Ray Dalio vs. Bitcoin: Warum Zentralbanken niemals im großen Stil Bitcoin akkumulieren werden

Hey zusammen,

ich möchte ein Argument von Ray Dalio aufgreifen, das m. E. in der Bitcoin-Community oft zu leichtfertig abgetan wird.

Dalio räumt zwar ein, dass Bitcoin als Beimischung zur Diversifikation in einem privaten Portfolio seine Daseinberechtigung hat, sieht Gold langfristig jedoch klar als das überlegene Makro-Asset. Seine Hauptbegründung: Staaten und Zentralbanken werden Bitcoin niemals im großen Stil als Reservewährung kaufen oder halten.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die absolute Transparenz der Blockchain.

Jede Transaktion ist öffentlich einsehbar und Adressen lassen sich über Chainalysis und Geheimdienste nachverfolgen. Man sieht das aktuell bereits bei staatlichen Akteuren oder sanktionierten Regimen: Bitcoins, die beispielsweise für Durchfahrts- oder Frachtgebühren vereinnahmt werden, stehen sofort unter Beobachtung von Behörden wie der CIA. Sobald diese UTXOs geprägt oder geflaggt sind, ist ihre Fungibilität eingeschränkt.

Wenn ein Bitcoin-Guthaben (UTXO) einmal von einer Beobachtungsstelle als „problematisch“ eingestuft wurde – zum Beispiel weil es aus illegalen Quellen stammt oder von einem sanktionierten Staat vereinnahmt wurde –, verliert dieser spezifische Bitcoin seine freie Austauschbarkeit.

Die praktischen Folgen:

  1. Zentralisierte Börsen sperren die Coins: Wenn jemand versucht, einen geflaggten UTXO auf regulierten Börsen (wie Coinbase, Binance oder Kraken) einzuzahlen, wird die Transaktionsadresse automatisch erkannt. Der Account wird eingefroren und die Coins blockiert.

  2. Finanzieller Abschlag (Zwei-Klassen-Bitcoin): Ein „sauberer“ Bitcoin (z. B. frisch gemined oder von einer regulierten Börse) lässt sich problemlos überall verkaufen. Ein „markierter“ Bitcoin hingegen lässt sich nur noch auf dem Schwarzmarkt oder über Peer-to-Peer-Umwege mit hohem Preisabschlag (Zweifel an der Verwertbarkeit) eintauschen.

  3. Verlust der Geld-Eigenschaft: Wenn 1 BTC nicht mehr in jedem Kontext exakt den gleichen Wert und die gleiche Akzeptanz hat wie ein anderer 1 BTC, bricht eine Kerneigenschaft von Geld – die Fungibilität – in der Praxis teilweise zusammen.

Wir Bitcoin-Enthusiasten feiern die Transparenz der Blockchain als größtes Feature, weil sie Manipulation verhindert und Angebotssicherheit schafft. Für Staaten und Zentralbanken ist genau das jedoch ein Bug, kein Feature.

Ein Blick auf Gold verdeutlicht den Unterschied: Es ist kein Zufall, dass Audits von Tresoren wie Fort Knox seit Jahrzehnten ein politisches Tabuthema sind. Die Ungewissheit über tatsächliche Goldbestände gibt Staaten Handlungsspielraum. Sie wollen gar keine absolute Buchhalterische Transparenz über ihre tatsächlichen Reserven und Transaktionen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich mir die Frage: Werden Zentralbanken wirklich jemals strategische Bitcoin-Reserven aufbauen? Oder bleibt Bitcoin rein durch private und institutionelle Anleger getrieben?

Wie seht ihr Dalios Argument? Ist die Transparenz von Bitcoin der finale Hemmschuh für die Adoption durch Staaten?

Ich freue mich auf eure Perspektiven!

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Mag sein, dass es für einige vielleicht ein Hemmschuh ist. Aber ich denke für viele nicht!
Du denkst da zu zentral.
Es gibt so viele Staaten in den unterschiedlichsten Schattierungen, nicht nur schwarz oder weiß.
Staaten sind nicht abhängig von irgendwelchen zentralen Börsen. Nordkorea kann auch von Russland oder Iran BTC kaufen bzw. mit ihnen Handel treiben.

Im Gegenteil bei Fiat haben sie ja grad das Problem, dass Konten eingefroren wurden…

Na da schau her, der feine Herr Dalio kann in die Zukunft sehen.

Sehe ich ebenso. Das ist doch immer nur aus der Jetzt-Perspektive betrachtet. WENN Bitcoin mal das wird, was sich einige so vorstellen können, dann wird das „markieren“ irgendwann völlig wurscht sein. Es gibt viel zu wenige davon, als dass man dann wählerisch sein wird. Außerdem gilt auch jetzt schon - erstmal in staatshand → sauber. Gibt der Iran dann die Hormuz-coins gegen Waren nach China oder Russland. Von dort gehen sie durch paar Mixer, dann nach Indien und von dort in alle Welt weil Indien ein bedeutender neuer Markt sein wird, dem jeder gegen feine Bitcoin Waren feilbieten möchte - sehe da keine echten Probleme.

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Auf geopolitischer Ebene wird beides gleichzeitig benutzt werden und situationsabhängig mal Gold und mal BTC Verwendung finden.

na, wenn das so gut funktionieren würde, würde Nordkorea völlig umsonst hacken …

Absoluter Irrsinn, man vertraut den USA weil es irgendwann mal viel Gold hatte, mit BTC könnte man sicher sehen ob sie die Coins auch wirklich haben.

andererseits vertraut man Strategy auch ohne den genauen BTC Bestand zu kennen

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#Donttrustverify!

Die Schweizer Zentralbank hält selber keine Bitcoin, halten Positionen bei IBIT und Strategy & Co.

Man vertraut denen nicht, weil sie irgendwann mal viel Gold hatten, sondern weil sie bei zwei Weltkriegen auf der Siegerseite standen und zur größten Militärmacht der Welt wurden, die alle wesentlichen Handelswege und Industriestaaten kontrollieren.

Und ob das „Vertrauen“ ist, das wäre es mal wert in einem gesonderten Thread zu erörtern.

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Und was ist wenn Schurkenstaaten einen großen Bitcoin-Hack durchziehen und es dann durch einen - dort nicht verbotenen - Mixer jagen und dann die BTC wieder auf viele saubere Adressen verteilen, von wo aus sie sie bei irgendeiner asiatischen Börse verkaufen ?

Kein Mensch kann das dann noch nachvollziehen und die Bitcoin sind wieder sauber.

Ihr dürft die Dinge nicht immer von unserer zu Tode kontrollierten Seite aus betrachten.

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„Die Reihenfolge: zuerst KYC, jetzt Steuer, in ein paar Jahren Verbot von privaten Wallets, wenn nötig dann Enteignung. Dank KYC ist ja dann von den meisten der BTC registriert. Da hat die Community wirklich saubere Arbeit geleistet.“ so hab ich mal das hier im forum reingeschrieben. Will nur keiner glauben. Enteignung oder sehr große Teilenteignung wird noch dauern, deswegen habe ich gestern nochmal nachgekauft. Die Community hats versaut.

Wie hätte es „die Community“, zu der Du auch gehörst, denn nicht versaut?

KYC hat sich keiner gewünscht, es wurde uns einfach übergestülpt. Klar kannst Du Bitcoin peer-to-peer irgendwo auf der Autobahnraststätte bei Geheimtreffen kaufen. Spätestens beim Herkunftsnachweis hast Du dann ein Problem. Aber wer will das schon? Nützlichkeit und einfacher Zugang sind Kernfaktoren von Dingen, die sich in der Masse durchsetzen.
Und der Staat kann diese Kernfaktoren eben drastisch bekämpfen bzw. beschneiden, da kann „die Community“ mal gar nichts dagegen unternehmen.

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Der ist voll reich, also ist er bestimmt extrem schlau und hat bestimmt recht, weil nur wenn man extrem schlau und im Markt bestehen kann wird man reich. Hab ich hier im Forum gehört.

Aber mal Spass beiseite, hab ich hier im Forum schon mehrfach gesagt das die absolut marode Privatsphäre von Bitcoin der Fungibilität und Zensurresistenz extrem schadet.

Aber das lässt sich halt nicht mehr fixen, weil Coinbase, Blackrock und alle regulierten wo sich die Bitcoin in Custody türmen werden mit all den Coins jeden Privacy Softfork bekämpfen und ins Nirvana dumpen. Und klar, du kannst ja mit deinem Node auf dem „wahren Community Bitcoin“ bleiben und behaupten das ist der einzig wahre Bitcoin. Kannst mal bei der Bitcoin Cash Clownshow vorbeischauen, die haben schon ein paar Jahre Erfahrung damit.

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Kannst ja zu Monero wechseln, wenn Dir Privacy so wichtig ist.

Bitcoin ist wie es ist, wenn es eines Tages an so was scheitert, waren die Erwartungen daran überzogen, so einfach ist das.

Das ist sicherlich ein Punkt den man nennen kann, aber ich glaube was am höchsten Gewicht hat ist in Wirklichkeit die monetäre Suveränität.

Kein steuerbares Geld, keine Chance eine Währungen abzuwerten oder an die Wirtschaftleistung anzupassen. Das kommt noch stärker zum tragen, wenn man inhomogene Währungsräume hat, das würde für schwache Staaten ziemlich kastrophal enden.

Bitcoin ist nicht zum Ausweichen ggü. Terror gedacht wie dieser evtl. aufkommen mag, dann ist Monero vll. überlegen.

Jedoch ist Bitcoin perfekt als Reservewährung geeignet dadurch, natürlich werden das die akutellen Zentralbanken ungern akzeptieren. Das macht dieses schöne Schuldgeldsystem etwas schwieriger denke ich mir.

Beides hat seine eigene Daseinsberechtigung, ich sehe keinerlei Problem.

Die Terroristen der einen Seite sind die Freiheitskämpfer der anderen. Natürlich wäre er das idealerweise.

Ich denke schon, aber in einer abgespeckten Rolle, als neutraler Klebstoff zwischen den individuellen Fiat Systemen. Dafür ist es tatsächlich gut geeignet und das sehe ich auch als Bitcoins Hauptrolle in der näheren Zukunft.

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Dafür ist doch LN da, aber Bitcoin selbst sollte wegen Double Spend usw. transparent bleiben.

echt?
oder wollen z.B. Islamisten bestehende Systeme nur durch Sharia-Systeme ersetzen, die ganz klar keine Zwangssysteme sind?

Zu „Staaten und Zentralbanken werden Bitcoin niemals im großen Stil als Reservewährung kaufen oder halten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die absolute Transparenz der Blockchain“:

Könnte es nicht sein, dass manche Staaten genau dies als einen Vorteil erkennen und ihn nutzen werden? Im Unterschied zu Fort Knox, von dessen Beständen niemand weiß, ob sie im kommunizierten Ausmaß vorliegen oder nicht, ist im Fall von Bitcoin transparent „Ja, dieser Staat hat x an Bitcoin als Reserve hinterlegt.“

Dies könnte (eines Tages) Pluspunkte beim Bonitätsranking von Ratingagenturen bringen. Und im besten Fall sogar Druck auf andere Staaten ausüben, ihre Goldreserven transparenter zu machen. Käme es so weit, würde sich Ray Dalios Argumentation 180 Grad (= 360 Baerbock’sche Grad) gegen ihn wenden.

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