Das kannst Du halt für Dich entscheiden, und nicht für andere. Es setzt implizit vorraus, dass andere davon ausgehen, dass es Gott / Götter gibt, was nicht der Fall ist.
Eine sehr simplifizierte Aussage, die eigentlich nicht mehr in dieses Jahrhundert passt.
Das Leben ist komplex. Mal ist der stärkste Fokus auf Liebe, mal auf Arbeit, mal auf Erziehung von Kindern oder Pflege der alten Eltern. Dass Geld ein Austausch von Dingen im Leben ermöglicht ist wohl allen hier klar. Manche benötigt man, manche denkt man nur zu benötigen, und manche sind einfach schön…
Was es aber bei den meisten Menschen nicht gibt, ist eine „Rangliste“ mit einem Platz 1. Es hängt sehr von der eigenen Lebenssituation ab. Bist Du z.B. nicht gesund, ist gesunden die Nummer 1. Danach etwas Anderes…
Von wem denn? Von Satoshi Nakamoto? Woher kommt die Schwierigkeit des heutigen Menschen mit dem Wort „Gott“? Woher die Hybris, die eigene Abhängigkeit von der Schöpfung zu ignorieren?
Natürlich kann man das alles ignorieren - die Natur, das Universum, das Schicksal - aber es ist töricht, den Menschen, die erkannt haben, wie klein sie sind, einen „Spleen“ zu unterstellen.
Wach auf, schaue in den Himmel. Was siehst du? Von Menschen Geschaffenes? Wenn nicht vom Menschen, von wem dann?
Also ganz zuerst würde ich mal ausschließen, dass eine Art von höherer schöpferischer Intelligenz des Universums irgendwas vom Wesen her gemeinsam hat mit einem spezifischen Lebewesen auf einem einzelnen Planeten, dass sich als Homo Sapiens über die Evolution wie alle anderen Lebewesen dynamisch entwickelt hat.
Die meisten Gottesbilder der Menschen sind schon extrem töricht, auffällig vermenschlicht und personifiziert. Für aufgeklärte Menschen ist es halt schon sehr deutlich dass es sich um ein psychologisches und soziologisches Phänomen handelt. Die Wahrscheinlichkeit das Gott wie wir Menschen ist und mit uns Menschen ganz selektiv sein Eigenbild schaffen wollte, obwohl alle anderen Tiere uns auch extrem ähneln, ist sehr unwahrscheinlich und lässt sich auch nicht belegen.
Und das ist schon irgendwie seltsam. Das viele Gläubige sich so bescheiden geben, aber dann mit einem Gottesbild kommen wo der Mensch quasi in den Mittelpunkt der gesamten Schöpfung rückt und in einigen Religionen ist Gott quasi auch ein Mensch, nur in allmächtig und allwissend. Das ist schon ein heftiger Ego.
Natürlich kann jeder glauben was er möchte. Am Ende kann man davon kaum was belegen.
Also ich schieße gerne in alle Richtungen. Manchmal stelle ich das Weltbild der Gläubigen in Frage und manchmal auch die Überzeugungen von Atheisten.
Das mit Beweisen und Logik ist auch so eine Sache. Als junger Atheist glaubt man noch dass prinzipiell alles beweisbar wäre und dass man so das Denken darauf ausrichten kann. Obwohl man damit praktisch sehr weit kommt, zeigen uns die Tiefen der Mathematik und Logik dass es seltsame Fallbeispiele gibt wo eine Aussage in einem formellen System gilt aber prinzipiell nicht beweisbar ist.
Logik und Kausalität sind in den tiefsten fundamentalen Bestandteilen der Welt und des Denkens sehr brüchig. Natürlich kann man da ansetzen und dann für Gott argumentieren. Aber die Wahrheit ist dass man heute nicht wirklich weiß wass das zu bedeuten hat.
Ich glaube wir entdecken damit langsam dass die Logik und das Denken selbst konstruierte Systeme sind die atomare Bestandteile haben und diese Bestandteile folgen nicht zwangsläufig den Gesetzen, die sie erst durch Wechselwirkung selbst hervorbringen.
Für mich heißt dass, alles ist viel komplexer und myeriöser als Gläubige und Ungläubige denken. Und an den Grenzen des Denkens selbst irgendwas zu verstehen oder zu beweisen ist natürlich zwar irgendwie faszinierend aber irgendwo zeigt es unsere heutigen kognitiven Grenzen auf. Trotzdem sind wir erstaunlich weit gekommen um erstaunlich gute Fragen zu stellen.
Wenn übrigens Gott Logik und Kausalität geschaffen hat. Mit welchen Gesetzmäßigkeiten kann man Gott beweisen?
Menschen nehmen intuitiv an dass alles was Gott schafft und Gott selbst den fundamentalen Axiomen der Welt unterliegt. Also muss Gott selbst sich der Kausalität und Logik unterordnen? Was ist geschaffen und was ist eine zwindende und unvermeidliche Existenz? Kann Gott nur innerhalb gewisser kausaler Gesetzmäßigkeiten agieren? Und wenn ja, was ist der Ursprung dieser Gesetze denen sich selbst Gott unterordnen muss?
Wir haben „Religiosität“ und „Gottglauben“ schon an so vielen Stellen hier diskutiert, nur soviel:
Dann musst du jemandem, der nicht weiß, ob es hartes Geld gibt, nachsehen, dass er Bitcoin leugnet. Aus Nicht-Wissen eine Nicht-Existenz zu konstruieren, ist (vorsichtig formuliert) unklug.
Reden wir hier über die Existenz Gottes oder die verschiedenen Deutungs- und Erklärungsansätze des Menschen dafür (= Kirchen, Religionen, etc.)?