken gemacht, allerdings haben wir keinen Balkon. :crazy_face:

Im Gartenhäuschen wäre das aber möglich gewesen. Trotzdem ist die Sache wie oben beschrieben relativ komplex, gegebenenfalls genehmigungspflichtig und nicht eben günstig. Macht meiner Ansicht nach also nur Sinn, wenn man längerfristig unabhängig vom Stromnetz werden möchte oder zumindest wenigstens teilweise seinen eigenen Strom produzieren will.

Nur für Notfälle, also Zeiträume zwischen einigen Stunden bis zu maximal zwei Tagen, schien mir das doch übertrieben. Habe mir deswegen einen kleinen Generator zugelegt und den mit einer ausreichenden Menge Treibstoff eingelagert. Hier aber auf lagerfähigen Sprit achten, zB Alkylatbenzin von Aspen.

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Erfahrungsgemäß kann ich mir nicht vorstellen, dass du so viel damit produzieren wirst. Habe das von meiner ca 8KWP Anlage einmal auf die 0,6KWP runtergerechnet. Je nach Jahr würdest du hier eher zwischen 550-620kWh liegen. Bin allergings auch kein Fachmann, ob man von einer „großen“ auf eine kleine Anlage das so rechnen kann

Danke für die Info. Hab tatsächlich noch einen alten Zähler. Aber ich denke der wird dann wohl bei der Anmeldung des Balkonkraftwerks getauscht werden.

Meines Wissens nach sind Balkonkraftwerke bis 600Watt (Wechselrichter) anmeldepflichtig beim Netzbetreiber, aber nicht genehmigungspflichtig wie PV-Anlagen mit Einspeisung. Auch bekannt als „vereinfachtes Anmeldeverfahren“. Das ist also nur ein DIN A4 Formular auf dem man mitteilt, dass man sowas besitzt. Wir haben das aber bisher noch nicht gemacht. Wir erfreuen uns derzeit noch daran dass sich der alte Stromzähler rückwärts dreht. Haben zwei große Module mit perfekter Südausrichtung ohne Verschattung, und somit gut Strom. Damit das nicht so auffällt haben wir unseren Stromverbrauch etwas erhöht (z.B. Infrarot-Panele zum tagsüber Heizen) Ich meine nächstes Jahr sollen eh die digitalen Stromzähler kommen, dann hat sich das Thema auch erledigt. So ein BKW finde ich mega. Die Montage hat Spaß gemacht, man lernt was dazu, man nutzt Energie sinnvoller, vor allem wenn man Waschmaschine usw laufen lässt wenn die Sonne scheint.