Ich habe nicht von einem Recht gesprochen aber von der Praxis lieber dauerhaft Nichtstun zu finanzieren als eine vernünftige Ausbildung, die dann meist hohe Steuereinnahmen bringt. Die Steuer bekommt der Staat ja auch nicht nur als Kredit.
Man muß die Kuh eben erstmal aufziehen bevor man sie melken kann.
PS. Ich habe mein Studium mit Arbeit finanziert.
Das dauert dann aber länger und dem Staat fehlen ein paar Jahre Steuereinnahmen. Und die Wirtschaft bekommt auch weniger Arbeitsjahre bis zur Rente und jammert nach Fachkräften.
Auf einen Kredit hätte ich mich niemals eingelassen.
pps. ich lobe kein Land und nenne mich Donald wegen einem Mailaccount bei Duck.com
du beschwerst dich oben, dass der Lehrling Gehalt bekommt - über die Höhe wollen wir jetzt nicht diskutieren, diese Vergütung ist nämlich stark gespreizt, von Zumutung bis unangemessen. Dies ist jedoch zumindest im Falle “unangemessen” dem Anreiz geschuldet.
Beruflicher Ausbildung = Lehre ist in der Regel stark auf den Ausbildungsbetrieb zugeschnitten und somit nur bedingt auf den nächsten Betrieb übertragbar. Die begleitende Pflichtschule = Berufsschule ist wiederum öffentlich getragen und finanziert. Ziel dabei ist aber auch, mit Praxis in die nächste Ausbildungsstufe einzusteigen, die dann wieder selbst zu finanzieren ist.
Studium ist meist zielgerichtet und ebenfalls eine Berufsausbildung - ob das Ziel der höheren Qualifizierung dabei erreicht wird, sei dahingestellt. (Ich kann da durchaus ein Lied davon singen - ist aber hier nicht das Thema).
Alleine aus dem jetzt hier geschriebenen lässt sich eine Ungleichbehandlung ableiten.
- Egal -
Nun zur Finanzierung.
Was ist dir lieber, eine Ausbildung, die letztendlich von öffentlichen Haushalten abhängig ist, oder eine vermutlich bessere Qualität, wenn die Finanzierung auf anderem Wege erfolgt, insbesondere durch Beiträge der studierenden. Ich warne allerdings auch hier vor zu großem Einfluss der Wirtschaft - die es aber schon heute gibt.
Ich denke, hier ist alles gesagt, Rest bitte selbst überlegen
Nachtrag: Die Basisbeschulung, meinetwegen bis einschließlich Abitur sehe ich allerdings tatsächlich als öffentlichen Auftrag und damit von der Allgemeinheit (Steuerfinanziert oder Umlagen für alle) zu tragen.
Ich denke auch dass privat finanzierte Bildung oft besser ist.
Aber wir reden hier über Geld. Ein Hochsteuer-Staat der mich aufgrund meiner Ausbildung quasi als Melkvieh benutzten kann soll die Ausbildung gefälligst auch bezahlen. Ich gebe die Zeit und meine Anstrengung dazu, damit der Staat dann später gut an mir verdient.
Von einem Niedrigsteuer-Staat erwarte ich das nicht.
Ja. Wäre zumindest dann ein Marktprozess – falls man überhaupt zu der Erkenntnis kommt, dass es ein staatliches, weiterführendes Bildungswesen braucht.
Ich möchte noch hinzufügen das der Bildungs Kredit nicht auf Universitäten begrenzt sein muss sondern auch auf anderes anwendbar sein kann was einem beruflich voranbringt.
Mit jedem streichen einer Subvention sollte man die Steuern um die Ersparnis nach unten korrigieren.
Genau so hat man das US Hochschulsystem organisiert und es ist in einer mittelschweren Katastrophe geendet.
Die Unis haben massiv dadurch profitiert, da der Staat jedem Studenten egal welche Tutionfee finanziert hat. Dadurch dass zu viele Studenten durch diese Kredite in die Privatinsolvenz getrieben werden würden, hat der Staat einen Riegel davor geschoben und dafür gesorgt, dass Studentloans nicht Teil der Insolvenzmasse werden können.
Das Resultat sind unfassbar hohe Preise für Bildung, Rekord-Verschuldung privater Haushalte und Fehlallokation hinsichtlich der Qualifikationen der US Bürger.
Deutlich besser wäre es, wenn Studium und Arbeit Hand und Hand gehen würden, also das Theorie und Praxis parallel stattfinden. Duale Studiengänge sind dies bezüglich wahrscheinlich das was am ehesten an dieses Vorschlag heran kommt. Kosten für Bildung würden sich dann auf den Studenten, Arbeitgeber und unter Umständen Stipendien aufteilen.
Natürlich wären auch private Bildungskredite möglich diese müssten dann aber ohne staatliche Garantien auskommen und das Risiko der Privatinsolvenz der Studenten tragen. So würden die erlernten Qualifikationen auch noch mal von Drittparteien geprüft werden, ob damit sich tatsächlich Geld verdienen lässt.
Ein weiterer Vorteil diese dualen Systems wäre es, dass sich die Unis mehr an die Realität annähern müssen. Ich habe Wirtschaftsingenieur studiert und 95% meines Studiums ist rückblickend komplett für die Tonne gewesen. Nicht nur dass ich quasi alles, was ich für meine heutige Tätigkeit brauche, selbstständig ‘on the fly’ erlernen musste, so gab es auch Wissen welches ich wieder verlernen durfte, da es schlicht falsch, veraltet war oder den Überlegungen eines vollblut Theoretikers entstammten, der keine Ahnung von der Wirklichkeit hatte.
Hätte man als Student schon den Einblick in die Wirklichkeit, müssten sich die Professoren einer Menge unangenehmer Fragen in den Vorlesungen stellen, oder ihre Lehre an die Anforderungen der Wirklichkeit anpassen.