Wie soll eine Vermögenssteuer auf Geld funktionieren?

Zur Vereinfachung meiner Frage nehmen wir für den Moment an es gebe keine Transaktionskosten und keine Skalierungsgrenzen.

Ich kaufe bitcoins um damit tagtäglich alle möglichen kleinen Dinge für den Alltag zu kaufen.
Ich erhalte immer neue UTXOs mit zeitstempel (es kann also nachvollzogen werden wie lange ich jeden einzelnen bitcoin bzw UTXO schon besitze).
Wenn der Bitcoinkurs zwischen dem Erhalt meiner bitcoin (weil ich bspw etwas gegen Bitcoin verkauft habe) und der Ausgabe meiner bitcoin steigt, muss ich diese Differenz dann immer versteuern?
Was passiert wenn der Käufer meiner bitcoins diese dann am nächsten Tag wieder verkauft (gegen andere Dienstleistungen oder Waren) und der Kurs in dieser Zeit wieder etwas gestiegen (oder gefallen) ist?

Woher weiß ich welche Coins ich schon wie lange halte?

Mit steigender Nachfrage nach bitcoins steigt logischerweise der Preis. Muss ich theoretisch jederzeit aufs neue Steuern zahlen wenn ich bitcoins ausgebe?
Wie soll das abgerechnet werden? Täglich? Monatlich? Wie werden Kursverluste gegen gerechnet?

Wie funktioniert das ganze dann im lightning Netzwerk?

Wie soll das umgesetzt werden, wenn theoretisch Millionen von Menschen in Deutschland täglich bitcoins als geld verwenden? Ich weiß, ergibt kein Sinn das auf der Mainchain zu machen, die theoretische Überlegung bzgl der Steuer bleibt aber die gleiche.

Sorry falls es die Frage schon gab.
Bin neu hier.

Grüße vom Bodensee :slight_smile:

Sind das hypothetische Zukunftsfragen oder beziehst Du Dich auf die Gegenwart?
Ich beantworte die Fragen jetzt mal in Bezug auf die Gegenwart, was die Zukunft bringt, weiß sowieso niemand…

Hypothetische Zukunftsfrage?

  • aktuell kann man fast nirgends mit Bitcoin bezahlen
  • macht auf dem Mainlayer keinen Sinn, weil zu teuer, zu langsam und zu wenig Durchsatz an Transaktionen

Ja, das ist bereits jetzt in Deutschland steuerlich so. Außer Du hältst die Coins länger als ein Jahr, dann steuerfrei (aka Haltefrist).

Das ist dann sein Problem, aber ja, auch er muss dann Steuern dafür zahlen.

Das sollten Deine Wallets und die Blockchains der jeweiligen Coins hergeben.
Es gibt Steuertools, die dabei helfen können.

Ja (Außnahme Haltefrist).

Für jede Transaktion einzeln: € Wert zum Verkaufszeitpunkt minus € Wert zum Kaufzeitpunkt.

Meines Wissens kann man Verluste innerhalb eines Kalenderjahres gegenrechnen. Aber ich bin kein Steuerberater.

Genauso.

  • Davon sind wir noch weit entfernt
  • Macht auf dem Mainlayer auch keinen Sinn
  • Die Umsetzung bleibt das Problem des Anwenders
  • Wer weiß, was wir bis dahin für Steuergesetze haben?
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Servus Koki!
(ich geh auch davon aus, dieses und relevante Randthemen schon lang & breit gewälzt wurden, aber…)

…wenn ich dich korrekt verstehe, sind das gesamtgesellschaftliche, inter- & nationalpolitische, makroökonomische Probs, die nach und nach - also in den kommenden 10 - 50 Jahren von der Gesamtheit aller User*Innen gelöst werden müssen. Wir kenn weder die Use-Cases, der nahen, oder fernen Zukunft im Detail, haben keine theoretischen, politischen, technischen … Lösungen.

Mein Resüme - meine Erwartung dazu:
Aktuell kann man froh sein, wenn man seine Steuererklärung beim (minimalen) Kapitalverwaltungstrading oder privaten 2.-Verdiensttrading hinbekommt. Alleine Damit wird die Gegenseite (Finanzamt) in den kommenden 5 Jahren noch ihre blauen Wunder erleben, weil sie mit dem Kryprowachstum und dem damit verbundenen Prüfaufwand so große Probs haben werden, dass es laufend Änderungen im Steuergesetz geben wird, bis Kryptos (nlt. nur BTC) wie Geld -als Wertspeicher bewertet wird und damit auch nicht gesondert besteuert wird.

Sorry, wenn dir das zu wenig konkret ist.
Grüße!
XY-fair

Wow! Toll strukturierte, detaillierte Komplettantwort!!!
,-)