Du musst die Argumente nicht nur lesen, sondern auch verstehen.
Im Anarchokapitalismus ist Schutz keine Zwangsleistung des Staates, sondern ein frei wählbares Gut auf dem Markt. Es gibt private Schutzagenturen und Schiedsgerichte, die, wie heute auch die Polizei oder Justiz für Sicherheit und Rechtsdurchsetzung sorgen.
Zum Beispiel könnte das Common Law durch unabhängige Anbieter angewendet werden. Schiedsgerichte, auf die sich beide Parteien im Vorfeld geeinigt haben, sorgen für faire Konfliktlösung. Und du ignorierst wieder ein mal, dass ohne Geldmonopol Konflikte sehr teuer sind und je unwirtschaftlich du handelst, desto mehr „Macht“ verlierst du. Das ist die Power der Dezentralisierung. ;-)
Und der entscheidende Unterschied: Im AnKap-System gibt es keinen staatlichen Gewaltapparat, den sich der Stärkere durch Geld oder Einfluss unter den Nagel reißen kann.
Stattdessen herrscht Konkurrenz zwischen Schutzdienstleistern. Wenn meine Schutzagentur versagt, kündige ich sie und wähle eine bessere. Das kann ich bei der staatlichen Polizei nicht.
Das ist keine Naivität, das ist eine marktwirtschaftliche, dezentrale Antwort auf das Gewaltproblem. Nicht perfekt, aber mit echten Wahlmöglichkeiten. Und das ist mehr, als der Staat mir heute bietet.
Also nochmal, an wen wirst du dich in dem konkreten Fall wenden?
An niemanden. Weil es niemanden gibt. Dann wirst du immer und alles verlieren.
Oder du schließt dich mit anderen zusammen und bildest eine Art Staat. Das ist die Idee von Staaten. Und da hast du eben auch keine Wahlfreiheit mehr denn dein Landbesitz und dein Haus sind ja IMMOBILIEN die an Ort und Stelle geschützt werden müssen. Also wird auch die Schutzmacht an Ort und Stelle sein und Grenzen haben…
Und da sind wir bei Staaten. Ist ja nicht schwer zu verstehen.
Du brauchst mir nichts erklären, ich habe das schon verstanden. Aber du willst meine Frage nicht beantworten. Dabei war sie ganz konkret und einfach.
Was genau ist für dich an privaten Schutzagenturen oder Schiedsgerichten so schwer zu verstehen?
Diese haben nichts mit einem Staat zu tun, weil sie auf freiwilliger Basis funktionieren.
Ich glaube auch. Er ist bestimmt eine staatlich finanzierter KI Bot, um antietatistische Gedanken schon im Keim zu ersticken. XD
Aber was ist daran so schwer zu verstehen, dass der Mächtige sich einfach bessere private Agenturen kaufen kann und auch das Schiedsgericht nicht akzeptieren muss wenn er es schon nicht bestechen kann bzw. wer sucht das Gericht denn aus? Wer garantiert die Unabhängigkeit?
Und was ist für dich so schwer zu verstehen an Reputation, Dezentralisierung und freiwilliger Kooperation?
In einem System ohne zentrale Machtstrukturen kann sich der „Mächtige“ keine globale Legitimation kaufen, weil es keine zentrale Stelle gibt, die er übernehmen kann.
Wenn er sich weigert, Schiedsgerichte zu akzeptieren oder aggressiv handelt, verliert er Reputation. Also genau die Grundlagen seiner Macht.
In einer freien Ordnung bestimmt nicht Gewalt, sondern Vertrauen über den langfristigen Erfolg. Und Vertrauen lässt sich nicht kaufen nur verdienen.
Du willst auch keine Antworten oder stellst Fragen, Du willst agitieren und Deine kollektivistische Propaganda und Staatsidealisierung verbreiten. Du hast alles bereits durchschaut, definierst die Begriffe und hast allgemein den großen und vollständigen Durchblick. Liberale Ideen wie Freiheit, eine spontane Ordnung, Marktwirtschaft, freiwilliger Austausch sind nur Utopien von weltfremden Spinnern die vom großem Weltgeist und einer völkischen Regierung wieder auf den richtigen Weg gebracht werden müssen. Das ist ungefähr so das Surrogat aus Deinen Postings. Eine führende Position im Wahrheitsministerium würde sicher Deinen Ambitionen entsprechen, gibts leider im AnKap nicht und schon allein deshalb muss das alles des Teufels sein.
Wenn Du Spuren von Ironie oder Sarkasmus findest, kommt das einfach daher, dass ich Dich und Dein simples Weltbild vom „Kampf aller gegen Alle“ einfach nicht ernst nehmen kann.
Da ist nichts daran schwer zu verstehen, aber es ist offenbar schwer zu verstehen bzw. zu akzeptieren, dass das kein Argument ist.
Und wir drehen uns wieder im Kreis.
Nochmal: Reputation ist einer Welt unwichtig, in der der Mächtige einfach so viel Macht hat, dass sein Wort mehr zählt als deins. Er kann über die Medien seine Sicht verbreiten, vielleicht gehören ihm die Medien, er kennt jemanden, dem Medien gehören…
Wenn er will kann er dich als Kinderschänder diskreditieren und du kannst dich nicht wehren? An wen wendest du dich dann?
Und schon wieder die Freiwilligkeit. Das ist aber nochmal nicht die Frage. Die Frage ist, was machst du, an wen wendest du dich als kleines Licht, wenn sich jemand ganz freiwillig zu deinem Nachteil eben nicht an die Regeln hält, hm? Freiwilligkeit ist ja eben keine Einbahnstraße. Ist auch nicht schwer zu verstehen.
Ich habe ein ganz konkretes Problem skizziert und eine einfache Frage gestellt.
An wen du dich wendest, wenn sich ein wirtschaftlich Stärkerer zu deinem Nachteil nicht an die Regeln hält.
Die beantwortest du nicht. Du tust einfach so, dass das nicht vorkommen kann wegen so Scheinargumenten wie Reputation usw. und nennst mich dann naiv. Hahahaha
(Davon ab ist es ja auch nicht so, dass wir das nicht schon gehabt hätten und nicht wüssten, dass das eben zum Durchregieren der Besitzenden führt und zur Unterdrückung der Masse der Menschen.)
Wieder keine Antwort von dir aber eine Gegenfrage. Nur für das Protokoll.
Aber gern, ich beantworte dir das.
Zumindest in unserem Staat haben unabhängige Gerichte (Ausnahmen bestätigen die Regel und Bestechung ist damit nicht gemeint) Das heißt, die Richter bekommen ihr Geld unabhängig vom Richterspruch.
Wenn du also hier ein Problem hast, dann gehst du zum Staat und bekommst, wenn du es dir nicht leisten kannst, trotzdem Rechtsbeistand.
Der Staat wird dann in letzter Konsequenz auch das Urteil exekutieren.
Was nicht bedeutet, dass hier alles 1 a läuft, aber es ist allemal besser, als in einer Welt in der es das alles nicht gibt bzw. nur für die, die es sich leisten können. Denn die bestimmen eben am Ende jede Rechtssprechung und auch jede Exekution der Urteile. Das heißt, die kommen immer davon.
Hatten wir schon, kennen wir alles. Nur Libertäre kennen das nicht, weil die nie in ein Geschichtsbuch geguckt haben.
Du würdest also zum Staat gehen und sagen, Unternehmen x bedroht mich, nötigt mich, mit dem Ziel, dass ich Haus und Hof abgebe und der Staat wird ermitteln.
Wieder geht es dir mehr um Provokation als darum, die Argumente wirklich zu durchdringen.
Du nennst das Neutralität, wenn ein zentralisiertes Gewaltmonopol den Richter bezahlt, ernennt, befördert und sanktionieren kann? Das ist keine Unabhängigkeit, das ist institutionalisierte Abhängigkeit und genau das was du am Kapitalismus kritisierst.
Im freien Markt hingegen bist du Kunde, nicht Bittsteller. Ein privater Schiedsrichter ist vertraglich zur Neutralität verpflichtet und wenn er parteiisch urteilt, verliert er Vertrauen und am Ende sein Geschäft.
Der Anreiz zur Unabhängigkeit entsteht hier nicht durch politische Berufung, sondern durch Marktlogik und Wettbewerb, also durch echte Verantwortung gegenüber denen, die ihn beauftragen. Klingt irgendwie besser, oder?
Und was genau unterscheidet jetzt ein Schiedsgericht im freien Markt von einem staatlichen Gericht?
Ich versuch es dir zu beantworten: Ein Schiedsgericht im Markt lebt vom Vertrauen seiner Kunden. Es steht im Wettbewerb und muss günstig, effizient und fair sein, sonst verliert es seine Existenzgrundlage. Du tust so, als gäbe es im Anarchokapitalismus Menschen ohne Eigentum, wie im Kommunismus. Aber selbst wer kaum Besitz hat, besitzt sich selbst und seine Arbeitskraft und damit die Grundlage für freiwilligen Austausch und vertragliche Bindungen.
Ein Schiedsgericht, dass parteiisch nur für Reiche urteilt, verliert seine Glaubwürdigkeit und damit seine Klienten. Denn wie du mehrfach ignorierst: Reputation ist alles in einer freien Ordnung. Wer langfristig bestehen will, muss für die breite Masse funktionieren, nicht nur für eine kleine Elite.
Und ja Reiche können sich auch im AnKap-Modell bessere Dienstleister leisten. Aber das ist kein spezielles Problem des Kapitalismus, sondern eines jeder Gesellschaftsform. Gerade im Sozialismus ist die ungleiche Ressourcenverteilung viel extremer.
Dezentralisierung, wie sie der Anarchokapitalismus vorsieht, verhindert genau das: die Konzentration von Macht und Einfluss in einem steuerbaren Gewaltapparat. Also Punkt zwei den du ständig ignorierst.
Aber ja im AnKap-Modell gibt es das gleiche Problem wie heute, dass man sich mit mehr Geld bessere Leistungen kaufen kann. Aber der entscheidende Unterschied ist: Der Markt bestraft Parteilichkeit durch Kundenverlust und Reputationsschaden. Recht entsteht durch Vertrag, nicht durch politische Macht. Und Exekution ist dezentral organisiert und basiert auf Kooperation, nicht auf Zwang. Das heißt Reiche sind wie alle anderen auch auf Vertrauen, Freiwilligkeit und Vertragstreue angewiesen.
Gerade Libertäre beschäftigen sich intensiv mit Geschichte, insbesondere mit der Geschichte staatlicher Gewalt, Kriege, Enteignungen, Hyperinflationen und Machtausweitung. Und gerade deine Geschichtsvergessenheit macht mir Angst.
Beispiele wie das Common Law, die lex mercatoria, mittelalterliche Stadtverfassungen oder Island (ohne Zentralstaat) zeigen doch genau, dass Rechtsordnung auch dezentral und ohne Staat entstehen und funktionieren.
Habe ich dir ja erklärt. Das staatliche Gericht ist unabhängig. Die Richter entscheiden frei, unabhängig vom Gehalt das man ihnen zahlt. Die Richtersprüche sind nicht an das Gehalt gebunden. Das heißt, die Richter können auch morgen noch essen und trinken auch wenn sie gegen Mächtige und zum Vorteil der Ohnmächtigen entscheiden. Selbst wenn sie gegen den Staat selber entscheiden.
Das Schiedsgericht im freien Markt muss ja von jemandem ausgesucht werden. Das habe ich dich eben schon gefragt, wer das denn aussucht und nach welchen Kriterien.
Natürlich bekam ich da wieder keine Antwort.
Du kannst im freien Markt eben keine Unabhängigkeit gewährleisten.
Und selbst wenn du das könntest, beantwortet das immer noch nicht die Frage, die ich dir noch einmal stelle, was du denn tun willst, wenn das Unternehmen sich nicht an das Urteil hält und sich der Exekution entzieht. Z.B. durch eine Privatarmee.
Was willst du machen? Du sagst auch hier wieder in deinem langen Beitrag, dass letztlich alles Freiwilligkeit ist, kannst aber nicht beantworten, was denn ist, wenn sich jemand nicht freiwillig an die Regeln hält.
Nennst mich aber naiv…dabei gibt es wohl nichts, was naiver ist, als zu glauben, dass sich Menschen freiwillig an Regeln halten.
Richterwahlausschuss. Richterwahlausschüsse sind in Deutschland Gremien auf Bundes- und auf Länderebene, die – im Bund neben dem zuständigen Bundesminister – die Richter aus allen Zweigen der Gerichtsbarkeit berufen.
Ist der Staatsanwalt unabhängig?
Staatsanwaltschaften werden daher auch als Anklagebehörden bezeichnet. Ihnen obliegt auch die Führung des Ermittlungsverfahrens im Strafverfahren. Die Staatsanwaltschaften sind von den Gerichten getrennte Organe der Gerichtsbarkeit und genießen keine Unabhängigkeit.