Mining als Glücksspiel

Es ist meines Wissens Konsens in der Community, dass das Schürfen von Bitcoin für Privatpersonen in Deutschland nicht profitabel ist. Grund hierfür sind die hohen Stromkosten. Ich möchte im Folgenden das Mining jedoch mal aus einer anderen Perspektive betrachten. Angenommen man kauft sich einen ASIC-Miner und lässt ihn ein Jahr lang laufen ohne seine Rechenleistung innerhalb eines Miningpools zur Verfügung zu stellen. Wenn man einen Block findet, dann erhält man aktuell noch 12,5 Bitcoin, was ca. 100.000 Euro entspricht. Das kann nach einem Monat oder nach 10 Jahren passieren. Genauso wie beim Lotto! Hierzu ein kleines Rechenbeispiel.

Die aktuelle Hash Rate im Bitcoin Mining liegt bei ca. 120 M Th/s, die Leistung der neusten Mining-Hardware bei 70 Th/s. Die Wahrscheinlichkeit den nächsten Block zu finden beträgt 0,0000583 %, was 3 % im Jahr sind. Die Anschaffung eines entsprechenden Miners kostet ca. 2500 Euro. Hinzu kommen die Stromkosten von ca. 7500 Euro bei einem Gerät von 2800 Watt Leistung und einem Strompreis von 0,3 kWh. Es ergibt sich ein Return on Invest von ca. 0,3.

Im Jahr 2019 nahm die Deutsche Rentenlotterie 231,9 Millionen Euro ein, wovon 95,5 Millionen an die Spieler in Form von Gewinnen ausgezahlt wurden. Demnach liegt das Return on Invest bei ca. 0,4.

Zusätzlich muss noch berücksichtigt werden, dass beim Mining Steuern anfallen, während der Gewinn aus einer Lotterie steuerfrei ist. Demnach lohnt sich beides aus finanzieller Sicht nicht, dass Schürfen von Bitcoin sogar noch weniger als das Spielen von Lotto. ABER bei beiden gilt, dass man auch mal Glück haben kann. UND zwar dann wenn man gleich zu Anfang den Sechser im Lotto hat. ODER aber schon nach 1 Stunde den richtigen Block findet :wink:

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