Umbrel oder Raspiblitz virtuell betreiben (oder komplett selbst aufsetzen)

Hallo liebe Community,
ich habe zu Hause einen Server mit dem Hypervisor Proxmox laufen und somit jede Menge Ressourcen frei um eine virtualisierte Bitcoin-Fullnode zu betreiben.
Ich habe nach der Empfehlung vom Blocktrainer die üblichen Verdächtigen abgesucht, ob es dort auch Installationsmöglichkeiten für virtuelle Server gibt (AMD64 anstatt ARM).
Dabei bin ich nur bei Umbrel auf diese Möglichkeit gestoßen, wobei dort darauf hingewiesen ist das dies Beta ist.
Ich habe mir also einen Debian Container erstellt und dort das Umbrel Script laufen lassen. Das installieren lief auch ganz gut. Nur leider stelle ich mittlerweile fest das die ganze Sache etwas instabil läuft und ich das Ding häufiger mal durchtreten muss damit der Sync wieder läuft. Auch der initiale Sync mit der Blockchain hat fast 2 Wochen gedauert, obwohl ich ja in der virtuellen Maschine (bzw dem LXC-Container) viel mehr RAM und CPU-Kerne habe als im Raspi.
Meine Fragen wären nun folgende:

  • Macht es vielleicht Sinn sich einen Fullnode einfach komplett selber aufzubauen?
  • Wenn ja gibt es dazu gute Anleitungen im Internet? Ich habe dazu leider sehr wenig gefunden
  • Was ich mir dann auch wünschen würde ist auch so ein gutes Dashboard bzw. Webinterface wie bei Raspiblitz oder Umbrel zu haben
  • Gibt es Bestrebungen beim Raspiblitz Projekt dieses auch für nicht Raspi-User zu öffnen?
  • Spricht etwas gegen das virtuelle Betreiben der Node?

Im Allgemeinen finde ich es etwas schade das eigentlich alle diese Projekte nur für den Rasperry-Pi ausgelegt werden. Wozu extra Hardware laufen lassen wenn ich eh einen Hypervisor 24/7 laufen habe?
Gibt es denn so wenig Leute die daran Interesse haben?

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!

Wenn du dich mit docker und docker-compose auskennst, könntest du bitcoind und lnd nativ kompiliert auf deinem Server laufen lassen, und das Umbrel Frontend bei Bedarf zuschalten. Dann bräuchtest du keine externe Festplatte für die blockchain, und deine Node wäre trotzdem 24/7 online.

Das würde voraussetzen, dass du die docker-compose.yml auf der umbrel Installation entsprechend anpasst, so dass sich die anderen Anwendungen (Apps) mit einer anderen (deiner) Bitcoin Node verbinden.

Viel Erfolg

Hi,

Macht es vielleicht Sinn sich einen Fullnode einfach komplett selber aufzubauen?
→ Klar, warum nicht? Mit RTL / Thunderhub oder anderen „Apps“ hat man dann immer noch ein schönes Frontend, das Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Habe diese Variante neben Umbrel (als nicht OS-Variante auch auf dem Raspi und testweise auf einem ITX-System unter Ubuntu installiert).

Wenn ja gibt es dazu gute Anleitungen im Internet? Ich habe dazu leider sehr wenig gefunden
→ Die beste Anleitung für Raspi (und andere Systeme) hat mMn Stadicus geschrieben: Intro - RaspiBolt

Was ich mir dann auch wünschen würde ist auch so ein gutes Dashboard bzw. Webinterface wie bei Raspiblitz oder Umbrel zu haben
→ Das ist die Krux. Entweder man begnügt sich mit RTL/Thunderhub etc. oder beißt in den sauren Apfel und nimmt das Umbrel-Framework. Es gab mal einen Versuch, Umbrel mit vorinstallierten Services bitcoind und lnd zu verknüpfen. Dies verstößt leider mittlerweile gegen die Umbrel-Lizenz und scheint nicht mehr zu funktionieren (Link). Habe es bislang nicht geschafft, die Umbrel-Dockerumgebung so zu öffnen, dass dies funktioniert. Meine Docker-Kenntnisse sind noch rudimentär. Das „Interface“ von Raspiblitz besteht doch lediglich aus einem Skript, wenn ich mich recht erinnere? Das läuft übrigens auch mit ein paar Anpassungen auf normalen Umgebungen (amd64).

Gibt es Bestrebungen beim Raspiblitz Projekt dieses auch für nicht Raspi-User zu öffnen?
→ Also die Anleitung von Stadicus kann auch auf einem x86-System installiert werden. Habe selbst eine Node auf einem kleinen Mini-ITX-APU-System damit aufgesetzt.

Spricht etwas gegen das virtuelle Betreiben der Node?
→ Fällt mir spontan nichts ein. Würde auch lieber einen gehosteten vServer als Node betreiben, leider hapert es meistens am verfügbaren Speicherplatz für die Daten.

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Vielen Dank für die Antworten.
Meine Kenntnisse von Docker sind nicht so gut.
Und alle eure Aussagen lassen mich darauf schließen das es für eine gute grafische Oberfläche zur Zeit keine Alternative zu Umbrel gibt. Dann werde ich mich wohl noch gedulden müssen bis Umbrel etwas gereift ist und auch auf X86 Komponenten zufriedenstellend läuft.
Eine reine headless Maschine wie die von Stadicus ist nicht so das was ich mir für mein FullNode wünsche. Und mit dem Umbrel Dashboard rumzufrickeln würde ich auch ungern, da ich den Wartungsaufwand gering halten möchte.

Hallo Community,
möchte keinen neuen Thread öffnen, da ich gerade vor der genau gleichen Frage stehe wie der TS.

Ziel ist es, RaspiBlitz unter Docker zu betreiben oder vollvirtualisiert unter KVM / QEMU. Interessant wäre als Grundlage auch Proxmox, Hyper-V oder VMWare.

Als Hardwareplattformen würde ich gerne die Virtualisierungs- bzw. Containerfunktionen mittelgroßer QNAP- NAS einsetzen oder gleich virtualisierte Rootserver.

Stadicus hat das prinzipielle Vorgehen hier beschrieben, wobei mir vertieftes Linux-Wissen fehlt, um daraus etwas zu machen.

Hat jemand von euch Erfahrung mit der Portierung auf diese Plattformen?

Beste Grüße!

Guten Tag,

Ich betreibe Umbrel in einer VM (Ubuntu 20) auf einen Proxmox Server.
In einem LXC Container habe Ich leider kein Erfolg gehabt, auch dass einhängen einer Festplatte SMB\CIFS hat nicht funktioniert.
Hier hat nur die „mount“ Funktion von Proxmox selber funktioniert
Zum Sync. der Blockchain hatte Ich Ihm 24GB RAM zugewiesen, dann war er in ca. einen Tag durch. Nach dem Sync. habe Ich den RAM dann auf 4GB reduziert.

Jetzt läuft der Node seid ca. 2 Monaten ohne Probleme!

@Oak:
Danke für die Info. Hätte gerne auf Umbrel verzichtet und stattdessen RaspiBlitz verwendet.

Hallo qwertz,

diese Frage habe ich mir auch gestellt und habe Umbrel als Ubuntu Server VM auf meinem ESXi installiert.

Der VM habe ich eine 100GB Platte für das OS und 1TB für die Blockchain spendiert sowie 4 Cores und 8GB RAM. Die Blockchain war in ca. 24h fertig gesynct. Anbei meine Befehle zur Installation, falls es hilfreich ist.

PS: Ich bewege mich eher in der Windoof Welt und habe daher nicht so viel Erfahrung mit Linux. Diese Schritte haben aber bei mir zum Erfolg geführt.

sudo apt update
sudo apt upgrade
sudo apt install net-tools
sudo apt install openssh-server

sudo reboot

# Optional
sudo apt install ubuntu-desktop
sudo apt install gparted

sudo reboot

# sdb1 mit gpt als Partionstabelle erstelle und ext4 formatieren mit gparted

sudo nano -Bw /etc/fstab
/dev/sdb1 /mnt/sdb1 ext4 defaults 0 0

sudo reboot

sudo apt-get update
sudo apt-get install \
    apt-transport-https \
    ca-certificates \
    curl \
    gnupg-agent \
    software-properties-common
curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | sudo apt-key add -
sudo apt-key fingerprint 0EBFCD88
sudo add-apt-repository \
   "deb [arch=amd64] https://download.docker.com/linux/ubuntu \
   $(lsb_release -cs) \
   stable"
sudo apt-get update
sudo apt-get install docker-ce docker-ce-cli containerd.io
sudo curl -L "https://github.com/docker/compose/releases/download/1.26.2/docker-compose-$(uname -s)-$(uname -m)" -o /usr/local/bin/docker-compose
sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-compose
sudo apt-get install fswatch jq rsync curl
cd /mnt/sdb1
sudo mkdir umbrel
cd umbrel
curl -L https://github.com/getumbrel/umbrel/archive/v0.3.13.tar.gz | sudo tar -xz --strip-components=1
sudo reboot

sudo ./scripts/start