Steuer - Frage Verlust aus FAQ

Hallo zusammen,

folgenden Abschnitt aus dem Steuer-FAQ verstehe ich nicht.

Wenn ich 200 € Gewinn und 800 € Verlust habe, dann habe ich dich für das Jahr 600 € (800 - 200) Verlust, die ich mit einem Trade steuerfrei erwerben kann?

Besten Dank vorab.

Nein!

Sprich du kannst mit Verlusten nur die Gewinne ausgleichen aber der restliche Verlust ist steuerrechtlich nicht relevant, sprich interessiert das FA nicht und kannst/brauchst nicht angeben.

Mein Stand

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Irgendwie habe ich einen Denkfehler.

Folgendes Beispiel zur Veranschaulichung (600 € Freigrenze außen vor):
Ich kaufe heute BTC für 100 €, 10 Minuten später gibt es einen 20 % Drop, ich verkaufe BTC für 80 €, kaufe paar Minuten später wieder bei 80 € und am nächsten Tag geht es 25 % nach oben auf 100 €, ich verkaufe alles. Dann bin ich doch wieder bei 0, richtig?

Für einen groben Überblick kannst Dich ja hier mal einlesen:

coin.ink

Für weiteres unbedingt Deine Transaktionen tracken mit einem der bekannten Tools und im Zweifel auch immer einen Steuerberater aufsuchen.

Danke für die Website!

Also würde es heißen, dass es in meinem Beispiel zutrifft?

Ja. Du hättest für das Jahr sozusagen einen „600-Euro-Gewinn-Puffer“.

Doch, doch. Das stimmt schon. Deine Aussage ist zwar richtig, aber so wie er es schreibt, ist es auch richtig, denn er will die 600 Euro Verlust ja nicht abschreiben, sondern durch einen Gewinn-Trade „auslösen“.

→ 20 Euro Verlust

→ 20 Euro Gewinn
→ 20 Euro Verlust
→ 0 Euro Gesamt

Ja, aus meiner Sicht stimmt die Rechnung.

Die Frage wäre dann halt nur, warum Du die ersten BTC für 100 Euro trotz Drop nicht einfach behalten hast, denn finanziell gesehen hast Du durch diese Tauscherei keinen Vorteil. :thinking:

Diese „Vorteil durch Verlustverkauf“-Rechnungen sind aus meiner Sicht totaler Quark.

Mit Verlust zu verkaufen ist nie gut. Es sei denn man ist kurz vor Jahresende, aber selbst dann muss man stark abwägen, ob das Zahlen der Steuern nicht sinnvoller (finanziell gesehen) ist, als einen Verlustverkauf hinzunehmen und sich die Haltefrist zu versauen.

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Was vielleicht noch zu erwähnen ist, ist eine Änderung im Einkommenssteuergesetz 2021. Darin ist heißt es, dass Verlustverrechnungen auf 10.000€ pro Jahr beschränkt werden (Trading von CFDs, Optionen und Futures).

Wenn der Verlust höher ausfällt, werden maximal die 10.000€ für das Verrechnungsjahr berücksichtigt.

Dazu hat Roman auch in einem Video berichtet.

Bisher

war es so, dass wenn ein Trader im Jahr kumulierte Gewinne von 100.000€ hatte und kumulierte Verluste von 90.000€, er die vollen 90.000€ Verluste verrechnen konnte und unterm Strich 10.000€ versteuern musste.
Dies wären 2.500€ Kapitalertragssteuer + Soli und ggf. Kirchensteuer.

Nun

wurde der neue Gesetzestext u.a. so interpretiert, dass ich trotz der 90.000€ Verlust aus dem oben genannten Beispiel nur noch 10.000€ gegenrechnen darf.
Dies hätte zur Folge, dass man bei 100.000€ Gewinn nur noch 10.000€ Verlust verrechnen darf, also 90.000€ versteuern muss.
Dies wären dann bei 10.000€ Bruttogewinn: Steuern von 22.500€ (Kapitalertragssteuer) + ggf. Kirchensteuer.
Also müsste der Trader neben seinem kompletten Bruttojahresgewinn etwas über 12.500€ an den Staat zahlen.

Je nachdem was dein Vorhaben ist, solltest du also aufpassen, weil man sich im schlimmsten Fall durchaus arm traden kann.

Anderes Steuergebiet.

Es geht hier um den Kauf und Verkauf von Bitcoin (oder anderen Kryptowährungen), wenn ich @Kazumi richtig verstanden habe.

Stimmt.

Auf das Trading von irgendwelchen Optionen usw. war meine Aussage auch nicht bezogen.

Nicht, dass das falsch verstanden wird. :slight_smile:

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@GermanCryptoGuy bitte den letzten post nicht falsch verstehen. Wollte hier nur auf etwas verweisen, was nicht unwesentlich ist :smiley:

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der Verlust ist relevant:

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