ARTE - "Die Wahrheit über unser Geld"

Wenn dein Dealer Aktien annimmt, kannst du damit genauso bezahlen wie mit Bitcoin oder Euro :blush:

Das Hängt vom gedachten Modell ab. Wenn man sagt Deutschland unterstützt Israel, dann ist der Staat eine Entität, ein Akteur oder ein Objekt. Genauso wie der Staat Israel. Also eine Verallgemeinerung all seiner Bestandteile.

Aber jedes Objekt/Akteur/Entität (ich werde beim Wort Akteur bleiben) besteht immer aus kleineren Bestandteilen die ihm die Fähigkeiten zu Handeln überhaupt ersteinmal verleihen. Es gibt also Machtkämpfe zwischen Akteuren aber auch innerhalb von Akteuren, denn die Bestandteile eines Akteurs sind auch wieder nur Akteure.

Konkreter: Es kann sein dass hypothetisch nur das deutsche Militär mit Israel interagiert. Oder der deutsche Geheimdienst, oder die Deutsche Außenpolitik. Das sind alles Unterakteure innerhalb des Akteurs Deutschland. Genauso können diese wiederum andere Unterakteure haben wie Generäle, Beamte usw.

All die Akteure und Unterakteure können miteinander interagieren und Macht austauschen. Wenn man sich jetzt aber die Gesamtmacht von Deutschland anschaut, dann summiert sich diese Macht aus seinen Unterakteuren zusammen, das Militär, die Politik usw. Jedes dieser Unterakteure hat somit einen Machtanteil an Deutschland. Und es ist nicht gut wenn diese Machtanteile zu groß werden gegenüber anderen Unterakteuren, dann kommt es eben zur Diktatur oder Monopolbildung. Wenn das Militär z.B: 80% der Macht von Deutschland ausmacht, dann kann das Militär alle anderen Akteure in Deutschland übertrumpfen und diktatorisch herrschen (auch wenn das Militär selber wieder eine Gruppe ist bzw. aus unterakteuren besteht). Wenn das Militär aber gleichberechtigt (oder weniger Mächtig) mit allen anderen Mächten in Deutschland ist, dann kann es handlungsunfähig gemacht werden. Alle anderen Mächte können es dann zusammen überbieten. Das gleiche gillt aber auch für alle anderen Akteure in Deutschland. Wenn der Geheimdienst 80% der Gesamtmacht besitzt, dann kann dieser auch diktatorisch auf Deutschland einwirken. Wenn die Richter in Deutschland 80% aller Macht haben, … Wie Demokratisch ein Objekt ist kann man also danach messen, wie mächtig einzelne Akteure im Zusammenspiel anderer Akteure in dem System sind bzw. wie dezentral oder zentral die betrachtete Fähigkeit im Akteur verteilt ist.

Und diese Machtbetrachtung kannst du für jedes Objekt erstellen, was du dir vorstellen kannst.

Für mich bedeutet das: Demokratie gibt es auf mehreren Ebenen. Überall wo du eine Machtkonzentration hast kann diese Macht andere Akteure dominieren solange sie keiner gleichberechtigten Gegenmacht ausgesetzt sind. Gleichzeitig strebt aber jeder Akteur evolutionsbedingt nach immer mehr Macht, erstens um nicht von einer größeren Macht ausgenutzt oder benutzt werden zu können und zweitens weil Akteure die nicht nach Macht streben gegenüber den anderen Akteuren schlechter dastehen selektionsmäßig aussortiert werden können.

Bezogen auf Menschen bedeutet das: Sie müssen immer um die Machtverteilung innerhalb ihrer Gruppen kämpfen, ansonsten gehen sie unter gegenüber anderen Menschen, die die Macht an sich ziehen. Das gleiche gilt aber auch für jede Gruppe: auch jede Gruppe, die Menschen bilden können strebt nach Macht oder Einfluss um nicht unterzugehen. Menschengruppen führen genau die Evolution fort, die Menschen gebildet hat. Die Evolution der Menschheit auf der Ebene der Gesellschaft (Menschengruppen) nenne ich Kapitalismus wobei die Macht sehr gut mit Geld beschrieben werden kann (aber auch darüber hinaus geht).

Auch andersherum, wenn es in einer Gruppe keinen Akteur gibt der die Macht an sich zieht, dann muss die Gruppe nicht auf ein Machtmonopol aufpassen. Die Realität sieht aber leider so aus, dass es früher oder später in jeder Gruppe eine Machtanziehung gibt, gerade weil es evolutionär eine Tendenz zum Machtaufbau gibt um sich möglichst vor noch größeren Mächten schützen zu können.

Ja.

Du hast also recht, dass es nicht immer eindeutig ist, welcher Akteur jetzt mit welchem interagiert, gerade weil jeder Akteur immer mit jedem Akteur interagieren kann. Der Staat kann mit Menschengruppen interagieren indem er z.B. Firmengesetzte oder Regeln erstellt. Der Staat kann mit einzelnen Menschen interagieren, z.B. indem er ihnen Steuern auferlegt, Der Staat kann mit den Zellen des Menschen interagieren z.B. indem er eine Imfpflicht erstellt usw. Es hängt also immer von dem aktuellem Modell ab worüber man redet.

Wenn ich vom deutschen Staat rede und es keine Vergleichsakteure gibt, mit denen der Staat interagieren kann um Macht auszutauschen, dann muss es um die Bestandteile des Staates gehen die im ständigen Machtaustausch untereinander sind um um ihre Position im Staat kämpfen müssen.
Ansonsten werden die Unterakteure meist vernachlässigt und zu einem Akteur zusammengefasst, der deutsche Staat der mit den USA handeln kann, der Fracking verbietet usw. Und die Bestandteile sind natürlich auch nicht eindeutig. Sind die einzelmenschen des Staates gemeint? Sind die Menschengruppen, Firmen und vereine gemeint? Es hängt eben davon ab, welche Unterakteure zusammengefasst die Fähigkeiten verleihen über die gesprochen wird.

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Außerdem scheint der Sozialstaat auch nicht Bürgerfeindlich, wenn es eine gute Steuerreform gäbe und unnötige Bürokratie abgebaut wird, bin ich da eigentlich recht zufrieden.

In der Geschichte gab es eine Demokratie in genau dieser Form incl. 4. Gewalt des digitalen Raums noch nicht. Daher ist deine Aufforderung ich solle mich mit Geschichte beschäftigen hinfällig. Dich würde daher ich eher bitten auf einen aktuellen Stand zu kommen. :wink:

Das wir für die Demokratie kämpfen müssen ist natürlich richtig, wie immer im Leben:

Nutzt du deine Stimme nicht selbst, nutzt sie ein anderer für dich. :slight_smile:

Nennen wir es doch eher sowas wie einen „Verfall der Gewaltenteilung“, bevor Begriffe aus ihrer Definition gerissen werden.

Zum Glück ist die Bundeswehr so marode :face_with_hand_over_mouth:

Oder auch: Demokratie emergiert aus der gesamtheit all dieser Ebenen. Je ausgeglichener die Macht zwischen den Ebenen ist, desto dezentraler funktioniert die Demokratie. Das ist einer der Gründe, warum ich den überbordenden Staatsapparat deutschlands trotz allem hier verteidige. Mit Dubai würde ich sicher nicht tauschen wollen.

Wenn zu wenige Akteure die Macht unter sich aufteilen kann ein Akteur übergriffig werden, korrekt, bis dahin werden jedoch Abwehrreaktionen der anderen Akteure dies zu verhindern wissen.

Konkurrenz belebt das Geschäft, auch wenn wir in diesem Staat das Problem zu spüren bekommen, wenn Macht hauptsächlich durch Bürokratie ausgeübt wird → diese nimmt dann immer mehr überhand.

Da ich dir sonst zustimme frage ich mich, wie eine Machtanziehung unter gleichzeitigem Abbau der Bürokratie ablaufen kann. Hier kommen wir wohl zum Problem des deutschen Staates?

Welchen Einzelpersonen legt der Staat Steuern auf?

Hier kann durch Wahlen so eine Praktik abgestraft werden, wie wir sehr gut beobachten können. Hier bin ich froh um das fortbestehende Tauziehen zwischen den Parteien, wie im Moment eben auch die Wagenknecht Partei entstanden ist, um unzufriedene Bürger abholen kann, welche nicht unbedingt die Macht einer extremen Partei zuspielen wollen.

Hier bin ich einfach mal so froh, dass ich weiterhin sorgenfrei mein Leitungswasser genießen kann. Das ist in weiten Teilen der Welt nicht mehr möglich, soll Titus Gebel doch dort sein Fracking machen und dafür eine Privatstadt gründen.

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Ja, ich glaube das ist wohl das zentrale Problem was speziell Deutschland lösen muss. Was aber auch schwierig wird mit zunehmender Bürokratie der EU. Denn die gleichen Argumente kann man fast 1 zu 1 auf die EU übertragen, in der Deutschland nur ein Teil ist, ein Unterakteur zwischen vielen Anderen.

Ansonsten kann ich dir eigentlich nur zustimmen, es gibt Staaten mit einer deutlich ungünstigeren Machtverteilung als in Deutschland und in denen will ich auch nicht wirklich leben müssen. Aber wir leben nunmal in Deutschland und sehen dass die Machtverteilung auch in Deutschland tendenziell ungünstiger wird, was sich in einer tendenziell steigenden Unzufriedenheit der Bürger äußert. Das ist ein natürliches Machtgegengewicht einer funktionierenden Demokratie. Eine wirkliche Diktatur würde solches aufbegehren im Keim ersticken. Die Frage ist eben ob dieses Auflehnen der Bevölkerung die Macht wieder in eine ausgeglichene Position bringt oder ob das Gegengewicht weitere Ungleichgewichte der Macht schafft. Aber dass diese Machtergreifungen in Deutschlnad passieren und stattfinden ist nicht zu übersehen, in den Medien, in der Gesetzgebung, in der Judikative usw. Und dagegen muss angekämpft werden, ansonsten fällt die Demokratie.

Ein Kämpfen für diese Rechte ist also nicht zwangsläufig demokratiefeindlich, wer gegen die EU ist ist nicht perse gegen ein vereintes Europa. Nur eben gegen die aktuelle Auslegung bzw. Bürokratie. Und ich glaube auch dass die Meisten es sich auch nicht vorstellen können ohne Staat zu leben. Ich denke, dass es sowas wie eine Anarchie nicht geben kann weil sich immer irgendwelche Menschengruppen bilden werden die die Herrschaft (also die meiste Macht im System) bekommen und damit die Macht haben ihre Gesetzte und Regeln durchsetzen zu können. Diese Gruppe bildet dann zwangsweise den Staat, ob dieser Diktatorisch oder demokratisch ist hängt von der Machtverteilung innerhalb dieser Gruppe ab. Und diese Gruppen werden sich bilden müssen weil in der Gruppe die Menschen mächtiger sind sich gegen andere Gruppen oder Umwelteinflüsse zu schützen als alleine. Die Gruppe ist mächtiger alls die Menschen alleine.

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Hier sollte klar unterschieden werden, ob es „gegen die EU“ ist oder „für eine Reform der EU“. Das ist eine ganz wichtige erste Klarstellung zu den Endzielen des Vorhabens, wenn über diese ersten Ziele Einstimmigkeit besteht, dann können die nächsten Ziele gesetzt werden. „Demokratisierung der EU“ bzw. „Abbau der autorithären Strukturen innerhalb der EU“, „Ausbau des Mitbestimmungrechts der Bürger“, „Abbau der bürokratischen Verordnungen“ usw.

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Bäcker Lutze gibts wirklich :sweat_smile: (satiere Vollblut Bitcoiner)

https://twitter.com/baeckerlutze?lang=de

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Habe gerade zufällig gesehen, dass es auch anders geht - mit einem kritischen Blick aufs Geld und die Art der Geldschöpfung, sowie Bitcoin als mögliche Lösung:

Ich bin noch nicht durch, aber die ersten 30 Minuten sind schon einmal sehr gut. Einzig die Besetzung könnte noch etwas vielfältiger sein (dieses Mal sehr pro-Bitcoin - was ich natürlich total nachvollziehen kann, aber eben doch auch einseitig wirken kann).
Diese Runde zusammen mit der Arte Runde würde sicher richtig Spaß machen :slight_smile:

Ist nicht das erste Fair Talk Thema, was ich gut finde - auch in Bezug auf Moderation, Tiefe und Kritik und Vielseitigkeit der Stimmen. Dennoch geht es da sehr respektvoll zu, auch wenn man mal nicht einer Meinung ist. So wünsche ich mir Diskussionsrunden! Wirklich empfehlenswert.

Hätte zwar auch einen eigenen Thread verdient - wollte es aber auch als Gegenpol zur fragwürdigen Arte-Runde bringen.