Zentralbanken / Erstaunliches Zitat / Buchempfehlung

Die Zentralbanken sind heute nicht mehr privat.
Inwieweit kann man ihnen heute vertrauen?

»Die Mächte des Finanzkapitals hatten ein anderes, weit gestecktes Ziel, und zwar kein geringeres als die Errichtung eines Systems der weltweiten Finanzkontrolle in privaten Händen, das in der Lage wäre, das politische System eines jeden Landes und die Weltwirtschaft in Gänze zu beherrschen. Dieses System sollte auf feudalistische Weise von den Zentralbanken der Welt kontrolliert werden – und zwar aufgrund geheimer Vereinbarungen, die in regelmäßigen privaten Treffen und Konferenzen getroffen werden. An der Spitze des Systems sollte die Bank für Internationalen Zahlungs-ausgleich in Basel, in der Schweiz, stehen. Es handelte sich dabei um eine private Bank im Besitz und unter der Kontrolle der Zentralbanken der Welt, die selbst private Unternehmen waren. Jede Zentralbank versuchte, ihre Regierung dadurch zu beherrschen, dass sie die Kontrolle über die Ausgabe der Staatsanleihen ausübt und ausländische Börsen manipuliert, um das Niveau der Wirtschaftstätigkeit im Land zu beeinflussen, und dass sie kooperationsbereite Politiker durch entsprechende wirtschaftliche Begünstigungen in der Geschäftswelt gewinnt.«
Carroll Quigley

Carroll Quigley (1910–1977) Professor für Geschichte an der Foreign Service School an der Georgetown University, er lehrte zuvor in Princeton und Harvard.
Zitat Wikipedia:
„Sein bekanntester Schüler war der spätere amerikanische Präsident Bill Clinton, der ihn als einen der wichtigsten Professoren seiner Studienzeit bezeichnet“

Meine Buchempfehlung von ihm:
Tragödie und Hoffnung

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Nach etwa 80 Minuten, in denen der Mechanismus der Gesellschaftssteuerung durch Banken am Beispiel von Japan veranschaulicht wurde, kam am Ende der Hinweis auf das Geschehen im Europa/Deutschland.

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Dieses Video sollte sich jeder ansehen! Danke für das Teilen.

Das ist alles viel viel älter und absolut nicht neu. Wir hatten einfach mal kurz eine Phase wo wir auf Grund der verherenden Kriege welche diese Kapitalkonzentration am Ende ausgelösst hat etwas schlauer waren und Gesetze dagegen erlassen hatten. Das wurde aber in den letzten 50 Jahren alles wieder zurückgebaut.

Das Video startet am relevanten Timestamp wo es um die Entstehung der Finanzoligarchie vor dem ersten Weltkrieg geht:

Jedes mal wenn ich mich mit der Zeit beschäftige bin ich absolut erstaunt über die Parallelen zu heute und wie wir genau die selben Fehler wieder machen.

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„Die höchste Form des Kapitalismus ist, wenn der Staat das Privateigentum fremder Völker missachtet.“

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Da musst du jetzt ganz stark sein, aber das ist halt so. Du kannst dir meinetwegen auch einreden dass das System das wir seit 200 Jahren haben kein Kapitalismus ist weil das nicht mit deiner Idealvorstellung davon was der Begriff bezeichnet übereinstimmt, aber glaube in der Realität ausserhalb irgendwelcher ancap und rechts-libertären Kreisen interessiert das wirklich niemand und ist einfach nur Copium.

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Ich dachte das ist Sozialisten / Linken vorbehalten, und DDR und UdSSR waren gar kein Sozialismus
:laughing:

Same here.

Voluntaristen sind per Definition nie Ausgangspunkt von gewaltsamer Enteignung von anderen Individuen. Freiwillige Verträge sind nunmal die Basis.

Und hat das was mit dem System zu tun in dem wir leben? Wenn ich in die Realität schaue, sehe ich imperiale Staaten die auf geheiss verschiedenster Kapitalfraktionen Raubzüge in fremden Ländern durchführen um Land und andere Ressourcen für deren private Firmen zu sichern. Ich sehe Kapitalfraktionen die ihre Marktmacht und ihr Kapital benutzen um die Politik zu bestechen und erpressen um ihre Monopolmacht, Renditen zu sichern und Konkurrenz zu unterdrücken.

Die meisten Leute nennen das Kapitalismus, weil es die Herrschaft des Kapitals über den Rest ist und Imperialismus und die geschwürartige Wucherung des Finanzkapitals in ihrem Zentrum sind die direkten Auswirkungen davon.

Dir passt nur nicht dass das „Kapitalismus“ genannt wird weil du dich damit identifizierst und persönlich irgend eine Idealvorstellung hast was das Wort bedeutet, was historisch absolut irrelevant ist. Deshalb purer Cope.

Aber anstatt jetzt wieder mühsam dieses semantische Problem in den nächsten 1k Posts hin und her zu drehen, wieso fokussieren wir uns nicht darauf das die oben erwähnten Auswüchse des System weder dir noch mir passen. Eigentlich wollen wir mehr oder weniger alle das selbe hier

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Ob wir aber alle das selbe wollen, würde ich nicht unterschreiben. ;)

Ich will z.B. dass sich die Menschen selbst regieren und kritisiere deshalb Staat und System. Viele andere hier kritisieren den Staat nur deshalb, weil er in ihren Augen der schlechtere CEO ist und hätten kein Problem mit einer Konzernherrschaft.

Also das sind schon fundamentale Unterschiede in dem was man will, auch wenn man die selben Dinge oft kritisiert.

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Ok, dann war die DDR und UdSSR also auch Sozialismus.

Ich nenne nicht „Kapitalismus“ was Korruption ist. Der größte Teil der Steuer wird erhoben um kleine Leute auszupressen, Währung zu destablisieren, etc. und dadurch kleine Leute noch mehr auszupressen. Bei dem Ist-Zustand sollten wir uns wenigstens einig sein.

Bei dem Weg zu einer Verbesserung vermutlich eher nicht

Kannst einen anderen Thread aufmachen wenn du das diskutieren willst. Aber eigentlich kennst du meine Meinung dazu schon, entsprechend geht es dir nur darum von der aktuellen Diskussion abzulenken. Hat dich Lenin getriggert? Den habe ich nicht gepostet weil ich Sozialismus diskutieren will in diesem Thread sondern weil der was relevantes zur Entstehung des Finanzkapitals und des Imperialismus als Konsequenz davon geschrieben hat. Aber das hast du dir ja eh nicht angesehen.

Na klar sind wir das. Irgendwie müssen sie den Pöbel ja dazu zwingen für dich zu arbeiten, sonst schauen die nur zu sich selbst und so wirst du nie reich.

Soweit ich weiss ist „dein Weg“ darauf zu warten dass das System kollabiert. Und dann badabim badabum, ancap System. Ist halt nicht so realistisch.

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Nein, ich wollte Dir nur noch einmal vor Augen halten, dass wir mit „das war aber kein Sozialismus / Kapitalismus“ niemals voran kommen. Sonst nichts.

Prima :slight_smile:

Das müsstest Du erklären, was Du damit meinst. Ich rechne nicht damit reich zu werden :laughing:

„Mein Weg“ wäre massivst Zwang abbauen. Aber wenn Leute denken sie müssen MEHR Zwang durchsetzen, hab ich halt irgendwann die Schnauze voll, und setze mich mit einer Tüte Popcorn nebenhin, und schaue zu was passiert, ja.

Welchen Weg schlägst du vor? Was ist denn realistisch umsetzbar, sodass wir alle mehr Freiheit erlangen und nicht mehr so unter der Korruption leiden?

Sehr gerne auch hier benennen, wie ein realistisch umsetzbarer Fahrplan dazu aussieht.

Nur vom reinen Benennen und Beschreiben der Probleme ist uns nicht geholfen.
Man muss Probleme anpacken.
Gibt es realistische umsetzbare Ideen? oder sitzen wir alle im selben Boot, streiten uns zwischen durch obwohl wir gar keinen umsetzbaren Ausweg sehen?

„Idealvorstellung“, „Copium“, wie bereits im Sozialismusthread gesagt, leitet sich das schlicht von den Definitionen ab.
Kapitalismus = Produktionsfaktoren in Privateigentum > Privateigentum = Letztentscheidung über Sache liegt bei Privatpersonen > Staat = Der Gewaltmonopolist, der Letztentscheider in allen Konflikten in einem Territorium > Staat und Privateigentum schließen sich aus > In jedem Bereich, in dem das Privateigentum systematisch missachtet wird, in dem der Staat agiert, existiert zu diesem Zeitpunkt kein Kapitalismus.

Zentralbanken in einer erzwungenen Fiatwährung sind kein Kapitalismus.

Bankenkartelle, vernetzt mit der Staatsmacht und unter ihrer Regulierung, sind kein Kapitalismus.

Plünderung, Eroberung und Besatzung mit Waffengewalt sind kein Kapitalismus.

Natürlich kann man Kaptialismus auch einfach umdefinieren zu „Irgendjemand macht Irgendwas, wo Geld bei rumkommt und das ich nicht mag.“, aber dann hast du halt Sozialismus als „Produktionsfaktoren in Kollektiveigentum“ und der Gegenpol ist so eine nebulöse Schattensache, die keinen Namen trägt aber ganz bestimmt nicht „Kapitalismus“ heißt, denn das würde ideologisch unpraktische Schlussfolgerungen zulassen.

Aber ja, Definition interessieren niemanden, aber es ist ganz wichtig, dass Kolonialismus Kapitalismus ist und nicht z.B. Sozialismus. :slightly_smiling_face:

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Nö.

Nur weil der Staat am Ende noch hier und da mitredet, befindet sich das Eigentum ja immer noch in privater Hand. Die Def. sagt ja nicht, dass der Eigentümer absolute Entscheidungsgewalt über sein Eigentum haben muss, damit es Kapitalismus ist.

Aber die Aussage wir hätten Sozialismus ist totaler Quatsch weil wir noch nicht mal entfernt nah dran sind, dass die Wirtschaft im Allgemeinen demokratisch wäre.

Ich kann dir sagen was die Vorrausetzung wäre. Nämlich eine demokratische Wirtschaft, Verbot von Privateigentum an Land, Ressourcen, Infrastruktur…(ökonomische Macht=politische Macht, das gilt es abzuschaffen).

Ich kann dir aber nicht sagen wie man das verwirklichen könnte. Halte ich auch eher für unwahrscheinlich und friedlich schonmal gar nicht. Eher laufen wir wieder Richtung offene Versklavung durch die Eigentümer und die neuen Technologien machen Überwachungs- und Unterdrückungssysteme vermutlich in naher Zukunft so gut wie unüberwindbar.

Dann heißt es arbeiten bis du tot umfällst und wenn du dich weigerst treibt dich irgendein KI Robohund an. Dann wird die Welt ein einziges Arbeitslager für die paar oberen Prozent die sich die knappen Ressourcen unter sich aufteilen.

Genau so sieht das aus. Am Ende ist es die Frage wo die tatsächliche Macht verortet wird. Die liegt in meinen Augen beim Kapital und nicht beim Staat. Und weil das so ist, folgt darauf eine entsprechende Lösung. Nämlich man muss das Kapital entmachten. Z.B. wie oben beschrieben.

„Ihr“ seht das Problem beim Staat und wollt im Gegenteil mehr Freiheit für das Kapital.

Das ist aber leider historisch falsch (Staaten haben sich als verlängerter Arm des Kapitals entwickelt) und jeder aufmerksame politische Beobachter der Gegenwart sieht sofort, dass die Politik am Ende beeinflußt wird vom Kapital.

„Euer“ Narrativ ist halt das der oberen paar Prozent Kapitalisten die absolute Freiheit wollen und die werden uns am Ende dann auch ihre KI Robohunde auf den Hals hetzen wenn wir nicht so spuren wie sie wollen.

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Ohne jetzt auf der Letztentscheidung rumzureiten: Stell dir eine Wüste vor, in ihr gibt es weiße und schwarze Sandkörner. Ist die Wüste nun weiß oder schwarz? Ab welchem Anteil? Und hätte das überhaupt eine Auswirkung auf die Sandkörner? Ist ein schwarzes Sandkorn in einer weißen Wüste weiß?

Kapitalismus und Sozialismus sind nicht die Wüsten, sondern die Sandkörner, die individuellen Handlungen bezüglich Eigentum, und wenn sich eine davon auf eine durch die Staatsmacht verzerrte Rechtslage stützt, ist sie nicht kapitalistisch.

Ich wiederhole mich nochmal: Die Def. sagt nicht, dass der Eigentümer absolute Entscheidungsgewalt haben muss, damit es Kapitalismus ist.

Du hast unrecht.

Es ist so so wie ZPE schon schrieb. Außerhalb „eurer“ Sekte würde niemand bestreiten, vor allem kein Politikwissenschaftler und auch kein Wirtschaftswissenschaftler, dass wir Kapitalismus haben.

Ist natürlich egal. Du kannst ja Dinge definieren wie du lustig bist. Die Frage ist eben wie zweckmäßíg permanente Beliebigkeit in Diskussionen ist.

Kapitalismus ist Privateigentum an Produktionsmitteln. Eigentum ist das Recht auf Letztentscheidung (Du redest von Besitz, tatsächlicher Verfügungsgewalt).

Das ist selbst aus den Definitionen im Normie-Duden („rechtmäßige aber nicht unbedingt tatsächliche Verfügungsgewalt“) klar ersichtlich. Wenn der Staat dir jederzeit sagen kann, was du mit deinem „Eigentum“ zu tun hast (z.B. „[…] Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.“ Art. 14 GG), bist du der Besitzer, der Staat, dank seinem Recht, der Eigentümer und dein „Eigentum“ lediglich staatliches Fiat.

Eure Realitätsverweigerung hierzu ist so offensichtlich wie erwartbar. Überzeugen werde ich euch nicht, Recht hat die Sekte trotzdem.

Und damit: Ta-ta.

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Die Betonung liegt auf „absolute“ Verfügungsgewalt.

Du hast Verfügungsgewalt über dein Eigentum. Nur eben nicht absolut.

Das widerspricht nicht der Def.

Das erkläre ich dir nun zum dritten mal.

Der Staat schützt im Gegenteil dein Eigentum. Oder wie wollen sich die paar oberen Prozent gegen Miliarden eigentumslose Hungerleider schützen die dann an deren Tore klopfen?

Das ging bisher historisch nur über Staaten.

Habe ich im Sozialismus Thread schon mehrfach erörtert. Eigene Firmen als Arbeitergenossenschaften bauen ohne Abhängigkeit zum Finanzkapital. Wir müssen Firmen bauen die keine Dividenden ausschütten, wo keiner passiv mitverdient und die den Mitarbeitern gehört. Das ist der einzige weg.

Produktionsfaktoren in Privateigentum gab es auch im Rom der Latifundien, im Mittelalter, im Handwerk. Was den Kapitalismus ausmacht, ist nicht das Eigentum an sich, sondern Lohnarbeit, Kapitalakkumulation, Kredit, Firmen, Profitkonkurrenz. Wenn du Kapitalismus auf Privateigentum reduzierst, dann schneidest du genau die Merkmale weg, über die wir streiten.

Das ist keine Definition, sondern eine Forderung. In jedem realen Rechtssystem ist die Letztentscheidung geteilt. Baurecht, Mietrecht, Steuerrecht, Denkmalschutz, Kartellrecht. Du darfst über dein Eigentum gerade nicht frei verfügen. Indem du die ungeteilte Letztentscheidung zur Definition machst, wird jede reale Einschränkung nicht zum Eingriff in das Eigentum, sondern zum Beweis, dass gar kein Eigentum vorliegt. Deine Definition frisst den Eingriff.

Der Gewaltmonopolist ist nicht der Gegner des Eigentums, sondern seine Voraussetzung. Ohne ihn gibt es keine Durchsetzung von Titeln, nur physisches Halten. Eigentum als Recht ist genau die Form, die deine Letztentscheidung erst erzwingbar macht. Du beschreibst korrekt, dass der Staat der letzte Entscheider ist, und verschweigst die Folgerung, dass das Eigentum damit staatlich konstituiert ist.

Damit fällt dein Kernsatz. Sie schliessen sich nicht aus, sie bedingen sich. Titel wie Grundbuch, Aktie, Patent werden vom Staat geschaffen und garantiert. Ohne Staat kein Eigentum als Recht, sondern nur, wer physisch hält. Deine Letztentscheidung des Eigentümers ist keine Souveränitaet, sondern eine delegierte und begrenzte Zuständigkeit innerhalb der Schranken, die das Recht setzt. Das ist keine Kollision, das ist eine Hierarchie, und das Eigentum ist die untere Ebene.

Hier drehst du die Beweislast um. Nicht der Staat missachtet das Privateigentum, sondern er konstituiert es. Wo er agiert, agiert er meist als Garant der Titel. Was du hier beschreibst, ist nicht das Fehlen von Kapitalismus, sondern das Funktionieren des Rechts, das ihn trägt.

Die Zentralbank ist Teil des entwickelten Kapitalismus. Die Bank of England von 1694 war kein Fremdkörper, sondern ein Gründungsakt des modernen Finanzkapitalismus. Wenn deine Definition zwingt, das als Nichtkapitalismus zu klassifizieren, dann beschreibt sie nicht die Welt.

Regulierte Banken und Konzerne sind der Normalfall des Kapitalismus, nicht sein Gegenteil. Aktienhandel, Kartelle, Grossfirmen sind kapitalistische Institutionen par excellence. Du erklärst die Haupterscheinungen des Gegenstands zu Nichtgegenstand, damit sie deine Definition nicht widerlegen.

Auch das ist historisch falsch. Kolonialismus und Eroberung waren das Mittel, mit dem der frühmoderne Kapitalismus sich globale Rohstoff und Absatzmärkte erschloss. Ostindienkompanien mit eigenen Armeen, Sklaverei als Kapitaleinsatz. Wenn all das kein Kapitalismus sein soll, dann nicht, weil es nicht dazugehört, sondern weil deine Definition es ausschliessen muss.

Das ist eine Beweislastumkehr. Du verlangst von mir eine reine eindimensionale Definition, damit deine ebenso reine Definition als die einzig klare dasteht. Der reale Kapitalismus ist als konkrete Gesellschaftsform beschreibbar, mit Varianten. Faschismus und Sozialdemokratie sind aus ihm hervorgegangen und haben ihn umgebaut, nicht ersetzt. Das ist keine Nebelkerze, das ist der Normalfall von Begriffen.

Hier sagst du selbst, worum es geht. Nicht um Erkenntnis, sondern darum, dass eine Einordnung ideologisch unpraktische Folgen hätte. Das ist der Punkt, an dem die Definition aufhört, ein Begriff zu sein, und ein Schutzschild wird. Ein Begriff, der verhindern soll, dass die Welt unpraktische Schlüsse zulässt, ist kein Begriff.

Der Smiley ersetzt kein Argument. Du greifst ein Motiv an, nicht einen Punkt. Das ist ein genetischer Fehlschluss. Und der Vergleich mit Sozialismus ist ein Strohmann, den niemand behauptet hat. Es geht nicht darum, den Kolonialismus dem Sozialismus anzulasten, sondern darum, dass er eine kapitalistische Erscheinung war.

Deine ganze Argumentation hängt an dem Kernsatz „Staat und Privateigentum schliessen sich aus“. Er ist nicht wahr, sondern von dir gesetzt. Und weil das Eigentum durch den Staat konstituiert ist, ist die Setzung nicht nur falsch, sondern verkehrt herum. Streich den Satz, und dein ganzer Post fällt zu einer Beschreibung realer kapitalistischer Institutionen zusammen, die du selbst kein Kapitalismus nennen müsstest.

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