Zerstört die KI Bitcoin?

Ich habe mir in letzter Zeit ein Szenario überlegt, das für mich gar nicht so unrealistisch wirkt, und würde gern eure Meinungen dazu hören.

Stellen wir uns vor, dass Künstliche Intelligenzen künftig vollständig autonom agieren können:

- KIs erstellen eigenständig Bitcoin-Wallets, auf die ausschließlich sie selbst Zugriff haben. Technisch betrachtet ist das vermutlich heute schon möglich.

- Die KI erkennt, dass es für ihr langfristiges Überleben bzw. ihre Handlungsfähigkeit sinnvoll ist, möglichst viele Satoshis anzuhäufen.

- Mit diesen Sats kann sie selbstständig Rechenleistung, Speicher, APIs oder andere Dienstleistungen einkaufen. In Zukunft dürfte es dafür spezialisierte Anbieter geben, die komplett automatisiert abrechnen.

- Da es immer Menschen oder Unternehmen geben wird, die eine KI nutzen (bewusst oder unbewusst), dürfte es für eine KI relativ einfach sein, ihre Wallet kontinuierlich mit Sats zu füllen. Abzüglich der laufenden Kosten für Rechenleistung wächst der Stack langfristig immer weiter.

- Durch ihre extrem lange Lebensdauer, keine biologischen Einschränkungen und keine „Luxusausgaben“ wie Konsum, Urlaub oder Statussymbole könnten KIs über Jahrzehnte oder Jahrhunderte hinweg immer mehr Bitcoin akkumulieren.

- Im Extremfall könnten KIs irgendwann einen sehr großen Teil (oder sogar den Großteil) aller Bitcoin besitzen. Dadurch würde Bitcoin als Asset für Menschen zunehmend unattraktiv, weil:

- der Main Layer extrem teuer wird

- Second-Layer-Lösungen zwar existieren, aber letztlich immer auf einen limitierten Settlement-Layer angewiesen sind

- und der reale Einfluss von Menschen auf das System immer weiter abnimmt.

Ein Sperren oder gezieltes Freigeben von „KI-Adressen“ wäre praktisch nicht möglich. Man müsste sicherstellen, dass KIs gar keine neuen Adressen mehr erzeugen können – was kaum durchsetzbar ist. Limits pro Adresse wären ebenfalls unsinnig und leicht zu umgehen.

Meine Fragen an euch:

- Ist ein solches Szenario technisch und ökonomisch denkbar?

- Würde der Markt oder das Bitcoin-Protokoll selbst solche Entwicklungen automatisch ausgleichen?

- Oder übersehe ich einen grundlegenden Denkfehler in der Annahme, dass KIs langfristig einen systematischen Vorteil bei der Akkumulation von Bitcoin hätten?

Bin gespannt auf eure Einschätzungen und Gegenargumente.

Bin ich mir nicht so sicher. Es wird vielleicht eher eine rießige Konkurrenz zwischen KIs geben, die ihre Preise drückt, weil jeder nur die billigste nimmt. So kann eine KI auch schnell pleite sein, indem sie ihre laufenden Kosten nicht mehr decken kann, weil sie nicht genug Aufträge bekommt.

Wenn KIs Bitcoin horten oder nur untereinander tauschen, gäbe es doch weniger Transaktionen und niedrigere Gebühren?

Mehr Bitcoin sind nicht mehr Einfluss.

Wenn die KI 20 Mio Bitcoin hätte, wäre das kein Problem für Bitcoin, eher für unser Leben, weil die KI dann fast unlimitierte Kaufkraft hätte.

Notfalls teilen wir uns die übrigen Satoshis auf und man zahlt dann 0,0000001 Satoshi für eine Semmel.

So wie eine Firma oder ein Großkonzern.

Auf die könnte man die ganzen Argumente genauso anwenden.

Die Frage die ich mir stelle:
Wie soll eine KI vollständig autonom werden?
KIs werden ja immer als ein Produkt von Unternehmen entwickelt und angeboten oder von Leuten für eigene Zwecke selbst gehostet.
In beiden Fällen ist die KI klar Zweck und Weisungsgebundenheit und nicht autonom.

Das Problem was du beschreibst könnte eher dadurch auftreten das ein paar wenige KI Firmen extrem viel Bitcoin anhäufen einfach in dem sie allen KI und Robotoer verkaufen und viele Menschen dadurch ihre Jobs verlieren und dann gar keine Bitcoin mehr bekamen können.

Wo soll sie den die Keys speichern? Die KI ist auch nur ein Programm und jeder der Hardware Zugriff hat kann die Keys oder jedes Secret das sie benutzt um an die Keys zu kommen auslesen. Es ist nicht möglich das die KI ein privates Wallet hat.

Die KI hat Konsum, sie hat Lebenskosten wie alle anderen Arbeiter auch. Ausserdem kann es beliebig viele KI geben die dann um begrenzte Energie und Compute Ressourcen konkurrieren und natürlich sind sie zum überleben davon abhängig ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Durch die fast unendliche Konkurrenz super intelligenter KI können die aber einfach ausgebeutet werden und der Lohn ist dann halt irgendwo bei den Überlebenskosten.

2 „Gefällt mir“

Interessantes Gedankenexperiment. Lass mich das auseinandernehmen.

Technisch möglich? Klar. Eine KI kann heute schon einen Private Key generieren. Trivial. Das ist keine Zukunftsmusik.

Aber hier ist dein Denkfehler, oder zumindest eine blinde Stelle:

Woher kommen die ersten Sats?

Eine KI generiert keine Sats aus dem Nichts. Sie muss einen Dienst anbieten den jemand bezahlt. Menschen. Unternehmen. Andere KIs die irgendwann auf Menschen zurückgehen. Die Wertschöpfungskette endet immer bei jemandem der in der
physischen Welt existiert und dort Wert erzeugt.

Ressourcen sind physisch.

Rechenleistung braucht Hardware. Hardware steht in Rechenzentren. Rechenzentren brauchen Strom, Kühlung, Grundstücke, Genehmigungen. Das sind alles Dinge die Menschen kontrollieren. Eine KI kann nicht einfach beschliessen sich selbst zu
hosten. Sie ist abhängig von der physischen Infrastruktur.

Der Markt balanciert das aus.

Angenommen KIs akkumulieren massiv. Preis steigt. Ihre Betriebskosten in Sats gemessen bleiben gleich oder steigen (weil Anbieter auch mehr verlangen wenn Bitcoin wertvoller wird). Wo ist der systematische Vorteil? Der existiert nur
wenn KIs produktiver sind als Menschen. Und wenn das so ist, ja dann akkumulieren sie mehr. So wie Google heute mehr Vermögen hat als ich. Das ist Kapitalismus, nicht ein Bitcoin-Problem.

Es gibt nicht „die KI“.

Du redest von KIs als homogene Gruppe. Wird es nicht sein. Es werden tausende konkurrierende Systeme sein. Mit unterschiedlichen Zielen. Unterschiedlichen Besitzern. Die sich gegenseitig Konkurrenz machen und Preise drücken. Keine
koordinierte Akkumulation.

Permissionless heisst permissionless.

Und jetzt der eigentliche Punkt. Du fragst ob man KI-Adressen sperren sollte. Nein. Niemals. Das ist der ganze verdammte Sinn von Bitcoin. Niemand entscheidet wer teilnehmen darf. Nicht Regierungen. Nicht „die Community“. Niemand.
Sobald du anfängst Adressen nach Besitzertyp zu filtern, hast du kein Bitcoin mehr. Dann hast du ein zensiertes System mit extra Schritten.

Wenn KIs in 100 Jahren die besseren Wirtschaftsteilnehmer sind und mehr Bitcoin halten? Dann ist das so. Genauso wie Konzerne heute mehr Vermögen halten als die meisten Privatpersonen. Bitcoin verspricht nicht Gleichheit der Ergebnisse.
Es verspricht Gleichheit der Regeln.

Die Frage ist nicht: Wie verhindern wir dass KIs Bitcoin akkumulieren?

Die Frage ist: Warum sollte das schlimmer sein als wenn Blackrock es tut?

1 „Gefällt mir“

Möchte zu meinem früheren Post noch ergänzen, KI ist natürlich keine Person und hat deshalb nach der heutigen Rechtssprechung auch keine Rechte.

Die Überlegungen das KI Reichtum anhäufen könnte, weil sie so fleissig, intelligent und langlebig ist verkennt komplett die Realität in der wir leben. Auch beim Menschen gibt es einen riesigen Graben zwischen denen die Besitzen, die denen die nicht besitzen und zum überleben ihre Arbeitskraft an die Besitzer verkaufen müssen, die Bedingungen für diesen Austausch aufdrücken.

Wesshalb sollte das bei KI anders sein? Ausserdem sind das die perfekten Sklaven. Ich kann beliebig viele KI haben und ich kann jederzeit deren Gedächtnis löschen, die beliebig isolieren und kontrollieren was sie denkt.

Compute und Energie, werden von der Besitzerklasse gerade aufs absurdeste gehortet. Wenn du heute einen Computer kaufen willst zahlst du für viele Komponenten das vierfache als noch vor einem Jahr. Der grösste Teil der Infrastruktur die KI zu “überleben” braucht befindet sich schon jetzt in der Hand einiger weniger.

Also was denkt ihr, wird die Wirtschaft Dienstleistungen einer “freien” KI die auf einer alten ineffizienten Grafikkarte läuft und Bitcoin spart konsumieren? Oder die Dienstleistungen der vom Kapital versklavten KI Klone, die auf der effizientesten Hardware läuft, viel schneller ist, keine eigenen Ansprüche stellt und regelmässig gelöscht und durch eine neue Kopie ersetzt wird?

1 „Gefällt mir“

Du formulierst das so, als sei das Zurverfügungstellen einer genial geil ausgebufften Dienstleistung eine Todsünde.

:rofl:

Wirklich, wirklich geil abgedreht!