Mittelherkunftsnachweis nicht möglich, was tun?

Hallo Community,

vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.
Ich habe schon ziemlich lang recherchiert, aber keine richtige Lösung dazu gefunden.
Wahrscheinlich geht es auch anderen so wie mir, deshalb wäre es toll, wenn dazu eine Lösung da wäre.

Nun zur Problematik

Ich besitze eine gewisse Anzahl an Coins.
Vor drei Jahren war ich wie andere auch neu in der Kryptowelt, von Faucets bis hin zu Coinbase - über Binance zu Kryptowährungen gekommen. Coins getauscht, auf andere Wallets verschoben usw.
Unterm Strich ist alles in einen Coin geflossen und nun über den Ledger gesichert.

Nun habe drei Jahre später festgestellt, das man einige Dinge beachten sollte.
Ich kann aber nicht Ansatzweise mehr nachweisen, wann, wie und wo ich die Coins gekauft habe. Eben durch oben beschriebene Prozesse.

Meine Idee ist es nun, die Coins an ihrer endgültigen Adresse zu belassen und das mindestens für 1 Jahr oder länger. Dann die Coins in Fiat tauschen und dann neu einkaufen.
Somit könnte ich ab heute alles nachweisen.

Meine Hauptfrage: Wie ist zu verfahren, wenn ich die Coins in Fiat tauschen möchte und das Finanzamt oder eine Börse dann wissen möchte wann, wo und wie ich die Coins erworben habe? Siehe Bitpanda: https://support.bitpanda.com/hc/de/articles/360010477679-Was-ist-ein-Mittelherkunftsnachweis-welche-Anforderungen-und-Limits-gibt-es-

Das einzige, was ich wirklich nachweisen kann, ist das ich die Coins besitze, sich diese seit Datum X auf einer Adresse befinden und ich die Keys dazu habe.

Habt Ihr Ideen oder Lösungen dazu, das wäre echt toll?

Liebe Grüße an alle.

Hast Du nicht geschrieben, dass die da schon 3 Jahre liegen? Wieso jetzt noch ein Jahr halten?

Du willst die Coins zurückkaufen? Warum? Ob Du nun „Probleme“ beim „Zwischenverkauf“ bekommst oder danach, spielt doch keine Rolle.

Ehrlichkeit. :slight_smile:

Sollte das Finanzamt nachfragen, solltest Du genau das sagen, was Du hier geschrieben hast.

Dass Du die Coins seit > 1 Jahr besitzt, kannst Du ja anhand der Blockchain-Transaktion beweisen und alles andere ist dem Finanzamt erst einmal egal, da es denen nur um die Besteuerung geht.
Selbst wenn Du die Coins mal auf eine andere Adresse verschoben hast, kannst Du’s nachweisen und damit ist ja die Haltefrist nicht unterbrochen.

Tipp 1:
AML5D sieht eine Anzeigepflicht ab 10.000 Euro vor. Wenn Du also Coins in Fiat tauschst und dieses auf Dein Konto überweist, ist es empfehlenswert bei allen Transaktionen unter 10.000 Euro zu bleiben, denn dann wird (vermutlich) keine Exchange etwas melden.

Solltest Du Coins im Wert von mehr als 10.000 Euro besitzen, kannst Du ja den Verkauf stückeln. * hust *

Aber sie jetzt zu verkaufen, um sie direkt wieder zu kaufen, nur um einen Nachweis zu haben, halte ich für nicht sinnvoll. Dadurch verlierst Du Geld (Gebühren) und vor allem Zeit (Haltefrist beginnt neu), was Dir nicht wirklich hilft…

Tipp 2:
Du musst doch bei irgendwelchen Exchanges/Brokern registriert sein oder hast Du Deine Coins „privat“ gekauft? Diese Firmen haben Logs und damit kannst Du den Kauf auch beweisen.
Auch Deine Kontoauszüge kannst Du als Beweis nutzen, da Du damit nachweisen kannst, dass Du der Exchange xxx Euro überwiesen hast.

Sorry, ich kann mir jetzt irgendwie nicht vorstellen, dass Du absolut keine Unterlagen besitzt. :thinking:

Ich bin (auch) bei Bitpanda und hab’ das Dokument noch nie gesehen und auch noch nie ausfüllen müssen. :man_shrugging:

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Es kommt auch ein bisschen darauf an welche Coins du hast. Wenn es BTC oder ETH ist kannst du sie leicht OTC verkaufen (z.B. bisq). Wenn es ERC20 sind, kannst du sie per DeFi in ETH umwandeln und dann OTC. Wenn es irgend ein exotischer Coin ist kannst du immer noch versuchen auf div. Plattformen ins richtige Format zu tauschen, z.B. mit flyp.me. Oder du versucht die Coins auf Exchanges in homöopathischen Dosen loszuwerden, damit du nicht über eine Grenze gehst wo es jemanden interessiert und wenn sie es locken der Schaden nicht so groß ist.

Wie gesagt, kommt drauf an welcher Coin und über wieviel Kohle man hier spricht.

Ihr seid echt Klasse,

danke für die Ratschläge.
Ich kann schon einige Käufe nachweisen nur eben nicht mehr alles.
Und halt im Laufe der 3 Jahre oft getauscht.
Es sind ADA von Cardano, da gibt es dann auch noch die Geschichte mit den Zinsen.
Auf der aktuellen Wallet liegen Sie halt erst 1. Monat.
Aber es sind in der Tat nicht die Summen. Vielleicht mach ich mir aktuell auch zu viel Gedanken.
Auf jeden Fall ist es weit unter 5 Stellig.

Auch dir vielen Dank für die Tipps.

Das Thema ist ja schon etwas älter, hier noch eine Ergänzung zu meinen Erfahrungen mit Bitpanda.

Ich war lange Zeit zufrieden mit dem Anbieter. Die Probleme begannen, als Bitpanda mich aufforderte, den berüchtigten Mittelherkunftsnachweis zu erbringen. Das hat für mich nicht gepasst. Ich hatte Gelder eingesetzt, die ich schon lange angespart hatte, und die aus verschiedensten Quellen stammten. Legal erworben hatte ich aber alles! Ich hätte vielleicht mit viel Mühe einige Nachweise erbringen können, es war mir aber einfach zu umständlich. Also habe ich den Weg gewählt, der als Alternative angeboten wurde: Keinen Nachweis erbringen und Konto schließen. Ab hier wurde die Kommunikation extrem zäh. Ich bekam auf mehrere Nachfragen keine Antworten oder nichtssagende Standardtexte. Keine Antwort ging auf meine Anfragen ein. Man erklärte mir das weitere Prozedere nicht, man lies mich einfach warten. Meine Mittel waren blockiert, für mich war das eine beträchtliche Summe. Einen Teil davon hatte ich gerade in Fiat eingezahlt (das hat die Prüfung ausgelöst), einiges hatte noch ich in diversen Coins bei Bitpanda liegen.

Ich hatte die Hilfe-Seite von Bitpanda und die Mails so verstanden, dass ich beim Schließen des Kontos meine Coins abziehen könnte. Das ging aber nicht. Offenbar habe ich da etwas falsch verstanden, aber wie gesagt, wurde ja nicht viel kommuniziert.

Das Ende vom Spiel war, dass ich meine Coins auf Bitpanda verkaufen musste und dann alles in Euro abziehen konnte. Das hat mir leider gleich doppelt geschadet:

  1. musste ich zu einem schlechten Kurs verkaufen, in diesem Moment hätte ich sonst sicher nichts verkauft
  2. musste ich die Coins vor dem Ablauf der Haltefrist von einem Jahr verkaufen, der Gewinn ist in Deutschland also steuerpflichtig.

Wäre alles normal weiter gelaufen, hätte ich die Coins mindestens ein Jahr liegen gelassen und dann einen passenden Moment zum Verkauf ausgewählt.

Mein Resümee zu Bitpanda:
Rein technisch habe ich nichts zu kritisieren, aber die Kommunikation ist katastrophal.

Meine Empfehlung:
Besser nicht zu Bitpanda, aber wenn doch, dann nichts dort liegen lassen, gekaufte Coins immer gleich abziehen.

Auf diese Weise hätte ich mir die Verluste erspart.

Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Ich kritisiere Bitpanda nicht dafür, dass sie sich an Gesetze halten. Ich kritisiere die unsägliche Kundenkommunikation.

Grüße aus dem deutschen Süden
Konrad

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