Mining: ist ein Terahash gleich ein Terahash?

Ich nutze seit ungefähr einem halben Jahr 2 Bitaxe Miner. Da ich gerne auch mal was finde, mine ich Digibyte, nicht Bitcoin. ( ja, ich weiß ist ein Shitcoin, aber eben einer, den man minen und in BTC umtauschen kann und es geht ums Lernen).

Die eine Bitaxe hat 2 Th/s, die andere 1 Th/s. Also hätte ich erwartet, dass das Gerät mit der halben Leistung auch ungefähr die Hälfte der Blöcke findet. Nun, nach 6 Monaten kann es immer noch Zufall sein, aber das Gerät mit 2 Th hat insgesamt 4 Blöcke gefunden und das Gerät mit 1 Th hat keinen einzigen gefunden. Die beiden NerdNos sollten alle 8 Monate einen Block finden, aber beide haben nichts gefunden.

Ja, kann immer noch Zufall sein, aber es beschleicht mich das Gefühl, dass man eher ein Gerät mit 4 Th/s als 4 mit 1 Th/s kaufen sollte. Dem Empfinden nach ist das nicht mehr so ganz Zufall, aber ich kann mich natürlich auch irren. In einem Jahr weiß ich mehr.

Was habt ihr hier so für Erfahrungen gemacht?

TH gibt ja an, wieviele Hashes deine Miner pro Sekunde rechnen. Ich wüsste nicht, wo da ein Unterschied zwischen 1TH und 1TH herkommen sollte.

Außer vielleicht alle Miner durchsuchen den gleichen Bereich und rechnen die gleichen Hashes aus, dann wäre der mir 4 TH natürlich im Vorteil. Aber das sollte der Pool eigentlich regeln.

Vielleicht solltest du dich etwas mehr mit „Zufall“ beschäftigen.

Es kann kein Zufall sein, wenn du alle 8 Monate einen Block findest. Das wäre eine vorhersagbare Periode.

Du meinst wahrscheinlich: „Im Durchschnitt sollten die Miner einem Block alle 8 Monaten finden.“ Das kann bedeuten, dass du in 5 Minuten einen Block findest aber genauso gut erst in 1,6 Jahren. Erst wenn du den Miner deutlich länger als diese Durchschnittsperiode laufen lässt, dann nähren sich die wirklich gefundenen Werte an die Theoretisch berechneten Werte an.

Wenn du also 80 oder 800 Monate wartest, dann solltest du im Durchschnitt alle 8 Monate einen Block gefunden haben, also 10 oder 100 Blöcke. Aber auf dieser Zeitlinie kannst du beliebig mal jeden Monat einen Block finden aber auch erst nach 3 Jahren mal einen Block bekommen.

Nach dem Gesetz der großen Zahlen wird die Abweichung mit zunehmender Größe immer geringer. Genauer gesagt nimmt nur die relative Abweichung ab, die absolute Abweichung bleibt aber mehr oder weniger konstant. Umso größer die Zahlen aber sind, desto weniger macht die absolute Abweichung einen signifikanten Unterschied. Also eine Abweichung von Beispielsweise ±5 Blöcke macht in einer Zeit, wo du im Durchschnitt nur 10 Blöcke findest (also 5 bis 15 Blöcke), einen größeren Unterschied als wenn du eine Zeit wartest, wo 100±5 Blöcke finden würdest (also 95 bis 105).

Dein Erwartungswert ist 1 Block pro 6 Monate und du hast jetzt genau diese Zeit abgewartet. Wenn die Standartabweichung ±5 wäre (was ich jetzt ersteinmal nur angenommen habe), dann würdest du in dieser Zeit eben im Durchschnitt einen Block bekommen, aber genauso gut -4 bis 6 Blöcke finden können. -4 ist hier natürlich nur rechnerisch, denn natürlich kannst du nicht weniger als einen Block finden. Aber es zeigt, dass bei der angenommenen Standartabweichung noch viel Platz für Pech nach unten ist.

Für die Wahrscheinlichkeit macht es ersteinmal in der Theorie überhaupt keinen Unterschied, ob du verschiedene Geräte hast oder alle zusammen nimmst. Denn wenn du dir mal anschaust, wie diese Geräte intern aufgebaut sind, dann wirst du feststellen, dass dort auf einem Chip auch nur mehrere Arrays von Berechnungseinheiten zusammengeschlossen sind. Der eine Chip hat eben doppelt so viele Hash-Berechnungs-Array als der Andere oder kann die gleiche Anzahl doppelt so schnell betreiben. Daraus resultiert dann eine doppelte Hashrate. Aber ob du jetzt dem einem Chip mehr solcher Arrays spendierst oder die neuen Arrays durch einen anderen Controller ansteuerst, das macht für die Wahrscheinlichkeit ersteinmal keinen unterschied.

Mathematisch addierst du die Arrays und berechnest daraus einen Durchschnitt. Mehr Arrays lassen dabei die Durchschnittszeit sinken bzw. bei fest vorgegebener zeit die Anzahl an wahrscheinlich gefundener Blöcken erhöhen.

Ich sage aber explizit ersteinmal, weil es dann doch physikalische oder logische unterschieden geben kann, wie diese Array wirklich zusammenarbeiten, sodass man diese eben nicht unbedingt mit einfacher Statistikrechnung zusammenfassen kann. Beispielsweise kann ein Gerät unsauber hergestellt werden und verträgt damit weniger Betriebsspannung bzw. Wiederhohlraten als das andere Gerät. Außerdem muss man ja die Stromversorgung der Controller berücksichtigen. Das macht in der reinen Hashrate keinen Unterschied, aber relevant ist ja eigentlich die Hashrate pro Energieverbrauch.

Oder die Controller sind nicht aufeinander abgestimmt, nutzen aber exakt den gleichen Pseudozufallsgenerator für die zufälligen Anordnungen der Blockinhalte und rechnen damit parallel zueinander immer die gleichen Hashes aus. Damit hättest du zwar auf dem Papier doppelte Hashleistung, aber die Hälfte der Hashes kannst du ja nicht verwerten weil du sie ja „schon kennst“, aber trotzdem neu berechnest.

Ob all das (oder noch mehr denkbares) auf dein Setup zutrifft, weiß ich nicht, aber es kann eben generell auftreten.

Wahrscheinlichkeiten sind nicht immer sehr intuitiv, aber so wie du die Frage gestellt hast, solltest du dich mehr mit der Zufallstheorie beschäftigen.

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Ja, wahrscheinlich sollte ich das. Dann könnte ich berechnen, wie wahrscheinlich mein Ergebnis ist :grinning_face: :

Laufzeit 5 Monate:

Miner 1: 1,2 TH: prognostizierte Zeit bis zum Finden des Blocks laut Pool: 1,3 Monate
Miner 2: 2,4 TH: prognostizierte Zeit : 2,6 Wochen
Miner 3: 179 GH: prognostizierte Zeit: 8,5 Monate

Bei Miner 1 hätte ich also rechnerisch 3-4 Blöcke finden sollen. Tatsächlich hat er 0 gefunden.
Miner 2: erwartet ca. 5 Blöcke. Gefunden 4 Blöcke
Miner 3: erwartet 0 Blöcke, gefunden 0 Blöcke

Natürlich schwankt der Erwartungswert mit der Schwierigkeit des Pools, aber es wäre doch wahrscheinlich gewesen, dass Miner 1 zumindest auch einen Block gefunden hätte. Wie gesagt, dass kann natürlich reines Pech sein, oder aber es gibt für die Berechnung doch noch einen Faktor außer der Hashrate, der das Ergebnis bestimmt. Das war meine eigentliche Frage.

Das ist ja eine gute Idee, einen in BTC tauschbaren Coin zu minen.
Wie müsste ich denn meinen Bitaxe umstellen?

Kannst mir auch gerne einen PN schreiben, wenn du Bedenken hast, dass die ganze Blocktrainer-Comunity die Hashrate dieses Shitcoins zu deinem Nachteil nach oben treiben könnte ;-)

Wenn Du nicht gerade eine Fehlerrate hast, die das erklärt, dann gibt es nur die statistische Erklärung.

Musst dann einfach noch 100 Jahre weiter machen, damit die Zahlen etwas aussagen :slight_smile:

Ich habe die Rechnung jetzt nicht nachgerechnet, aber du solltest nicht nur den Durchschnitt bestimmen, sondern auch die Standartabweichung (also die Fehlerbalken oder den Unsicherheitsbereich).

Wie gesagt, wenn du im Durchschnitt 4 Blöcke haben solltest, aber der Fehlerbereich sehr groß ist (z.B. ±5), dann ist es eben nicht unwahrscheinlich, dass du noch keinen Block gefunden hast.

Ist der Fehlerbereich aber relativ klein (±0,5 oder so), dann ist dein Ergebnis weit außerhalb des Unsicherheitsbereich. Das kann dann zwar auftreten, ist aber sehr sehr sehr unwahrscheinlich. Das sagt einem dann ehr, dass man die Rechnung verkackt hat, z.B. weil man wichtige Größen auf das System nicht bedacht hat oder andere systematische Fehlerquellen nicht berücksichtigt hat. Wenigstens die Fehlerabschätzung ist dann unnatürlich genau.

Eventuell hilft die die Sigma-Umgebung als Stichwort etwas. Wenn man annimmt, dass die Wahrscheinlichkeit der Ergebnisse einer Gauskurve ähnelt, dann ist der Mittelwert/Durchschnitt natürlich das Maximum der Gauskurve.

Als Fehlerbalken kannst du jetzt also die 1σ, 2σ oder 3σ Bereiche angeben. Eine 1σ-Abweichung zeigt also, dass ca. 70% aller Ergebnisse innerhalb des Unsicherheitsbereiches liegen. Normalerweise gibt man die 2σ Bereiche an was bedeutet, das immernoch ca. 4% aller Messergebnisse außerhalb des Bereiches liegen können. Eine 3 Sigma-Umgebung mit 99% zu verfehlen ist jetzt schon sehr sehr unwahrscheinlich. Alles darüber ist schon „praktisch unmöglich“ (was bedeutet, dass es nur mit sehr sehr vielen Messungen überhaupt mal zu so einem Ergebnis kommen sollte).

Wenn dein Ergebnis also quasi unmöglich erschient, dann gibt es systematische Abweichungen oder grobe Fehlerquellen, die du nicht beachtet bzw. in die Rechnung mit einfließen lassen hast. Was das für Fehlerquellen sind, kann man aber nie zu 100% sagen, da muss man das System eben deutlich besser analysieren und verstehen.

Deine Bitaxe kann alle Coins minen, die den gleichen Algorythmus verwenden, wie Bitcoin. Also neben BTC auch BCH, Bitcoin SV, Digibyte oder die wirklich schrottige Seutsche eMark. Die Einstellung ist ganz einfach. Da wo Du deine Bitcoin Empfängeradresse bei der Bitaxe einträgst kommt z.B. die Digibyte Empfängeradresse rein. Dann suchst Du Dir auf Miningpoolstats einen Pool aus, mit dem Du minen willst. Ich hab den Solopool org Pool verwendet. Diese Adresse trägst Du dann bei Pool ein, speicherst das Ganze und los geht’s. Ich mine meine DGB auf das Exodus wallet und kann sie dann da auch gleich umtauschen. Hier geht natürlich auch jede andere Wallet, die Digibyte unterstützt. Aber erwarte nicht zu viel. Der Blockreward von 250 DGB ist grade mal ein Euro wert. Ist also eher zu Lernzwecken zu gebrauchen :smiley:

@DasPi: nun die Schwierigkeit im Pool schwankt natürlich, aber die Error-rate der Bitaxe liegt unter 0,5%. Ich glaube, das ist o.k. Wahrscheinlich liege ich noch im Erwartungsbereich und hatte mit dem Gerät einfach Pech. Das ist bei sehr dynamischen Schwierigkeiten mit über 100% Schwankung natürlich nur sehr schlecht zu berechnen.

Ich denke aber, dass die Wahrscheinlichkeit für hohe erreichte Schwierigkeiten eben kein Zufall ist. Wenn ich einen Zufallswert aus 1000 Zahlen berechne ist die Chance ihn vorher zu sagen 1 Promille. Hohe Nummern sind genauso wahrscheinlich, wie niedrige. Das sehe ich aber beim Mining nicht. Ein Nerdminer schafft nicht mal so eben zufällig 1T er kommt im halben Jahr nicht über 3K hinaus. Das schafft der NerdNos an einem Tag und die Bitaxe in wenigen Stunden. Deshalb glaube ich, dass es nicht auf die Gesamtrechenleistung ankommt, sondern auf die des einzelnen Miners und tendiere nach meinen Erfahrungen eher dazu ein Gerät mit 4 TH zu kaufen, als vier Geräte mit 1 TH. Und wenn das Stimmt, schafft man auch mit 80000 Nerdminern keinen Block in einem Jahr, sondern nie, wenn die Zeitprognose 80000 Jahre pro Block sind.

Was sind denn so die Erfahrungen der anderen Miner hier ??

Kommt mir recht viel vor. Ich habe 0,02 - 0,025% (Uptime 9 Monate)

Hm, wenn ich bei Standard Frequenz die ASIC Spannung auf die maximalen 1.25V hoch stelle, erreiche ich auch Fehlerraten kleiner 0.1. Aber ist das sinnvoll, dem Gerät eine höhere Spannung einzustellen? Der Hersteller hat sich ja bei der Spannung was gedacht…