Psychische Krankheiten und Geld

Hallo liebe Bitcoiner

Ich möchte mit euch darüber Diskutieren wie Geld und Psychischen Krankheiten Zusammenhängen könnte.

Ich selber hab in meiner persönlichen Umfeld ein riesiges Netzwerk von Freunden und Bekannten. Darunter kenne ich einige Menschen die Psychisch krank sind. Entweder dauerhaft oder über einen gewissen Zeitraum. Ich selber war früher auch mal eine Zeitlang Psychisch krank und kann mich deshalb gut reinversetzen was das für einen Menschen bedeutet und hab mich mit vielen heilungsmethoden auseinandersetzt.

In der Regel bestehen die psychische Erkrankungen aus Angstzustände und Depressionen.

Ich interessiere mich sehr dafür die Probleme der Menschen zu verstehen und neige oft dazu den über Gespräche helfen zu wollen. Ich könnte mittlerweile als Therapeut arbeiten ohne das ich ein Studium dazu habgeschlossen habe. Aus irgendeinem Grund schaffe ich daß das Menschen mir sehr viel anvertrauen.

Bei den Gesprächen stelle ich Fragen und höre den Menschen genau zu. Und im Endeffekt stell ich fest das Oftmals unerfüllte Sehnsüchte, fehlende Sicherheiten und Wünsche eine große Rolle spielen.

Und dabei ist mir eines sehr stark aufgefallen. Je tiefer ich in das Gespräch gehe desto mehr stell ich fest das man entweder das Problem mit Geld lösen kann oder das es oft um Geld geht.

Das ist denen oftmals garnicht bewußt. Alle aus meiner Umgebung die psychisch krank sind haben ein falsches Verhältnis zu Geld. Oder haben sehr wenig davon. Grundsicherung etz…

Klar kann man den Verlust eines geliebten Menschen nicht mit Geld kaufen. Aber ich denke das mangelndes Geld eine große Auswirkung haben kann das du schneller dazu neigst Psychisch krank zu werden.

Was denkst du darüber?

Lg Roadrunner

Ich denke gesunde Ernährung und gesunder Schlaf trägt einen großen Teil dazu bei. Beides geht ohne Geldsorgen besser!

…und wenn Du Deinem Chef sagen kannst: „Du ich bräuchte mal einen Monat unbezahlten Urlaub, sonst bekomme ich noch Depressionen“ :grimacing:

Genau so ist es. Stress mach tatsächlich „dumm“ (also dümmer als ohne Stress), weil Cortisol die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus vermindert oder gar blockiert.

Das stört Erinnerungsbildung und macht Menschen leichter kontrollierbar… und im späteren Verlauf zusammen mit weiteren Effekten anfällig für Alzheimer / Demenz

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Sehr spannendes Thema!

Ich habe tatsächlich ähnliche Erfahrungen gemacht. Allerdings finde ich es wichtig erst mal zu definieren wo du die Grenze zu „psychisch krank“ ziehst. Das ist ja fast eher ein fließender Übergang. Angstzustände hat ja z.B. so gut wie jeder mal, und ab wann eine „Depression“ beginnt ist auch nicht klar definiert; und vielleicht auch gar nicht möglich.

Ich glaube, dass Geld in dem Zusammenhang oft für etwa anderes steht. Letztendlich ist es doch das, was Geld für die jeweilige Person bedeutet oder repräsentiert. Für manche bedeutet Geld Sicherheit (und kann damit womöglich als Schutz vor Angst/Angstzuständen dienen), für andere Bedeutet es Freiheit, Macht oder sozialen Anschluss (insbesondere wenn Freunde/Bekannte mehr Geld haben und oft Ding tun/haben, die man selbst wegen Geldmangen nicht haben kann). Oder eben oft eine Mischung aus all diesen Dingen.

Ein Mangel an Geld bedeutet dann eben für viele auch einen Mangel an Sicherheit, Freiheit, Macht und sozialem Anschluss. Und das sind alle Dinge, nach denen Menschen ganz natürlich streben. Und wenn Geld eine Art „Fortschrittsbalken“ für diese Dinge ist, dann fühlt es sich natürlich schlecht an nicht voranzukommen. Insbesondere dann, wenn die Umgebung einen davon zieht.

Hast du dir schon mal überlegt, ob vielleicht die Tatsache, dass diese Leute in deinem Freundes- und Bekannten-kreis sind auch eine Rolle spielt? Wenn du nach deren Maßstab besser und schneller erfolgreich bist/wirst als sie, dann wird dadurch ja ein Gefälle sichtbar. Das kann auch belasten.

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In meinen jungen Jahren hatte ich eine radikale Selbständigkeitszeit. Es war nicht die Frage was genau, sondern einfach Selbstständig sein. Ohne Plan und Idee wo hin es geht. Natürlich haben sich relativ schnell Exitenzängste breit gemacht. Wie zahle ich die Miete usw. Hatte zur Folge das man schweissgebadet aufwachte. Diese ganzen Finanz Probleme hatte ich immer wieder, eine gewisse Härte dazu entwickelt man. Denke aber dass nur wenig fehlt und man kommt in ernsthafte Schwierigkeiten, sollten die Finanzen schief liegen. Das alles ist heutzutage kein Thema mehr. Dennoch denkt man OK in zwei drei oder 5 Jahren muss man hier raus. Wie funktioniert das mit der Rente? Reicht es oder verarmt man? Trotz Bitcoin Stack. :face_in_clouds:

Wahrscheinlich ergibt es sich und man dämmert ins Nirvana weg. :joy_cat:

Ich finde mit Geld verhält es sich wie mit anderen wichtigen Dingen auch. Das Geld alles sei oder gar keine Rolle spielt ist so als würde man sagen das Ernährung alles ist oder gar keine Rolle spielt. Und Geldmangel ist sicher oft ein Auslöser oder ein Verstärker von Problemen. Und Geld im Überfluss kann einige Probleme abmildern. Es ist am Ende eine komplexe und individuelle Formel zum Glück und Geld spielt natürlich eine Rolle. Geld ist der Treibstoff für vieles was man tun kann oder will.

Man kommt beispielsweise ohne Geld kaum von der Stelle weg. Ich habe irgendwann mal realisiert wie teuer es eigentlich ist sich von seinem Zuhause zu entfernen. Klar, man kann schon bezahlbaren Urlaub machen und dabei auf die andere Seite der Welt fliegen. Aber das Geld bestimmt wie oft und in welchem Ausmaß man sich fortbewegen kann. Es zeigt wie wichtig es als Treibstoff ist, selbst bei einer so fundamentalen Sache wie der Bewegungsfreiheit auf dem Land. Ähnliches gilt für viele andere Aspekte des Lebens. Man braucht Geld um sich zu entfalten.

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In einem Erfahrungsbereich ist es eher umgekehrt: Die psychische Erkrankung (Kriegstraumata / Vertreibung) meines Vaters und die daraus resultierende Alkoholsucht dominierte meine ebenso desolate Kindheit in einer asozialen Familie - und der allgegenwärtige Geldmangel resultierte daraus. Mein Vater war mittlerer Beamter mit einer durchaus ausreichenden Vergütung plus Ausblick auf eine auskömmliche Pension. Alles andere, was dann zu krassem Geldmangel bis hin zur drohenden Obdachlosigkeit und Suizidversuchen führte, war eine Folge der psychischen Erkrankung.

Ich denke, so wird ein Schuh draus. Ich kenne sehr viele einfache Leute mit spärlichen Budgets. Die aber in sich ruhen und nicht zu Depressionen oder Angstzuständen neigen. Und ich kenne erschreckend viele finanziell sehr gut gestellte Menschen, die schon seit Jahren Psychopharmaka konsumieren und mit Panikattacken o.ä. kämpfen. Je mehr du hast, desto größer die Angst, es zu verlieren.

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Sehr interessanter Gedanke. Es gibt tatsächlich in der Psychologie ein Phänomen dazu. Weis aber nicht mehr wie das heißt.

Ein gelernter Maler fühlt sich in einer Umgebung von Sozialsempfänger als King aber im Vergleich zu Berufen die deutlich höher bewertet sind eher als loser.

Danke für deinen wertvollen Beitrag und deiner Offenheit :heart:

Denke du kannst psychisch erkrankt sein und bist arm oder du kannst psychisch erkrankt sein und bist reich.

Der arme psychisch erkrankte hat natürlich mehr Probleme als der Reiche.

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Sagen wir mal so: Ein wohlhabender Mensch hat größere Chancen etwas aus dem Weg zu räumen, was sich mit Geld klären lässt.

Ich kann z.B. die orthomolekulare Medizin dringend anraten, wenn man unerklärliche Symptome entwickelt, die man von sich nicht kannte, z.B. durchaus auch Depressionen.

Es stellt sich dann nicht selten heraus, dass Belastungen (Glyphosat, Blei, Quecksilber…) oder Mangelzustände vorliegen, die sich vergleichsweise einfach beheben lassen.

Aber es kostet meist ein 1, 2, 3 Tausender bis man da durch ist. Eine GKV zahlt davon wenig bis nichts.

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Wobei man glaube ich schon sagen kann, dass Armut tendenziell mehr Krankheit hervorbringen sollte, als Reichtum. Auch weil Intelligenz und Bildung usw. damit zusammenhängt. Also wer intelligenter ist, der ist tendenziell eher wohlhabender und der achtet tendenziell auch mehr auf seine Gesundheit usw.

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Stress ist die Hauptursache psychischer Störungen.

Dabei muss der Begriff Stress viel differenzierter formuliert werden. Jede Form von Trauma, egal ob Schock-/ Bindungs-/ oder Entwicklungstrauma hinterlässt im Autonomen Nervensystem nicht abgebauten Stress, der sich dann unbewusst manifestiert.

Das Stammhirn signalisiert: hau ab, hau drauf und wenn das nicht geht, stell dich tot. Alles nicht bewusst. Wir merken es daran, dass wir unruhig sind, nicht gut schlafen können, im Kopf ein ständiges Gedandankenkarussel aktiv ist usw…

Wenn es schlecht läuft und der Stress (auf Körperebene!) nicht abgebaut/ entladen kann, landen wir in depressiven Zuständen (Freeze). Antriebslos…usw

Wenn nun der gewöhnliche Alltag noch mehr Stress im Gepäck hat, dazu können ja unbedingt auch finanzielle und existenzielle Sorgen gehören, dann stapelt sich der Stress symbolisch (kommt noch auf Kindheitsthemen oben drauf) und Zack reagiert das autonome Nervensystem (Stammhirn).

Aus diesem Grund wird u a auch Bewegung/ Sport empfohlen; weil der Stresscocktail dadurch abgebaut werden kann (wie Kampf oder Flucht).

Die Frage ist also nicht, ob Armut zu psychischen Problemen führt, sondern wieviel Stress Mensch hat und wie Resilient er ist.

Alles natürlich ein wenig vereinfacht dargestellt, ich hab nur versucht das Grundsätzliche zu formulieren

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Das war mir neu. Nicht abgebauter Stress legt sich im Nervensystem nieder. Was neues dazugelernt. Ich glaube ich sollte doch Psychologie studieren. Man lernt nie aus :sweat_smile: