Bei Spekulationen über den nächsten Tiefstand, wird oft vom letzten Hoch ausgegangen. Macht es nicht viel mehr Sinn, sich die letzten Teifstände anzusehen?
Datum des Tiefstands
Tiefststand (US$, gerundet)
November 2011
$2
Januar 2015
$150
Dezember 2018
$3.200
November 2022
$15.500
Jeder Tiefststand liegt deutlich höher als der vorherige.
Von $2 auf $150 ist ein Anstieg des Faktors 75.
Von $150 auf $3.200 ist ein Anstieg des Faktors ca. 21,3.
Von $3.200 auf $15.500 ist ein Anstieg des Faktors ca. 4,8.
Angenommener Multiplikator: Geht man von einer weiteren Verlangsamung aus, könnte der Multiplikator für den kommenden 4 Jahres Zyklus bei etwa 2,5 bis 3,5 liegen.
Berechnung der Spanne:
Niedrige Schätzung (Faktor 2,5): 15.500 \times 2,5 \approx \$38.750
Hohe Schätzung (Faktor 3,5): 15.500 \times 3,5 \approx \$54.250
Basierend auf dieser Trendanalyse wird der nächste Zyklustiefststand voraussichtlich in einem Bereich zwischen $38.000 und $55.000 US-Dollar liegen.
Datum des Tiefstands
Tiefststand (US$, gerundet)
Nov. 25 -Jan 26
$38k-50k
Ich bin gespannt was der Markt macht. Einer der teuersten Sprüche an der Börse soll ja sein „diesmal ist alles anders“. Wir werden sehen…
Der Mensch ist so gestrickt, dass er komplexe Sachverhalte mit einfachen Antworten erklären will.
Das liegt in seiner Psyche. Komplexität verunsichert uns und macht zusätzlich Angst vor dem eigenen Unwissen, der fehlenden Kontrolle und der Machtlosigkeit. Es hilft wirklich sich bewusst zu machen, was für ein kleines Körnchen wir im Universum sind und sich dann wieder auf sich selbst zu konzentrieren.
Spannende Betrachtung! Ich finde deinen Ansatz mit den Tiefständen um einiges sinnvoller als die üblichen Spekulationen, die immer vom letzten Hoch ausgehen. Die Tiefpunkte sind am Ende viel „ehrlicher“, weil da die komplette Euphorie aus dem Markt rausgewaschen ist und nur noch echte Nachfrage übrig bleibt.
Ich habe mir den Spaß gemacht und deine Logik einmal mithilfe von KI auf die Höchststände übertragen lassen – also genau dasselbe Vorgehen, nur eben auf die ATHs.
Das Ergebnis ist ziemlich interessant:
Historische ATHs:
2013: ~1.150 $
2017: ~19.700 $
2021: ~69.000 $
Wenn man daraus – wie in deinem Beitrag – die Multiplikatoren der Hochs bildet, kommt man auf:
1.150 → 19.700 $ = ca. 17×
19.700 → 69.000 $ = ca. 3,5×
Und genau wie bei den Tiefständen sieht man auch hier eine klare Verlangsamung der Multiplikatoren.
Überträgt man deine Logik also streng auf die Hochpunkte, ergibt sich für den kommenden Zyklus ein weiterer, abgeschwächter Multiplikator von ungefähr 1,8× bis 3×.
Rechnet man das auf das letzte ATH von 69.000 $:
Untere Schätzung (1,8×): ~124.000 $
Mittlere Schätzung (2,2×): ~152.000 $
Obere Schätzung (3×): ~207.000 $
Damit liegen die zu erwartenden Höchstwerte – nach derselben Methodik wie in deinem Anfangspost – irgendwo im Bereich von grob 120k bis 200k, wobei die Mitte (ca. 150k) erstaunlich gut zu den strukturellen Multiplikatoren passt.
In Kombination mit deiner Tiefstands-Projektion (38k–55k) ergibt sich damit ein ziemlich stimmiges Gesamtbild:
Tiefstände steigen langsamer, Hochstände steigen langsamer – aber beide bleiben sauber in ihrem langfristigen Trendkanal.
Ich bin mir ziemlich sicher der Ursprung des 4 Jahreszyklus liegt nicht bei Bitcoin selbst, aber bis jetzt hat das ziemlich zuverlässig gehalten. Ich hab jedenfalls mal bei 116k einen ordentlichen Batzen verkauft und schaue dann nächsten Oktober wieder ob ich wieder kaufen will
Der 4 Jahreszyklus ist auch in anderen Finanzinstrumenten sichtbar. Zum Beispiel im Liquidity Index, der hinkt aber Bitcoin immer ein paar Monate nach. Ich nehme an das hat damit zu tun das Bitcoin als Hochrisikospekulation angesehen wird, weshalb das bei den ersten ist die fallen gelassen werden wenn sich Geld zu verschieben beginnt.
Ich glaube, der entscheidende Punkt ist weniger, dass der Markt bewusst irgendeiner Zyklustheorie folgt, sondern dass Menschen – oft völlig unbewusst – immer wieder ähnliche Entscheidungen treffen, wenn sie mit bestimmten äußeren Reizen konfrontiert werden. Diese Verhaltensmuster entstehen aus ganz normalen psychologischen Reaktionen auf Angst, Gier, Unsicherheit oder Euphorie. Sie wiederholen sich nicht deshalb, weil jemand sie steuert, sondern weil menschliche Natur relativ konstant bleibt.
Das Interessante daran ist, dass diese Zyklen so lange dauern, häufig mehrere Jahre, dass der einzelne Mensch die Verknüpfungen kaum noch erkennt. Jemand, der oben gekauft und sich verbrannt hat, ist die nächsten Jahre deutlich vorsichtiger. Jemand, der unten eingestiegen ist und Erfolg hatte, wird beim nächsten Mal mutiger. Neue Marktteilnehmer kommen oft genau in den Phasen dazu, in denen die Stimmung kippt. Dadurch entsteht eine Art Kreislauf, der sich selbst verstärkt und den man im Chart erst dann erkennt, wenn er bereits mehrfach abgelaufen ist.
Insofern geht es nicht darum, dass der Markt irgendeiner Theorie „folgen soll“, sondern darum, dass bestimmte Muster aus kollektivem menschlichem Verhalten entstehen und sich über die Jahre stabil wiederholen. Die Analyse von Tiefständen oder Multiplikatoren ist deshalb nicht Spekulation, sondern der Versuch, diese wiederkehrenden psychologischen Dynamiken sichtbar zu machen. Da das Bitcoin-Netzwerk über den zeitlichen Horizont wächst, wird es träger, sodass es (vermutlich – niemand kennt die Zukunft ) immer geringere Ausschläge geben wird.
Spannende Betrachtung! Ich finde deinen Ansatz mit den Tiefständen um einiges sinnvoller als die üblichen Spekulationen, die immer vom letzten Hoch ausgehen. Die Tiefpunkte sind am Ende viel „ehrlicher“, weil da die komplette Euphorie aus dem Markt rausgewaschen ist und nur noch echte Nachfrage übrig bleibt.
Das Tief ist genau so ehrlich wie das Hoch. Was soll denn “echte” Nachfrage sein? Es gibt nur eine Nachfrage, keine echte und unechte.
Man kann mit Charttechnik den Boden angucken, das Hoch angucken, den Mittelwert angucken und gar nichts angucken. Charttechnik ist maximal selbsterfüllende Prophezeiung. Aber selbst das höchstens temporär, nie langfristig.
Dass Bitcoin immer weniger wächst, ist allein logisch aufgrund der Preise. Eine Marktkapitalisierung von 1.000 € lässt sich natürlich viel leichter verzehnfachen als eine bestehende Kapitalisierung von 15 Milliarden.
Ich meinte etwas anderes: Aus meiner Sicht zeigen Tiefstände besser, wie groß der Anteil der langfristigen Hodler im Markt wirklich ist. In diesen Phasen ist die komplette Spekulation raus, es gibt kein FOMO, kaum Medienpräsenz und auch keine Euphorie. Was übrig bleibt, sind diejenigen, die trotz schlechter Stimmung weiter kaufen oder zumindest nicht verkaufen. Deshalb wirke ich die Tiefs als „ehrlicher“, weil sie weniger von Emotionen geprägt sind.
Hochs dagegen entstehen fast immer in Phasen, in denen FOMO, Glücksritter, kurzfristige Trader und Momentum-Jäger den Markt dominieren. Das ist nicht unbedingt „falsch“, aber es ist eben ein stark emotional getriebenes Verhalten, das wenig mit rationaler Einschätzung zu tun hat. Genau deshalb halte ich Hochs für schlechter geeignet, um langfristige Strukturen abzuleiten.
Zur Charttechnik: komplett bei dir – die hat Grenzen und wirkt oft selbstverstärkend. Aber die Betrachtung der Tiefstände ist für mich weniger Chartmagie, sondern eher ein Blick darauf, was übrig bleibt, wenn alle kurzfristigen Marktteilnehmer weg sind. Das sagt meiner Meinung nach mehr über die Fundamentaldynamik eines Assets aus als die Momente, in denen alle durchdrehen.
Und klar, dass Bitcoin prozentual langsamer wächst, liegt in der Natur der Sache – je größer die Marktkapitalisierung, desto schwerer wird eine Verzehnfachung. Das widerspricht dem Grundgedanken ja auch nicht.