Wilde Zeiten - welche Ereignisse bieten die besten Chancen seine Bitcoin Seedphrase zu verlieren?

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Aktuell gibt es ja viele Angriffe auf die Selbstverwahrung von Bitcoin. (Coldcard, Ledger, Marketing der Custodials, etc)

Bruce Florian hatte ja einen tollen Podcast zu dem Thema. Mich beunruhigt das Thema auch schon länger, aber ich habe noch keine Einschätzung oder ein nüchternes Ranking nach Wahrscheinlichkeiten gefunden und wollte aus dem Diffusen raus.

Für was haben wir denn die ganze KI Entwicklung wenn nicht für solche Sachen?! Ich hab das ganze Thema Verlustwahrscheinlichkeiten durch drei KIs geschickt und Claude, Grok und Gemini kommen zu einem ziemlich identischen Ranking.

Das Ergebnis ist durchaus überraschend. Schätzt mal selber bevor ihr weiterlest. Am besten gefällt mir „unabsichtliches Entsorgen“

Die größten Gefahren für den Verlust einer Seedphrase - nach Wahrscheinlichkeit geordnet
(Gemini - war bei mir am ausführlichsten)

1. Fehler beim Notieren (User Error)
Das mit Abstand größte Risiko liegt beim Nutzer selbst. Bei der manuellen Eingabe von 24 Wörtern per Hand liegt die Fehlerwahrscheinlichkeit für mindestens einen Dreher oder ein verwechseltes Wort statistisch bei 21 bis 63 Prozent. Solche Fehler bleiben oft jahrelang unbemerkt, bis der Ernstfall der Wiederherstellung eintritt.

2. Vergessen des Ortes (Verlust des Verstecks)
Aus Angst vor Diebstahl wählen viele Besitzer extrem kreative physische Verstecke. Über die Jahre verblassen die Erinnerungen, oder der Zugang wird durch Renovierungen, Umzüge oder Todesfälle unmöglich gemacht.

3. Phishing, Malware und digitale Angriffe
Auch wenn es kein physischer Verlust ist, führt die digitale Kompromittierung zum Totalverlust der Coins. Gefälschte Wallet-Updates oder betrügerische Websites verleiten Nutzer dazu, ihre Seedphrase auf einem internetfähigen Gerät einzutippen – ab diesem Moment ist die Wallet in Sekundenschnelle leergeräumt.

4. Unbeabsichtigtes Entsorgen (Müll)
Klassische Papier-Backups werden bei Aufräumarbeiten, Umzügen oder Wohnungsauflösungen von Verwandten erstaunlich oft fälschlicherweise als wertloses Altpapier entsorgt.

5. Diebstahl (Einbruch)
Die Gefahr eines klassischen Einbruchs ist moderat. Gelegenheitsdiebe suchen meist nach Bargeld oder Elektronik und erkennen eine Krypto-Seedphrase selten auf den ersten Blick. Das Risiko steigt primär bei gezielten Diebstählen durch Personen aus dem persönlichen Umfeld.

6. Wasser und Feuchtigkeit
Ein herkömmlicher Zettel wird durch Wasserschäden, Rohrbrüche oder hohe Luftfeuchtigkeit im Keller schnell unlesbar, da die Tinte verwaschen wird oder sich das Papier zersetzt.

7. Feuer (Hausbrand)
Ein Hausbrand zerstört Papier-Backups vollständig. Statistisch gesehen brennt ein Wohngebäude zwar selten, doch die physischen Auswirkungen auf ungeschützte Backups sind absolut fatal.

8. Erpressung (Physische Gewalt)
Das Risiko von Raub oder Erpressung (sogenannte „$5 Wrench Attacks“) ist für den Durchschnittsbürger extrem gering. Es steigt jedoch drastisch an, sobald man online oder öffentlich mit großen Krypto-Vermögen prahlt.

9. Säure und chemische Zerstörung
Ein absolutes Rarity-Szenario im Alltag. Dass ein Backup mit so starken Chemikalien in Kontakt kommt, dass selbst Metall zerstört wird, passiert praktisch nur bei schweren Industrieunfällen.

Demenz, Alzheimer, Tod.
Unverständis bei den in die Geschichte eintretenden (Familie, Erben, Vermächtnisnehmer, Beschenkte, …)

Stimmt - das fehlt bei Gemini ! Claude hatte das sogar noch auf Platz 3
3. Tod ohne Übergabe (Erben wissen nichts davon oder können nichts damit anfangen)

Bootsunfall

Klassiker :grinning_face_with_smiling_eyes:

Für mich ganz klar:

  1. Zu sicher gesichert: Backups werden nicht notiert, sondern ausschließlich auswendig gelernt; man nutzt Multisig ohne Ahnung zu haben; versteckt seine Backups aufgeteilt in meherer Stücke und findet sie nicht mehr alle; nutzt für eine Passphrase einen Passwortmanager, dessen Zugang man verliert usw.
  2. Phishing: Der Coldcard Fail ist eine Ausnahme. Viel regelmäßiger sind Verluste durchs Reagieren auf Mails, Anrufe etc., woraufhin die Seedphrase irgendwo eingetippt wird.
  3. Vererben: Kleiner Reminder - die allermeisten Menschen sterben nicht, in dem sie mit 93 Jahren bei bester Gesundheit im Ehebett selig einschlafen und nicht mehr aufwachen. Sowas wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Demenz/Alzheimer ist wahrscheinlicher. Und auch für die Wallet ein großes Risiko, wenn man wie unter 1. eine extreme Sicherheit bevorzugt ohne dabei seine Erben/Vertrauten einzubinden.

Meteoriteneinschlag !!!

Bodensee trocknet endgültig aus, um der Presse und Chaoten Recht zu geben :rofl:

Gute Punkte !

Habe ich mit einer zweiten HW gelöst. Zwei Orte kein Flughafenrisiko (HW am Zoll konfisziert) mehr. Keine Panik wenn man eine nicht gehen sollte.

Das grösste Risiko ist meiner Meinung nach zurzeit die KI. Nicht das Bitcoin deswegen ein Problem hätte. Eher weil Drittanbieter Datenlecks haben und dadurch man selbst angegriffen werden kann. Je nachdem hat man irgendwo eine Lücke, ein Fehler begangen und wird damit zum Opfer.

Denke die Steelphraze minimiert schon mal das Hauptrisiko. Vor Feuer, Wasser und physischer Gewalt schützt sie sowieso und aus Versehen schmeisst man sie auch nicht weg.

Neben Metall wäre eine diskrete Möglichkeit zwei oder mehrere kleine SD Karten.

Also mir ist an meiner Raspi Umbrel Node die SD-Karte kaputt gegangen. Seitdem bin ich mit elektronischer Speicherung vorsichtig :wink: Aber diskret wäre es - das natürlich schon!

Diebstahl und die Evil-Maid-Attacke sind heute wohl die größten Risiken. Verwendet man komplett unauffällige Backups, ist man dagegen weitestgehend geschützt. An unserem Stammtisch gibt es die zu kaufen :slight_smile:

Gegen Kurzschlussreaktionen bei einem Anruf /Pishing nimmt man ein Backup, an das man ohne Weiteres nicht dran kommt. Haben die o.g. genannten Backups ebenfalls eingebaut.

Wer heute eine BitBox oder eine ähnliche Hardware-Wallet nutzt, schließt Notierfehler durch die erzwungene Überprüfung am Gerät quasi aus.

Vergessen des Ortes oder Müll: Ich frage mich, ob das heute wirklich noch so oft passiert, oder ob das Altlasten aus der Zeit sind, als Bitcoin noch Spielgeld war.

Feuer Wasser Säure… Wird durch Stahl Backups so gut es geht ausgeschlossen.

Phishing & Erpressung: dafür muss man leider längst nicht mehr prahlen. Im Zeitalter von staatlich geforderter Datenspeicherung oder durch ein Impressum als Kleinunternehmer im Bitcoin Bereich steht man schnell auf einer Liste.
Gegen eine physische Bedrohung oder auch gegen die eigene Kurzschlussreaktion am Telefon hilft ein Backup Setup, an das man selbst nicht ohne Weiteres und sofortigen Aufwand herankommt. Eine bewusste zeitliche Barriere ist der beste Schutz vor sich selbst.

Ich hätte jetzt nicht erwartet, dass irgendwer, der mehr als ein paar Satoshi hat, weniger als EIN PAAR Cold-Wallets besitzt.
So fallen dann auch automatisch Panik Attacken aus und User Error etc weg, weil man notierte Seeds auch wirklich auf einer anderen Hardware prüft, bevor das Backup als final gelten kann.
Auf diese Art kann man auch Dutzende Wallets besitzen (und damit xpub), die auf einer Hardware zu einem Zeitpunkt evtl. garnicht existieren.
So findet sich nach einiger Zeit durchaus für ein halbes oder ganzes Dutzend BitBoxen eine nützliche Verwendung :slight_smile:
:bitcoin:

Die Schrift auf Bitbox etc ist schon eher klein und wenn Du so ein Wort falsch liest (kurzsichtig/weitsichtig/schlampig) dann kann Dich Dein Kopf bei der Kontrolle schon mal austricksen - also mir (kurzsichtig/schlampig) ist es passiert :grimacing:

Sowohl beim Ablesen als auch gleichermaßen beim Eingeben?

Wenn ich mich recht erinnere war das bei mir hunt/hurt. Ich hab dann meine verlorene Bitbox PIN wieder gefunden - deswegen gings glimplich aus und es waren jetzt auch nicht die Reichtümer drauf.

Ich habe die gefährliche Wörter nochmal mit Claude auflisten lassen.

(Opus 5.5) Den größten Teil dieser Fehler fängt die BIP39-Wortliste selbst ab. Jedes Wort ist schon durch seine ersten 4 Buchstaben eindeutig, und am Ende gibt es eine Prüfsumme. Ein einzelnes falsches Wort fällt bei 24 Wörtern mit 255/256 Wahrscheinlichkeit auf, bei 12 Wörtern mit 15/16. Die Prüfsumme sagt dir aber nicht, welches Wort falsch ist. Und wenn ein Lesefehler wieder ein gültiges Wort ergibt, kann er im seltenen Fall unbemerkt durchrutschen. Genau diese Paare sind also die gefährlichen.

Ich habe die offizielle englische Liste (2048 Wörter) danach durchsucht.

1. Ein Buchstabe vertauscht, der optisch leicht verwechselbar ist (handschriftlich oder auf dem kleinen Display)

  • n ↔ r: bind/bird, can/car, coin/coil, file/fine/fire, hand/hard, hunt/hurt, mail/main, rail/rain, wine/wire, oven/over, nice/rice, nose/rose, light/night/right
  • e ↔ i ↔ u: better/bitter/butter, deal/dial, left/lift, feel/fuel, net/nut, pet/put, tree/true, certain/curtain, enable/unable
  • Sonstige: change/charge, slow/snow, talk/tank, lumber/number
  • cl ↔ d (bei enger Schrift): clay/day, clog/dog, close/dose, clutch/dutch

2. Ein Buchstabe fehlt oder ist zu viel (beim schnellen Abschreiben)

Davon gibt es knapp 200 Paare. Typische Beispiele:

  • cat/cart/car/card
  • win/wine/wing/wink
  • bird/bid/bind/blind
  • word/world/sword
  • ten/tent/then/hen/when
  • one/once/bone/tone/zone/ozone
  • rain/brain/grain/train
  • old/gold/hold/fold
  • fee/feed/feel/flee
  • use/used, arm/army, bus/busy, nest/net/next, garage/garbage, salmon/salon, powder/power, match/math, patch/path