Moin,
ich habe immer noch nicht verstanden, wie ich den Preis meiner eigenen Bitcoin/UTXO berechnen soll, wenn ich später verkaufen oder verschenken bzw. vererben möchte.
Wie soll FIFO überhaupt klappen, wenn ich die einzelnen UTXOs regelmäßig auf meiner Coldwallet konsolidiert habe?
In folgenden Beispielen gehe ich daher von Coincontrol aus, solange die UTXOs noch einzeln vorliegen sollten und nicht konsolidiert wurden.
Hinweis: Alles genannten Zahlen und Werte entspringen meiner Phantasie.
Beispiel 1 „Einmaliger einfacher Kauf“ erscheint mir am nachvollziehbarsten:
- Ich kaufe an der Börse heute 1 BTC (BTC-Preis bei 75.000 €)
- Meine Gesamtausgabe war 75.000 € für 1 BTC
- Ich lasse mir anschließend diesen 1 BTC auf meine Coldwallet auszahlen
- Ich habe jetzt auf meiner Wallet einen UTXO mit der Adresse bc1q1111 mit 1 BTC liegen, den ich auch nie mit anderen UTXO auf meiner Coldwallet vermische/konsolidiere
- Ich will die Adresse bc1q1111 mit 1 BTC verschenken
Fragen zu Beispiel 1:
Hier tauchen von meiner Seite eigentlich keine Fragen auf. Ich sollte den UTXO bc1q1111 (nach Ablauf der einjährigen Haltefrist) einfach verschenken/vererben können, da Einkaufsdatum und -preis hier eindeutig nachvollziehbar sind.
Beispiel 2 „Mehrmaliger Stückel-Kauf“ läuft i.d.R. viel häufiger ab und bereitet mir schon etwas Kopfzerbrechen:
- Ich kaufe an der Börse heute 0,5 BTC (BTC-Preis bei 100.000 €) und morgen 0,5 BTC (BTC-Preis bei 50.000 €)
- Meine Gesamtausgabe war 75.000 € für 1 BTC
- Ich lasse mir anschließend die beiden 0,5 BTC in Form von 1 BTC auf meine Coldwallet auszahlen
- Ich habe jetzt auf meiner Wallet einen UTXO mit der Adresse bc1q2222 mit 1 BTC liegen, den ich auch nie mit anderen UTXO auf meiner Coldwallet vermische/konsolidiere
- Ich will die Adresse bc1q2222 mit 1 BTC verschenken
Fragen zu Beispiel 2:
Ich glaube, ich habe hier bereits einen Denkfehler, da auf der Börse ja keine 2 UTXOs liegen. Es gibt also keine zwei 0,5 BTC in meiner Börsen-Wallet sondern nur 1 BTC. An dem eigentlichen Problem ändert das ja nichts und ich werde ja trotzdem den Durchschnittspreis berechnen müssen, oder? Wenn mir Einkaufsdatum und -preis aber bekannt sind, sollte ich daraus ja den Durchschnittspreis berechnen können und den gleichen Fall wie in Beispiel 1 haben?
Beispiel 3 „Mehrmaliger Stückel-Kauf inklusive Konsolidierung“ ist bei mir eher Alltag und nicht mehr nachvollziehbar:
- Ich kaufe an der Börse über einen Monat (30 Tage) hinweg mittels DCA täglich 0,0333 BTC (BTC-Preis schwankt täglich)
- Ich halte die täglichen DCA-Käufe in EXCEL fest und bewahre auch die Kontozüge der Börse auf
- Meine Gesamtausgabe war für den Monat 75.000 € für 0,999 BTC (vereinfach 1 BTC)
- Ich lasse mir anschließend am Ende des Monats 1 BTC auf meine Coldwallet auszahlen
- Ich habe jetzt auf meiner Wallet einen UTXO mit der Adresse bc1q3333 mit 1 BTC liegen
- Ich konsolidiere die Adresse bc1q3333 mit bc1q2222 und bc1q1111 (z.B. weil ich alle Käufe aus 2025 zusammenfassen wollte)
- Ich habe nun eine Adresse bc1q4444 mit 3 BTC
- Ich will von der Adresse bc1q4444 mit 3 BTC eine Adresse bc1q5555 mit 1 BTC verschenken
Fragen zu Beispiel 3:
Auf den ersten Blick erscheint alles nachvollziehbar, weil ich ja vorher alles dokumentiert hatte und in Beispiel 1 und 2 jeweils Einkaufsdatum und -preis bekannt waren. Aber mittlerweile wurde so viel konsolidiert, trotz das alles nur von einer Börse stammt, dass man doch gar nicht mehr den Durchschnittspreis kennen kann. Und was ist, wenn ich letztendlich von den 3 BTC nur 1 BTC verschenken möchte?
Was übersehe ich?
Ich habe mich noch nicht mit dem Steuertool Cointracking beschäftigt. Wenn jemand meint, dass das mein Problem der Nachvollziehbarkeit löst, werde ich das demnächst mal ausprobieren.
Viele Grüße