Wie schon erwähnt, tut sie das ja eben nicht. Ich kenne keinen Unternehmer, der hohe Energiekosten, Steuern, Mindestlöhne, bezahlte Krankheitstage, ausufernde Regulierung, etc. gefordert hat.
Ich habe nichts gefordert, ich habe eine Beobachtung gemacht. Du behauptest, die Politik tanzt nach der Pfeife „des Kapitals“, was ja aber nun ganz evident nicht der Fall ist. Ich spreche hier zumindest für Deutschland.
Nochmal, ich fordere gar nichts. Außer vielleicht mal unsere Verfassung zu reformieren.
Mein Wohlstand ist nicht davon abhängig, was Leute in Deutschland machen.
Und ich sprach nicht von fünf Milliardären, sondern von vielen Mittelständlern und Startups, die sich aus Deutschland ganz zurückziehen. Wenn Konzerne ihre Produktion verlagern entscheidet das ja in der Regel auch der Vorstand und Aufsichtsrat und nicht der Eigentümer.
Na, da sind wir uns ja immerhin einig. Systeme und Prozesse kann man aber ändern.
Du möchtest also Besitz umverteilen. Völlig offen lässt du die Frage, wer darüber entscheiden soll. Also welches System möchtest du hier als Herrschaftssystem etablieren? Wie soll das funktionieren?
Irgendjemand muss die Entscheidungen über Investitionen, Produktion und Eigentum ja treffen, je zentraler diese Stelle ist, desto größer die Konzentration von Macht. Warum sollte eine solche Machtkonzentration weniger problematisch sein als die Konzentration von Kapital, die du heute kritisierst?
Enteignungsphantasien sind ja schön und gut, gehört aber eher in den Sozialismusthread.
Wenn die Entscheidung auf einer demokratischen Grundlage basiert, wäre das ja sogar in Ordnung. Die Frage ist aber immer noch, wer das dann verwalten und was es bringen soll?
Der Denkfehler liegt schon im ersten Satz: Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel.
Wenn das stimmen würde, wäre die Welt seit 1800 nicht von ein paar hundert Millionen Menschen auf über acht Milliarden gewachsen, bei gleichzeitig massiv steigendem Lebensstandard. Das globale BIP ist in den letzten 50 Jahren real um ein Vielfaches gestiegen – das ist kein Verschiebebahnhof, das ist Wertschöpfung. Wenn A gewinnt, muss B nicht automatisch verlieren. Sonst hätte jeder Handel, jede Spezialisierung, jede Produktivitätssteigerung der Menschheitsgeschichte netto nichts gebracht. Hat sie aber.
Zur Bäckerei-Analogie: Wenn die Bäckerei XY dichtmacht, weil die Leute lieber für 1,20 € beim Supermarkt kaufen statt für 2,50 € beim Bäcker, dann ist das kein Raubzug, das ist eine Million einzelner Konsumentscheidungen. Der „Verlust“ der Bäckerei steht einem Gewinn auf der anderen Seite gegenüber, den dein Modell komplett ausblendet: dem Konsumenten, der jetzt 1,30 € übrig hat – für irgendwas anderes. Das ist Konsumentenrente, nicht Nichts. Sie taucht nur nicht in deiner Bilanz auf, weil du nur die Verkäuferseite zählst.
Zu Bezos: Amazon ist nicht reich geworden, indem es Geld aus der Welt herausgesaugt hat wie ein Staubsauger. Amazon ist reich geworden, weil es ein Logistikproblem gelöst hat, das vorher niemand so gelöst hat – und zwar so gut, dass Milliarden Menschen freiwillig dafür bezahlen. Bezos’ Vermögen ist größtenteils Aktienbewertung, also der Marktpreis für zukünftig erwarteten Nutzen für Kunden. Das ist nicht dasselbe wie „er hat es jemandem weggenommen“. Und nebenbei: Amazon beschäftigt weltweit über 1,5 Millionen Menschen. Auch das verschwindet in der reinen Verlierer-Gewinner-Optik.
Schumpeter hat das „kreative Zerstörung“ genannt: Alte Strukturen sterben, weil neue, produktivere an ihre Stelle treten. Das tut weh für die Betroffenen – das ist real, das braucht man nicht kleinreden. Aber die Antwort darauf ist nicht, den Prozess für eine verdeckte Umverteilungsmaschine zu erklären, die er nicht ist.
Der letzte Satz („nur weil wir die wählen, vertreten die uns nicht“) ist im Übrigen ein netter rhetorischer Move, aber kein Argument – das ist ein Themenwechsel von Wirtschaftstheorie zu Politikverdrossenheit, der so tut, als hätte er gerade etwas bewiesen.
Rhetorisch und im “zu Ende” denken bist du sehr limitiert, bitte zurück auf die Schulbank.
Auch hier wieder. Hast du überhaupt verstanden, was ich geschrieben habe? Vielleicht gehst du nochmal zurück auf die Schulbank, deine Lesekompetenz scheint recht mangelhaft zu sein.
Die Politik schafft Rahmenbedingungen. Die Politik entscheidet auf „Rat des Kapitals“. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen gewinnen die einen und verlieren die anderen. Denn das ist im Kapitalismus nun mal so. Wo der eine Marktanteile verliert, gewinnt sie ein anderer.
(Der Versandhandel Otto z.B. hat sie verloren. Ist ja nicht so, dass „wir“ nicht sowas ähnliches wie Amazon schon lange selber gehabt hätten.)
Das habe ich geschrieben.
Lebst du irgendwie unter einem Stein oder sowas? Man kann sein Geld nur einmal ausgeben. Ich kenne z.B. auch noch kleine Elektronikfachläden. Wo man Fernseher in einem Geschäft gekauft hat die vielleicht zwei Mitarbeiter hatten. Heute kauft man die bei einem Konzern.
Und dasselbe passiert mit den Bäckereien. Jetzt verstanden? Das passiert mit allem. Das liegt am System.
Und dann kommen solche Genies und halten die Politik für dumm, unfähig oder links oder was weiß ich.
Das liegt an den Rahmenbedingungen die die Politik innerhalb des Kapitalismus schafft. Man könnte die Rahmenbedingungen auch so setzen, dass die kleinen nicht kaputtgehen und die großen gar nicht entstehen. Aber das wär halt kein Kapitalismus mehr.
Da hat der Doktor recht. Persönliche Angriffe sind der Diskussion nicht dienlich.
@Doktor, es zählt nicht wer anfängt, sondern wer aufhört. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn Du Dein Profilbild überdenkst. Denn man sieht es noch, bevor du etwas schreibst. Für mich ist es alles andere als wertschätzend.
Fast die gesamte Steuerlast wurde auf die Lohnarbeiter abgewälzt und die Kapitalisten welche von Kapitalerträgen und nicht Lohn profitieren haben tausend Schlupflöcher. Die Besitzerklasse bezahlt so wenig Steuern wie nie zuvor.
Das sind minimale Konzessionen die sie jederzeit wieder rückgängig machen können. Diese Konzessionen kommen dem Kapital aber oft zu gute, weil deren Konzerne das easy stemmen können, kleinere Unternehmen die mit ihnen konkurrieren möchten aber nicht.
Aber mal ganz ehrlich, wenn dein Unternehmen keine Existenzsichernden Löhne zahlen kann und das gehört das beides dazu, dann ist es einfach nur ein Parasit im System, weil die Sozialsysteme dann dein Unternehmen quersubventionieren müssen ausser du willst das die Leute die für dich arbeiten verrecken.
Du machst wie jeder hier den Fehler zu denken das Bäcker Lutze irgendwie zur Besitzerklasse gehört und ich behaupte der würde den Staat lenken. Wenn ich von Kapitalisten reden dann meine ich Multimillionäre und Milliardäre die den Ton über mehrere Konzerne in ganzen Industrien angeben und nicht ein Geschäft mit 20 Mitarbeitern…
Nicht jede Regulierung ist schlecht. Konsumentenschutz ist absolut zwingend. Aber auch hier, das ist von Grosskonzernen viel besser zu stemmen als einem kleinen Unternehmen, deshalb das hilft denen Konkurrenz zu bekämpfen, entsprechend ist es in ihrem Interesse.
Bist du Lohnarbeiter? Höhere Mindestlöhne, mehr Ferien und Krankheitstage sollten in deinem Interesse sein. Aber du hast Angst dass diese Dinge das Kapital verscheucht, weil die schon damit gedroht haben nach Indien zu gehen, also ergreifst du hier deren Seite und argumentierst für ihre Interessen anstatt deine.
Ein besseres Beispiel wie der Mechanismus funktioniert kann man kaum haben.
Naja den Reichen geht es in Deutschland besser den jeh.
Der kriegt sein Mandat aber vom Besitzer, ob das jetzt Einzelpersonen oder eine Shareholder sind ist egal.
Dir ist aber offenbar nicht klar was nötig wäre um das zu ändern. Du kannst wahrscheinlich noch nicht mal Freund vor Feind unterscheiden in dem Kampf
Kapitalismus ist instabil, durch die enorme Kapitalkonzentration hört das irgendwann auf zu funktionieren. Dann wird automatisch umverteilt, das ist keine Frage ob ich das will, das ist einfach die Natur des kapitalistischen Systems. Die Frage ist deshalb nicht ob, sonder wie es umverteilt wird.
Da gebe ich dir recht. Ich bin sehr stark für Dezentralisierung und Sozialisierung des Kapitals im Sinne von die Produktionsmittel gehören den Arbeitern, aber es gibt auch direkt demokratische Regulierung von aussen.
Das Model aus „Another Now“ von Yanis Varoufakis finde ich ein sehr Spannendes Beispiel für eine bessere Wirtschaftsordnung. Da basiert auch vieles mit Auslosung, und sehr lokal, Machtkonzentration wird überall vermieden.
Das es jemand “klar” wäre ist eh ziemlich schwer, also wenn du gut bist kannst du dir da etwas drunter vorstellen, aber wirklich klar ist noch nichts.
Direkt am Anfang des Videos ein gutes Beispiel:
Wenn der Aktienmarkt abgeschafft werden soll, dann ist die Frage was mit den Aktien der Anleger bis Großkapitalisten passiert. Werden diese einfach gelöscht?
In kurz: Wenn deren Vorteil, der sich erarbeitet wurde “gelöscht” wird, gibt es direkt große Mengen an Leuten die sich vehement dagegen stellen werden.
Was ich gut finde an dem Konzept ist, dass statt Löhne direkt der Gewinnanteil auf die Mitarbeiter aufgeteilt wird. So hängen Produktivität des Unternehmens direkt mit dem Lohn und damit der Motivation der Mitarbeiter zusammen.
Allerdings verstehe ich nicht, warum er auf Umsatz statt auf Profite eines Unternehmens Steuern legen will. Was ist der Vorteil? Ich sehe potentielle Nachteile, wenn Unternehmen die evtl. mal keinen Profit machen dann genauso dick Steuern bezahlen müssen und damit evtl. in die Insolvenz gebracht werden
Mit dem Konzept die Zentralbank zu demokratisieren bin ich noch nicht ganz warm geworden, weil es mMn. ein System in der Mitte eines Übergangs irgendwie zum Scheitern verurteilt, überhaubt noch mit der Zentralbank zu arbeiten. Wenn schon neu denken, dann verstehe ich den Grund gar nicht, warum so ein System aufgebaut werden muss.
Da komme ich mehr aus der Richtung Trennung von Geld und Staat. Weil das gibt zu viel Potential alles zu korrumpieren. Also die Wahl selbst wird wesentlich schwieriger durchzusetzen, wenn es so viele Teilbereiche gibt auf die man sich von Anfang an einigen muss.
Daher denke ich die ganze Zentralbank könnte eher overengineering sein, weil man sich am momentanen System orientiert.
Das ist ja einfach ein Modell von einem Möglichen Endzustand oder eine Sammlung von Ideen wie man die Dinge anders organisieren könnte.
Ja da hast du schon recht. Es war auch ganz clever von den Eliten das sie uns alle zu Minikapitalisten gemacht haben, womit jeder jetzt ein Interesse an Systemerhaltung hat. Jedenfalls all jene die etwas Geld übrig haben um Aktien zu kaufen oder ihre Altersvorsorge an den Aktienmarkt gebunden ist.
Je ärmer aber der Mittelstand wird und wenn es wieder Wirtschaftskriesen gibt welche die kompletten die Ersparnisse und privaten Renten der Leute auslöscht, dann wird das halt immer wie warscheinlicher das es wieder Aufstände gibt und in so Momenten kann das Wirtschaftssystem durch das Proletariat ersetzt werden wenn das organisiert ist, oder halt durch einen Faschisten.
Verstehe ich auch nicht. Vielleicht steht darüber mehr im Buch, aber ich bin leider noch nicht dazu gekommen das zu lesen.
Das ist mir zu wenig konkret. Ich wäre auch mit einem privaten Geld unter der Kontrolle irgend einer Bank oder Cryptofirma nicht zufrieden.
Aber Bitcoin ist ja eben genau weder privat noch staatlich, sondern ein offenes Protokoll und Netzwerk das diese Funktion von einem Werttransportsystem komplett autonom bereitstellt.
Und es gibt bereits ecash und fedimint als Lösung damit Kommunen ihre eigenen komplett automatisierten und trust minimierten Geldsysteme darauf aufbauen könnten, während die gleichzeitig komplett interoperabel mit Nachbarkommunen bleiben in dem diese ecash Inseln mit Lightning verknüpft werden.
Das wäre eine viel bessere Lösung die bereits existiert und funktioniert.
Abgesehen davon, dass ich kein Unternehmen habe, frage ich mich, wie Subventionen über Sozialsysteme den Mindestlohn sicherstellen?
Immer wieder faszinierend, dass du meinst, zu wissen, was ich denke. Ich habe weder etwas von irgendeinem Bäcker geschrieben, noch denke ich, dass du denkst, die letzten „echten“ Bäcker würden den Staat lenken.
Nein, und du sehr wahrscheinlich auch nicht. Auch wenn du in einer Art Industrieromatik des 19. Jahrhundert gefangen zu sein scheinst.
Ich habe nur Angst vor Leuten, die Probleme mit Enteignung lösen wollen, ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, wie die Prozesse dafür aussehen sollen.
Ansonsten noch einmal, ich argumentiere für keine Seite, ich beobachte. Du dagegen argumentierst für eine längst versunkene Klasse, die es in der Form lange nicht mehr gibt.
Ich wäre ja dafür, auch die letzten Arbeitern in demokratische Prozesse einzubinden, aber dafür müsste man halt das System ändern.
Was zu beweisen wäre. Oder meinst du mit „besser gehen“ einfach, dass es auf dem Papier mehr Millionäre und Milliardäre in Deutschland als vor 20 Jahren gibt? Könnte auch etwas mit Inflation und der Erhebung der Daten zu tun haben. Zahlen sagen aber nichts darüber aus, ob es einem Menschen „besser geht“.
Das schöne ist ja, dass man in einem funktionierenden System nicht nach innen zwischen Feind und Freund unterscheiden muss. Miteinander, nicht gegeneinander. Was will ich mit einer dysfunktionalen Opposition, die den ganzen Tag nur unproduktiv rumnörgelt?
Und mir ist durchaus klar, dass die jetzige Elite kein Interesse daran hat, etwas am demokratischen System zu ändern. Du aber anscheinend auch nicht, statt über die Prozesse zu reden, wie man dort hinkommen könnte, phantasierst du etwas von Umverteilung. Das hat nichts mit Demokratie zu tun.
Was zu beweisen wäre. Nochmal, du kritisierst vermeintlich ein Wirtschaftssystem. Hier geht es aber um Demokratie, nicht um Kapitalismus oder Sozialismus.
Als Grieche kennt er immerhin die „Originaldemokratie“.
Aber wie wäre es, wenn man erstmal das politische System reformiert, bevor man dann die Bürger entscheiden lässt, ob sie Enteignung wirklich so erstrebenswert finden.
Was hindert dich übrigens daran, heute schon das Arbeitergeführte Unternehmensmodell zu leben? Warum arbeitest du nicht bei einer Genossenschaft, lebst in einer Genossenschaftswohnung und kaufst nur Produkte, die von Genossenschaften produziert wurden? Wenn dir das so wichtig ist, kannst du dich persönlich doch schon heute danach ausrichten.
Wenn du von „wieder Aufständen“ sprichst, auf welches historische Ereignis beziehst du dich konkret? Mir fällt in Deutschland kein erfolgreicher Aufstand ein, bei dem das bestehende Wirtschaftssystem durch das Proletariat ersetzt wurde. Die wenigen entsprechenden Versuche in der Weimarer Republik sind alle gescheitert. In der DDR gab es den 17.6., da sollte aber kein Wirtsschaftssystem ersetzt werden. Im restlichen Deutschland seit 1945 weit und breit kein Aufstand in Sicht.
Was meinst du also mit „wieder“, wenn wäre es wohl eher erstmalig.
1. Die zentrale Studie: Jirmann & Trautvetter (2023)
Die Hans-Böckler-Studie „Deutsche Milliardenvermögen" (11.12.2023) von Julia Jirmann und Christoph Trautvetter (Netzwerk Steuergerechtigkeit)
„Allein die mehr als 200 Milliardenvermögen in Deutschland könnten zusammengerechnet statt rund 900 Milliarden Euro mindestens 1.400 Milliarden Euro umfassen, möglicherweise sogar noch deutlich mehr."
Zentrale Befunde zu Steuervermeidung der Superreichen
Reichensteuersatz 47,5 % (inkl. Soli) – der offizielle Spitzensteuersatz
47,5 %
47,5 %
→ Die effektive Steuerlast der Superreichen wurde seit 1996 mehr als halbiert – während die nominalen Vermögen explodierten.
Weitere harte Befunde der Studie
In fast jedem fünften Fall beruht das Milliardenvermögen „im Wesentlichen schlicht auf dem Verkauf der Firma" → das ist realisierter Veräußerungsgewinn, der in den 1990ern noch progressiv besteuert wurde, heute mit 25 % Abgeltungsteuer (zzgl. Teileinkünfteverfahren 60 % im Betriebsvermögen)
Bei mehr als der Hälfte der Milliardenfamilien beschränkt sich die Rolle auf Aufsichtsrat oder stille Beteiligung – es findet also gar kein „Unternehmer-Lohn" mehr statt, der normal besteuert werden könnte
Datenlücke systematisch: Seit der Vermögensteuer-Aussetzung 1997 haben die Finanzbehörden keinen Überblick über Großvermögen. SOEP und Mikrozensus enthalten praktisch keine Top-0,1 %
„Deutschland ist Hochsteuerland für Menschen, die für ihr Geld arbeiten, aber Niedrigsteuerland für Superreiche, die einen Großteil ihrer Einkommen aus Vermögen beziehen."
Konkrete Zahlen:
Gruppe
Effektive Steuerquote
Durchschnittsfamilie (Arbeitnehmermitte)
~48 % (Lohnsteuer + Soli + Sozialabgaben)
Reichensteuersatz offiziell (über 277.826 €)
47,5 % (inkl. Soli)
Multimillionär (Beispiel)
24 %
Beispiel-Milliardär (Bsp. Klatten)
~25 %
Immobilien-Milliardär
~17 %
Große Digitalkonzerne (auf Gewinne in DE)
~3 %
→ Die Botschaft: Wer für sein Geld arbeitet, zahlt fast 50 %; wer sein Geld arbeiten lässt, oft unter 25 %.
Glaube du bringst da was durcheinander. Was ich gesagt habe ist wenn du KEINEN Mindestlohn hast dann subventionierst du Unternehmen mit dem Sozialsystem.
Wenn du selbst mit einem 100% Job keinen Existenzsichernden Lohn kriegst mit dem du wohnen und Essen kannst, dann muss das Sozialsystem einspringen, was wiederum von den besserverdienenden bezahlt wird (zum Beispiel von mir).
Ich subventioniere dem Bäcker Lutze dann den Hilfsarbeiter über das Sozialsystem, weil er dem einfach zu wenig zahlt zum überleben, komplett unabhängig davon ob der Lutze selbst am Ende des Monats fette Gewinne macht mit seinem Geschäft.
Jemand der seine Arbeitskraft für einen Lohn verkaufen muss um zu überleben ist Lohnarbeiter. Das spielt keine Rolle ob diese Arbeit im Büro auf der Baustelle oder in der Fabrik ist.
Bitte nicht wieder mit irgendwelchen eigenen Definitionen absichtlich die Diskussion nicht verstehen wollen. Das ist einfach nur mühsam. Danke.
Wie ich bereits erklärt habe, es geht nicht darum ob ich das will, es wird eine Umverteilung geben weil der Kapitalismus instabil ist und sich Vermögen immer weiter konzentriert. Du kannst die verschiedenen Varianten davon in der Geschichte nachlesen. Die harmloseste davon war meiner Meinung nach der „New Deal“ in den USA, was einfach absurd hohe Steuern für die Reichen waren, was dann direkt zum „golden Age of capitalism“ geführt hat.
Ich lebe in der Schweiz wo wir direkte Demokratie haben. Ich kann euch nur empfehlen das auch zu verlangen weil es gute Instrumente hat um direkt den Volkswillen durchzusetzen und die Politiker auf Linie zu bringen. Trotzdem bringt das nur begrenzt etwas solange die Wirtschaft nicht auch demokratisiert ist.
Die Grossverteiler in der Schweiz sind beides Genossenschaften (Migros und Coop), sowohl meine Bank (Raiffeisen) wie auch sämtliche Versicherungen sind bei Genossenschaften, sogar mein Fitnessabo ist bei einer Genossenschaft (auch Migros).
Meine Lohnarbeit und Wohnung leider nicht. Aber war mal in einer Genossenschaftswohnung und das war echt die beste und günstigste Wohnung die ich je hatte. Bin dann aber mit meiner jetzt Frau zusammengezogen.
Deutschland war kurz vor einer Revolution bevor Hitler an die Macht kam und die Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter verfolgt und zerschlagen hat. Du kennst sicher den Reim:
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.
Das ging auch für die meisten Kapitalisten nicht so gut, weil im Faschismus/Nazismus muss sich das Kapital auch dem Staat unterordnen, konnten aber anders als in der proletarischen Revolution ihren Privatbesitz in vielen Fällen behalten (ausser die Juden und andere die als Feinde angesehen wurden).
Lies mal ein wenig über die Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Zum Beisiel Lenin’s " Imperialism: The Highest Stage of Capitalism". Das ist über 100 Jahre alt aber wenn du das liesst dann könnte man fast denken der spricht über heute. Da geht es über die zunehmende Finanzialisierung von allem, die Dominanz der Banken, die deindustrialisierung des imperialen cores und Auslagerung in Entwicklungsländer, etc. All das ist schon ganz ähnlich schon mal passiert.