Irgendwie ist der gesamte Auftritt von @WilliOverlord@Totenfeld@Micha1Bln und weiteren ähnlicher Ideologie der exakte Grund mich nicht näher zu Clownie, sondern viel weiter weg zu begeben.
Weil du so fröhlich seine Videos teilst, habe euch dazu mal eine Geschichte geschrieben:
Die trügerische Falle der Debatte
Es ist bemerkenswert, wie tief verwurzelt die Überzeugung ist, dass man sich mit jeder Form von Meinung auseinandersetzen sollte, um sie zu widerlegen. Die Gefahr liegt nicht nur in der Verbreitung der Falschinformationen selbst, sondern auch in der tiefgreifenden, langfristigen Fehlentwicklung neuronaler Strukturen, die durch ständige Exposition gegenüber dieser Art von Propaganda ausgelöst wird.
Clownie verbreitet ständig Fake News, verdrehte Statistiken und wilde Verschwörungstheorien. Ein häufiges Beispiel ist seine Behauptung, „die Medien“ würden systematisch „Lügen“ verbreiten, um die Bevölkerung zu manipulieren, während er selbst behauptet, die einzige Quelle der „echten Informationen“ zu sein. Er stellt auch gerne Migranten als pauschale Bedrohung dar, die angeblich „unsere Kultur zerstören“ und „Kriminalität importieren“.
Nehmen wir an, wir versuchen, Clownie mit Fakten zu widerlegen. Wir zeigen ihm offizielle Kriminalstatistiken, die seine Behauptungen entkräften, oder beweisen anhand von Quellenkritik, dass seine „Beweise“ aus unseriösen Blogs stammen. Was passiert? Clownie wird nicht zuhören. Er wird unsere Argumente als „Teil der Verschwörung“ abtun, uns als „Schlafschafe“ bezeichnen und seine Anhänger dazu anstacheln, unsere Aussagen ebenfalls zu ignorieren. Dieses Phänomen ist bekannt als Bestätigungsfehler: Menschen neigen dazu, Informationen so zu interpretieren, dass sie ihre bereits bestehenden Überzeugungen bestätigen. Bei extremistischen Überzeugungen ist dieser Effekt oft noch stärker ausgeprägt.
Die Auswirkungen dieser Art von Propaganda gehen weit über die rein kognitive Ebene hinaus. Sie beeinflussen buchstäblich, wie unser Gehirn Informationen verarbeitet und speichert. Wenn wir uns wiederholt bestimmten Narrativen aussetzen, vor allem solchen, die starke Emotionen wie Angst, Wut und Misstrauen hervorrufen, beginnen sich neuronale Verbindungen zu verstärken.
Stellen wir uns unser Gehirn als ein komplexes Straßennetz vor. Jedes Mal, wenn wir einen Gedanken denken oder eine Information verarbeiten, befahren wir bestimmte Straßen. Wenn wir immer wieder die gleichen „Straßen“ befahren – in diesem Fall die gedanklichen Pfade, die von Clownies Propaganda vorgegeben werden, wie etwa die Verknüpfung von Migration mit Kriminalität oder die Dämonisierung von „den Eliten“ – werden diese Straßen breiter, glatter und leichter befahrbar. Andere Straßen, die zu differenzierten Ansichten oder kritischem Denken führen, werden dagegen weniger frequentiert und verfallen allmählich.
Dieser Prozess wird als neuronale Plastizität bezeichnet. Unser Gehirn ist ständig dabei, sich an unsere Erfahrungen anzupassen. Im Falle von rechtsextremer Propaganda führt dies zu einer strukturellen Neuordnung des Gehirns, die dazu neigt, weitere bestätigende Informationen bevorzugt aufzunehmen und widersprechende Informationen auszublenden. Es entsteht eine Art Tunnelblick, in dem die Welt nur noch durch die verzerrte Linse der Propaganda wahrgenommen wird.
Soziale Kognition und die Anziehungskraft der Propaganda
Warum aber finden Clownies einfache Narrative so großen Anklang, trotz ihrer offensichtlichen Mängel? Hier kommt die soziale Kognition ins Spiel. Menschen sind soziale Wesen, und unsere Wahrnehmung der Welt wird stark von unseren sozialen Umfeldern geprägt.
Vereinfachung und kognitive Entlastung: Clownies Aussagen sind oft stark vereinfacht und bieten einfache „Antworten“ auf komplexe Probleme. In einer überkomplexen Welt sehnen sich viele Menschen nach Klarheit und einfachen Lösungen. Das Gehirn neigt dazu, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, und das Annehmen einfacher, emotional aufgeladener Erklärungen ist kognitiv weniger anstrengend als das kritische Hinterfragen und die Auseinandersetzung mit vielschichtigen Realitäten.
Gruppenidentität und Zugehörigkeit: Rechte Hetzer schaffen oft ein starkes „Wir-gegen-die-Anderen“-Gefühl. Wer Clownie folgt, gehört zu den „Aufgeklärten“, den „Wissenden“, die die „Wahrheit“ erkannt haben, während alle anderen die „Lügenpresse“ glauben. Diese In-Group/Out-Group-Dynamik ist ein mächtiger sozialpsychologischer Mechanismus, der das Bedürfnis nach Zugehörigkeit befriedigt. Wer sich einmal als Teil dieser Gruppe identifiziert, wird tendenziell alle Informationen annehmen, die diese Gruppenidentität stärken, und alle Informationen ablehnen, die sie gefährden könnten.
Emotionale Manipulation: Rechte Propaganda spielt geschickt mit Ängsten, Unsicherheiten und Ressentiments. Sie schürt Furcht vor dem Fremden, Wut auf vermeintliche Eliten und das Gefühl der Entwertung. Diese negativen Emotionen sind besonders wirksam, weil sie die Amygdala, ein Teil des Gehirns, der für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist, aktivieren und rationale Denkprozesse überlagern können. Eine dauerhafte Aktivierung der Amygdala kann zu einer erhöhten Stressreaktion und einer Verengung des Denkens führen, was die Anfälligkeit für einfache, autoritäre Lösungen erhöht.
Echo-Kammern und Filterblasen: Im Zeitalter der sozialen Medien verstärkt sich das Problem zusätzlich. Algorithmen neigen dazu, uns Inhalte anzuzeigen, die unseren bisherigen Präferenzen entsprechen. Das führt dazu, dass Menschen, die bereits zu Clownies Ansichten neigen, immer mehr solcher Inhalte sehen, während abweichende Meinungen kaum noch in ihren Feed gelangen. Diese Echo-Kammern zementieren die bereits bestehenden Überzeugungen und machen es extrem schwierig, überhaupt noch mit neuen, widersprüchlichen Informationen in Kontakt zu treten.
Warum Konfrontation oft nutzlos ist
Wenn wir all dies berücksichtigen, wird klar, warum der Versuch, sich mit Clownie und seinen Fake News auseinanderzusetzen, oft vergebliche Mühe ist. Die neuronalen Strukturen seiner Anhänger sind bereits so optimiert, dass sie seine Botschaften aufnehmen und unsere Argumente abwehren. Ihre soziale Kognition hat sie in einer Echokammer gefangen, in der ihre Gruppenidentität durch die Ablehnung von „Außenseitern“ wie uns gestärkt wird.
Jede Auseinandersetzung gibt Clownies Aussagen eine Bühne. Indem wir uns mit seinen Lügen beschäftigen, geben wir ihnen eine Relevanz, die sie sonst vielleicht nicht hätten. Wir legitimieren indirekt die Debatte über Dinge, die keine Debatte verdienen – wie grundlegende Fakten oder Menschenrechte. Es ist, als würden wir versuchen, mit jemandem über die Schwerkraft zu diskutieren, der behauptet, sie existiere nicht. Jede Sekunde, die wir mit der Widerlegung offensichtlicher Absurditäten verbringen, ist eine Sekunde, die wir nicht für konstruktive Lösungen oder die Stärkung demokratischer Werte nutzen können.
Anstatt sich direkt mit den Hetzern auseinanderzusetzen und ihre neuronalen Pfade weiter zu stärken, sollten wir uns auf präventive und stärkende Maßnahmen konzentrieren:
Stärkung kritischen Denkens und Medienkompetenz: Investitionen in Bildung, die Kindern und Erwachsenen beibringt, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu bewerten und Fehlinformationen zu erkennen, sind entscheidend. Dies schafft neuronale Pfade, die für rationales und evidenzbasiertes Denken optimiert sind.
Förderung von Empathie und Diversität: Indem wir den Kontakt zu verschiedenen Kulturen und Lebensweisen fördern, können wir Vorurteile abbauen und die Grundlage für Empathie stärken. Dies hilft, die „Wir-gegen-die-Anderen“-Mentalität aufzubrechen.
Bereitstellung verlässlicher Informationen: Eine starke, unabhängige und vertrauenswürdige Presse ist essenziell. Wenn Menschen Zugang zu hochwertigen Informationen haben, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich extremistischen Narrativen zuwenden.
Bekämpfung der Ursachen von Unzufriedenheit: Rechte Hetze gedeiht oft in Umfeldern von sozialer Ungleichheit, wirtschaftlicher Unsicherheit und dem Gefühl der Machtlosigkeit. Die Bekämpfung dieser Missstände auf politischer und sozialer Ebene ist die effektivste Methode, um dem Nährboden für Extremismus zu entziehen.
Ignorieren der Provokation: Manchmal ist die beste Reaktion Schweigen. Nicht jede absurde Behauptung verdient eine Antwort. Das Ignorieren von Trollen und Hetzern kann ihnen die Aufmerksamkeit entziehen, die sie suchen. Es geht darum, nicht den Fehler zu machen, die Agenda des Hetzers zu übernehmen.
Es ist eine bittere Lektion, aber eine notwendige: Nicht jede Meinung verdient eine Plattform, und nicht jede Lüge eine Widerlegung. Insbesondere bei rechtsextremer Hetze, die darauf abzielt, die Gesellschaft zu spalten und demokratische Strukturen zu untergraben, ist es klüger, die dahinterstehenden Mechanismen zu verstehen und Strategien zu entwickeln, die über die fruchtlose Debatte hinausgehen. Unser Ziel muss es sein, die Resilienz der Gesellschaft gegen solche Angriffe zu stärken und die neuronalen Pfade zu fördern, die zu rationalem Denken, Empathie und Zusammenhalt führen, anstatt uns im Morast der Lügen zu verlieren.
Möchte jemand vielleicht darüber sprechen, wie man Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz vermitteln kann, um sie widerstandsfähiger gegen Fehlinformationen zu machen?
Das ist Interpretationssache. Im Angesicht, dass er eine große Reichweite hat und deswegen seine journalistischen Verpflichtungen verletzt würde ich seine Zuschauer lediglich als „rechts“ bezeichnen.
So wie ich Böhmermann auch extrem finde, ob „linksextrem“ oder „extrem systemtreu“ besser passt, ist schwer zu sagen. Tippe auf zweiteres.
Ob es korrekt war einen so extremen Journalisten zu offenbaren ist die Frage, da bin ich noch nicht überzeugt.
Es untergräbt den Gruppenzwang, mit dem man dazu gebracht werden soll:
Wenn mich nicht alles täuscht war in der Definition von Extremismus Gewaltbereitschaft enthaltn.
Aufforderungen zu Gewalt, oder eine eigene Gewaltneigung des Clowns konnte ich nicht finden.
Also keine Plattform für Hass und Hetze und diese Angriffe auf „unsere Gesellschaft“, die Rechten, die „unser System“ untergraben und „unsere Demokratie“ abschaffen wollen.
…
Wieder nur sozialistischer Müll der Andere Zensieren will und meint zu wissen wer eine Plattform verdient und wem man diese verweigern muss.
Offizielle „Plattformen“ sagten die Impfungen sind wirksam, sicher, Nebenwirkungsfrei, verhindern Übertragung und verändern keinesfalls die Menschliche DNA…
Es ist sozialistischer Sprech alles für Andere besser zu wissen und ihnen indirekt zu sagen sie seien dämlich und das es keine „einfachen Lösungen“ gäbe weil Probleme plötzlich „komplex“ sind und die Welt sogar „überkomplex“ und unsere dummen Gehirne nur ganz „einfache Strukturen“ besitzen und sowas von primitiv sind, dass sie die neuartigen „vielschichtigen Realitäten“ garnicht erfassen können.
Deswegen brauchen wir hardcore Sozis wie dich die uns führen und sagen was das beste für uns ist.
Also bis jetzt habe ich von dir hauptsächlich solche Namen gehört, welche typisch sind für Gruppenidentität und Vereinfachung / kognitive Entlastung.
Im Gegenteil, ich habe erklärt, warum jeder incl. mir bei genug Aussetzung diesen kognitiven Fallen zum Opfer fallen kann.
Tatsächlich ist die politische Welt komplex, auch wenn dir die Influencer etwas anderes glaubhaft machen konnten.
Wenn man sich immer nur mit so einfachen Inhalten mit der politischen Realität auseinandersetzt, ist die Tiefe nicht mehr so gut erkennbar und alle anderen „Sozialisten“.
Aber das jemand deswegen dumm ist und in seinem Fachgebiet dadurch nichts kann habe ich nie behauptet.
Drücke dir die Daumen, dass du irgendwann wieder aus diesen politischen Gedankenkonstrukten ausbrechen kannst.
Also ich bin nur ein Typ in nem Forum der gern über Politik diskutiert, hab nicht vor bei dir Steuern abzukassieren und auch nicht die Macht neue Gesetze für dich zu erlassen.
Seit Jahren wird behauptet, dass der Rechtspopulismus eine Gegenreaktion auf den Neoliberalismus sei. Diese Annahme ist falsch. Wesentliche Kräfte der neu entstehenden Rechten sind in Wirklichkeit Varianten des Neoliberalismus.
Wen betrachten Sie als Hayeks „Bastarde“?
Ihr Einfluss reicht von Javier Milei in Argentinien bis zu Donald Trump in den USA. Interessant ist auch die AfD in Deutschland: Warum haben sich Menschen, die sich hauptsächlich für wirtschaftliche Freiheit und Sparmaßnahmen interessieren, mit Menschen verbündet, für die „kulturelle Reinheit“ und sogar rassistische Ideen oberste Priorität haben? Weil sie sich gegenseitig dabei helfen konnten, ihre jeweiligen politischen Ziele zu erreichen.
Noch bis vor kurzem hat man die Linken dafür benutzt, jetzt benutzt man die Rechten.
(Allerdings nutze ich die Begriffe links und rechts jetzt im Sinne von Normalbürgern. Die Eliten sind natürlich rechts und benutzen eben andere „Rechte“ die „nur“ deswegen rechts sind bzw. genannt werden, weil ihnen Überfremdung z.B. auf den Sack geht usw. Das sind ja deswegen eigentlich auch keine echten Rechten sondern viele sind durchaus ja auch globalismus/kapitalismuskritisch z.B. und durchaus dafür, bestimmte Hierarchien abzuschaffen.)
Kapital ist da sehr flexibel und wir steuern „interessanten“ Zeiten entgegen.
Genau diese Einstellung halte ich für falsch. Ich rede so lange, wie niemand Gewalt ins Spiel bringt (Was übrigens bei @ZPE mal knapp wurde, als der von „Fresse einschlagen“ faselte).
Ich rede solange mit ALLEN, selbst mit ECHTEN Nazis, auch mit Antifa, bis jemand von Gewalt anfängt. Erst dann ist Schluss bei mir. So habe ich es immer gehalten, und DAS halte ich für Demokratie.
Sonst nehmen das Leute nur als Ausflüchte die andere Seite einfach als die Bösen zu framen, und schon ist die Demokratie im Arsch.
Das ist keine Einstellung, das ist täglich Realität bei Influencern und diese müssen, falls über jemand etwas negatives offenbart wird, immer mehrmals deutlich klarstellen, dass niemand irgendeine Gewalt ausüben soll.
Also ich wollte sagen, bei jemand mit sehr großer Reichweite kann schon SEHR wenig Anstacheln reichen, um einen kleinen Prozentsatz der Zuschauer über die Gewaltschwelle zu treiben.
Das ist eben mMn. die Verantwortung eines Journalisten, der weder Böhmermann noch Clowni gerecht wird, genau darauf zu achten, ob eine Art der Berichterstattung bei gewissen Zuschauern zu Gewaltbereitschaft führen könnte.
Wenn das zu „mit allen außerhalb der Bubble nicht mehr reden“ führt, sind wir alle im Eimer. Das geht nicht, wenn wir eine Demokratie wollen.
Gewalt ist zu recht strafbar. Und jeden Spinner pampern, daran gewöhnen sich die Leute vl. auch…
Im Gegenteil müssten wir eigentlich üben konträre Meinungen mal auszuhalten. Und dann so gut man kann sachlich Argumente zu tauschen.
Mit wem wird hier nicht geredet?
Es geht darum den Konsum von Medien kritisch zu betrachten, wie schon oft von mir präzisiert.
Bitte nicht die Worte im Mund umdrehen, damit gegen ein Punkt argumentiert werden kann, den ich nicht gemacht habe.
Findest du nicht, dass @Totenfeld viel weniger mit mir redet, als ich mit ihm?
Merkst du dadurch evtl. wer eher kognitiv beeinflusst wird, dass er nicht mit „Sozialisten“ reden sollte?
Soll das eine Verteidigung für Böhmermann sein, um sachlich konträre Meinungen auszutauschen?
Kritisiert habe ich die Grundidee, man könnte einfach sagen, der Clown z.B. sagt nur Blödsinn, alles Propaganda, und das war’s. Gespräch beendet. So geht das mMn nicht.
Es ging um die Grundhaltung. Ich denke ich MUSS mit dem Clown ebenso reden wie mit Linken. Ich kann das nicht vorher verwerfen.
Ja kann ja sein. Man muss ja nicht alles nachmachen.
Nein, das war mehr eine Idee, wie es dazu kommen kann, dass Leute gleich durchdrehen, weil jemand eine Meinung äußert.
Vielleicht hat’s auch mit zu viel Fremdbestimmung zu tun. Jedem kleinen Mist muss man zustimmen, ohne zuzustimmen… vieleicht sind die Leute deswegen so schnell auf der Palme