Angabe des Spreads bei Bison

Willkommen im Forum @Niehues!

Ich habe noch nie bei Bison ge- oder verkauft. Aber das Prinzip ist immer dasselbe.

Erst einmal kurz und bündig zu deinen Fragen:

Ja, dieser direkte „Verlust“ von 2,5 % entspricht dem gesamten Spread für An- und Verkauf.

Beispielrechnung:

Du kaufst für 100 EUR zum angebotenen Preis und erhältst dafür x BTC. Verbucht wird das eben genau so, also x BTC für 100 EUR. Wenn du diese x BTC aber nun direkt wieder verkaufen würdest, hättest du anschließend nur noch 97,50 EUR, weil der Spread insgesamt 2,5 % beträgt.

Deshalb wird dir der Gegenwert deiner x BTC nach dem Kauf einfach schon direkt mit 97,50 EUR angezeigt, was bedeutet, dass du sie ohne weitere Überraschungen zu diesem Gegenwert verkaufen könntest.

Bison könnte dir nach dem Kauf alternativ auch einen Gegenwert von 100 EUR anzeigen. Aber beim Verkauf würde dich dann evtl. überraschen, dass der angebotene Verkaufspreis plötzlich mit 97,50 EUR angezeigt wird. Du würdest also 100 EUR sehen, klickst auf verkaufen und dir würden 97,50 EUR angeboten. Das wäre für die meisten wahrscheinlich verwirrender.

Du verwechselst das mit der Slippage beim Handel an einer Börse.

Ich fasse das, natürlich eher für @Niehues und weitere Einsteiger, nochmal etwas detaillierter zusammen. Teile davon wurden auch schon oft in anderen Threads erklärt.

Börsen

Börsen sind Handelsplätze. Das heißt sie stellen eine Plattform zur Verfügung, auf der die Marktteilnehmer ihre Coins handeln können.

Wenn man auf einer Börse z.B. Bitcoin kauft, kauft man diese von anderen Marktteilnehmern, die ihre Coins dort zum Verkauf anbieten. Man kauft sie nicht von der Börse direkt. Der Handelsmechanismus ist im Endeffekt der gleiche wie bei anderen auf Börsen gehandelten Assets, z.B. Aktien.
Wenn man die Funktionsweise dieses Handels verstehen möchte, sucht man hier im Forum mit der Suchfunktion, oder woanders im Netz nach Stichworten wie: Orderbuch, Limit Order, Market Order, Liquidität.

Die aktuelle Differenz zwischen dem besten Kurs, zu dem man BTC kaufen kann (Ask), und dem besten Kurs, zu dem man BTC verkaufen kann (Bid), ist der Spread. Der Ask ist natürlich höher als der Bid.

Wenn man auf einer Börse kauft und wieder verkauft, verliert man also einerseits den Spread und andererseits die Gebühren, welche die Börse für das Handeln (zwei Mal: für Kauf und Verkauf), sowie für Ein- und Auszahlung von EUR bzw. BTC verlangt.

Zusätzlich kann es den von @einbaumhatzweige beschriebenen Effekt geben, wenn man über Marktorders kauf oder verkauft. Diesen Effekt nennt man Slippage.
Man sieht z.B. den besten Kaufkurs (Ask) von 35.000 EUR/BTC, achtet aber nicht darauf, dass zu diesem Kurs nur 0,01 BTC angeboten werden. Wenn man nun z.B. für 1000 EUR mittels Marktorder kauft, erhält man die angebotenen 0,01 BTC für 350 EUR, aber für das restliche Geld auch weitere BTC, die zu einem teureren Preis angeboten wurden.
Am Ende erhält man im Beispiel für die 1000 EUR also weniger BTC, als man beim Kurs von 35.000 EUR/BTC vermutet hätte. Der durchschnittliche Einkaufskurs lag im Endeffekt darüber.

Die Menge an BTC bzw. EUR, die an einer Börse laufend zum Verkauf bzw. Kauf angeboten werden, bezeichnet man als Liquidität.

Man kann sich leicht plausibel machen, dass an einer Börse mit hoher Liquidität sowohl der Spread, als auch die Slippage geringer sind, als an einer Börse mit geringer Liquidität.

Broker

Zusätzlich zu den Börsen gibt es Broker wie z.B. Bison, Relai oder Pocket Bitcoin. Bei solchen Dienstleistern kannst du Coins nicht mit anderen Kunden des Brokers handeln, sondern wirklich direkt vom Broker kaufen. Der Anbieter tritt also als An- und Verkäufer auf, nicht wie eine Börse als Marktplatz.

Stattdessen handelt der Anbieter selbst an einer Börse, damit er dir Coins verkaufen oder von dir kaufen kann. Für diesen Komfort verlangen sie dann meist 1…2 % zusätzliche, mehr oder weniger transparente Gebühren. Ein günstiger Broker muss also teurer sein als eine günstige Börse.

Auch viele Börsen bieten allerdings zusätzlich zum eigentlichen Handelsplatz solch eine Direkt-Kauf- und Verkaufsoption an, die dann einfach und komfortabel zu bedienen ist, aber eben zusätzliche Gebühren kostet.

Da ein Broker beim Kauf oder Verkauf einen festen Preis anbietet, gibt es bei der Ausführung keine negativen Überraschungen, also keine Slippage.


Bison schreibt auf der Website:

Bei BISON setzen wir auf volle Kostentransparenz, bei uns gibt es keine versteckten Gebühren!

Gebührenübersicht für den Handel von Kryptowährungen​

Bei BISON fallen keine Gebühren für Transaktionen, Ein- und Auszahlungen und die Verwahrung von Kryptowährungen bzw. die Depotführung von Wertpapieren an.

BISON zeigt dir immer den Kauf- und Verkaufspreis an, zu welchem du Kryptowährungen kaufen bzw. verkaufen kannst. Der Handel von Kryptowährungen ist gebührenfrei. Es fällt lediglich der Spread an, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Der anteilige Spread beläuft sich aktuell auf 1,25%. Dieser unterliegt Schwankungen, da er von Marktgegebenheiten und von dem Volumen einer Transaktion abhängig sein kann.

Du kaufst oder verkaufst deine Kryptowährungen für einen bestimmten Wert, zu einer bestimmten Zeit. Du bekommst bei BISON immer den Preis, der dir angezeigt wird bzw. für den du deine Limit- oder Stop-Order eingestellt hast.

Alles weitere sei „kostenlos“.

Im Endeffekt ist natürlich nichts auf der Welt kostenlos. Es ist nur eine Frage, wie der Anbieter das ganze darstellt. Statt 2,5% (= 2 ⋅ 1,25%) Spread und 0% Gebühren könnten sie auch 0% Spread und 2,5% Gebühren verlangen.

Wichtig ist am Ende nur, dass man sich transparent über die Gesamtkosten informieren kann.

Bison ist entgegen der eigenen Behauptung an dieser Stelle überhaupt nicht transparent; für mich ist diese Angabe eine bewusste Täuschung der Kunden:

Der anteilige Spread beläuft sich aktuell auf 1,25%.

Bei keinem anderen Broker und keiner anderen Börse wird ein „anteiliger Spread“ angegeben, was vermutlich eine Aufteilung auf Kauf und Verkauf bedeuten soll. Diese Bezeichnung hat sich Bison nur ausgedacht, um die Hälfte des eigentlichen Spreads bewerben zu können.

Da wäre es noch transparenter gewesen „1,25% Gebühren bei Kauf und Verkauf“ anzugeben. Aber dann hätte man eben wieder nicht mit „keine Gebühren“ werben können.

Dazu kommt bei Bison eine (zumindest früher) sehr lange Dauer von mehreren Werktagen für die Auszahlung von Bitcoin auf die eigene Wallet.

Und auch noch das: Bison betreibt Staking mit Coins der Kunden?

Bison ist nicht die erste Wahl, um Bitcoin zu kaufen, auch wenn es einfach sein soll.

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