Michael Saylors Schneeballsystem? Kritik an STRC von Strategy nimmt Fahrt auf

In letzter Konsequenz bastelt Saylor gerade an einem Parallelsystem zum traditionellen Finanzsystem mit Bitcoin als digitalen Anker in die physische Welt. Genau das System, das Bitcoin verurteilt und warum Bitcoin überhaupt von Satoshi ins Leben gerufen wurde.

Spieltheoretisch sind das gerade auch keine verrückten Prozesse oder man müsste Angst um Bitcoin haben. Spieltheoretisch ist das, was gerade passiert auf dem Weg zur „Hyperbitcoinization“ logisch und erwartbar. Langfristig wollen wir doch, dass Bitcoin in immer mehr Lebensbereiche Einzug erhält, gerade im traditionellen schlechten Finanzsystem, das aus Willkür und Ungerechtigkeiten besteht.

Strategy greift aktuell im Prinzip den Anleihemarkt an. Wenn sich Produkte wie STRC etablieren und Vertrauen aufbauen, wird es irgendwann schwerer zu erklären sein, warum man für 3 % Staatsanleihen hält, wenn es Alternativen mit deutlich höherer Rendite gibt. Das ist natürlich eine reale Bedrohung für den traditionellen Sektor – und genau deshalb sehen wir auch Gegenbewegungen und Kritik.

Aber: Bitcoin selbst ist davon unabhängig. Weder MSCI noch ein einzelnes Unternehmen wie Strategy können das aufhalten. Selbst wenn Strategy scheitern würde, beobachten gerade unzählige andere Akteure genau diese Entwicklung. Es wird weitere Produkte geben, andere Ansätze, mehr Wettbewerb. Wir sind da noch ganz am Anfang, vieles wirkt heute noch roh, wird aber mit der Zeit professioneller werden, auch im Bereich von Bitcoin-nahen Finanzstrukturen.

Vor dem Hintergrund finde ich es nicht verwerflich, von diesen Entwicklungen erstmal begeistert zu sein, passieren doch gerade genau die Dinge, die Maxis schon vor 10 Jahren vorhergesagt haben. Gleichzeitig sollte man natürlich immer einen kritischen Abstand wahren. Und genau diesen sehe ich beim Blocktrainer in Bezug auf Saylor ehrlich gesagt schon.

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Man kann sich das gesamte Strategy Konstrukt wie eine finanztechnische Pumpe vorstellen. Es saugt Kapital auf und pumpt es in Bitcoin rein. Natürlich profitiert es als Super-Pumpe massiv davon. Aber Bitcoin profitiert auch davon und Bitcoin hat Unternehmenr wie Saylor diesen Anreiz überhaupt gegeben. Neben dem rein finanziellen Aspekt sorgt dieser Erfolg natürlich auch dafür dass Bitcoin mehr Aufmerksamkeit erhält und es wird damit demonstriert wie solide es ist.

Für mich sind Bitcoin Treasury Unternehmen ein Phänomen die Bitcoin mit sich bringt sobald eine gewisse Adoptionsstufe erreicht ist. Es war klar dass früher oder später jemand diese Möglichkeit entdeckt und es so wie Saylor umsetzt.

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Mir ist gerade folgendes mit meinen STRC-Aktien passiert, was mir zu denken gibt. Bei meiner Bank wird mein STRC-Guthaben aktuell mit einem gestrigen Schlusskurs von 80,5 € ausgewiesen. In der Regel werden die Daten von der volumenstärksten Börse Tradegate bezogen und beziehen sich auf Brief-Kurse. Nur gab es weder gestern, noch in den vergangenen zwei Monaten zu keinem Zeitpunkt einen derartig niedrigen Kurs dieser Aktie, der gestrige Schlusskurs betrug 84 €. Da diese Aktie einen Kurs von 100 Dollar erwartungsgemäß nicht signifikant überschreiten wird, könnten Banken mit diesem Wert fast risikofrei Leerverkäufe tätigen. Ich halte es daher für sehr wahrscheinlich, dass meine STRC-Aktien lediglich in der Bildschirmansicht als vorhanden vorgegaukelt werden. Bei meinen Satoshis kenne ich indes jedezeit mein Guthaben und weiß, dass diese nicht als Collaterall verliehen oder gar spekulativ leerverkauft wird. Dieses TradFi-Game ist schon widerlich. Jetzt sehe ich, dass es gestern tatsächlich mal an der Börse Frankfurt ein nicht ausgeführtes Kurstief von 80,50 € gab. Dennoch bleibt bei mir die Vermutung, dass die depotführenden Banken mit den Depobeständen der Kunden wild gambeln.

So habe ich das (vermutlich mangels suffizienten Verständnisses über die Funktionsweise von STRC) noch gar nicht gesehen. So, wie ihr das formuliert, klingt das tatsächlich positiv oder zumindest innovativ.

Da bin ich allerdings anderer Meinung, aber eher aus emotionaler Sichtweise: Strategy hat aus meiner Sicht die Macht, die allgemeine Wahrnehmung sehr negativ zu beeinflussen und auch temporär einen schlechten Impact zu haben. Natürlich nicht auf die technische Funktionsweise von BTC.

…aber das gilt doch für alle Finanzprodukte, die man bei „Drittparteien“ hält, ebenso, wie Bitcoin, der auf Börsen gehalten wird. Um das zu verhindern gibt es nur die Möglichkeiten des self-custody!

Diese Visualisierung verdeutlicht es schön. Die Strategy-Pumpen versuchen, Kapital in den Bitcoin-Teich zu pumpen. Dabei handelt es sich teilweise um Kapital, das wegen Bitcoins Volatilität, regulatorischer Hürden oder mentaler Vorurteile nicht in Bitcoin fließen kann. Strategy weicht diese Blockaden auf und schafft für bestimmte Entitäten erste Berührungspunkte mit Bitcoin.

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z.B Aktien, Anleihen, Bitcoin etc. können sich den Interessen des Leerverkäufers entgegengesetzt verhalten und massiv steigen und ihn zur Eindeckung zwingen. STRC als Finanzierungsinstrument von Strategy wird erwartungsgemäß nicht über einen Kurs von 100 ausbrechen. Mann kann den Kurs damit nur in eine Richtung und damit beinahe risikofrei durch FUD manipulieren oder verstehe ich da etwas falsch?

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(Beitrag vom Verfasser gelöscht)