Bei den gängigen Methoden hast du einen ausgedruckten Zettel und schlägst deine Würfe dort direkt nach, um auf die Wörter zu kommen. Du musst gar nicht mitzählen, du würfelst einfach so lange, bis du deine Wörter voll hast. Aber sagen wir, du würdest es trotzdem irgendwie schaffen, mit nur 79 Würfen auf die volle Wortanzahl zu kommen. Dann wäre der resultierende Entropieverlust trotzdem vernachlässigbar.
Sagen wir, bei 90% der Wörter vertust du dich beim Nachschlagen und nimmst stattdessen das Wort eine Zeile über oder unter dem, das du eigentlich erwürfelt hast. Der resultierende Entropieverlust ist quasi null.
Bin gespannt, ob dir noch was einfällt, das wirklich einen Unterschied macht. Es ist wie gesagt ziemlich schwer, sich eine Würfelsituation mit relevantem Entropieverlust auszudenken.
Nein, du schlägst die Würfe direkt auf dem Zettel nach und notierst nur die Wörter, wie du es bei jeder anderen Methode auch machen würdest.
Das ist nicht zu einfach gedacht. Wenn du das Ganze total simpel angehst und einfach von einem 24-Wort HW-Seed 12 Wörter abschneidest und neu auswürfelst – oder vielleicht sogar (was wirklich dumm ist und eigentlich unbedingt vermieden werden sollte) deine 12 Lieblingswörter stattdessen aussuchst – kann das Ergebnis in keinem Fall unsicherer sein als ein 12-Wort HW-Seed. Einfach weil die 12 HW-Wörter ja immer noch da sind, und alles, was dazukommt, „Bonusentropie“ ist.
Als „Bug“ ist das unrealistisch, weil es eine in der Verwendung unmittelbar erkennbare Auswirkung hat. Du sagst da im Wesentlichen, die Seed-Eingabefunktion (ist ja egal, wo der Seed ursprünglich herkommt) funktioniert einfach überhaupt nicht und ignoriert den Seed. Sowas kann nicht nicht auffallen, egal ob open source oder nicht. Als Supply-Chain-Angriff wäre es aber denkbar.
Vielleicht sollte man allgemein besser davon sprechen, Seeds „ohne Software“ zu generieren als „durch würfeln“, damit Leute besser verstehen (nicht du, ich nehme nur dein Würfel-Beispiel zum Anlass), worum es wirklich geht: Nämlich nicht, dass die Würfelentropie so geil ist, sondern dass man garantieren will (und kann), dass im ganzen Ablauf kein unsichtbarer Faktor existiert, der die Entropie katastrophal aushebeln könnte.